Archiv der Kategorie: Buchmesse

Vorfreude auf „Caraval“

Banner mit Infos zum Roman "Caraval"

Am 20. März, pünktlich zur Leipziger Buchmesse, erscheint der Roman „Caraval“ von Stephanie Garber. Vermutlich wird das Buch eines der Messehighlights werden, denn das Debüt erscheint in gleich 25 Ländern und ist in England gleich auf Platz 3 der Sunday Times Bestsellerliste eingestiegen.

Auch ich bin inzwischen schon sehr gespannt auf das Buch, muss ich gestehen. Auf der Homepage des Piper Verlags gibt es bereits eine Leseprobe, die ich mir inzwischen auch schon durchgelesen habe. Dummerweise ist es bis zum Erscheinungstermin noch knapp 3 Wochen hin, seufz.

Wer von euch wartet denn auch schon sehnsüchtig auf das Buch?

 

Für alle, die denen der Roman noch nichts sagt, hierum geht’s:

Tritt ein in das gefährlichste Spiel der Welt!

Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Doch ihr Wunsch erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zu Caraval ermöglichen. Aber ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Sobald das Spiel beginnt, kommen Scarlett Zweifel. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt …

Rückblick: Meine Frankfurter Buchmesse 2016

Auch in diesem Jahr stand ein Termin fest auf meinem Jahresplan: die Frankfurter Buchmesse.

Nachdem ich bereits letztes Jahr am Wochenende auf der Messe war, konnte ich dieses Jahr ein Presseticket ergattern, das mir kostenlosen Eintritt an allen Messetagen gewährte. Dementsprechend hatte ich freudig beschlossen, dass meine Frankfurter Buchmesse 2016 von Donnerstag bis Sonntag gehen sollte.

Gesagt, getan. Hotel und Bahntickets waren schnell gebucht und irgendwann machte ich mich an meinen Messeplan. Ich hatte das Glück, das ich nur wenige Termine als Autorin hatte, daher konnte ich recht frei entscheiden, was ich mir anschauen und wen ich treffen wollte.

 

Donnerstag:

Ich war morgens recht früh da und hatte bis mittags keine Termine, sodass ich die Gelegenheit beim Schopf ergriff und ausgiebig Halle 3,0, in der die meisten Publikumsverlage zu finden sind, erkundete.

Erste Anlaufstelle war natürlich der Piper Verlag, da ich mir unbedingt die Fantasy- und Science Fiction-Ecke ansehen und die Deko bewundern wollte.

Deko zum Buch "Plötzlich Banshee" am Piper Stand

Doch nicht nur die beiden großen Plakat-Wände waren wieder ein Hingucker, auch die tollen Bücher aus dem aktuellen Programm fesselten schnell meine Aufmerksamkeit.

Fantasy- und Science Fiction Bücher am Piper Messestand

Nachdem ich an der Kids Stage kurz einer Diskussionsrunde zum Thema Kinder- und Jugendliteratur mit Kirsten Boie gelauscht hatte, ging es weiter.

An diesem Tag habe ich mich nur in Halle 3.0 aufgehalten und konnte mir so einen guten Überblick über die Stände und die aktuellen (Fantasy-)Programme verschaffen. Beim Fantasy-Büchertisch von Random House schlug mein Herz natürlich sofort höher.

Fantasybücher aus der Verlagsgruppe Random House

Ein Besuch beim Carlsen Verlag war selbstverständlich genauso Pflicht. Hier hing nicht nur ein großes Plakat zum neuen „Harry Potter“-Roman, auch sonst war eine ganze Ecke nur für den berühmtesten Zauberer der Welt reserviert.

Harry Potetr-Bücher beim Carlsen Stand

Auch beim Loewe Verlag konnte ich einige tolle Schätze entdecken.

ein Stapel "Demon Road"-Bücher am Loewe Stand

Während meiner vier Messetage war ich recht häufig am Drachenmond Stand anzutreffen. Hier war eine kleine Ecke, wo man sich gut mit anderen Leuten verabreden, reden und viele Blogger und Autoren treffen konnte.

Abends habe ich dann zufällig auf dem Weg nach draußen den Fantasyautor Robert Corvus getroffen und habe natürlich gleich ein Foto mit ihm gemacht.

Fantasyautor Robert Corvus und ich
Fantasy- und Science Fiction-Autor Robert Corvus und ich

 

Freitag:

Die Frankfurter Buchmesse 2016 eignete sich wieder hervorragend dazu, Leute zu treffen, die ich bislang nur online kannte, oder Autoren und Blogger wiederzusehen, denen man zumeist nur auf der Buchmesse begegnet. Einer, dem ich häufiger über den Weg gelaufen bin, weil wir uns beide öfter am Drachenmond Stand aufgehalten haben, ist Drachenmond-Autor und Zeilenspringer Dirk Busch.

Dirk Busch und ich beim Drachenmond Stand
Dirk Busch und ich

Obwohl ich es mir vorgenommen hatte, zu einigen Drachenmond Signierstunden zu gehen, war es jedoch immer so voll am Stand, dass ich letzten Endes mich nicht angestellt habe, sondern die Gelegenheit stattdessen zum Reden und Fotos-Machen genutzt habe. So habe ich auch endlich mal wieder mit der lieben Lisa Rosenbecker und der sympathischen Marlena Anders gesprochen.

Lisa war zwischenzeitlich als Drache verkleidet unterwegs, wovon ich jedoch leider kein Foto habe. Bei der gemeinsame Signierstunde von Lisa und Marlena am Samstag herrschte ein großer Andrang.

Lisa Rosenbecker und Marlena Anders beim Signieren
Lisa Rosenbecker und Marlena Anders beim Signieren

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Piper Bloggertreffen mit Dan Wells auf der FBM

eine Mitarbeiterin des Piper Verlags stellt den Autor Dan Wells vor
es war voll beim Piper Bloggertreffen mit Dan Wells

Als die Info vom Piper Verlag kam, dass beim Piper Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse 2016 Dan Wells der Stargast sein würde, war für mich klar: Da muss ich hin!

Ich bin ein riesiger Fan seiner „Ich bin kein Serienkiller“-Reihe und die Chance, Dan Wells zu treffen, habe ich natürlich sofort ergriffen und habe mich angemeldet. Glücklicherweise bekam ich dann auch einen der begehrten Plätze.

Am 22.10. war es dann soweit: Das Piper Bloggertreffen mit Dan Wells fand in einem kleinen Raum abseits des Trubels in Halle 3 statt. Rasch wurde es voll und wir warteten alle gespannt auf den Stargast.

Blau-schwarzes Buchcover zu "Bluescreen"Pünktlich um 12 Uhr ging es dann los. Wir hatten alle Dan Wells neuesten Roman „Bluescreen – Mirador 1“ vorab  zum Lesen bekommen und durften ihm zum Buch, zum Schreiben allgemein und zu seinen anderen Romanen Fragen stellen.

Doch zunächst war Moderator Christian Handel an der Reihe und stellte die ersten Fragen – auf Englisch, obwohl Dan Wells aufgrund der Zeit, die er in Stuttgart gelebt hat, recht gut Deutsch verstand. Dadurch erfuhren wir, dass „Ich bin kein Serienkiller“ Weltpremiere in Deutschland feierte und hier ein Jahr früher als in anderen Ländern erschien.

Die nächste Frage war etwas kritischer, da der Beginn von „Bluescreen“ doch um einiges anders ist als der Rest des Romans und Christian Handel interessierte es genauso sehr wie der Rest von uns, warum das der Fall war. Die Antwort war denkbar einfach: Dan Wells liebt es, beim Schreiben Regeln zu brechen – in diesem Fall das Versprechen des 1. Kapitels, das der Rest des Buchs halten sollte. Eigentlich eine schlechte Idee, wie der Autor selbst zugab, aber ich finde, es passt gut zu Dan Wells‘ ungewöhnlichen Ideen, die er in seinen Büchern verarbeitet.

Er enthüllte auch noch weitere Hintergrund-Informationen zu seiner neuen Reihe: Am liebsten würde er die „Mirador“-Reihe ewig weiterschreiben, da er Marisa, die Hauptfigur, liebt. Daher ist die Reihe auch nicht auf eine feste Anzahl von Bänden ausgelegt, sondern er schreibt, solange wie es die Leser interessiert. Daher ist das 2. Buch auch bereits fertig geschrieben und aktuell arbeitet er schon am 3. Band.

Die Welt von Mirador ist eine futuristische Welt, doch für Dan Wells leben wir bereits in einer solchen Welt und er fand es spannend, die Ideen weiterzuentwickeln wie fahrende Autos und Computer im Kopf – im Buch Djinnis genannt. Bei den selbstfahrenden Autos wäre er vermutlich der Erste, der eins kauft, nur bei Computern im Kopf ist er momentan noch skeptisch. Dafür müsste die Technik in den nächsten 35 Jahren noch einen Weg finden, um Computerabstürze auszuschließen. Er würde gerne in dieser Welt mit der fortschrittlichen Technik leben – allerdings nur wenn er reich ist – und um einiges lieber in der Welt von Mirador als in der Welt seiner „Partials“-Reihe.

Unterschrift des Autors auf dem Roman "Bluescreen"
Dan Wells signierte mein Exemplar von „Bluescreen“

Auch in seinen Schreibprozess gab er uns Einblicke. So verriet er, dass er die Namen dieses Mal per Zufall ausgelost hat, indem er die häufigsten Vor- und Nachnamen in den USA genommen und dann per Zufall kombiniert hat. So entstanden eine Reihe von vielfältigen Namen, was ihm die Augen geöffnet und eine Einfluss auf den multikulturellen Cast der Reihe gehabt hat. Ein Name, der dabei herauskam, war Pablo Nakomoto – eine Figur, die im 2. „Mirador“-Band eine Rolle spielen soll. Wir dürfen also gespannt sein.

Eine Bloggerin wollte wissen, ob ihm manche Bücher leichter oder schwerer fallen als andere. Kurioserweise ist bei der John Cleaver-Reihe („Ich bin kein Serienkiller“) beides der Fall, da John zum einen ein sehr unglücklicher Mensch ist, aber er ihn inzwischen so gut kennt, dass er für den 6. Band nur 6-7 Wochen zum Schreiben gebraucht hat. Auch die Frage, ob er lieber männliche oder weibliche Charaktere schreibt, beantwortete er sehr beeindruckend: Er schreibt sie nicht unterschiedlich, er schreibt über Menschen, die zufällig männlich oder weiblich sind.

Ich finde es ja immer sehr interessant, wie andere Autoren zum Schreiben gekommen sind. Auch Dan Wells wusste sehr früh, nämlich bereits mit 8 Jahren, dass er einmal Bücher schreiben will. Doch erst im College hat er angefangen, dieses Ziel ernsthaft zu verfolgen.

Es gibt ja immer Dinge, die ein Autor lieber schreibt als andere. In Dan Wells‘ Fall sind das Dialoge. Er liebt es Dialoge zu schreiben, so sehr, dass er häufig zu viel Dialog oder zu lange Dialoge hat. In Dialogen kann er nämlich seine Figuren am besten kennen lernen.

Eine lustige Anekdote hat er uns auch verraten. Einmal hat er die Hilfe seiner Tochter gebraucht, um sich eine Mordszene bildlich vorzustellen. Doch erst als er sie gepiekt hat, hat sie begriffen, was er gemacht hat, und war nicht begeistert, dass sie ein Mordopfer gespielt hat.

Dan Wells, so scheint es, hat schon überall gelebt. Nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Mexiko, sodass seine Spanischkenntnisse nun nützlich für „Bluescreen“ und Marisas Familien-Background waren.

Die Idee zu „Bluescreen“ kam ihm, als er einen Artikel über Computerspieler gelesen hat, die Sportlervisa bekommen haben. Die Verknüpfung von virtuell und offline war der Ursprung für die Welt von Mirador. Er hat sich überlegt, wie die Welt in 30 Jahren aussehen könnte, erst danach hat er diese Welt mit Figuren bevölkert. In „Ich bin kein Serienkiller“ und „Partials“ war es genau umgekehrt, dort hat er zuerst gewusst, wer John Cleaver und Kiera sind, bevor die Handlung und die Welt kamen.

Zum Ende verriet er uns noch einige spannende Neuigkeiten zu seinen anderen Romanen. Denn nicht nur „Ich bin kein Serienkiller“ wird verfilmt, auch für seinen neuen Roman „Extreme Makeover“, der im November auf Englisch erscheint, gibt es bereits Interesse von Filmemachern und auch für „Partials“ gibt es bereits einen Vertrag.

Den genauen Starttermin für den „Ich bin kein Serienkiller“-Film konnte er uns leider noch nicht nennen, aber er ist bereits sehr glücklich und zufrieden mit dem Film, da er ungewöhnlich viele Mitspracherechte hatte und stark in der Entstehung involviert war. Er konnte mehrere Versionen des Drehbuchs lesen und war auch im Casting involviert. Er weiß, dass er großes Glück hatte, dass er als Autor so viel Einfluss auf den Film hatte.

Zum Abschluss der tollen Veranstaltung haben er und Nina MacKay (ihr Roman „Plötzlich Banshee“ erschien im September bei Piper) noch signiert und wir konnten uns unsere Exemplare von „Bluescreen“ unterschreiben lassen und Fotos mit dem amerikanischen Bestsellerautor machen.

Außerdem gab es noch eine tolle Goodiebag vom Piper Verlag, aber was da drin war, zeige ich euch ein andernmal. 😉

der amerikanische Autor Dan Wells und ich beim Piper Bloggertreffen
Dan Wells und ich

Leipziger Buchmesse 2016: Meet & Greet mit Björn Springorum

Plakat von "Der Ruf des Henkers" am Thienemann-Esslinger Stand
großes Plakat am Messestand

Jetzt ist die Leipziger Buchmesse bereits schon eine Woche her und wenn man mich fragen würde, was aus Blogger-Sicht mein persönliches Highlight ist, dann lautet meine Antwort ganz klar das Meet & Greet mit Björn Springorum.

Bereits einige Wochen vor der Buchmesse hatte mich eine nette Dame vom Thienemann-Esslinger Verlag zu der exklusiven Blogger-Veranstaltung am späten Freitagnachmittag am Stand des Verlags eingeladen und ich hatte begeistert zugesagt.

Vorab stürzte ich mich natürlich mit Feuereifer in die Lektüre von Björn Springorums aktuellem Roman „Der Ruf des Henkers“, der mir wirklich gut gefallen hat (meine detaillierte Meinung und eine Inhaltsangabe erhaltet ihr in meiner Rezension zum Roman). Zur Veranstaltung ging ich dann mit einigen Fragen im Gepäck, die ich dem Autor gerne stellen wollte.

Das Meet & Greet fand in kleiner, persönlicher Runde statt. In einer Ecke des Thienemann-Esslinger Stands waren Tische und Stühle für uns reserviert worden, dazu gab es Getränke und Knabbereien, doch als Wichtigstes: dazu einen Autoren zum Anfassen. Björn Springorum ist wirklich ein überaus sympathischer Autor, dem wir jede Frage stellen konnten, die wir wollten. Rasch war ein lebhaftes Gespräch im Gang, alle fühlten sich wohl und es wurde viel gelacht.

Björn Springorum liest aus seinem Buch
Björn Springorum liest beim Meet & Greet aus „Der Ruf des Henkers“

Natürlich sollten wir nicht nur die Chance haben, mit dem Autoren zu reden, sondern Björn wollte uns auch etwas aus „Der Ruf des Henkers“ vorlesen und überließ uns die Entscheidung, welche Stelle er lesen sollte. Äh ja, gar nicht so einfach. Ich schlug seine Lieblingsstelle vor, aber leider reichte die Zeit nicht, dass er uns das komplette Buch vorlesen konnte (schade), also einigten wir uns schließlich auf den Prolog und lauschten gefesselt, wie Björn sie uns vorlas, obwohl wir alle das Kapitel schon kannten.

Danach interessierte uns natürlich alle brennend, warum er ausgerechnet über William Calcraft, eine reale historische Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts, der als der grausamste Henker aller Zeiten galt, einen Roman geschrieben hat. Die Antwort fand ich ganz spannend, denn Björn interessierte nicht nur die Persönlichkeit Calcrafts an sich, sondern auch die Frage, wer denn nur wirklich die Monster seien: Calcraft, der einen Auftrag zu erledigen hatte, oder die 30.000 Gaffer, die sich zu manchen seiner Hinrichtungen einfanden und die Sterbenden möglichst qualvoll zugrunde sehen wollten.

Den ersten Kontakt mit der Figur des William Calcraft bekam er durch ein Interview. Er befragte einen Musiker, der ein Nachfahre Calcrafts ist und ihm von seinen berüchtigen Vorfahren erzählte. Neugierig geworden begann er über den Henker zu lesen, bis er irgendwann dachte, dass William Calcraft doch eine interessante Romanfigur wäre. Was geht in jemandem vor, der 40 Jahre lang Menschen hinrichtet? Und was macht es mit einem Lehrling? Die Idee zu „Der Ruf des Henkers“ war geboren.

Die Recherche zu diesem Thema ist Björn Springorum sehr nahe gegangen, sogar Albträume hat er gehabt. Dennoch hatten die 3-4 Monate Recherche auch positive Seiten wie die Besuche in London bzw. England, wo er sich unter anderem die Reiseroute von Calcraft und Richard und in Archiven und Stadtmuseen Bilder angesehen hat. Und ich kann auch sagen, dass es sich für uns Leser ebenfalls gelohnt hat, denn der Autor, der englische Literatur studiert hat und dessen Hobby das viktorianische Zeitalter ist, kennt sich in der Epoche bestens aus, das spürt man beim Lesen auf jeder Seite.

„Der Ruf des Henkers“ ist auch nicht nur ein Roman über den Tod geworden, sondern und vor allem auch ein Roman über das Leben, ein düsteres Leben zwar, aber die Reflexion über das Leben wird besonders beim Henkerslehrling Richard deutlich.

Auch die Wahl der Erzählperspektive war bei uns in der Runde ein Thema. Interessanterweise verriet uns Björn, dass er nicht von Beginn an in der Ich-Perspektive geschrieben hatte, sondern sich irgendwann für diese Erzählweise entschieden hat und er sie zum 1. Mal verwendet hat, weil sie viel unmittelbarer ist.  Ein bisschen erschreckend fand er es schon, wie gut er sich in ein 14-jähriges Mädchen (gemeint sind Rose und ihre Tagebucheinträge) hineinversetzen konnte, noch mehr, wie leicht es ihm fiel, sich in einen 70-jährigen Henker hineinzuversetzen. Das kann ich gut nachvollziehen.

Björn plaudert auch ein bisschen aus dem Nähkästchen, erzählt von der Arbeit mit seiner Lektorin Sandra, die Einfluss auf die Figurengestaltung von Richard und Calcraft und die Länge des Romans hatte. Ursprünglich war der Roman nämlich 50 Seiten länger. Die Kürzung bewertet er aber positiv. Sie habe dem Roman gut getan und ihn spannender gemacht.

Natürlich ist auch das Cover ein Thema bei uns und nicht nur ich finde es sehr gut gelungen und einen Eyecatcher. Doch wie der Roman ist auch das Cover ein Entwicklungsprozess und ich finde es überaus spannend, als er uns von den früheren Entwürfen erzählt. Ich kann mir das Buch gar nicht mehr mit einem anderen Cover vorstellen.

Dann verrät er uns noch etwas über sein aktuelles Romanprojekt, das in einem abgelegenen Grandhotel spielt, das ein merkwürdiges Eigenleben führt und in dem Menschen verschwinden. Es klingt so interessant, dass ich mir bereits vorgenommen habe, das Buch auf jeden Fall auf meinen Wunschzettel zu setzen.

Und es wird persönlich, als er uns von seiner Angst vor Spinnen erzählt (eine Angst, die übrigens immer eine seiner Romanfiguren mit ihm teilt), von seiner Begeisterung für Steampunk – klar, es ist ja das viktorianische Zeitalter plus Gimmicks, wie er sich ausdrückt – und für klassische Fantasy und Urban Fantasy und dass er gerne Romane von Autoren wie Neil Gaiman, Patrick Rothfuss oder Carlos Ruiz Zafòn liest. Allerdings nicht beim Schreiben, in diesen Zeiten liest er wenig Fantasy, um nicht unterbewusst von etwas beeinflusst zu werden.

signiertes Buch, Autogrammkarte und Einladung
die Einladung zum Meet & Greet, Autogrammkarte und mein vom Autoren signiertes Exemplar von „Der Ruf des Henkers“

Die Stunde für unser Meet & Greet war viel zu schnell vorbei. Am Ende hat Björn noch unsere Exemplare von „Der Ruf des Henkers“ signiert und jede von uns hat eine Autogrammkarte  mitbekommen – und einen kleinen Eindruck von einem überaus sympatischen und offenen Autoren mitnehmen dürfen.

Vielen Dank an Björn und an den Thienemann-Esslinger Verlag für dieses Messe-Highlight. 🙂

Banner: Gewinnspiel zum Roman "Der Ruf des Henkers"

PS: Noch bis zum 16. April 2016 habt ihr übrigens die Chance, beim aktuellen Gewinnspiel zu „Der Ruf des Henkers“ auf http://ruf-des-henkers.de/ mitzumachen. Es lohnt sich, denn es gibt eine Reise nach London sowie 5 Exemplare von „Der Ruf des Henkers“ zu gewinnen. Viel Glück!

Rückblick: meine Frankfurter Buchmesse 2015

Nachdem ich 2010 zuletzt auf der Frankfurter Buchmesse gewesen bin – da gab es diesen Blog noch gar nicht -, war ich dieses Jahr zum ersten Mal nicht nur als Leserin, sondern auch als Bloggerin auf der Frankfurter Messe unterwegs.  Und natürlich möchte ich euch meine Highlights vom Buchmesse-Wochenende nicht vorenthalten.

Fantasy- und Science Fiction-Plakatwand am Piper Messestand

Samstag: Interview mit Markus Heitz, Michael Peinkofer und Andreas Brandhorst und anschließender Signierstunde

Der Piper Verlag hatte zum Fantasy- und Science Fiction-Event mit Markus Heitz, Michael Peinkofer und Andreas Brandhorst eingeladen und ich durfte natürlich nicht fehlen. Da das öffentliche Interview auf der Open Stage auf dem Messegelände zwischen den Hallen stattfand, hatte ich Glück, dass ich noch einen Sitzplatz unter dem Dach und in der Nähe des Heizstrahlers abbekam. (Das dachte ich allerdings eine halbe Stunde später nicht mehr, als ein Messemitarbeiter den Heizstrahler austauschen wollte und ihn dabei beinahe auf mich fallen ließ. Das hätte böse enden können!)

Zwei Fantasyautoren und ein Science Fiction-Autor erzählten im Gespräch mit Moderator Christian Handel von ihrer Arbeit als Schriftsteller und ihren neuen Romanen. – Obwohl … das wird ihnen nicht ganz gerecht, denn jeder der Autoren ist / war auch schon in anderen Genres aktiv und schreibt einfach unterhaltsame, fesselnde Stories.

3 Autoren im Gespräch mit einem Moderator auf der Bühne der Frankfurter Buchmesse
Markus Heitz, Moderator Christian Handel, Michael Peinkofer und Andreas Brandhorst (von links)

Daher ging sowohl der Leseabschnitt aus den drei Romanen „Sieg der Könige“ (Michael Peinkofer), „Der Trumph der Zwerge“ (Markus Heitz) und „Das Schiff“ (Andreas Brandhorst) viel zu schnell vorbei, auch wenn das Interview der Autoren mit Christian Handel nicht weniger spannend war. Interessant fand ich den Austausch über Filme, Fantasy- und SciFi-Hypes und die Diskussion Plotter versus Bauchschreiber. (Wer es nicht weiß, die drei sind Plotter und arbeiten mit zum Teil sehr detaillierten Szenenplänen, bevor sie drauflos schreiben.)

Bei der anschließenden Signierstunde hieß es dann warten. Ich war leider nicht so schlau, sofort am Ende der Veranstaltung aufzuspringen und zurück zum Piper Messestand zu rennen, um mich anzustellen. Stattdessen habe ich erst einmal die tollen Plakate bewundert, welche Mitarbeiterinnen des Piper Verlags verteilt haben. Aber nach einer Stunde war ich dann auch endlich dran und konnte mir meinen neuen Exemplare von „Sieg der Könige“ und „Der Triumph der Zwerge“ signieren lassen. Yeah! 🙂

vom Autoren Michael Peinkofer signierter Roman

Samstag: Meet & Greet mit Nina MacKay

Die liebe Nina MacKay kannte ich ja schon vom #erzaehlesuns Wettbewerb, wo sie mit mir zusammen zu den Finalistinnen gehört hatte, und ich habe mich riesig gefreut, dass ich sie beim Meet & Greet von Ullstein Forever, wo ihr erster Roman „Queen on Heels“ diesen Monat als E-Book erschienen ist, wiedersehen konnte.

Überraschend waren dann auch noch Janne Schmidt, mit „Der Leo-Plan“ ebenfalls Finalistin beim #erzaehlesuns Wettbewerb (ihr Roman erscheint am 14.1.2016 – unbedingt lesen!), und einige weitere Wattpad-Autorinnen ebenfalls da, so dass das Meet & Greet kurzerhand zum Mini-Wattpad-Treffen wurde und extrem viel Spaß gebracht hat. Und tolle Goodie-Bags, Spiele, etc. gab es natürlich auch. 🙂

Samstag: Lovelybooks Leser- & Bloggertreffen

Da sich das Meet & Greet mit dem Lovelybooks Leser- und Bloggertreffen überschnitt, waren wir erst recht spät dort. Der große Ansturm, der zu Beginn geherrscht hatte, war inzwischen vorbei – und Goodiebags gab es, obwohl wir uns angemeldet hatten, auch nicht mehr.

Zum Glück konnte ich bei der Verlosung im Anschluss an die Buchmesse nun doch noch eine Lovelybooks Tasche gewinnen und freu mich schon sehr drauf, dass sie bald ankommt. 😀

Sonntag: Lesung von Jennifer Estep im Azubistro

Klein, aber fein war die Lesung der amerikanischen Bestseller-Autorin Jennifer Estep am Sonntagvormittag. Während sich die Menschenmassen um diese Uhrzeit schon in Halle 3 drängelten und schoben, hatten sich nicht zu viele Leute in Halle 4, wo die Lesung stattfand, verirrt, so dass ich kurz vor Lesungsbeginn noch einen Platz in der 2. Reihe ergattern konnte. Von dort konnte ich nicht nur wunderbar sehen und hören, sondern der Autorin auch noch zwei Fragen stellen und am Ende mein neues Exemplar von „Black Blade – Das eisige Feuer der Magie“ signieren lassen und musste nicht in der Signierstunde am Nachmittag anstehen. Jackpot!

Alles zur Lesung von Jennifer Estep findet ihr in meinem ausführlichen Bericht von der Lesung.

Lesung von Autorin Jennifer Estep
Jennifer Estep (Mitte) mit Moderator Christian Handel (rechts) und Schauspielerin Paula Hans (links)

Sonntag: Lesezelt

Nachdem ich mit einer Freundin noch über diverse Stände geschlendert war und kurz in andere Events hereingeschnuppert hatte, zahlreiche Fotos geschossen, Goodies zum Verlosen abgestaubt und mir zwischendurch eine Pause gegönnt hatte, um mein frisch signiertes Exemplar von „Black Blade“ zu lesen, bin ich dann am Sonntag eine ganze Weile im Lesezelt gewesen, wo halbstündlich Veranstaltungen stattfanden.

Das fand ich ebenfalls sehr spannend, da mit Oliver Pötzsch („Die schwarzen Musketiere“), Wolfgang Hohlbein – der trotz Grippe und angegriffener Stimme nicht nur tapfer gelesen hat, sondern im Interview auch Rede und Antwort stand – und Markus Heitz der Schwerpunkt an diesem Nachmittag klar auf Fantasy und Abenteuer lag.

neue Fantasyromane, Leseproben und Lesezeichen

Zur Signierstunde mit Kerstin Gier war ich übrigens nicht. Der Andrang dort war der Wahnsinn und ich hatte keine Lust auf zwei Stunden Anstehen. 🙁

Insgesamt war die Frankfurter Buchmesse 2015 aber für mich eine abwechslungsreiche und sehr gelungene Veranstaltung. Ich denke, wir sehen uns wieder, Frankfurter Buchmesse. Bis 2016!

Tolle Jennifer Estep-Lesung aus „Black Blade“ – Frankfurter Buchmesse 2015

Lesung von Autorin Jennifer Estep
Jennifer Estep (Mitte) mit Moderator Christian Handel (rechts) und Schauspielerin Paula Hans (links)

Am vergangenen Wochenende war ich nach ein paar Jahren Pause zum ersten Mal wieder auf der Frankfurter Buchmesse und wie jedes Mal gab es ein, zwei Events, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe: Dieses Mal war es die Lesung von Jennifer Estep am Messesonntag im Azubistro.

Aber die amerikanische Bestseller-Autorin der „Mythos Academy“-Reihe und der „Elemental Assassin“-Serie kam nicht allein, um den Auftakt zu ihrer neuen Urban Fantasy-Trilogie „Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“, erschienen vor wenigen Tagen im Piper Verlag, vorzustellen.  Mit dabei waren auch der Moderator Christian Handel und die Schauspielerin Paula Hans, die das Lesen eines Textauszugs auf Deutsch übernahm.

Ich hatte ja bereits am Buchmesse-Donnerstag die Livestream-Lesung von Lovelybooks mit Jennifer Estep verfolgt – und mich sehr geärgert, dass ich erstens nicht selbst mit dabei sein konnte und zweitens auch noch die ersten zehn Minuten verpasst hatte. Daher hat es mich sehr gefreut, dass ich am Sonntag dann doch noch die Chance hatte, Jennifer Estep live zu erleben.

Die Lesung:

Ich fand es sehr spannend, die Autorin selbst aus der englischen Original-Version von „Black Blade“, die unter dem Titel „Cold Burn of Magie“ erschienen ist, lesen zu hören. Denn Autoren lesen ihre Werke anders, als es Hörbuchsprecher oder Schauspieler tun, denn für Autoren sind bestimmte Stellen wichtiger als andere und manche Figuren mehr ans Herz gewachsen als andere.

Das hat man auch bei Jennifer Estep gemerkt. Zwar war die auf Englisch gelesene Passage direkt vom Anfang des Romans nur sehr kurz, aber ich bekam gleich Lust weiterzulesen (ich hatte den Roman kurz vor der Lesung bereits angefangen) und zu versuchen, Hauptfigur Lila mit den Augen von Jennifer Estep zu sehen.

Im Anschluss daran hat Paula Hans einen etwas längeren Abschnitt auf Deutsch gelesen, was ebenfalls sehr grandios war und Hörbuch- oder Kopfkino-Feeling erzeugte. Besonders Lilas rebellisch-frechen Charakter hat Paula Hans beim Lesen wunderbar eingefangen und rübergebracht.

Das Interview:

Da ich erst vor kurzem durch die Neuauflage der „Mythos Academy“ als Taschenbuch zum Jennifer Estep-Fan wurde, wusste ich über die Person oder die Autorin Jennifer Estep leider bis zur gestrigen Lesung recht wenig.

Für eine Bestseller-Autorin ist die Amerikanerin sehr sympathisch und bodenständig geblieben. Nicht nur, dass sie gerne auf Tweets ihrer deutschen Fans reagiert und nett antwortet, man merkt ihr an, dass ihr das Feedback ihrer Leser wichtig ist und sie sich gerne Zeit für ihre Fans nimmt. Ich fand es jedenfalls erstaunlich, dass sie während der gesamten Buchmesse, also von Mittwoch bis Sonntag, da war und sich Zeit für ihre deutschen Fans genommen hat.

Auch im Gespräch mit Moderator Christian Handel kam Jennifer Estep sehr sympathisch herüber. So verriet sie uns, dass auch sie es schwer hatte, einen Verlag zu finden. In sieben Jahren schrieb sie sieben Romane, von High Fantasy über Krimi, probierte verschiedene Genres aus und verbesserte sich als Autorin ständig – und kassierte zum Dank hunderte Absagen.

Bis sie schließlich die Urban Fantasy für sich entdecke und feststellte, dass dieses Genre genau ihr Ding ist und sie dort ihren Durchbruch hatte. Inzwischen schreibt sie als hauptberufliche Autorin über 40 Stunden die Woche und veröffentlicht mehrere Bücher pro Jahr.  Und das auch wenn es mal beim Schreiben hakt und sie sich durchbeißen muss. Bei ihrer Arbeit helfen ihr nicht nur die Schreiberfahrung und Durchhaltevermögen, sondern auch das Zeitmanagment und den Umgang mit Deadlines, die sie durch ihre frühere Arbeit als Journalistin erlernt hat – und die Tatsache, dass sie mit dem Schreiben ihre Rechnungen bezahlt.

Jennifer Estep mag starke Heldinnen, mit denen sich ihre Leserinnen identifizieren können, und sie mag Happy End’s – oder besser gesagt Happy for Now’s -, denn die Realität ist schon deprimierend genug und als Leserin würde sie sich selbst betrogen fühlen, würde die Hauptfigur am Ende sterben oder kein für den Moment befriedigendes, glückliches Ende finden.

Estep-Buch-GoodiesIm Interiew mit Christian Handel und auf Leserfragen hin erfuhren wir auch einige Dinge, die mich überrascht haben. So ist Jennifer Estep eine Bauchschreiberin, keine Plotterin, die im Vornherein jede Szene des Buches plant. Stattdessen macht sie sich vorab intensiv Gedanken über ihre Figuren und mögliche Konflike mit den Antagonisten, denn die Charakterentwicklung ist der Aspekt, der ihr beim Schreiben am meisten Spaß bringt, weil sie ja aus der Ich-Perspektive schreibt, auch wenn sie die Entwicklungen von Welten ebenfalls mag. Erstaunlicherweise liest sie nie das Genre, das sie gerade schreibt, um nicht unterbewusst etwas davon mit ihren eigenen Geschichten zu vermischen, und sie würde sehr gerne mal einen Spionagethriller schreiben, weil sie ein James Bond- und Spionagethriller-Fan ist.

Ich hatte das Glück, dass ich Jennifer Estep ebenfalls bei der Lesung etwas fragen konnte. So wollte ich von ihr wissen, ob sie ein Lieblings-Fantasy-Buch oder einen Lieblingsautoren hätte.  Ja, es ist „Beauty“ von Robin McKinley, eine Neuerzählung von „Die Schöne und das Biest“, ihr Lieblingsmärchen – das hat mich doch sehr überrascht, weil Jennifer Estep selbst ja sehr moderne Geschichten und zeitgenössische Urban Fantasy schreibt. Außerdem habe ich sie gefragt, ob sie bereits an einer neuen Reihe oder Roman schreibt. Aktuell hat sie zwar bereits Ideen, aber es steht noch nicht fest, was sie als Nächstes schreiben wird. Schade.

Für alle „Mythos Academy“-Fans verriet sie, dass es möglicherweise irgendwann einen weiteren Band der Reihe geben könnte, denn eine Idee dafür hat sie bereits. Momentan hat sie jedoch noch andere Schreibprojekte, auch wenn sie Band 2 und Band 3 der „Black Blade“-Reihe bereits geschrieben hat. Wir dürfen also die Daumen drücken und uns auf weitere spannende Abenteuer von Lila und ihren Freunden freuen.

Die Signierstunde:

Im Anschluss an die Lesung nahm sich Jennifer Estep die Zeit, um ihre Bücher zu signieren und Fotos mit ihren Fans zu machen. Was klasse war, denn der Andrang bei ihrer offiziellen Signierstunde am Nachmittag war enorm – und bei der Lesung musste ich nur wenige Minuten warten, bis ich stolz meine persönliche Widmung ergattert hatte. Insgesamt war es eine sehr gelungene Lesung von Jennifer Estep. 🙂

Ich hoffe, Sie kommen bald wieder nach Deutschland, Frau Estep. 🙂

Jennifer-Estep-Autogramm