Piper Bloggertreffen mit Dan Wells auf der FBM

eine Mitarbeiterin des Piper Verlags stellt den Autor Dan Wells vor
es war voll beim Piper Bloggertreffen mit Dan Wells

Als die Info vom Piper Verlag kam, dass beim Piper Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse 2016 Dan Wells der Stargast sein würde, war für mich klar: Da muss ich hin!

Ich bin ein riesiger Fan seiner „Ich bin kein Serienkiller“-Reihe und die Chance, Dan Wells zu treffen, habe ich natürlich sofort ergriffen und habe mich angemeldet. Glücklicherweise bekam ich dann auch einen der begehrten Plätze.

Am 22.10. war es dann soweit: Das Piper Bloggertreffen mit Dan Wells fand in einem kleinen Raum abseits des Trubels in Halle 3 statt. Rasch wurde es voll und wir warteten alle gespannt auf den Stargast.

Blau-schwarzes Buchcover zu "Bluescreen"Pünktlich um 12 Uhr ging es dann los. Wir hatten alle Dan Wells neuesten Roman „Bluescreen – Mirador 1“ vorab  zum Lesen bekommen und durften ihm zum Buch, zum Schreiben allgemein und zu seinen anderen Romanen Fragen stellen.

Doch zunächst war Moderator Christian Handel an der Reihe und stellte die ersten Fragen – auf Englisch, obwohl Dan Wells aufgrund der Zeit, die er in Stuttgart gelebt hat, recht gut Deutsch verstand. Dadurch erfuhren wir, dass „Ich bin kein Serienkiller“ Weltpremiere in Deutschland feierte und hier ein Jahr früher als in anderen Ländern erschien.

Die nächste Frage war etwas kritischer, da der Beginn von „Bluescreen“ doch um einiges anders ist als der Rest des Romans und Christian Handel interessierte es genauso sehr wie der Rest von uns, warum das der Fall war. Die Antwort war denkbar einfach: Dan Wells liebt es, beim Schreiben Regeln zu brechen – in diesem Fall das Versprechen des 1. Kapitels, das der Rest des Buchs halten sollte. Eigentlich eine schlechte Idee, wie der Autor selbst zugab, aber ich finde, es passt gut zu Dan Wells‘ ungewöhnlichen Ideen, die er in seinen Büchern verarbeitet.

Er enthüllte auch noch weitere Hintergrund-Informationen zu seiner neuen Reihe: Am liebsten würde er die „Mirador“-Reihe ewig weiterschreiben, da er Marisa, die Hauptfigur, liebt. Daher ist die Reihe auch nicht auf eine feste Anzahl von Bänden ausgelegt, sondern er schreibt, solange wie es die Leser interessiert. Daher ist das 2. Buch auch bereits fertig geschrieben und aktuell arbeitet er schon am 3. Band.

Die Welt von Mirador ist eine futuristische Welt, doch für Dan Wells leben wir bereits in einer solchen Welt und er fand es spannend, die Ideen weiterzuentwickeln wie fahrende Autos und Computer im Kopf – im Buch Djinnis genannt. Bei den selbstfahrenden Autos wäre er vermutlich der Erste, der eins kauft, nur bei Computern im Kopf ist er momentan noch skeptisch. Dafür müsste die Technik in den nächsten 35 Jahren noch einen Weg finden, um Computerabstürze auszuschließen. Er würde gerne in dieser Welt mit der fortschrittlichen Technik leben – allerdings nur wenn er reich ist – und um einiges lieber in der Welt von Mirador als in der Welt seiner „Partials“-Reihe.

Unterschrift des Autors auf dem Roman "Bluescreen"
Dan Wells signierte mein Exemplar von „Bluescreen“

Auch in seinen Schreibprozess gab er uns Einblicke. So verriet er, dass er die Namen dieses Mal per Zufall ausgelost hat, indem er die häufigsten Vor- und Nachnamen in den USA genommen und dann per Zufall kombiniert hat. So entstanden eine Reihe von vielfältigen Namen, was ihm die Augen geöffnet und eine Einfluss auf den multikulturellen Cast der Reihe gehabt hat. Ein Name, der dabei herauskam, war Pablo Nakomoto – eine Figur, die im 2. „Mirador“-Band eine Rolle spielen soll. Wir dürfen also gespannt sein.

Eine Bloggerin wollte wissen, ob ihm manche Bücher leichter oder schwerer fallen als andere. Kurioserweise ist bei der John Cleaver-Reihe („Ich bin kein Serienkiller“) beides der Fall, da John zum einen ein sehr unglücklicher Mensch ist, aber er ihn inzwischen so gut kennt, dass er für den 6. Band nur 6-7 Wochen zum Schreiben gebraucht hat. Auch die Frage, ob er lieber männliche oder weibliche Charaktere schreibt, beantwortete er sehr beeindruckend: Er schreibt sie nicht unterschiedlich, er schreibt über Menschen, die zufällig männlich oder weiblich sind.

Ich finde es ja immer sehr interessant, wie andere Autoren zum Schreiben gekommen sind. Auch Dan Wells wusste sehr früh, nämlich bereits mit 8 Jahren, dass er einmal Bücher schreiben will. Doch erst im College hat er angefangen, dieses Ziel ernsthaft zu verfolgen.

Es gibt ja immer Dinge, die ein Autor lieber schreibt als andere. In Dan Wells‘ Fall sind das Dialoge. Er liebt es Dialoge zu schreiben, so sehr, dass er häufig zu viel Dialog oder zu lange Dialoge hat. In Dialogen kann er nämlich seine Figuren am besten kennen lernen.

Eine lustige Anekdote hat er uns auch verraten. Einmal hat er die Hilfe seiner Tochter gebraucht, um sich eine Mordszene bildlich vorzustellen. Doch erst als er sie gepiekt hat, hat sie begriffen, was er gemacht hat, und war nicht begeistert, dass sie ein Mordopfer gespielt hat.

Dan Wells, so scheint es, hat schon überall gelebt. Nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Mexiko, sodass seine Spanischkenntnisse nun nützlich für „Bluescreen“ und Marisas Familien-Background waren.

Die Idee zu „Bluescreen“ kam ihm, als er einen Artikel über Computerspieler gelesen hat, die Sportlervisa bekommen haben. Die Verknüpfung von virtuell und offline war der Ursprung für die Welt von Mirador. Er hat sich überlegt, wie die Welt in 30 Jahren aussehen könnte, erst danach hat er diese Welt mit Figuren bevölkert. In „Ich bin kein Serienkiller“ und „Partials“ war es genau umgekehrt, dort hat er zuerst gewusst, wer John Cleaver und Kiera sind, bevor die Handlung und die Welt kamen.

Zum Ende verriet er uns noch einige spannende Neuigkeiten zu seinen anderen Romanen. Denn nicht nur „Ich bin kein Serienkiller“ wird verfilmt, auch für seinen neuen Roman „Extreme Makeover“, der im November auf Englisch erscheint, gibt es bereits Interesse von Filmemachern und auch für „Partials“ gibt es bereits einen Vertrag.

Den genauen Starttermin für den „Ich bin kein Serienkiller“-Film konnte er uns leider noch nicht nennen, aber er ist bereits sehr glücklich und zufrieden mit dem Film, da er ungewöhnlich viele Mitspracherechte hatte und stark in der Entstehung involviert war. Er konnte mehrere Versionen des Drehbuchs lesen und war auch im Casting involviert. Er weiß, dass er großes Glück hatte, dass er als Autor so viel Einfluss auf den Film hatte.

Zum Abschluss der tollen Veranstaltung haben er und Nina MacKay (ihr Roman „Plötzlich Banshee“ erschien im September bei Piper) noch signiert und wir konnten uns unsere Exemplare von „Bluescreen“ unterschreiben lassen und Fotos mit dem amerikanischen Bestsellerautor machen.

Außerdem gab es noch eine tolle Goodiebag vom Piper Verlag, aber was da drin war, zeige ich euch ein andernmal. 😉

der amerikanische Autor Dan Wells und ich beim Piper Bloggertreffen
Dan Wells und ich

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