LBM17: Bloggerempfang bei Carlsen und Thienemann-Esslinger

alle Teilnehmer des Bloggerempfangs beim fröhlichen Gruppenfoto
Gruppenfoto vom Bloggerempfang (Foto: Carlsen/Thienemann-Esslinger)

Die Leipziger Buchmesse ist schon ein paar Wochen vorbei, doch ich wollte euch nicht meinen Bericht über eines meiner absoluten Messehighlights von der LBM17 vorenthalten: den Bloggerempfang von Carlsen und Thienemann-Esslinger.

Die beiden Schwesterverlage hatten erstmals gemeinsam zum Bloggerempfang eingeladen und ich hatte das Glück, dass ich ebenfalls eine Einladung bekommen habe, denn auf die Wiederauflage des Meet & Greet mit Björn Springorum von der Leipziger Buchmesse 2016, wo er uns schon erste Details über seinen Roman „Spiegel des Bösen“ verraten hatte, hatte ich mich sehr gefreut.

Der Bloggerempfang fand in einem separaten Raum stand und die Vorfreude bei meinen Bloggerkollegen und -kolleginnen und mir war groß, als wir endlich hineingelassen wurden.

Die Mitarbeiterinnen des Thienemann-Esslinger Verlags und des Carlsen Verlags hatten sich wirklich große Mühe gegeben und die zwei Stunden gut durchgeplant. Das Programm umfasste Interviews mit vier geladenen Autoren – nicht nur mit Björn Springorum, sondern auch mit Rena Fischer, Laura Kneidl und Tanja Voosen -, eine Signierstunde mit ihnen und der sympathischen Nica Stevens, die ihren Roman „Hüter der fünf Leben“ ebenfalls signierte, ein Quiz (bei dem ich so schlecht war, dass ich mich nicht traute, meinen ausgefüllten Bogen abzugeben, ähem) und die Vorstellung der Programmhighlights beider Verlage aus dem Herbst-Winter-Programm. Abgerundet wurde das Ganze von der tollen Verpflegung mit phantastischen Buch-Cupcakes und Getränken sowie Gruppenfotos.

verschiedene Cupcakes mit essbaren Buchcovern
Leckere Cupcakes zu den vorgestellten Titeln (Foto: Carlsen/Thienemann-Esslinger)

Aber nun möchte ich euch die vier Titel vorstellen, die uns auf dem Bloggermeeting präsentiert und als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt wurden. Vielen Dank an den Carlsen Verlag und den Thienemann-Esslinger Verlag dafür!

Ich gehe dabei nach der Reihenfolge vor, wie die Autoren auch im Programm vorkamen.

 

Laura Kneidl „Water & Air“:

Buchcover zu "Water & Air" mit Meer und großer Blase in der LuftSeit dem Anstieg der Meeresspiegel leben die Menschen in Kuppeln unter Wasser oder in der Luft. Mit ihren achtzehn Jahren hat Kenzie noch nie die Sonne gesehen und ihr Leben in der Wasserkolonie unterliegt strengen Normen. Schließlich hält sie es nicht mehr aus und flieht in eine Luftkolonie, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch dann wird sie zur Hauptverdächtigen in einer mysteriösen Mordserie und nur Callum mit dem geheimnisvollen Lächeln hält zu ihr. Aber nicht nur den beiden droht Gefahr, auch das Schicksal der gesamten Kolonie steht auf dem Spiel.

Packend, romantisch, mit einzigartigen Schauplätzen – der neue Roman von Laura Kneidl, Autorin von »Light & Darkness«!

Von diesem Buch hatte ich schon vor dem Bloggerevent ein bisschen was gehört und Laura Kneidl stellte uns als Erstes mal ihre ungewöhnliche Romanwelt vor. Denn der Jugendroman spielt in der Zukunft, in der der Meeresspiegel stark angestiegen ist und es kein Festland mehr gibt. Die Menschen leben in sehr unterschiedlichen Kolonien in der Luft oder im Wasser – daher auch der Titel. 😉

Es ist alles etwas futuristischer und der Roman bietet darüber hinaus auch eine Liebesgeschichte und einen Krimi, denn es gibt eine Mordserie im Buch. Hauptfiguren sind Kenzie, die in ihrer Heimat, einer Wasserkolonie, vor alles stark geregelt ist, sehr unglücklich ist und Callum aus einer Luftkolonie.

Laura Kneidl spricht mit der Moderatorin über ihren neuen Roman
die Moderatorin mit Laura Kneidl (Foto: Carlsen/Thienemann-Esslinger)

Danach verriet Laura Kneidl uns noch ein bisschen was über ihre Arbeitsweise. So schreibt sie zum Beispiel gerne auch mehr Szenen mit Figuren, die ihr sympathisch sind, als geplant waren. Rezensionen hingegen beeinflussen ihr Schreiben nicht, sie sind ihrer Meinung nach von Lesern für Leser geschrieben, denn sie kann nichts mehr aus ihnen mitnehmen, da das Buch zu diesem Zeitpunkt ja schon abgeschlossen und erschienen ist.

Auch über zukünftige Veröffentlichungen verriet sie uns schon ein wenig. So wird sie Ende des Jahres einen New Adult-Roman bei Lyx veröffentlichen und nächstes Jahr erscheint ein neuer Roman von ihr bei Carlsen, der eine Mischung aus „Die Schöne und das Biest“ und Pokémon sein soll. Das klingt nun wirklich ungewöhnlich und macht neugierig. 🙂

Ich habe „Water & Air“ von Laura Kneidl inzwischen auch schon gelesen und rezensiert. Wenn ihr wissen wollt, wie mir das Buch gefallen hat, dann klickt einfach auf den Link.

 

Rena Fischer „Chosen – Die Bestimmte“:

Buchcover zu "Chosen - Die Bestimmte" mit Mädchen und Licht und SchattenEin Eliteinternat für Hochbegabte – nicht gerade Emmas Traum! Doch dieses Internat ist nicht das, was es zu sein scheint. Alle Schüler haben paranormale Fähigkeiten: Der charismatische Aidan kann Feuer und Wasser tanzen lassen, und Emma findet heraus, dass sie die Gefühle anderer Menschen erspüren kann – sie ist eine Emotionentaucherin. Gerade als sich Emma und Aidan annähern, taucht plötzlich Jared auf, ein ehemaliger Internatsschüler, und weiht sie in ein düsteres Geheimnis des Internats ein. Emma weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Auf einmal bricht eine Rebellion los, und für Emma geht es dabei nicht nur um die große Liebe, sondern um Leben und Tod!

„Chosen – Die Bestimmte“ ist ihr Debütroman und der Bloggerempfang war der erste öffentliche Auftritt von Rena Fischer als Autorin. Das merkte man ihr aber überhaupt nicht an, die Jugendbuchautorin kam sehr sympathisch rüber.

Das Thema besondere Begabungen ist nicht nur ein zentrales Thema ihres Jugendbuchs, sondern interessiert sie auch sonst. Besondere Begabungen gibt es ja auch in unserer Welt, sogenannte Inselbegabungen. Im Roman sind damit jedoch magische Fähigkeiten wie Telekinese, Empathie oder das Emotionentauchen gemeint, wobei Emotionentauchen weiter geht als Empathie, wo man Auren sehen kann, und nicht so distanziert ist. Denn eine Emotionentaucherin wie ihre Protagonistin Emma erlebt Emotionen 1:1 nach.

Rena Fischer (rechts) und ich
Die sympathische Rena Fischer nahm sich Zeit für ein Foto mit mir

Der Roman spielt in Irland. Die Iren empfindet sie als lebensfrohes Volk, das gerne feiert, aber auch stur und kämpferisch ist. Das waren für sie interessante Züge, die sie auch für ihre Charakterentwicklung genutzt hat. Die Handlung spielt an einer Schule, einem Internat, wo die magischen Gaben sowohl gefördert, als auch missbraucht werden. Dieser Konflikt reizte Rena Fischer sehr. Sie findet es klasse, wenn sich ihre Leser Gedanken über ihre eigene Individualität machen und sich fragen, wo ihre Grenzen liegen und ab wo sie sich selbst aufgeben.

Einordnen würde sie ihren Roman als Romantasy mit Thriller-Elementen, denn es gibt auch Machenschaften und Geheimgesellschaften im Buch. Bei ihr kommt erst die Idee, beim Exposé danach fragt sie sich dann, in welche Schublade ihre Geschichte passt.

Es wird eine Fortsetzung der Geschichte geben. Band 2 soll „Chosen – Das Erwachen“ heißen und ebenfalls bald erscheinen.

Band 1 habe ich inzwischen gelesen und rezensiert. Wie mir „Chosen – Die Bestimmte“ gefallen hat, könnt ihr dort nachlesen, wenn euch das Buch interessiert.

 

Tanja Voosen „Nova und Avon: Mein böser, böser Zwilling“:

Buchcover zu "Nova und Avon" mit zwei spiegelverkehrten, unterschiedlichen MädchenHier ist NOVA: unscheinbar, schüchtern, tollpatschig. Dort ist ein böser Fluch. Und auf einmal gibt es AVON: intrigant, zuckersüß und verflucht gefährlich …

Nova ist sprachlos. Sie glaubt nicht an Magie. Doch seit sie auf dem Jahrmarkt von einer Wahrsagerin verhext wurde, ist da plötzlich diese Doppelgängerin: Avon. Eine hinterhältige Nova-Kopie, die sich bei Novas Eltern einschleimt, die dem süßesten Typen der Schule peinliche Sachen sagt und Novas Wellensittich ärgert.

Schnell wird klar: Nova muss ihren bösen Zwilling wieder loswerden. Sie muss mutig sein und über ihren Schatten springen. Vor allem aber braucht sie eine gute Freundin – am besten mit magischen Fähigkeiten. Denn gegen so viel schwarze Magie hilft nur eines: noch mehr Magie …

Textauszug: „Mein Name ist Avon“, sagte die Doppelgängerin. Sie hob spöttisch den Kopf, als wolle sie auf Nova herabsehen, dabei waren sie beide exakt gleich groß. „Ich bin du – nur besser. Eine bessere Version von Nova Stark.“

*** Freundinnen, Feindinnen, Magie und Witz – ein Buch wie ein Gute-Laune-Zauber! ***

Bei den bisherigen Büchern handelte es sich um Romane für Jugendliche, doch mit Tanja Voosens Auftaktband zur Reihe „Nova und Avon“ wurde uns auch ein phantastisches Kinderbuch vorgestellt. Tanja Voosen ist sonst Jugendbuchautorin bei Impress und hat nun ihr erstes Kinderbuch, eine lustige Mädchenbuch-Reihe, geschrieben.

Den Unterschied zum Jugendbuch sieht sie in der Sprache: Die Sätze sind etwas kürzer, das Vokabular einfacher.

In „Nova und Avon“ geht es um die Protagonistin Nova, die von einer Wahrsagerin verflucht wird und die sich anschließend mit ihrem bösen Zwilling Avon herumärgern muss, die Nova das Leben zur Hölle macht. Tanja Voosen stellt die wichtigsten Charaktere kurz vor und sofort habe ich Mitleid mit Nova und bin auf ihrer Seite: peinliche Eltern, keine Freunde, von der Klassenzicke gemobbt und zum ersten Mal verliebt – klar, dass man ihr wünscht, dass sie sich gegen ihren bösen Zwilling durchsetzt.

Autorin Tanja Voosen (rechts) und ich
Nach dem Signieren hatte Tanja Voosen noch Zeit für ein Foto

Die junge Autorin verrät uns auch etwas über ihre Arbeit. So hat sie zwar keine Rituale beim Ideensammeln, aber zum Schreiben braucht sie Tee, Kaffee und Musik. Dann macht sie gerne mal Youtube an und sucht nach Liedern in einer bestimmten Stimmung wie zum Beispiel „trauriger Song“.

Fans von Nova und Avon dürfen sich freuen. Den 2. Band hat sie bereits geschrieben und er soll im Frühjahr 2018 erscheinen. Ob ich mich schon zu den Fans von Nova und Avon zähle, findet ihr in meiner Rezension zu „Nova und Avon: Mein böser, böser Zwilling“ heraus.

 

Björn Springorum „Spiegel des Bösen“:

Buchcover zu "Spiegel des Bösen" mit einem gebrochenen, bedrohlich wirkenden SpiegelEin Grandhotel, in dem das Grauen herrscht, ein Zimmermädchen, das auf Rache schwört, drei Berghexen, die auf Seelen lauern, und eine Liebesgeschichte, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheint …

Ein ungewöhnlicher, fesselnder Phantastikroman: Gänsehaut pur!

Auf dieses Buch hatte ich mich schon ein ganzes Jahr gefreut und so war ich natürlich besonders gespannt, was der Autor Björn Springorum über seinen neuen Roman „Spiegel des Bösen“ zu erzählen hatte.

Björn Springorum ist Kulturjournalist, hauptsächlich für Musik, und schreibt seit 2005 Bücher. Sein erstes Manuskript hat zum Glück kaum jemand gelesen, wie er jetzt im Nachhinein sagt. Die erste Veröffentlichung war 2013, seit seinem 3. Roman veröffentlicht er bei Thienemann-Esslinger.

Autor Björn Springorum (rechts) und Moderatorin im Gespräch
Björn Springorum im Gespräch mit der Moderatorin (Foto: Carlsen/Thienemann-Esslinger)

Er mag phantastische Romane, weil sie mehr als die Realität zeigen. Literarische Vorbilder sind für ihn unter anderem Neil Gaiman, aber auch Charles Dickens, John Irving und Schauerlitertur.

Es verwundert daher nicht, dass er in seinem neuen Roman „Spiegel des Bösen“ Phantastik und Horror vermischt. Lustigerweise gruselte sich Björn Springorum selbst beim Recherchieren und Schreiben. Zur Vorbereitung wollte er unter anderem „Shining“ von Stephen King lesen, was sich jedoch im hell erleuchteten Flugzeug als schwierig herausgestellt hat. Wie eine seiner Figuren gruselt er sich vor Spinnen, räumt jedoch ein, dass das therapeutische Verarbeiten dieser Angst im Roman bei ihm nicht funktioniert.

Für den Roman, der in einem alten Grandhotel spielt, war er  zur Recherche unter anderem auch in ein paar älteren Häusern und Hotels bzw. Gebäuden, die mal Hotels gewesen sind, und in den Alpen unterwegs.

Spannend findet er jedoch nicht nur den Horror, sondern auch den Liebesaspekt, den er im Roman verwendet hat, wie er uns verrät. Denn jede Figur trägt eine Liebe mit sich herum und es kommen sowohl gute Aspekte als auch negative, destruktive zum Tragen. Er findet das Potential der Liebe und ihre Nähe zum Hass sehr spannend.

Außerdem erzählt er uns noch, dass sein 13-jähriger Neffe einer seiner ersten Leser ist. Er darf einzelne Szenen lesen und ist dann manchmal gnadenlos. Und er verspricht, dass sein neues Buch, an dem er gerade arbeitet, das bislang gruseligste und morbideste wird, das er bisher geschrieben hat. Wir dürfen gespannt sein.

Ob mir „Spiegel des Bösen“ gefallen hat und wie gruselig ich das fand, erfahrt ihr in meiner Rezension.

 

Zum Abschluss haben wir noch etwas über das kommende Herbst/Winter-Programm von Carlsen und Thienemann-Esslinger erfahren, wo einige spannende und interessante Titel dabei waren. Der für mich reizvollste war die deutsche Ausgabe von Rick Riordans Reihenauftakt mit dem Gott Apollo, der „Apollo – Das verborgene Orakel“ heißen wird. Ich hatte die englische Originalausgabe ja bereits letztes Jahr gelesen.

Insgesamt war die #BCT17, wie die Veranstaltung intern hieß, aus meinen Augen ein voller Erfolg und ich hoffe, dass es nächstes Jahr eine Fortsetzung dieses Formats geben wird.

2 Gedanken zu „LBM17: Bloggerempfang bei Carlsen und Thienemann-Esslinger“

    1. Vielen Dank, Nicci! Ich freue mich, dass dir der Bericht gefällt.
      Ja, es gab ja zum Glück das Osterwochenende, das ich als Lesechallenge betrachtet habe. Drei der vier Bücher habe ich erst übers lange Wochenende gelesen. Aber ab nächster Woche habe ich (noch) wenig(er) Zeit, sodass ich es genossen habe, jetzt in Ruhe lesen und den Bericht schreiben zu können. 🙂
      Ich wünsche dir auch einen schönen Ostermontag!
      LG
      Nicole

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