Leipziger Buchmesse 2016: Meet & Greet mit Björn Springorum

Plakat von "Der Ruf des Henkers" am Thienemann-Esslinger Stand
großes Plakat am Messestand

Jetzt ist die Leipziger Buchmesse bereits schon eine Woche her und wenn man mich fragen würde, was aus Blogger-Sicht mein persönliches Highlight ist, dann lautet meine Antwort ganz klar das Meet & Greet mit Björn Springorum.

Bereits einige Wochen vor der Buchmesse hatte mich eine nette Dame vom Thienemann-Esslinger Verlag zu der exklusiven Blogger-Veranstaltung am späten Freitagnachmittag am Stand des Verlags eingeladen und ich hatte begeistert zugesagt.

Vorab stürzte ich mich natürlich mit Feuereifer in die Lektüre von Björn Springorums aktuellem Roman „Der Ruf des Henkers“, der mir wirklich gut gefallen hat (meine detaillierte Meinung und eine Inhaltsangabe erhaltet ihr in meiner Rezension zum Roman). Zur Veranstaltung ging ich dann mit einigen Fragen im Gepäck, die ich dem Autor gerne stellen wollte.

Das Meet & Greet fand in kleiner, persönlicher Runde statt. In einer Ecke des Thienemann-Esslinger Stands waren Tische und Stühle für uns reserviert worden, dazu gab es Getränke und Knabbereien, doch als Wichtigstes: dazu einen Autoren zum Anfassen. Björn Springorum ist wirklich ein überaus sympathischer Autor, dem wir jede Frage stellen konnten, die wir wollten. Rasch war ein lebhaftes Gespräch im Gang, alle fühlten sich wohl und es wurde viel gelacht.

Björn Springorum liest aus seinem Buch
Björn Springorum liest beim Meet & Greet aus „Der Ruf des Henkers“

Natürlich sollten wir nicht nur die Chance haben, mit dem Autoren zu reden, sondern Björn wollte uns auch etwas aus „Der Ruf des Henkers“ vorlesen und überließ uns die Entscheidung, welche Stelle er lesen sollte. Äh ja, gar nicht so einfach. Ich schlug seine Lieblingsstelle vor, aber leider reichte die Zeit nicht, dass er uns das komplette Buch vorlesen konnte (schade), also einigten wir uns schließlich auf den Prolog und lauschten gefesselt, wie Björn sie uns vorlas, obwohl wir alle das Kapitel schon kannten.

Danach interessierte uns natürlich alle brennend, warum er ausgerechnet über William Calcraft, eine reale historische Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts, der als der grausamste Henker aller Zeiten galt, einen Roman geschrieben hat. Die Antwort fand ich ganz spannend, denn Björn interessierte nicht nur die Persönlichkeit Calcrafts an sich, sondern auch die Frage, wer denn nur wirklich die Monster seien: Calcraft, der einen Auftrag zu erledigen hatte, oder die 30.000 Gaffer, die sich zu manchen seiner Hinrichtungen einfanden und die Sterbenden möglichst qualvoll zugrunde sehen wollten.

Den ersten Kontakt mit der Figur des William Calcraft bekam er durch ein Interview. Er befragte einen Musiker, der ein Nachfahre Calcrafts ist und ihm von seinen berüchtigen Vorfahren erzählte. Neugierig geworden begann er über den Henker zu lesen, bis er irgendwann dachte, dass William Calcraft doch eine interessante Romanfigur wäre. Was geht in jemandem vor, der 40 Jahre lang Menschen hinrichtet? Und was macht es mit einem Lehrling? Die Idee zu „Der Ruf des Henkers“ war geboren.

Die Recherche zu diesem Thema ist Björn Springorum sehr nahe gegangen, sogar Albträume hat er gehabt. Dennoch hatten die 3-4 Monate Recherche auch positive Seiten wie die Besuche in London bzw. England, wo er sich unter anderem die Reiseroute von Calcraft und Richard und in Archiven und Stadtmuseen Bilder angesehen hat. Und ich kann auch sagen, dass es sich für uns Leser ebenfalls gelohnt hat, denn der Autor, der englische Literatur studiert hat und dessen Hobby das viktorianische Zeitalter ist, kennt sich in der Epoche bestens aus, das spürt man beim Lesen auf jeder Seite.

„Der Ruf des Henkers“ ist auch nicht nur ein Roman über den Tod geworden, sondern und vor allem auch ein Roman über das Leben, ein düsteres Leben zwar, aber die Reflexion über das Leben wird besonders beim Henkerslehrling Richard deutlich.

Auch die Wahl der Erzählperspektive war bei uns in der Runde ein Thema. Interessanterweise verriet uns Björn, dass er nicht von Beginn an in der Ich-Perspektive geschrieben hatte, sondern sich irgendwann für diese Erzählweise entschieden hat und er sie zum 1. Mal verwendet hat, weil sie viel unmittelbarer ist.  Ein bisschen erschreckend fand er es schon, wie gut er sich in ein 14-jähriges Mädchen (gemeint sind Rose und ihre Tagebucheinträge) hineinversetzen konnte, noch mehr, wie leicht es ihm fiel, sich in einen 70-jährigen Henker hineinzuversetzen. Das kann ich gut nachvollziehen.

Björn plaudert auch ein bisschen aus dem Nähkästchen, erzählt von der Arbeit mit seiner Lektorin Sandra, die Einfluss auf die Figurengestaltung von Richard und Calcraft und die Länge des Romans hatte. Ursprünglich war der Roman nämlich 50 Seiten länger. Die Kürzung bewertet er aber positiv. Sie habe dem Roman gut getan und ihn spannender gemacht.

Natürlich ist auch das Cover ein Thema bei uns und nicht nur ich finde es sehr gut gelungen und einen Eyecatcher. Doch wie der Roman ist auch das Cover ein Entwicklungsprozess und ich finde es überaus spannend, als er uns von den früheren Entwürfen erzählt. Ich kann mir das Buch gar nicht mehr mit einem anderen Cover vorstellen.

Dann verrät er uns noch etwas über sein aktuelles Romanprojekt, das in einem abgelegenen Grandhotel spielt, das ein merkwürdiges Eigenleben führt und in dem Menschen verschwinden. Es klingt so interessant, dass ich mir bereits vorgenommen habe, das Buch auf jeden Fall auf meinen Wunschzettel zu setzen.

Und es wird persönlich, als er uns von seiner Angst vor Spinnen erzählt (eine Angst, die übrigens immer eine seiner Romanfiguren mit ihm teilt), von seiner Begeisterung für Steampunk – klar, es ist ja das viktorianische Zeitalter plus Gimmicks, wie er sich ausdrückt – und für klassische Fantasy und Urban Fantasy und dass er gerne Romane von Autoren wie Neil Gaiman, Patrick Rothfuss oder Carlos Ruiz Zafòn liest. Allerdings nicht beim Schreiben, in diesen Zeiten liest er wenig Fantasy, um nicht unterbewusst von etwas beeinflusst zu werden.

signiertes Buch, Autogrammkarte und Einladung
die Einladung zum Meet & Greet, Autogrammkarte und mein vom Autoren signiertes Exemplar von „Der Ruf des Henkers“

Die Stunde für unser Meet & Greet war viel zu schnell vorbei. Am Ende hat Björn noch unsere Exemplare von „Der Ruf des Henkers“ signiert und jede von uns hat eine Autogrammkarte  mitbekommen – und einen kleinen Eindruck von einem überaus sympatischen und offenen Autoren mitnehmen dürfen.

Vielen Dank an Björn und an den Thienemann-Esslinger Verlag für dieses Messe-Highlight. 🙂

Banner: Gewinnspiel zum Roman "Der Ruf des Henkers"

PS: Noch bis zum 16. April 2016 habt ihr übrigens die Chance, beim aktuellen Gewinnspiel zu „Der Ruf des Henkers“ auf http://ruf-des-henkers.de/ mitzumachen. Es lohnt sich, denn es gibt eine Reise nach London sowie 5 Exemplare von „Der Ruf des Henkers“ zu gewinnen. Viel Glück!

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