Anja Berger „Catron: Die Melodie der Sterne“

Inhaltsangabe:

Buchcover mit großem Symbol und nächtlicher LandschaftIn einer mittelalterlichen Parallelwelt sind die Magier in zwei verfeindete magische Schulen und Kräfte gespalten – Licht und Dunkelheit, Quo und Catron. Als jedoch eines Tages das jahrhundertealte Gleichgewicht zwischen den Kräften ins Kippen gerät und dunkle Wesen die Stadt Gae angreifen, liegt die Hoffnung einiger Magier von Quo auf dem verbotenen Ruf  des Magiers Moanir nach einem Retter, der die Dunkelheit wieder zurückdrängen kann.

Die Musikstudentin Kira aus Düsseldorf ist alles andere begeistert, als sie sich unverhofft in einer magischen Parallelwelt widerfindet, in der sie sich mangels Sprachkenntnisse und Alltagserfahrungen mehr schlecht als recht zurechtfindet. Als sie dann auch noch einen Angriff der Dunklen miterlebt und erfährt, dass sie angeblich eine Magierin ist und alle retten soll, möchte sie nur noch wieder nach Hause. Doch die Magier von Quo und Catron wollen sie auf keinen Fall wieder in ihre Welt zurückkehren lassen …

Meine Meinung zu „Catron: Die Melodie der Sterne“:

Ich habe die Autorin in einer Buchgruppe auf Facebook kennen gelernt und da das, was sie über ihr Buch erzählt hat, so spannend klang, musste ich das Buch unbedingt lesen.

Worum geht es im Roman?

Die Handlung spielt in einer mittelalterlichen Parallelwelt zur Erde. Hier ist Magie völlig normal, doch die Magierschaft unterteilt sich in Licht (die Magier von Quo) und Dunkelheit (die Magier von Catron). Jeder der beiden Magieschulen ist ein magischer Stein zugeordnet, ein Stian-Kar. Als das Gleichgewicht beider Kräfte gefährdet ist, gibt der Stein des Lichts dem Magier Moanir den Auftrag, das Gleichgewicht wiederherzustellen, und da Moanir dies selbst nicht vermag, einen Auserwählten zu finden, der dazu imstande ist.

Dies ist die Ausgangslage des Romans, Ziel der Handlung die Wiederherstellung des Kräfteverhältnisses. Und so kommt Kira ins Spiel, denn in der magischen Parallelwelt gibt es niemanden, der die Aufgabe erfüllen kann, und die junge Musikstudentin antwortet auf den Ruf, ohne zu ahnen, was er bedeutet und worauf sie sich einlässt. Dummerweise beherrscht sie jedoch keine Magie, sondern nur Musik und findet sich in der Welt zunächst einmal nur schwer zurecht. Nach einer Eingewöhnungsphase geht es dann jedoch darum, dass Kira Magie lernt und sich auf die Reise nach Quo begibt, zum Oberhaupt der Magier des Lichts, der Moanirs Aufgabe von Anfang an skeptisch gegenüber gestanden und sie daher verboten hatte. Doch die abenteuerliche Reise von Kira und ihrem Lehrer Skjaldan nimmt eine unerwartete Wende, als sich die Magier von Catron einmischen.

Die Hauptfiguren:

Kira Sanders stammt von der Erde und ist Musikstudentin aus Düsseldorf. Sie ist eine klassische Flötistin und mehr der legere und lockere Typ, außer es geht um Pferde, vor denen hat sie nämlich eine Heidenangst.

Moanir von Quo ist der rebellische Magier des Lichts, der trotz des Verbots seines Oberhaupts alles in Gang gesetzt hat.

Skjaldan ist Moanirs Freund und Kiras Lehrer. Aufgrund seiner Nähe zu Moanir ist er gewillt, eigene Wege als nur die offiziell sanktionierten zu gehen. Er ist anfänglich etwas mürrisch, aber er mag Kira.

Elmaryn ist ein fahrender Barde und ein guter Freund von Moanir und Skjaldan. Er kommt eigentlich aus gutem Haus, hat das aber aufgegeben, um Barde zu werden. Er und Kira verstehen sich sofort.

Leander ist als Erzmagier der oberste Magier von Quo.

Shadar von Catron gehört jedoch zur Schule der Dunkelheit. Er will um jeden Preis mehr über Kira und Skjaldan herausfinden und ist dabei nicht zimperlich.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Catron: Die Melodie der Sterne“ ist der erste Band der High Fantasy-Reihe „Zwischen Licht und Dunkel“.

Wie liest sich das Buch?

Ich muss gestehen, ich habe ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, was jedoch weniger am Buch liegt als am Thema der Auserwählten. Denn das Thema ist in der Fantasy wahrlich nicht neu und bei mir hatten Ermüdungserscheinungen eingesetzt, was meine Begeisterung für Auserwählte betrifft. Das legte sich mit der Zeit jedoch.

Die Perspektive wechselt im Roman recht häufig. Alle der oben vorgestellten Figuren sind auch Erzählfiguren, zusätzlich gibt es noch weitere Figuren mit Erzählpassagen, die ich nicht vorgestellt habe, weil sie für die Handlung weniger wichtig sind. Der Wechsel der Figurensicht ist einerseits spannend, zum Teil aber auch ein bisschen anstrengend. Vielleicht hätten ein paar Perspektiven weniger auch ausgereicht.

Kira ist bei allen Erzählfiguren jedoch die zentrale Figur mit dem meisten Erzählanteil und damit die Identifikationsfigur für die Leser.

Die Eingewöhnungsphase von Kira in der neuen Welt, wo es um sehr alltägliche Themen – wie Wäsche waschen, Tee kochen, sich mit den Einheimischen verständigen, etc. – geht, ist zwar interessant und gehört zu einer plausiblen Story dazu, aber mir gefiel die Geschichte immer besser, als endlich das Abenteuer mit der Reise von Kira und Skjaldan und dem magischen Unterricht anfing.

Der High Fantasy-Aspekt beschränkt sich auf die Tatsache, dass es sich um eine magische Parallelwelt mit Portalen zu unserer Welt handelt, in der es Magier gibt. Da die Pflanzen- und Tierwelt mit unserer praktisch identisch ist – und nur teilweise andere Namen hat -, kommt man als Fantasyneuling auch gut in die fremde Fantasywelt hinein.

Was hat mir besonders gut an „Catron: Die Melodie der Sterne“ gefallen?

Ich mochte die Verbindung von Musik und Magie im Roman. Auch Kira als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Sie war sympathisch und bodenständig und so normal, dass man sie zunächst gar nicht recht als Auserwählte und Magierin sieht.

Mir sind ja Karten bei High Fantasy-Romanen sehr wichtig, daher möchte ich die Karten hier auch noch mal lobend hervorheben. Neben der Karte am Anfang gibt es noch in der Mitte eine weitere, die beim Fortschritt der Reise wichtig wird. Als weiteres Zusatzmaterial gibt es am Ende ein Glossar mit Ortserläuterungen und inklusive Figuren. Das fand ich nicht ganz so geschickt gelöst, ich hätte es getrennt und alle Figuren alphabetisch aufgelistet vorgezogen, da man sie so leichter hätte wiederfinden können.

Gut fand ich auch, dass die Geschichte ohne die fast schon obligatorisch gewordene Lovestory auskommt. Es ist sehr erfrischend, dass die Heldin sich nicht Hals über Kopf in jeden halbwegs attraktiven Mann verliebt.

Was hat mir nicht gefallen?

Der Anfang von „Catron: Die Melodie der Sterne“ war mir ein bisschen lang. Ich brauchte eine Weile – auch angesichts des häufigen Perspektivwechsels -, um herauszufinden, wer und was jetzt eigentlich wichtig ist, bevor es dann ab Beginn der Reise für mich spannend wurde.

Das Thema der Auserwählten ist nichts Neues. Auch wenn mir die spätere Umsetzung des Themas durch Kira gefallen hat, hatte ich doch anfänglich etwas Probleme damit, mich damit anzufreunden.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Alles in allem hat mir der Auftaktband zur Fantasyreihe „Zwischen Licht und Dunkel“ von Anja Berger gut gefallen. Ich sehe noch Verbesserungspotential an einigen Stellen, aber Kira und die anderen Figuren haben mir gefallen und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern, sodass nach den ersten hundert Seiten Spannung da war.

Wem würde ich „Catron: Die Melodie der Sterne“ empfehlen?

Wer sich mal an einen High Fantasy-Roman herantrauen möchte, weibliche Hauptfiguren sowie die Themen Magie und Musik mag, aber nicht unbedingt eine Liebesgeschichte braucht, der ist hier richtig.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenAnja Berger setzt ihre Reihe um Kira und die Magier von Licht und Dunkel fort. Band 2 der High Fantasy-Reihe erschien Anfang 2017 unter dem Titel „Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“. Band 3 soll ebenfalls noch dieses Jahr folgen.

Parallelwelten bergen ihren ganz eigenen Reiz in der Fantasy: Wenn es jemanden wie ich und du in eine magische Welt verschlägt, dann erwarten den unerwarteten Helden packende Abenteuer, Geheimnisse und Gefahren. Das muss auch Florian aus Elvira Zeißlers Reihe „Die Saga der Drachenrüstung“ erfahren, als ein ungewöhnlicher Dolch ihm ein phantastisches Abenteuer beschert. Doch der Rückweg durch das Portal gestaltet sich nicht ganz so einfach wie der Hinweg. Florians Abenteuer beginnt in „Der Drachenzahndolch“.

Weitere phantastische Welten und Abenteuer – und ein paar Buchempfehlungen – erwarten euch in meiner Rubrik High Fantasy. Viel Spaß beim Stöbern!

Das Buch:

Buchcover mit großem Symbol und nächtlicher Landschaft664 Seiten

Taschenbuch

Mai 2016

Books on Demand

Preis: 15,99 € (D)

ISBN: 978-3-8448-1102-5

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