Anja Berger „Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“

Inhaltsangabe:

Buchcover mit Gebirgslandschaft mit nächtlich leuchtendem SternenhimmelKira Sanders, die Musikstudentin aus Düsseldorf, hat in der mittelalterlichen Parallelwelt, in die es sie verschlagen hat, inzwischen nicht nur ihre Begabung als Magierin akzeptiert, sondern auch die Magier der Dunkelheit in Catron, insbesondere ihren Lehrer Mael Shadar, als Verbündete angenommen, nachdem es ihr gelungen war, den Stein der Dunkelheit zu wecken.

Doch sie muss erkennen, dass das Gleichgewicht der Welt nur wiederhergestellt werden kann, wenn sie ebenfalls den Stein des Lichts weckt und bis dahin weitestgehend auf den Gebrauch des Steins der Dunkelheit verzichtet. Nur leider ist das schwieriger als gedacht, denn nach der Erweckung des dunklen Steins gilt sie in Quo, bei den Magiern des Lichts, als Todfeindin.

Doch um den lichten Stein zu wecken, muss sie nach Quo reisen und sie kann dabei noch nicht einmal auf ihre früheren Verbündeten zählen. Schlimmer noch: Politische Intrigen behindern jedes noch so kleine Vorankommen in ihrem Versuch, Quo zu erreichen und ihre Aufgabe zu erfüllen.

Meine Meinung zu „Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“:

Nachdem mir der erste Band „Catron: Die Melodie der Sterne“ gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung, die ich mir gleich nach der Lektüre von Band 1 besorgt hatte, aber aufgrund mangelnder Lesezeit etwas auf dem SUB warten musste. Leider war ich jedoch bald etwas ernüchtert.

Worum geht es im Roman?

Die Handlung spielt in einer mittelalterlichen Parallelwelt zur Erde. Hier ist Magie völlig normal, doch die Magierschaft unterteilt sich in Licht (die Magier von Quo) und Dunkelheit (die Magier von Catron). Jeder der beiden Magieschulen ist ein magischer Stein zugeordnet, ein Stian-Kar. Als das Gleichgewicht beider Kräfte gefährdet ist, gibt der Stein des Lichts dem Magier Moanir den Auftrag, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Moanir holt dafür die Musikerin Kira von der Erde in ihre Welt, der es im 1. Band gelingt, einen der beiden magischen Steine, den Stein der Dunkelheit, zu wecken. Der erste Schritt zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der Kräfte ist getan.

In „Quo“ dreht sich nun alles um die Folgen dieser Erweckung, denn dadurch dass es Kira geschafft hat, wurde sie von einer potentiellen Hoffnungsträgerin auch zu einer unbekannten Größe im Machtgefüge der Welt und einer gefühlten Bedrohung. Kiras Versuch, den Stein des Lichts in Quo zu erreichen, werden immer wieder durch politische Winkelzüge und Intrigen verzögert oder durchkreuzt. Die Politik steht anders als im 1. Band jetzt im Mittelpunkt und lässt die Magie und die Musik teilweise in den Hintergrund treten.

Die Hauptfiguren:

Kira Sanders stammt von der Erde und ist Musikstudentin aus Düsseldorf. Sie ist eine klassische Flötistin und mehr der direkte, ungekünstelte, nette Typ.

Skjaldan von Quo war auf ihrer Reise Kiras Lehrer. Doch als Magier von Quo ist er aufgrund der Erweckung des dunklen Steins sehr skeptisch, was Kiras Pläne für das Licht betrifft.

Elmaryn ist ein fahrender Barde und ein guter Freund von Skjaldan. Er kommt eigentlich aus gutem Haus, hat das aber aufgegeben, um Barde zu werden. Er und Kira verstehen sich gut aufgrund ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Musik. Er geriet zusammen mit Melian in die Gefangenschaft von Catron.

Leander ist als Erzmagier der oberste Magier von Quo.

Shadar von Catron gehört zur Schule der Dunkelheit und nachdem er Kira gegen ihren Willen dorthin entführt hat, braucht Kira eine Weile, um ihr Misstrauen ihm gegenüber abzulegen.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“ ist der zweite Band der High Fantasy-Reihe „Zwischen Licht und Dunkel“.

Wie liest sich das Buch?

Anja Berger erzählt ausschweifend. Wie der Reihenauftakt ist der 2. Band wieder aus der Sicht von verschiedenen Personen geschrieben. Während Kira wieder den größten Erzählanteil hat, kommen auch Shadar und Skjaldan zu Wort sowie einige andere Verbündeter und auch Gegner. Ich habe sie nicht gezählt, aber insgesamt kommt der Roman auf etwa ein Dutzend verschiedener Erzähler.

Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits erleben wir Leser hautnah, wie Intrigen und Verrat gegen Kira ihren Anfang nehmen, andererseits nimmt dieses Vorgehen auch etwas den Überraschungsmoment beziehungsweise sorgt dafür, dass wir die Identifikationsfigur Kira immer wieder verlassen. Die verschiedenen Erzähler haben bei mir dazu geführt, dass ich nicht alle Abschnitte gleich spannend fand oder mit allen Figuren mitgefiebert habe.

Ich muss auch gestehen, dass die Vielzahl der Erzähler mir irgendwann zu viel erschien. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Handlung mehr auf die wichtigsten Figuren – auch weil ich bei einigen Nebenfiguren nach zwei Monaten nicht mehr wusste, wer sie waren – und ihre Szenen konzentriert hätte, denn so ergab sich doch ein sehr dicker Roman mit einigen Längen, was ich in „Catron“ noch nicht so stark als Nachteil empfunden hatte, hier jedoch in Kombination mit der Politik bei mir zu Ermüdungserscheinungen beim Lesen geführt hat.

Was hat mir besonders gut an „Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“ gefallen?

Ich mag Kira weiterhin. Ihre Art ist erfrischend direkt und sehr sympathisch. Der Roman lebt davon, dass man mit ihr mitfiebern und mitfühlen kann, denn wie sie werden wir in diese fremde Welt geworfen und müssen mit Kulturen, Ländern, Konzepten und Werten zurechtkommen, die uns fremd sind. Das schildert die Autorin eindrucksvoll, sodass wir gemeinsam mit Kira immer mehr von der Welt entdecken können.

Ich mochte die Verbindung von Musik und Magie im Roman, die Vorstellung, dass jede Magie ihre ihr eigene Melodie hat und dass man auch mithilfe von Musik Magie einsetzen kann. Leider gerät diese Methode beim fortschreitenden Unterricht von Kira in den magischen Künsten manchmal etwas ins Hintertreffen.

Ein Plus des Romans sind die diversen Karten, die an passender Stelle in das Buch eingebettet sind und es uns Lesern erlauben, uns eine Vorstellung von den Ländern zu machen, durch die Kira reist. Als weiteres Zusatzmaterial gibt es am Ende ein Glossar mit Infos zu den Figuren. Leider ist es im E-Book etwas nervig, immer vor und zurück zu blättern, sodass ich es dann gar nicht genutzt habe.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich hatte den Eindruck, dass die Politik – Intrigen, Misstrauen, Verrat, etc. – in diesem Roman einen zu großen Raum eingenommen hat. Auf die Dauer wurde mir das etwas zu eintönig. Ich hätte mir stattdessen etwas mehr Abwechslung, z.B. durch magische Hindernisse, Naturkatastrophen, etc. gewünscht. Jedoch waren hier die Hindernisse vor allem durch die Politik bedingt. Sobald eine Intrige endlich überstanden oder die Weiterreise aus der erzwungenen Gastfreundschaft eines Herrschers endlich gelungen war, wartete schon das nächste ähnliche Problem auf Kira und ihre Begleiter.

Die Erzählweise mit den vielen Erzählern und Details war mir etwas zu ermüdend in diesem Band.  Es gibt zwar einen roten Faden, aber Anja Berger erzählt drum herum in epischer Breite und der rote Faden dehnt sich manchmal gefühlt unendlich und es geht nicht recht voran. Das war im ersten Band besser, dort passierte mehr, es gab mehr Action. Hier hatte mir der politische Aspekt dafür zu viel Übergewicht.

Auch hätte ich die Figuren angesichts ihrer Engstirnigkeit, mit der sie alles, was Kira tut, betrachteten und dabei alles ignorierten, das darauf hindeutete, dass sie gute Absichten haben könnte, hin und wieder einfach nur schütteln können. Kiras Frustration angesichts der politischen Minenfelder und Fallen, die ihr unentwegt in den Weg gelegt wurden, konnte ich sehr gut nachempfinden, denn mir erging es ähnlich. Nur leider raubte mir der Frust etwas das Vergnügen an der Lektüre und ließ die Längen in der Handlung deutlicher hervortreten. Ich habe irgendwann das Ende herbeigesehnt, denn in der Mitte zog sich die Handlung manchmal wie Kaugummi aufgrund der Längen. Kürzen hätte der Geschichte gut getan.

Ein weiterer Kritikpunkt, den ich so im 1. Band nicht wahrgenommen habe, war die Menge der Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler. Ich erwarte nicht, dass ein Buch fehlerfrei ist, denn das ist in den seltensten Fällen möglich, trotz Lektorat und Korrektorat. Doch besonders die Interpunktionsfehler waren dieses Mal zu viel. Fehlende Kommata, fehlenden Anführungszeichen bei der direkten Rede oder falsche Zeichen am Satzende mischten sich mit Fehlern in Groß- und Kleinschreibung sowie fehlerhaften Formatierungen.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt muss ich sagen, dass ich von der Fortsetzung nicht so gefesselt war, wie ich erhofft hätte. Der politische Aspekt und die Längen trübten das Lesevergnügen für mich genauso wie die leider recht häufigen Fehler. Schade. Momentan bin ich so noch am Überlegen, ob ich den 3. Band, der noch 2017 erscheinen soll, lesen werde oder nicht.

Wem würde ich „Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“ empfehlen?

Wenn euch der 1. Band gefallen hat und ihr gerne epische, breit erzählte und politische Fantasy mögt, dann seid ihr bei „Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“ richtig. Außerdem kann ich die Reihe denjenigen empfehlen, die mal Lust auf eine High Fantasy-Geschichte verspüren, die ohne Liebesgeschichte auskommt, aber dafür eine sympathische Hauptfigur und eine schöne Kombination aus Musik und Magie hat.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen„Quo: Die Dunkelheit hinter den Sternen“ ist die Fortsetzung zu „Catron: Die Melodie der Sterne“ und Band 2 ist noch nicht der Abschluss der High Fantasy-Reihe, denn Anja Berger setzt die Geschichte um Kira und die Magier von Licht und Dunkel fort. Band 3 soll voraussichtlich noch 2017 erscheinen.

Parallelwelten bergen ihren ganz eigenen Reiz in der Fantasy: Wenn es jemanden wie ich und du in eine magische Welt verschlägt, dann erwarten den unerwarteten Helden packende Abenteuer, Geheimnisse und Gefahren. Das muss auch Florian aus Elvira Zeißlers Reihe „Die Saga der Drachenrüstung“ erfahren, als ein ungewöhnlicher Dolch ihm ein phantastisches Abenteuer beschert. Doch der Rückweg durch das Portal gestaltet sich nicht ganz so einfach wie der Hinweg. Florians Abenteuer beginnt in „Der Drachenzahndolch“.

Weitere phantastische Welten und Abenteuer – und ein paar Buchempfehlungen – erwarten euch in meiner Rubrik High Fantasy. Viel Spaß beim Stöbern!

Das Buch:

Buchcover mit Gebirgslandschaft mit nächtlich leuchtendem Sternenhimmel684 Seiten

Taschenbuch

Februar 2017

Books on Demand

Preis: 17,99 € (D)

ISBN: 978-3-7412-6363-7

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