Archiv der Kategorie: Interviews

LBM17: Bloggerempfang bei Carlsen und Thienemann-Esslinger

alle Teilnehmer des Bloggerempfangs beim fröhlichen Gruppenfoto
Gruppenfoto vom Bloggerempfang (Foto: Carlsen/Thienemann-Esslinger)

Die Leipziger Buchmesse ist schon ein paar Wochen vorbei, doch ich wollte euch nicht meinen Bericht über eines meiner absoluten Messehighlights von der LBM17 vorenthalten: den Bloggerempfang von Carlsen und Thienemann-Esslinger.

Die beiden Schwesterverlage hatten erstmals gemeinsam zum Bloggerempfang eingeladen und ich hatte das Glück, dass ich ebenfalls eine Einladung bekommen habe, denn auf die Wiederauflage des Meet & Greet mit Björn Springorum von der Leipziger Buchmesse 2016, wo er uns schon erste Details über seinen Roman „Spiegel des Bösen“ verraten hatte, hatte ich mich sehr gefreut.

Der Bloggerempfang fand in einem separaten Raum stand und die Vorfreude bei meinen Bloggerkollegen und -kolleginnen und mir war groß, als wir endlich hineingelassen wurden.

Die Mitarbeiterinnen des Thienemann-Esslinger Verlags und des Carlsen Verlags hatten sich wirklich große Mühe gegeben und die zwei Stunden gut durchgeplant. Das Programm umfasste Interviews mit vier geladenen Autoren – nicht nur mit Björn Springorum, sondern auch mit Rena Fischer, Laura Kneidl und Tanja Voosen -, eine Signierstunde mit ihnen und der sympathischen Nica Stevens, die ihren Roman „Hüter der fünf Leben“ ebenfalls signierte, ein Quiz (bei dem ich so schlecht war, dass ich mich nicht traute, meinen ausgefüllten Bogen abzugeben, ähem) und die Vorstellung der Programmhighlights beider Verlage aus dem Herbst-Winter-Programm. Abgerundet wurde das Ganze von der tollen Verpflegung mit phantastischen Buch-Cupcakes und Getränken sowie Gruppenfotos.

verschiedene Cupcakes mit essbaren Buchcovern
Leckere Cupcakes zu den vorgestellten Titeln (Foto: Carlsen/Thienemann-Esslinger)

Aber nun möchte ich euch die vier Titel vorstellen, die uns auf dem Bloggermeeting präsentiert und als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt wurden. Vielen Dank an den Carlsen Verlag und den Thienemann-Esslinger Verlag dafür!

Ich gehe dabei nach der Reihenfolge vor, wie die Autoren auch im Programm vorkamen.

 

Laura Kneidl „Water & Air“:

Buchcover zu "Water & Air" mit Meer und großer Blase in der LuftSeit dem Anstieg der Meeresspiegel leben die Menschen in Kuppeln unter Wasser oder in der Luft. Mit ihren achtzehn Jahren hat Kenzie noch nie die Sonne gesehen und ihr Leben in der Wasserkolonie unterliegt strengen Normen. Schließlich hält sie es nicht mehr aus und flieht in eine Luftkolonie, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch dann wird sie zur Hauptverdächtigen in einer mysteriösen Mordserie und nur Callum mit dem geheimnisvollen Lächeln hält zu ihr. Aber nicht nur den beiden droht Gefahr, auch das Schicksal der gesamten Kolonie steht auf dem Spiel.

Packend, romantisch, mit einzigartigen Schauplätzen – der neue Roman von Laura Kneidl, Autorin von »Light & Darkness«!

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Fantasyelemente in „Phoenix – Tochter der Asche“ – Mut zur Nische

Banner zur Aktion Mut zur Nische

Ich hatte euch im Januar ja die Aktion #MutzurNische (den Artikel findet ihr hier) – nach einer Idee von Sandra Florean – vorgestellt, zu der sich verschiedene Blogger zusammengeschlossen haben, um Nischenbücher vorzustellen, die aufgrund ihres Genres, Mischgenres oder ihrer Veröffentlichung in einem Kleinverlag nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben. Die Aktion #MutzurNische soll das ändern.

Das 2. Nischenbuch, das wir für die Aktion ausgewählt haben, ist „Phoenix – Tochter der Asche“ von Ann-Kathrin Karschnick, der 1. Band ihrer „Phoenix“-Trilogie aus dem Teslapunk-Genre, das den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie „Bester Deutschsprachiger Roman“ gewonnen hat.  Aber jetzt will ich euch das Buch erst mal kurz vorstellen:

Klappentext:

Buchcover mit Engel vor verrußtem HimmelEuropa liegt nach einem fehlgeschlagenen Experiment im Jahr 1913 und diversen Kriegen mit Amerika in Trümmern. Mithilfe des damals führenden Wissenschaftlers Nicola Tesla bauten die Saiwalo, eine überirdische Macht, Europa langsam wieder auf. 120 Jahre später erschüttert eine Mordserie Hamburg, die sich niemand erklären kann. Leon, ein Anhänger der Saiwalo und Mitglied der Kontinentalarmee, wird auf die Fälle angesetzt und trifft bei seinen Ermittlungen auf die rätselhafte Tavi. Wer ist sie und wieso ist sie so fest von der Schuld der Saiwalo an den Morden überzeugt?

Mehr über den Roman erfahrt ihr in meiner Rezension zu „Phoenix – Tochter der Asche“.

Fantasyelemente in „Phoenix – Tochter der Asche“:

Da sich auf meinem Blog ja alles rund um Fantasy dreht, fand ich es sehr reizvoll, mal die Fantasyelemente aus dem Genremix Fantasy-Krimi-Teslapunk-Romantik-Erotik genauer unter die Lupe zu nehmen und das Worldbuilding sowie die Wesen etwas genauer zu betrachten. Diese sind nämlich sehr ungewöhnlich und punkten mit vielen tollen Ideen.

Phoenix:

Das erste Fantasyelement begegnet uns bereits im Titel. Den Phoenix, der legendäre Vogel, der in Flammen aufgeht und aus der Asche wiederaufersteht, kennen die meisten von uns wohl dank „Harry Potter“ und Dumbledores Phönix Fawkes. In „Phoenix – Tochter der Asche“ ist der Phoenix jedoch kein Tier, sondern ein menschliches unsterbliches Wesen, verkörpert von der Protagonistin Tavi.

Interessanterweise wurde Tavi nicht als Phoenix geboren, sondern hat sich erst durch ihren Tod vor etwa 2000 Jahren in einen Phoenix verwandelt. Seitdem kann sie bei jeder Wiederauferstehung ihr eigenes Äußeres etwas verändern, sich selbst heilen, schneller laufen und besser riechen als Menschen und sie besitzt die Fähigkeit, Auren zu sehen, und dank ihrer entfaltbaren Flügel die Gabe zu fliegen.

Ich hatte die Gelegenheit, der Autorin ein paar Fragen zu den Fantasyelementen ihres Romans zu stellen und natürlich habe ich Ann-Kathrin Karschnick gefragt, wie das mit den Phoenixen in ihrer Welt funktioniert. Fantasyelemente in „Phoenix – Tochter der Asche“ – Mut zur Nische weiterlesen

Interview mit Sandra Florean

Vor ein paar Wochen habe ich an der Leserunde zu Sandra Floreans aktuellem Roman „Die Seelenspringerin – Abgründe“ teilgenommen und da mir nach dem Lesen einige Fragen „unter den Nägeln brannten“, bin ich sehr froh, dass Sandra trotz ihres vollen Terminkalenders die Zeit gefunden hat, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Doch zunächst möchte ich euch kurz ihren Roman vorstellen und anschließend wünsche ich euch viel Spaß mit dem Interview mit Sandra Florean. 😀

 

Buchcover zu "Die Seelenspringerin" mit junger blonder Frau vor dunkelrotem HintergrundKlappentext:

Nicht unsere Worte machen uns zu besseren Menschen, sondern unsere Taten

Tess verfügt über die unkontrollierbare Gabe, in das Bewusstsein übernatürlicher Wesen zu springen. Ein Albtraum für die junge Frau, da sie dabei Zeuge von Gewaltverbrechen wird, die sie jedoch nie verhindern kann. Mit einem Mal häufen sich die Sprünge und Tess ahnt, dass das kein Zufall sein kann. Sie vertraut sich dem Polizisten Jim an und hilft ihm schließlich bei der Aufklärung der Morde. Dadurch begibt sie sich so tief in die Welt der Übernatürlichen, dass sogar der Vampirgebieter Octavian auf sie und ihre Kräfte aufmerksam wird …

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Porträt der Fantasyautorin Sandra Florean
Sandra Florean (Foto: privat)

Liebe Sandra, möchtest du dich nicht kurz vorstellen?

Hi Nicole, gern. Ich bin Phantastik-Autorin aus Norddeutschland und die mit dem ganzen Blut. Meine Lieblinge sind Vampire, mittlerweile sind aber dank Tess noch viele andere Kreaturen dazu gekommen. Ich bin gebürtige Kielerin, lebe jetzt in einer kleinen Stadt in der Nähe, bin verheiratet, habe zwei Kinder und gehe ganz nebenbei noch halbtags in der Verwaltung arbeiten. Lange Zeit war ich als Kostümschneiderin selbstständig, aber das schaff ich nun nicht mehr und manchmal ist es auch Zeit, neue Wege zu gehen …

 

Ich habe ja von dir den ersten Band der Reihe „Die Seelenspringerin – Abgründe“ gelesen und war ganz fasziniert von der Gabe der Protagonistin Tess, die in andere hineinspringen und für kurze Zeit deren Körper übernehmen kann. Da bin ich natürlich neugierig: Wie kamst du auf diese ungewöhnliche Idee?

Ich wollte eine Welt erschaffen, in der es alle Kreaturen gibt, die wir nur aus Büchern kennen. Und nach meinem mächtigen Vampir Dorian und meiner Superheldin Alex eine Figur, die ganz normal ist. So wie Du und ich quasi. Mit ganz normalen Problemen, aber irgendetwas Besonderes musste ja doch an ihr sein, um die Geschichte in Gang zu bringen. Und so kam mir dann die Idee des Seelenspringens.

 

Es gibt ja unzählige bekannte phantastische Wesen: Was reizt dich an den Vampiren und Gestaltwandlern, die im Roman eine große Rolle spielen?

An Vampiren mag ich vor allem das Mystische, das ihnen trotz allem immer noch anhaftet. Natürlich auch den erotischen Aspekt – meine Bücher sind ja fast alle für Erwachsene mit „Aktion“ für Erwachsene. Viele Vampire verfügen über Fähigkeiten, sind sehr alt und haben deshalb unfassbar viel erlebt. Als historischer Reenactor wünscht man sich immer Zeitzeugen als zuverlässige Quelle. Vampire wären die perfekten Kandidaten.

Sandra Florean mit einem Bücherstand bei einer Veranstaltung
Foto: privat

 

Ich habe mich beim Lesen häufig gefragt, wie ich an Tess‘ Stelle handeln würde, wenn ich ihre Gabe hätte. Doch viel interessanter finde ich die Frage: Was würdest du tun, wenn du für einen Tag Tess‘ Gabe hättest?

Gute Frage. Ich hab mich ja vor allem in Tess hineinversetzt, die ein vollkommen anderen Lebensweg eingeschlagen hat als ich. Dennoch steckt ja in jeder Figur ein Stück von mir, deshalb würde ich da vermutlich auch eher pragmatisch mit umgehen und, wie Tess auch, versuchen, sie zu etwas Gutem zu machen. Ich meine, damit hätte man die Chance, zumindest im Kleinen etwas Gutes zu tun, nicht wahr?

Interview mit Sandra Florean weiterlesen

Interview mit Dominique Stalder

Wer steckt eigentlich hinter dem Fantasyroman, den wir gerade lesen oder vor kurzem gelesen haben? Wie ist das Buch überhaupt entstanden? Wie arbeitet der Autor? Wie kommt er auf seine Geschichten?

Spannende Fragen, die nicht nur ich mir wahrscheinlich immer wieder stelle. Aus diesem Grund habe ich nun eine neue Inhaltsreihe auf meinem Blog eingeführt: Ab sofort bekommt ihr in unregelmäßigen Abständen spannende Interviews mit deutschsprachigen Fantasyautoren zu lesen. Und den Anfang macht der Dark Fantasy-Autor Dominique Stalder. 🙂

Doch bevor wir zu meinen Fragen und Dominiques Antworten kommen, möchte ich euch kurz sein aktuelles Buch vorstellen. Nach dem Interview mit Dominique Stalder habe ich euch auch noch mal meine Rezensionen zu seinen Büchern verlinkt. Falls ihr also anschließend Lust habt, mehr über seine Romane zu erfahren, könnt ihr euch da mal umschauen. 😀

Und nun viel Spaß!

 

Buchcover: Monster, Mann mit Feuerhand und verängstigtes Mädchen in der DunkelheitKlappentext: 

Verfolgt von den Dämonen seines Fluches hat der Wanderer die Grauberge überquert und sieht sich unmittelbar neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Er rettet das Mädchen Maela vor der sicheren Schändung durch vier schwarze Reiter, die er schon bei der Schamanin Drakatia traf und in denen er die Chance sieht, einen Weg in die Unterwelt zu finden.

Welches Geheimnis umgibt Maela? Schafft es der Wanderer, dem Dorf zu helfen und die Schwarzen Klippen von den Söldnern zu befreien? Und wer ist der dunkle Dämonenreiter, vor dem sogar Drakatia Respekt hatte?

Der Wanderer muss all seine Kraft aufwenden, um jene zu schützen, die er liebt.

Die Reise geht weiter. Der Wanderer hat die Grauberge überquert und wird unmittelbar mit herausfordernden Problemen konfrontiert. Der dunkle Anführer der Reiter hat sich mit seinen Gefolgsleuten bei den Schwarzen Klippen nahe des Dorfes Uriatha niedergelassen und tyrannisiert die Bevölkerung.

Der Wanderer hilft dem Mädchen Maela, welches Myrael sehr ähnelt, und stellt sich den schwarzen Reitern entgegen.

Die Suche nach sich selbst und Myrael setzt mit Band 1 nahtlos am Prolog »Die Schamanin« an und ist zugleich der Beginn der Schwarzen Staffel der epischen Wanderer-Saga.

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Lieber Dominique, möchtest du dich nicht kurz vorstellen?

Mein Name ist Dominique und ich schreibe gern. Gut, das klingt wie in einer Selbsthilfegruppe. Ich bin 38, bin ein großer Fan von Tolkien und seinen Werken und liebe allgemein die Fantasy. Über meine Familie rede ich nicht so gern, gerade in der heutigen Zeit schleifen die jungen Eltern ihre Kinder in die sozialen Netze, posten Bilder und machen ihr privates Leben gläsern. Das kann und will ich nicht. Meine Familie ist mir das sehr wichtig und heilig. Ich wohne im schönen Franken und arbeite im IT Sektor. Aber man kann mich alles fragen, nur Antworten sind nicht garantiert.

 

Foto des Fantasyautors Dominique Stalder
Dominique Stalder (Foto: privat)

Im November 2016 erschien ja Band 1 deiner Dark Fantasy-Reihe „Der Wanderer“, übrigens bereits das zweite veröffentlichte Buch der Reihe. Wie kam es, dass du dich entschieden hast, einen eigenen Prologband mit dem Titel „Die Schamanin“ zu schreiben?

Als ich mit dem Wanderer begann, wurde ich von dem österreichischen Autor Lucas Edel motiviert. Er kam damals mit der Idee einer Reihe. Die Idee des Wanderers, ohne Erinnerungen und verfolgt von Dämonen stand fest und wir wollten ein kurzes knappes eBook, was den Leser einfängt. Da war es für mich schnell klar, dass ich erklären will, wie kam das mit dem Fluch, wie ist er erwacht und was sucht er eigentlich? Aus dem knappen Buch ist mittlerweile ein eigener Band geworden und man erkennt die uralte Version kaum wieder, oder?

 

Du bewegst dich mit der Reihe ja in einer sehr düsteren Welt, wie kam es dazu? Bist du ein Fan von Dark Fantasy? Und was reizt dich an diesem Genre?

Ich mag nicht nur Dark Fantasy, ebenso mag ich High und Epic Fantasy, oder auch gewisse Urban Fantasy Werke. Aber ja, die Welt ist düster. Diese Geschichte entstand, nachdem ich „Nebularion“ auf Wattpad beendet hatte. Ich fühlte mich leer, so richtig leer und wollte diese Leere transferieren. Mich reizte auch schnell der Gedanke eines Helden, der eigentlich kein Held ist, der am besten selbst nicht weiß, wer er ist. Meine Stimmung war damit ideal für eine dunkle Welt. Ich mag es kleine Horrorelemente einzubauen und nicht unbedingt darauf achten zu müssen, ob ich zu detailliert werde. Wenn in finsteren Zeiten auf dem Schlachtfeld gekämpft wurde, war das kein Zuckerschlecken, es waren Massaker. Wenn die Sieger die Frauen der Besiegten schändeten, war das Vergewaltigung. Mein Bestreben war immer, diese Ereignisse auch passend darzustellen und sie dabei nicht zu glorifizieren.

 

Dein Wanderer ist ja ein Mann ohne Gedächtnis: Vor welche Herausforderungen hat dich diese Figur beim Schreiben gestellt? Oder gab es für dich keine Herausforderungen mit dem Handicap des Wanderers?

Ganz ehrlich… zu Beginn habe ich mir kaum Gedanken darüber gemacht. Für mich war er ja von Beginn an mit einer Vergangenheit versehen, die eben nur der Leser und er selbst nicht kannten. Das Schwierige ist zu entscheiden, was weiß er und was nicht. Kann er kochen? Warum kann er das? Kann er essbare von nicht essbaren Früchten unterscheiden? Aber das sind nur „Kleinigkeiten“. In meiner ersten Version der Schamanin war er gegenüber Drakatia sehr schüchtern, beinahe devot. Für mich war das logisch zu dem Zeitpunkt, es gab aber viel berechtigte Kritik. Es ist nicht leicht die Mitte zu finden, zwischen nötigen Realismus und Identifikationsfigur. Besonders im nächsten Band wird es hier ganz neue Seiten geben, die mich schon fordern.

 

Im Prolog hieß der Wanderer Haric, im ersten Band nimmt er den Namen Tulan an. Da ich Namen ja faszinierend finde, wie du weißt, rätsele ich natürlich, was du mit den unterschiedlichen Namen verbindest und ob es im 2. Band wieder einen Namenswechsel – und damit möglicherweise auch eine größere Veränderung – des Wanderers geben wird?

Die Frage war gleich zu Beginn da. Wie nennt man einen Namenlosen? „Der Wanderer“? „Der Namenlose“? Besonders im Prolog nutze ich solche Umschreibungen, bis er seinen Namen von Drakatia erhält. Ganz im Ursprung sollte er in jedem Band einen neuen Namen benutzen, wobei ich aktuell eher dafür bin, es so zu gestalten, dass es sich entwickelt. Nach dem Prolog sich noch Haric zu nennen, wäre falsch gewesen. Drakatia nahm ihm Myrael und obwohl die beiden ja über Händchenhalten nicht hinaus kamen, sind die Gefühle sehr wohl echt und stark. Da war es natürlich, dass er sich einen neuen Namen gibt. Wer den Band „Die Schwarzen Klippen“ aufmerksam gelesen hat, wird sicher auch eine Vermutung haben, wie es in „Der Schwarze Tempel“ mit seinem Namen weiter geht. Es ist für mich keine Änderung von ihm, aber ein Symbol für seine Suche nach sich selbst. Eine Chance vertan, ergo die nächste.

 

Was mich bei anderen Autoren ja immer interessiert: Wie und wann bist du zum Schreiben gekommen? Gibt es einen speziellen Moment, als du dich entschieden hast: „Jetzt schreibe ich“?

Buchcover mit nacktem Mann vor nächtlichem Meer
Damit fing alles an: Das erste Cover der Ursprungsversion des Wanderers

Einen einzigen Moment hatte ich nicht. Ich las Bücher und schrieb dann einfach mal drauf los. Das war wenig kreativ, um ehrlich zu sein. Meine Deutschlehrerin war vielleicht ein Punkt. Sie  reichte mir meine Klausur oft mit dem Spruch: „Sie haben so eine unterhaltsame Art zu schreiben, nur leider am Thema vorbei.“ Sie versuchte mir auch zu helfen, die engen Analyseschemen einzuhalten und gleichzeitig vermittelte sie mir Wettbewerbe, die ich nie gewann. Aber das Interesse war geweckt.

Mit dem doch recht analytischem Studium der Technomathematik begannen meine Ideen für „Nebularion“ und als Entspannung werkelte ich an diesem Werk. Nun gut, ein paar Jahre habe ich gebraucht. Bis dahin war es aber ein Hobby mit dem Traum vielleicht mal ein Buch in der Hand zu halten gepaart mit ständigen Zweifeln. Dann kam der auch der sehr gut bekannte #erzaehlesuns Wettbewerb. Ich habe damals lange gezögert und als ich dann hörte, dass sie Wildcards vergaben und die Sieger am Ende durch eine Jury ermittelt wurden, hab ich es versucht. Die Wildcard war dann für mich die letzte Bestätigung, das ganze mal ernsthaft zu versuchen.

 

Du bist ja nicht nur auf dem Gebiet der Dark Fantasy unterwegs. Magst du uns verraten, welche Genres du sonst noch schreibst und wie die Titel heißen?

Was ist, wenn ich nun Nein sage? Aber Scherz beiseite. Da wäre ein Science-Fiction Geschichte, die ich aktuell „Alastor“ nenne. Wobei ich den SF Teil noch als gemäßigt ansehe. Dann überarbeite ich „Nebularion“, welches eindeutig High-Fantasy ist. Das sind so die aktuellen Projekte, an denen ich auch wirklich arbeite. Ideen sind viele da, ich möchte gern einen Thriller schreiben, hier plane ich bereits etwas, für einen historischen Roman habe ich Ideen gesammelt und da wäre noch eine Steampunk Idee. Aber ich musste lernen, nicht zu viel auf einmal zu machen.

 

Schwere Frage: Aber was reizt dich an einer Geschichte? Die Idee? Die Welt? Die Figuren? Der Plot? Wann greifst du zur Tastatur und beginnst zu tippen, weil du die Geschichte unbedingt aufschreiben musst? Was muss eine Geschichte für dich haben?

Magisch wirkendes, türkis-schwarzes Cover mit 1 Mann und zwei FrauenEs beginnt stets mit einer Idee. Da muss ein Gefühl sein, aus dem alles keimt und wächst wie eine Pflanze. Die Idee kann aber auch die Welt sein. Dieser Funke muss da sein, dann fließt es. Die Welt baut sich vor mir auf, die Figuren, die Städte. Wenn dann der Plot steht, bin ich glücklich und freue mich in die Tasten zu hauen. Eine Geschichte braucht eine gewisse Logik, sie muss stimmig sein und ein sie muss ein Finale hervorbringen, das einem den Hut vom Kopf haut.

 

Wenn es dich in eine Geschichte verschlagen würde: In welchem Buch würdest du gerne landen? Und in welche Welt würdest du auf keinen Fall reisen wollen? Und warum?

Jeder, der mich kennt wird es ohnehin wissen. Ich glaube, dass ich sehr gern im richtigen Zeitalter in Mittelerde landen wollte. Vielleicht nicht direkt zur Zeit des Ringkrieges. Vielleicht im vierten Zeitalter, oder früher, als Moria noch von den Zwergen beherrscht wurde. Gern hätte ich auch Dol Amroth oder Tharbad besucht und natürlich Minas Tirith. Ich gerade ins Schwärmen, verzeih.

Die Frage, wohin auf keinen Fall, ist nicht so leicht. Im Grunde gibt es in jedem Buch, in jeder Welt, etwas, was mir zusagt. Aber so würde ich wohl die Welt von Star Trek wählen. Das ist nicht meines. Dieses pseudoreale und dann gefällt mir auch die soziale Struktur da nicht.

 

Stell dir vor, du würdest dich für einen Tag in einen Elfen verwandeln: Wie würdest du reagieren?

Selbstmord begehen? In Depression verfallen oder den gesamten Tag heulen. Ich tue mich schwer, mich als Elf vorzustellen. Vielleicht würde ich eine Mottoparty organisieren. „ZwergenParty“ oder so. Den Tag dann damit verbringen Bier und Fleisch zu besorgen oder künstliche Bärte zu basteln. Das könnte lustig werden, wenn ich es mir so recht überlege.

 

Ich weiß, du schreibst gerne bei Musik … Könntest du dir vorstellen, auch ohne Musik zu schreiben? Oder gehört Musik zu deinen Schreibritualen, die du unbedingt brauchst?

Es fällt mir deutlich leichter mit Musik, auch wenn ich auch ohne schreiben kann. Musik ist Emotion und die richtige Gefühle wecken Bilder, die ich nur noch beschreiben muss.

 

Gibt es ein Genre oder ein Thema, das du noch nicht geschrieben hast, das dich aber sehr reizen würde? Falls ja, was ist das?

Viel zu viele. Das Thema Vampir und Werwölfe ist mir durch „Twilight“ in eine falsche Richtung abgedriftet, das wäre ein Thema, was mich reizt. Und dann auch ganz ehrlich … etwas Erotik. Da mit Grenzen zu spielen würde mich ebenfalls sehr reizen.

 

Kannst du uns verraten, woran du aktuell schreibst und worauf wir uns als Nächstes aus deiner Feder freuen dürfen? 

Teilweise kann ich das. Ich schreibe bereits am nächsten Wanderer. „Der Schwarze Tempel“ wächst beinahe täglich und ich freue mich schon auf die Reaktionen. „Alastor“ und „Nebularion“ sind in der Überarbeitung und ein Projekt ist tatsächlich geheim.

 

Vielen Dank, Dominique, für deine interessanten Antworten und dass du für das Interview Zeit hattest. 🙂

Ich hoffe, euch hat mein Interview mit Dominique Stalder Spaß gemacht. Falls ihr noch mehr über ihn und seine Romane erfahren wollt, dann schaut doch mal auf seiner Website oder auf seiner Facebook-Seite vorbei.

Falls ihr mehr über die Reihe „Der Wanderer“ erfahren wollt, dann schnuppert doch mal in meine Rezensionen zu „Die Schamanin“ und „Die Schwarzen Klippen“ rein. 🙂

Piper Bloggertreffen mit Dan Wells auf der FBM

eine Mitarbeiterin des Piper Verlags stellt den Autor Dan Wells vor
es war voll beim Piper Bloggertreffen mit Dan Wells

Als die Info vom Piper Verlag kam, dass beim Piper Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse 2016 Dan Wells der Stargast sein würde, war für mich klar: Da muss ich hin!

Ich bin ein riesiger Fan seiner „Ich bin kein Serienkiller“-Reihe und die Chance, Dan Wells zu treffen, habe ich natürlich sofort ergriffen und habe mich angemeldet. Glücklicherweise bekam ich dann auch einen der begehrten Plätze.

Am 22.10. war es dann soweit: Das Piper Bloggertreffen mit Dan Wells fand in einem kleinen Raum abseits des Trubels in Halle 3 statt. Rasch wurde es voll und wir warteten alle gespannt auf den Stargast.

Blau-schwarzes Buchcover zu "Bluescreen"Pünktlich um 12 Uhr ging es dann los. Wir hatten alle Dan Wells neuesten Roman „Bluescreen – Mirador 1“ vorab  zum Lesen bekommen und durften ihm zum Buch, zum Schreiben allgemein und zu seinen anderen Romanen Fragen stellen.

Doch zunächst war Moderator Christian Handel an der Reihe und stellte die ersten Fragen – auf Englisch, obwohl Dan Wells aufgrund der Zeit, die er in Stuttgart gelebt hat, recht gut Deutsch verstand. Dadurch erfuhren wir, dass „Ich bin kein Serienkiller“ Weltpremiere in Deutschland feierte und hier ein Jahr früher als in anderen Ländern erschien.

Die nächste Frage war etwas kritischer, da der Beginn von „Bluescreen“ doch um einiges anders ist als der Rest des Romans und Christian Handel interessierte es genauso sehr wie der Rest von uns, warum das der Fall war. Die Antwort war denkbar einfach: Dan Wells liebt es, beim Schreiben Regeln zu brechen – in diesem Fall das Versprechen des 1. Kapitels, das der Rest des Buchs halten sollte. Eigentlich eine schlechte Idee, wie der Autor selbst zugab, aber ich finde, es passt gut zu Dan Wells‘ ungewöhnlichen Ideen, die er in seinen Büchern verarbeitet.

Er enthüllte auch noch weitere Hintergrund-Informationen zu seiner neuen Reihe: Am liebsten würde er die „Mirador“-Reihe ewig weiterschreiben, da er Marisa, die Hauptfigur, liebt. Daher ist die Reihe auch nicht auf eine feste Anzahl von Bänden ausgelegt, sondern er schreibt, solange wie es die Leser interessiert. Daher ist das 2. Buch auch bereits fertig geschrieben und aktuell arbeitet er schon am 3. Band.

Die Welt von Mirador ist eine futuristische Welt, doch für Dan Wells leben wir bereits in einer solchen Welt und er fand es spannend, die Ideen weiterzuentwickeln wie fahrende Autos und Computer im Kopf – im Buch Djinnis genannt. Bei den selbstfahrenden Autos wäre er vermutlich der Erste, der eins kauft, nur bei Computern im Kopf ist er momentan noch skeptisch. Dafür müsste die Technik in den nächsten 35 Jahren noch einen Weg finden, um Computerabstürze auszuschließen. Er würde gerne in dieser Welt mit der fortschrittlichen Technik leben – allerdings nur wenn er reich ist – und um einiges lieber in der Welt von Mirador als in der Welt seiner „Partials“-Reihe.

Unterschrift des Autors auf dem Roman "Bluescreen"
Dan Wells signierte mein Exemplar von „Bluescreen“

Auch in seinen Schreibprozess gab er uns Einblicke. So verriet er, dass er die Namen dieses Mal per Zufall ausgelost hat, indem er die häufigsten Vor- und Nachnamen in den USA genommen und dann per Zufall kombiniert hat. So entstanden eine Reihe von vielfältigen Namen, was ihm die Augen geöffnet und eine Einfluss auf den multikulturellen Cast der Reihe gehabt hat. Ein Name, der dabei herauskam, war Pablo Nakomoto – eine Figur, die im 2. „Mirador“-Band eine Rolle spielen soll. Wir dürfen also gespannt sein.

Eine Bloggerin wollte wissen, ob ihm manche Bücher leichter oder schwerer fallen als andere. Kurioserweise ist bei der John Cleaver-Reihe („Ich bin kein Serienkiller“) beides der Fall, da John zum einen ein sehr unglücklicher Mensch ist, aber er ihn inzwischen so gut kennt, dass er für den 6. Band nur 6-7 Wochen zum Schreiben gebraucht hat. Auch die Frage, ob er lieber männliche oder weibliche Charaktere schreibt, beantwortete er sehr beeindruckend: Er schreibt sie nicht unterschiedlich, er schreibt über Menschen, die zufällig männlich oder weiblich sind.

Ich finde es ja immer sehr interessant, wie andere Autoren zum Schreiben gekommen sind. Auch Dan Wells wusste sehr früh, nämlich bereits mit 8 Jahren, dass er einmal Bücher schreiben will. Doch erst im College hat er angefangen, dieses Ziel ernsthaft zu verfolgen.

Es gibt ja immer Dinge, die ein Autor lieber schreibt als andere. In Dan Wells‘ Fall sind das Dialoge. Er liebt es Dialoge zu schreiben, so sehr, dass er häufig zu viel Dialog oder zu lange Dialoge hat. In Dialogen kann er nämlich seine Figuren am besten kennen lernen.

Eine lustige Anekdote hat er uns auch verraten. Einmal hat er die Hilfe seiner Tochter gebraucht, um sich eine Mordszene bildlich vorzustellen. Doch erst als er sie gepiekt hat, hat sie begriffen, was er gemacht hat, und war nicht begeistert, dass sie ein Mordopfer gespielt hat.

Dan Wells, so scheint es, hat schon überall gelebt. Nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Mexiko, sodass seine Spanischkenntnisse nun nützlich für „Bluescreen“ und Marisas Familien-Background waren.

Die Idee zu „Bluescreen“ kam ihm, als er einen Artikel über Computerspieler gelesen hat, die Sportlervisa bekommen haben. Die Verknüpfung von virtuell und offline war der Ursprung für die Welt von Mirador. Er hat sich überlegt, wie die Welt in 30 Jahren aussehen könnte, erst danach hat er diese Welt mit Figuren bevölkert. In „Ich bin kein Serienkiller“ und „Partials“ war es genau umgekehrt, dort hat er zuerst gewusst, wer John Cleaver und Kiera sind, bevor die Handlung und die Welt kamen.

Zum Ende verriet er uns noch einige spannende Neuigkeiten zu seinen anderen Romanen. Denn nicht nur „Ich bin kein Serienkiller“ wird verfilmt, auch für seinen neuen Roman „Extreme Makeover“, der im November auf Englisch erscheint, gibt es bereits Interesse von Filmemachern und auch für „Partials“ gibt es bereits einen Vertrag.

Den genauen Starttermin für den „Ich bin kein Serienkiller“-Film konnte er uns leider noch nicht nennen, aber er ist bereits sehr glücklich und zufrieden mit dem Film, da er ungewöhnlich viele Mitspracherechte hatte und stark in der Entstehung involviert war. Er konnte mehrere Versionen des Drehbuchs lesen und war auch im Casting involviert. Er weiß, dass er großes Glück hatte, dass er als Autor so viel Einfluss auf den Film hatte.

Zum Abschluss der tollen Veranstaltung haben er und Nina MacKay (ihr Roman „Plötzlich Banshee“ erschien im September bei Piper) noch signiert und wir konnten uns unsere Exemplare von „Bluescreen“ unterschreiben lassen und Fotos mit dem amerikanischen Bestsellerautor machen.

Außerdem gab es noch eine tolle Goodiebag vom Piper Verlag, aber was da drin war, zeige ich euch ein andernmal. 😉

der amerikanische Autor Dan Wells und ich beim Piper Bloggertreffen
Dan Wells und ich

Interview mit Lillith Korn

Diese Woche, nämlich am 7.7., ist der neue Roman von der lieben Lillith Korn erschienen. Ich durfte in „Finleys Reise nach Andaria“ vorab reinlesen und bin wirklich verzaubert von dieser schönen Fantasygeschichte.

Darum möchte ich euch den Roman und die Autorin heute gerne vorstellen.

 

Buchcover mit einem Jungen in Kapuzenjacke auf magisch funkelnder, nächtlicher StraßeKlappentext:

»Ich bin Finley Freytag. Der Verrückte, der Dinge sieht und hört, die es nicht wirklich gibt.«

Als Waise aufgewachsen, ist ein altes Armband alles, das Finley von seiner Familie geblieben ist. Doch als er es verliert und sich auf die Suche danach begibt, findet er sich plötzlich in der Welt Andaria wieder. Zwischen seltsamen Wesen, einer Prophezeiung und einem bösen König ist da noch Mara – die nicht nur ein dunkles Geheimnis verbirgt, sondern obendrein unausstehlich ist.Und ausgerechnet diese beiden sollen auserkoren sein, Andaria gemeinsam zu retten …

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Liebe Lillith, möchtest du dich kurz vorstellen?

Aber gerne doch. 🙂 Ich bin 33 (wie die Zeit vergeht!) und lebe mit meinen beiden Hunden in einer WG in Berlin. Da meine Mitbewohnerin (fungiert auch als persönliche Muse) auch einen Hund hat, tingeln drei vierbeinige Wesen durch die Bude. 🙂
Seit Ende 2014 habe ich das Schreiben für mich entdeckt und ich liebe es! Ich wollte vorher schon gern mal einen Roman schreiben, aber ich habe mir das nicht zugetraut. Jetzt weiß ich, dass ich das schaffen kann und möchte nichts anderes mehr tun.

 

Viele kennen bereits deine „Better- Life“-Dystopie: Was hat dich bewogen, dich jetzt der Fantasy zuzuwenden? Bist du beim Schreiben auf bestimmte Genres festgelegt (z.B. Genres, die du selbst gerne liest) oder ist für dich die Idee entscheidend? Oder anders gefragt: Wie kamst du auf die Idee zu deinem neuen Fantasyroman?

Eigentlich sollte schon mein Debüt ein Fantasy-Roman werden und zwar genau der, der jetzt erschienen ist. 🙂 Doch wie es manchmal so ist, hat mich eine andere Story gepackt, nämlich die von Better Life.  Die Dilogie ist ja nun vollendet, sodass ich mich dem Genre zuwenden konnte, in dem ich eigentlich schreiben möchte: der Fantasy.
Was die generelle Genrewahl angeht, bin ich relativ offen. Ich mag Dystopien (also in gewisser Weise Sci-Fi), Thriller, aber vor allem Fantasy. Also es kommt ganz auf Idee an!
Nur in dem Genre Erotik wird man mich niemals finden, das ist einfach nicht meins und macht mir keinen Spaß zu schreiben. Einer Lovestory wäre ich hingegen nicht grundsätzlich abgeneigt, sofern sie keinen 0815-Plot hat. Aber wie gesagt, mein Herz schlägt für Fantasy.

 

„Finleys Reise nach Andaria“ lautet der Titel deines brandneuen Fantasyromans, der gerade erschienen ist. Zwei Fragen zu Beginn, die sich die Leser des Titels vielleicht stellen, und die du ihnen natürlich am besten beantworten kannst: Wer ist Finley und was ist Andaria?

Finley ist ein sechzehn Jahre alter Waisenjunge, der im Heim lebt und seine Eltern nie kennengelernt hat. Alles, was er noch von ihnen besitzt, ist ein Armband. Für ihn ist es deshalb sein einziges bisschen Identität. Da ist es klar, dass er sofort loszieht, als er es verliert. Er wusste natürlich nicht, wo er landen würde: in Andaria. Das ist eine magische Welt, die einst von 14 Göttern erschaffen wurde. Aus diesen Göttern gingen dann auch die entsprechenden Völker und Wesen hervor. 🙂

 

Wie würdest du deinen Roman einordnen? Für wen ist „Finleys Reise nach Andaria“ genau das richtige Buch? 

Ich würde ihn in Jugend-Fantasy/Urban-Fantasy einordnen. Obwohl das Buch auch prima für Erwachsene lesbar ist. Also wohl auch All-age-Fantasy. Haha, du siehst schon, ich bin mir da nicht ganz mit mir selbst einig. 😀

 

Ich habe deinen Roman ja schon gelesen und eins der Dinge, die mir als außergewöhnlich aufgefallen sind, ist die Vorstellung von Magie im Roman. Magst du vielleicht kurz erzählen, wie es zu den Gaben kam?

In Andaria gibt es 14 Götter (Ich wiederhole mich, was? 😀 ) und diese schufen nicht nur magische Wesen (wie z. B. Zeitfresser), sondern auch verschiedene Völker. Und je nach Gott, dem das Volk entstammt, entwickeln sich bei den Menschen auch Gaben. Nehmen wir mal das fahrende Volk.  Alle aus dem fahrenden Volk haben kristallblaue Augen und einen Blick, mit dem sie andere leicht beeinflussen können. Deshalb sind sie beispielsweise gute Händler.

 

Wenn du einen Ort im Roman selbst besuchen könntest, für welchen würdest du dich entscheiden und warum?

Hmmm … ich finde wirklich viele Fantasywelten total spannend und interessant, aber ob ich in einer von ihnen leben wollen würde? Ich denke eher nicht, ich bin ein Angsthase und habe es gern sicher. Und in den magischen Welten droht doch oft Gefahr …

 

Gab es eine Szene im Buch, die dir besonders viel Spaß beim Schreiben gemacht hat oder die dir schwer gefallen ist? Und falls ja, welche?

Spaß gemacht haben mir vor allem die lustigen Szenen. Zum Beispiel wie Finley das Feuer auspinkelt und wie Mara darauf reagiert. Außerdem generell Maras schnippische Art. 😀 Schwer fiel mir das Ende, was auch daran liegt, dass ich zu wenig geplottet habe. Aber nach einigen Überarbeitungen gefällt es mir nun. 🙂

Autorin Lillith Korn mit ihren Hunden
Foto: privat

 

Im Buch wird Finley ja auf eine Mission geschickt und muss etliche Abenteuer bestehen. Wenn du an Finleys Stelle gewesen wärst und man dich auf eine Reise durch eine magische Welt schicken würde, wie hättest du reagiert?

Ich hätte noch viiiiel ängstlicher reagiert! Wahrscheinlich hätte ich mich erst mal wochenlang beim fahrenden Volk eingenistet. Aber irgendwann wäre ich die Reise dann vielleicht doch angetreten …

 

Im Roman spielt ja auch eine Prophezeiung eine wichtige Rolle: Glaubst du an Vorbestimmung, Schicksal oder ähnliches?

Jein? 😉 Irgendwie denke ich schon, dass alles seinen Sinn und jeder seine Aufgabe hat. Aber ich glaube nicht, dass man dem Schicksal komplett ausgeliefert ist. Eher, dass man im Leben an Wendepunkte kommt (= Schicksal), und an diesem kann man die Entscheidung treffen, welche Abzweigung man nimmt (= Selbstbestimmung).

 

Wenn du einen Tag lang als ein Fantasywesen verbringen könntest, welches würdest du dann gerne sein?

Ohhh, was für eine schöne Frage! Ich wäre dann gern ein Drache. Der kann fliegen, was ich mir einfach klasse vorstelle, und er kann sich auch verteidigen, wenn Gefahr droht.

 

Was ich andere Autoren ja gerne frage, ist, was für sie den Reiz einer Geschichte ausmacht: Ist es die Idee, die Figuren, die Welt, die Handlung, der Humor …? Was machte für dich den Reiz aus, Finleys Geschichte zu schreiben? Oder anders gefragt: Was ist dir an deinem Roman besonders wichtig?

Der größte Reiz war zuerst die magische Welt (und die Wesen), zu der ich so viele Ideen hatte. Und dann wurde es Finleys Entwicklung. Und für mich ist das Sahnehäubchen der Humor, an einigen Stellen habe ich vor dem Laptop gesessen und in mich hineingekichert. 😀

 

Hast du bestimmte Angewohnheiten oder Rituale beim Schreiben?

Es gibt ja viele, die beim Schreiben gern Musik hören oder so etwas. Ich habe am liebsten Stille, so kann ich am besten im Schreiben versinken. Zum Plotten hingegen höre ich gerne mal einen epischen Fantasysoundtrack – das kann mich wunderbar zu dramatischen oder heldenhaften Szenen inspirieren.
Meine Lieblingsschreibzeit ist abends. Vielleicht ist das wirklich ein kleines Ritual: Meistens koche ich, esse etwas, schaue eine Folge Serie und dann geht es los. 🙂

 

Du hast deinen neuen Roman ja ohne Verlag herausgebracht: Was schätzt du am Self-Publishing?

Das stimmt. Verlag und Selfpublishing hat beides jeweils Vor- und Nachteile. Besonders schätzen tue ich am Selfpublishing die Freiheit. Wenn ich merke, es läuft nicht so gut, kann ich beispielsweise eine Preisaktion vorbereiten. Oder wenn ich einen Tippfehler finden sollte, kann ich schnell das E-Book und ggf. die Printausgabe aktualisieren. Rezensionsexemplare kann ich im Null Komma Nichts versenden … und ich habe monatlich die Tantiemen im Überblick. Da weiß ich gleich, wie viel ich fürs nächste Buch sparen kann, denn Selfpublishing kostet ja quasi in der „Herstellung“ mehr.

 

Frei nach dem Fußball-Motto „Nach dem Buch ist vor dem Buch“: Magst du uns vielleicht schon verraten, woran du als Nächstes schreibst?

Hihi. „Nach dem Buch ist vor dem Buch“ passt bestens. Ich plane, jetzt mit Finley 2 loszulegen. Und ich habe da schon ein paar nette Ideen und ungefähr einen halben Plot.
Und was ich danach schreibe, weiß ich auch schon. So viel verrate ich: Es wird wieder Urban-Fantasy. 🙂

 

Vielen lieben Dank, Lillith, für das Interview und die interessanten Antworten. <3

Falls ihr noch mehr über Lillith Korn und ihre Romane erfahren wollt, dann besucht sie doch auch einmal auf ihrer Website http://www.lillithkorn.com/  oder auf ihrer Facebook-Seite.

Meine Rezension zu „Finleys Reise nach Andaria“ ist auch schon online. Wenn ihr mehr über das Buch wissen wollt, dann schaut doch mal rein. 🙂