Vampire

Gail Carriger "Glühende Dunkelheit - Lady Alexia 1"Wer kennt sie nicht? Die Vampire? Die Blutsauger? Die Untoten? Seit Stephenie Meyers All Age-Reihe „Bis(s)“ erfahren Vampire einen richtigen Boom in der Fantasy-Literatur. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber kann man sich streiten. Fest steht aber, dass es neben den zahlreichen romantischen Vampirromanen, in denen der Held ein gut aussehender, attraktiver und gefährlich anziehender Vampir ist, der seine Blutgelüste mehr oder weniger kontrolliert, auch noch viele andere, abweichende Vampirfiguren in der Fantasy gibt. Ein paar von ihnen möchte ich euch hier vorstellen.

In der heute verbreitesten Vorstellung sind die Vampire untote Blutsauger. In der Romantasy oder Fantasy-Romanen mit romantischen Elementen sind Vampire attraktive Heldinnen und Helden mit starken Gefühlen, die ihren Blutdurst mehr oder weniger im Griff haben. Vampire als Vegetarier, die auf Menschenblut verzichten, dieses Konzept hat Stephenie Meyer populär gemacht. Ihr Held Edward und seine Familie verzichten bewusst auf menschliches Blut und integrieren sich problemlos in die Gesellschaft. Auch in Chloe Neills Reihe „Chicagoland Vampires“ leben die Vampire mitten in Chicago und haben sich sogar in der Öffentlichkeit geoutet. Das geht unter anderem dank Blood4you, dem praktischen Blutgetränk im Beutel.

Vampire als sexy Geliebte, als Kämpfer mit übernatürlichen Kräften und übermenschlicher Geschwindigkeit und langlebige Gelehrte – ja sogar als Wesen mit übernatürlichen Fähigkeiten wie Stephenies Meyers Vampire, die gelegentlich über Gaben wie Telepathie oder Visionen verfügen – die Bandbreite der Vampire in der Fantasy-Literatur ist breit. Bei Kim Harrison in ihrer „Rachel Morgan“-Reihe handelt es sich nicht einmal zwingend um Untote. Ihrer Vampirin Ivy steht der Tod und damit auch der Verlust ihrer Seele und ihrer Menschlichkeit noch bevor. Bei Ilona Andrews in ihrer „Stadt der Finsternis“-Reihe hingegen handelt es sich bei Vampiren um hässliche, untote Kreaturen ohne Verstand, aber mit riesigem Blutdurst, die von Nekromanten gelenkt und benutzt werden. Doch nicht jeder Vampir ist auch ein Blutsauger. Jim Butcher unterscheidet in seiner Serie „Die dunklen Fälle des Harry Dresden“ drei Arten von Vampiren: die roten, die Blutsauger, die schwarzen, die Vampire, die sich vom Tod ernähren, und die weißen, die sich von Sex und Gefühlen ernähren und damit Sukkubi und Inkubi sind.

Vampire, die das Sonnenlicht meiden müssen, um nicht zu Staub zu zerfallen? Von Stephenie Meyer abgelehnt. Vampire, die man durch Weihwasser und religiöse Symbole verletzen kann? Patricia Briggs ist in ihrer „Mercy Thompson“-Reihe dafür. Untot oder nicht? Sexy oder hässlich? Tödliche Blutsauger oder attraktive Vampire mit erotischem Biss? Verwandlung durch einen Vampirbiss oder warum nicht einmal durch einen Virus oder einen sexuell übertragbaren Parasiten wie bei  Scott Westerfeld in „Peeps“? Es gibt zahlreiche Vampirversionen und -vorstellungen in der modernen Fantasy-Literatur, so dass das Thema Vampire auch in Zukunft garantiert nicht langweilig werden wird.

Empfehlungen zum Thema Vampire:

Chloe Neill "Frisch gebissen - Chicagoland Vampires 1"Eine spannende, romantische Urban Fantasy-Reihe mit gelungenen, attraktiven und sympathischen Vampiren, die ich gerne lese, ist die Reihe „Chicagoland Vampires“ von Chloe Neill. In ihr unterliegen die Vampire strengen, sozialen Richtlinien und haben die Wahl zwischen freiwillig gegebenem menschlichem Blut oder Blood4you-Beuteln. Als die Literaturstudentin Merit in „Frisch gebissen“ nach einem ansonsten tödlichen Überfall in eine Vampirin verwandelt wird, hat sie mit ihrer neuen Identität und den zahlreichen Protokollen, aber besonders mit ihrer Anziehung zum Chef des bekannten Vampirhauses Cardogan, dem attraktiven Ethan, zu kämpfen, den sie nur zu gerne beißen würde. Doch den besonderen Charme der Reihe macht nicht die Liebesgeschichte zwischen Merit und Ethan, sondern der bunte Mix an spannenden, sympathischen Charakteren und magischen Lebewesen aus. So ist Merits beste Freundin eine Zauberin und ein guter Freund ein Gestaltwandler. Tolle Urban Fantasy-Reihe mit einer tollen Heldin und spannenden Storys.

Wirklich gut gefallen, weil die Vampire mal völlig anders als erwartet waren, hat mir Scott Westerfelds Roman „Peeps – So süss, dass ich ihn fressen musste“. Die Hauptfigur Cal wird überraschend von einem Mädchen mit dem Parasiten infiziert – Vampirismus einmal ganz anders. Statt Romantik im Überfluss gibt es interessante Erklärungen zu Parasiten & Co, die der Autor geschickt in die Geschichte einwebt. Ein innovatives Konzept, eine gelungene Schreibe und eine tolle Hauptfigur machen diesen Roman zu einem überraschendem und gelungenem Leseerlebnis.

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