Kurzrezi: Kat Rupin „Eonvár – Zwischen den Welten“

Entscheidungen für den Kauf gibt es bekanntlich viele: tolles Cover, spannend klingender Klappentext, der Autor schreibt immer toll, das Thema interessiert mich, der Protagonist trägt denselben Namen wie XY aus meinem eigenen Bekanntenkreis …

Im Fall von „Eonvár“ war es neben der Tatsache, dass ich die Autorin über Facebook kenne und verdammt gespannt auf ihren Debütroman war, besonders die Protagonistin. Elisa sitzt nämlich im Rollstuhl und schlittert mitsamt diesem in eine magische Parallelwelt namens Eonvár. „Wie cool ist das denn! Das muss ich haben!“, dachte ich mir.

Gedacht, getan.

Fantasybuch mit Adventsdeko

 

Inhalt:

Die 23-jährige Elisa sitzt seit einem Unfall in ihrer Kindheit im Rollstuhl und meistert seitdem jede Herausforderung souverän. Studium, Job, den Alltag in München – alles kein Problem, denn Elisa hat Biss und weiß, was sie will.

Bis sie eines Tages ihren lange vermissten Kindheitsfreund Gabriel wiedersieht, ihm heimlich folgt und so durch ein magisches Portal in eine Parallelwelt gerät, in der es Magie wirklich gibt und Elisa sogar wieder laufen kann.  Sie ist fasziniert und wechselt immer häufiger zwischen den Welten.

Doch dann muss sie erkennen, dass sie sich für eine der beiden entscheiden muss, wenn sie nicht alles verlieren will …

 

Meine Meinung:

Die ungewöhnliche Heldin für einen Fantasyroman hat mich enorm an dieser Geschichte gereizt. Viel zu selten spielen Außenseiter mit einem Handicap eine Hauptrolle – und ich habe ein echtes Faible für ungewöhnliche Charaktere und außergewöhnliche Geschichten. Daher hatte ich mich sehr auf diesen Roman gefreut.

Ich kam auch gut in die Geschichte. Das Buch ist flüssig geschrieben und schon bald schwenkt die Geschichte von Elisas Alltag in München um zu einem Fantasyabenteuer. Gemeinsam mit der Erzählerin gehen wir Leser auf Entdeckungsreise, erfahren mehr über die Schule für Magie, in der Gabriel lebt und unterrichtet, und über die Welt.

Übrigens: Dass Elisa auf eine magische Schule kommt, aber entscheidet, dass sie nicht zwischen all die Kinder und Jugendlichen passt und lieber für sich selbst lernt und ihr magisches Talent erkundet, statt im Unterricht den Lehrern zu lauschen, fand ich mal eine erfrischende Neuerung. Sie passte auch zu der eigensinnigen Heldin.

Mir gefiel die Welt, die wir in einzelnen Ausflügen von Elisa und ihrem Freund Gabriel kennen lernen dürfen. Und es ist nicht so, dass Gabriel ihren Rollstuhl jetzt durch die Natur schieben müsste, denn Elisa kann plötzlich wieder laufen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich die Tatsache gut finde oder nicht. Vielleicht wäre es auch spannend gewesen, wenn Elisas Lähmung auch in Eonvár weiterexistiert hätte, denn das hätte weitere ungewöhnliche Szenen gegeben und die Tatsache, dass sie plötzlich wieder laufen konnte, wurde dafür zu wenig „ausgeschlachtet“. Weder versetzt sie Elisa großartig in Erstaunen noch spielte sie gefühlt in ihrer Entscheidung zwischen den beiden Welten keine Rolle.

Dass die Hauptfigur andererseits so selbstverständlich mit ihrer Behinderung umgeht und ihr Leben meistert, war auch beeindruckend. Wie wenig das Handicap ihr Selbstbild beeinflusste, merkte man, als Elisa wieder laufen konnte und sich nicht anders verhielt als vorher.

Ich möchte nicht zu viel zur Handlung verraten, nur so viel: Die Geschichte gefiel mir gut und ich konnte bis zum Ende nicht vorhersehen, wofür sich Elisa entscheidet, obwohl sie am Ende eine nachvollziehbare Wahl trifft. Die Story hat mir daher gut gefallen.

Was mir nicht so gefiel: Elisa. *seufz*

Ja, ich wurde mit der Protagonistin, derentwegen ich das Buch eigentlich gekauft hatte, nicht warm. Sie war ein spannender und starker Charakter, keine Frage, aber ich mochte sie nicht – besonders nicht ihren Dickkopf, mit der sie immer ihren Willen durchsetzen wollte – und im echten Leben wären wir zwei wohl keine Freunde geworden. Das ist manchmal leider so. 🙁

Fazit: Falls ihr mal einen Fantasyroman mit einer etwas anderen Heldin, einer interessanten Parallelwelt und einem spannenden Konflikt lesen wollt, kann ich euch „Eonvár – Zwischen den Welten“ empfehlen, auch wenn ich selbst leider ein paar persönliche Probleme mit der Hauptfigur hatte.

 

Das Buch:

340 Seiten

Taschenbuch

Oktober 2017

Zeilengold Verlag

14,90 € (D)

2 Gedanken zu „Kurzrezi: Kat Rupin „Eonvár – Zwischen den Welten““

    1. Hi Nicci,
      ja, das hatte ich auch gesehen, aber ich wollte es unbedingt als Print haben. 😉
      Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und bin schon gespannt, wie es dir gefällt.
      Liebe Grüße
      Nicole

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