Kurzrezi: Nina MacKay „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“

Buchcover mit Spiegel, blonder junger Frau im Ballkleid und jungen Mann im WaldNach langer (und leider lesearmer) Zeit, gibt es heute endlich mal wieder eine Rezension von mir, wenn auch in Kurzform, nämlich zu „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“, dem 2. Band der „Hipster-Märchen“-Reihe von Nina MacKay.

Ich hatte ja bereits letztes Jahr den 1. Band „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ gelesen und rezensiert und auch wenn mich der Roman nicht ganz so begeistern konnte wie die anderen Geschichten und Romane, die ich von der Autorin gelesen habe (und liebe, wie zum Beispiel „Plötzlich Banshee“), so wollte ich doch unbedingt wissen, wie es weitergeht, und habe mir daher natürlich auch Band 2 geholt.

 

Inhalt:

Im Märchenwald ist einiges im Argen, seitdem Prinzessin Yasemine aus dem Morgenland Red und ihre Freundinnen, die vier Prinzessinnen Snow, Rapunzel, Rose und Cinder für den Tod ihres Vaters verantwortlich macht und ihnen und dem ganzen Märchenwald den Krieg erklärt hat.

Da der Märchenwald dringend magische Unterstützung im drohenden Konflikt benötigt, müssen Red und ihre Freundinnen nicht nur das verlorene Kind finden, das laut einer Prophezeiung eine entscheidende Rolle spielen wird, sondern auch noch bei den Hexen um Unterstützung bitten, die sie dummerweise bei ihrem letzten Abenteuer gegen sich aufgebracht haben. Dass das Ganze nicht gutgehen kann, wird immer deutlicher, als dann auch noch einer ihrer Liebsten von Prinzessin Yasemine entführt wird und diese ihnen daraufhin ein hinterhältiges Ultimatum stellt …

 

Meine Meinung:

Mir hat der zweite Band eindeutig besser gefallen als der erste. Inzwischen kennt man die Figuren, das Setting und den Humor – der glücklicherweise dieses Mal auf Witze über durch die Prinzessinnen gewollt-ungewollt umgebrachte Hexen verzichtet -, sodass ich beim Lesen gleich in der Geschichte drin war.

Die Ereignisse werden überwiegend aus der Ich-Perspektive von Red – dies ist der Name von Rotkäppchen – und aus der 3. Person von Cinder (= Aschenputtel), die beide noch die sympathischsten aus der Freundesgruppe sind, erzählt. Red steht immer noch zwischen Ever und Jaz (= James Hook), doch nach einem Fluch und einem Liebestrank, versucht sie ihr Happy End mit dem Hipster-Werwolf Ever zu leben, was jedoch durch die alten und neuen Problemen nicht gelingen will.

Auch dieses Mal stehen die Freundinnen wieder vor einem Rätsel, das sie durch die verschiedenen Königreiche – Märchenwald, Morgenland und Wonderland – führt, denn sie müssen unbedingt herausfinden, wer das verlorene Kind der Prophezeiung ist, und halsen sich dabei auch noch die Suche nach dem geheimnisvollen achten Zwerg auf. Ihre Suche führt sie nicht nur zu potentiellen Kandidaten, geflohtoxten Hexen mit Fußfesseln, Freunden und Feinden, sondern auch zu einigen überraschenden Erkenntnissen – und mehr will ich hier nicht verraten.

Der Schreibstil ist wieder modern – es gibt zahlreiche Anspielungen auf die zeitgenössische Popkultur, Serien, Social Media, etc. -, gespickt mit Wortspielen, Sprüchen und Situationskomik. Typisch Nina MacKay eben, welche die verschiedenen Märchenelementen, Geschichten und Figuren mit moderner Technik kombiniert und daraus eine ganz eigene Geschichte macht, die dort einsetzt, wo die Märchen normalerweise enden: nach dem Happy-End.

Ich habe es ja schon erwähnt, nicht alle der Figuren sind sympathisch und manchmal hegt man mehr Sympathien für eine Hexe mit schlechtem Ruf als für eine Prinzessin – Snow finde ich zum Fürchten, ehrlich gesagt -, aber jede von ihnen ist treffend mit Stärken und Schwächen charakterisiert. Der Humor gefällt vermutlich nicht jedem Leser und auch wenn ich nicht lauthals lachen musste, so habe ich über manch skurrile Situation doch gestaunt.

Am besten an „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“ haben mir wieder die ungewöhnlichen Ideen gefallen. Während manche andere Autoren in ihren Märchenadaptionen dem Ganzen nur einen persönlichen Blickwinkel hinzufügen und die Geschichte erneut erzählen, spinnt Nina MacKay aus den verschiedenen Elementen ein ganz eigenes Märchen, das man als Leser so noch nicht kennt, sodass  es immer wieder zu überraschenden Ideen und Entwicklungen kommt.

Die Fans dürfen gespannt sein, wie es mit Red und Co. weitergeht, denn 2018 soll der 3. Band der Reihe erscheinen. Von mir gibt es 4 von 5 möglichen Bücher für „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“.

2 Gedanken zu „Kurzrezi: Nina MacKay „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie““

  1. Hey!
    Ich fand den ersten Band damals etwas zu „gewollt witzig“ und teilweise albern, fand die Märchenelemente aber gelungen.
    Deine Rezension macht mir Mut, mich doch noch an den 2. heran zu trauen.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Hi Nicci,
      ja, ging mir damals genauso. Dieses Mal war der Humor zwar immer noch nicht meins, aber er hat mich nicht mehr so gestört wie im ersten Band und die Märchenelemente fand ich wieder sehr gelungen. Ich bin gespannt, ob dein Lesereindruck nach dem 2. Band ähnlich sein wird.
      Liebe Grüße
      Nicole

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