Gestaltwandler

Ilona Andrews "Die Nacht der Magie - Stadt der Finsternis 1"Sich in etwas anderes verwandeln können, den Ruf der Wildnis in sich zu hören – das ist das Thema der Gestaltwandler. Gestaltwandler gibt es in verschiedensten Formen, die bekanntesten sind die Werwölfe, die es als faszinierende Charaktere und attraktive Helden in zahlreiche zeitgenössische Fantasyromane geschafft haben. Doch die Fantasyliteratur bietet noch viel mehr als nur Werwölfe. Hier möchte ich euch ein paar Gestaltwandler und interessante Romane zum Thema vorstellen.

Wenn wir von Gestaltwandlern sprechen, sind in der Regel Menschen gemeint, die eine Tiergestalt annehmen können. Es gibt nur wenige Tiere in der Fantasy, die Menschengestalt annehmen. Kate Daniels Freundin Andrea, eine geborene Hyänin, aus Ilona Andrews „Stadt der Finsternis“-Reihe ist eine von ihnen. Da jedoch unsere Faszination für Gestaltwandler der Vorstellung entspringt, dass wir Menschen uns verwandeln können, sind solche Beispiele rar und kommen überwiegend in der Romantasy vor, wenn zum Beispiel Drachen in Menschengestalt eine erotische Faszination auf Menschen ausüben.

Dem Menschen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, um zum Gestaltwandler zu werden:

  1. Der Biss: Der Biss ist besonders in den verschiedenen Werwolfromanen ein beliebtes Thema. Das Opfer wird von einem Werwolf gebissen und verwandelt sich, wenn es die Attacke überlebt, beim nächsten Vollmond selbst in einen Werwolf. Durch den Biss kann aber auch das Gestaltwandler-Virus übertragen werden, in Ilona Andrews „Stadt der Finsternis“-Reihe Lyc-V genannt.
  2. Die Vererbung: Andere Gestaltwandler werden als solche geboren. Hierzu können Werwölfe gehören, aber auch alle anderen Gestaltwandler: Raubkatzen, Schlangen, Ratten, Bären, etc. Die Fähigkeit zum Gestaltwandel wird zum Beispiel in Kai Meyers Roman „Arkadien erwacht“ von Generation zu Generation weitergegeben. Die Ursprünge des Gestaltwandels sind bei dieser Methode meist unbekannt.
  3. Magie und Zaubersprüche: Magisch begabte Menschen können ihre Fähigkeiten verwenden, um selbst Tiergestalt anzunehmen oder andere zu verwandeln. Hierbei entspricht die Gestalt entweder ihrem Wesen oder zuvor festgelegten Tieren. Sirius Black und Peter Pettigrew nutzen in „Der Gefangene von Askaban“ von Joanne K. Rowling einen Zauber, um sich in einen Hund und in eine Ratte zu verwandeln. Der junge Zauberlehrling Hase verwandelt in „Die Verpflichtung“ von Lorna Freeman seine Kameraden unbeabsichtigt in Tiere. Der Druide Atticus aus „The Iron Druid Chronicles“ kann sich sogar in mehr als eine Tiergestalt verwandeln.
  4. Der Fluch: Anders als in Mythen und alten Sagen ist diese Methode in der modernen Fantasyliteratur kaum noch zu finden. Meist verwandelt ein höheres, magisches Wesen – ein Gott oder eine Hexe – einen Menschen zur Strafe in ein Tier. Meistens ist das Opfer gezwungen, zwischen Tier- und Menschengestalt zu wechseln, hat aber keine Kontrolle über die Verwandlung.
  5. Tierfelle: Diese Methode verbindet man zumeist mit indianischen Traditionen. Der Schamane besitzt die Fähigkeit, die Gestalt des Tieres anzunehmen, dessen Fell er trägt und hat durch seine Methode die absolute Kontrolle über die Verwandlung. Genau wie der Fluch ist diese Verwandlungsmethode heutzutage nicht sehr verbreitet.

Empfehlungen zum Thema Gestaltwandler:

Patricia Briggs "Ruf des Mondes - Mercy Thompson 1"Das Thema Gestaltwandel spielt bei Ilona Andrews „Stadt der Finsternis“-Reihe eine große Rolle. Das Autorenduo bietet in „Die Nacht der Magie“, „Die dunkle Flut“ sowie in seinen Folgeromanen „Duell der Schatten“, „Magisches Blut“ und „Ruf der Toten“ zahlreiche verschiedene Gestaltwandler und eine eigene Gestaltwandler-Kultur auf. Das Rudel aus Atlanta besteht aus zahlreichen Raubkatzen, Wölfen, Ratten, Hyänen, Bäre, etc., die in Clans nebeneinander leben. Die Verwandlung geschieht durch ein Virus namens Lyc-V, das vererbt oder einen Biss übertragen wird. Doch die Beherrschung der Verwandlung birgt Risiken, einige Gestaltwandler können ihre Gabe nicht beherrschen und müssen getötet werden. Doch es gibt auch Tiere, die sich in Menschen verwandeln können, wie die Ritterin Andrea, eine geborene Hyänin, die unter den menschlichen Gestaltwandlern etwas abseits steht. Wer sich für Gestaltwandler und ihre besonderen Riten und Verhaltensrituale interessiert, der ist hier genau richtig.

Eine weitere interessante Gestaltwandler-Reihe ist die „Mercy Thompson“-Reihe von Patricia Briggs. Die Hauptfigur Mercy ist eine Frau, die sich mithilfe von Magie in einen Kojoten verwandeln kann und in einem Werwolfrudel aufgewachsen ist. Da Mercys Fähigkeit nicht weit verbreitet ist, dominieren allerdings die Werwölfe die Gestaltwandlerszene.

Weitere Gestaltwandler-Romane:

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