Björn Springorum „Spiegel des Bösen“

Inhaltsangabe:

Buchcover zu "Spiegel des Bösen" mit einem gebrochenen, bedrohlich wirkenden SpiegelDie 15-jährige Sophie ist gar nicht begeistert, als ihre Eltern sie mit auf ein abgelegenes, kürzlich wiedereröffnetes Grandhotel in den Bergen nehmen, in dem ihr Vater Inspiration für seinen neuesten Roman sucht. Doch der öde Aufenthalt nimmt eine abrupte Wende, als eines Morgens Sophies Eltern einfach aus ihrem Zimmer verschwunden sind.

Während sie erst irritiert und dann immer besorgter nach ihnen sucht, muss sie erkennen, dass seltsame Dinge im Hotel und mit ihr vorgehen. Warum kann sie niemand sehen oder hören? Was ist das für eine Frau, die sie aus den Spiegeln des Hotels zu beobachten scheint und sogar bis in ihre Träume verfolgt?

Dann jedoch erkennt sie, dass sie in diesem Schrecken nicht so allein ist wie gedacht, dass es noch andere Jugendliche gibt, die genau dasselbe durchmachen wie sie …

Meine Meinung zu „Spiegel des Bösen“:

Ich durfte ja schon zur Leipziger Buchmesse 2016 den Roman „Der Ruf des Henkers“ von Björn Springorum lesen und am Bloggertreffen mit ihm teilnehmen. Auch dieses Jahr bin ich ihm auf der LBM wieder begegnet, wo er seinen neuen Roman „Spiegel des Bösen“, auf den ich schon sehr gespannt war, auf dem Bloggerempfang vorgestellt hat. Langsam wird das zur Tradition. 😉

Worum geht es im Roman?

Im Mittelpunkt des Romans steht der Schauplatz, das Grandhotel Rabenfels, das nach einem Brand von einhundert Jahren jetzt wiedereröffnet wurde und den Prunk aus dem 19. und 20. Jahrhundert genauso zeigt wie seine bewegte Geschichte.

Sophie und die anderen Hauptfiguren des Romans müssen erkennen, dass hinter der edlen Fassade des noblen Hotels schreckliche Dinge geschehen sind – und immer noch geschehen. In einer Mischung aus phantastischen Elementen – verwunschenen Spiegeln und Bildern, Hexen, lebenden Toten bzw. Erinnerungen und echten Geistern – sowie Horrorelementen wird die packende Geschichte erzählt und Geheimnisse nach und nach aufgedeckt.

Denn im Grandhotel geht es nicht mit rechten Dingen zu. Es scheint zu leben, die Zeit verläuft anders, Menschen altern nicht oder anders, Verstorbene bleiben als geisterhafte Erinnerungen zurück. Die Vergangenheit und die Gegenwart vermischen sich vor dieser geschichtsträchtigen Kulisse und Sophie und die anderen müssen Detektiv spielen, um herauszufinden, was in der Vergangenheit geschehen ist und zum Verschwinden ihrer Eltern geführt hat.

Doch neben den Schrecken spielt auch das Thema Liebe in den unterschiedlichsten Ausprägungen – erste Liebe, Liebe zur Familie, verratene Liebe, zu Hass gewordene Liebe, unerwiderte Liebe, etc. – eine große Rolle. Wie Björn Springorum auf dem Bloggerempfang verraten hat, reizte es ihn besonders, diese Facetten aufzuzeigen.

„Spiegel des Bösen“ ist demnach eine Mischung aus phantastischer Roman, Horror, historischen Momenten, Liebes- und Detektivgeschichte.

Die Hauptfiguren:

Sophie Schuster ist die 15-jährige Protagonistin und Identifikationsfigur des Romans. Sie ist die Tochter eines erfolgreichen Autors, was sie jedoch wenig beeindruckt. In letzter Zeit leidet sie immer wieder unter plötzlichen Wutanfällen, besonders nach der Trennung von ihrem Exfreund. Obwohl sie ihre Eltern manchmal langweilig findet, liebt sie sie doch sehr.

Max Gaigern ist 16 Jahre alt, hübsch, besitzt unergründliche grünbraune Augen und fasziniert Sophie vom ersten Moment an. Er ist nett, zuvorkommend und befindet sich in derselben Situation wie Sophie, weshalb er sofort bereit ist, den Geheimnissen mit ihr zusammen auf den Grund zu gehen.

Margarete Wallenstein war die erste Jugendliche, die zur unsichtbaren Gefangenen des Hotels wurde. Sie war vor Sophies Ankunft die Anführerin der Jugendlichen und ist ziemlich herrschsüchtig und kalt. Dass Sophie den Dingen auf den Grund gehen will, passt ihr gar nicht.

Ludwig von Salzbergen ist unsterblich – und unerwidert – in Margarete verliebt. Er unterstützt sie bedingungslos und lässt sich von ihr klaglos herumkommandieren. Doch dass noch mehr in ihm steckt, kommt irgendwann unerwartet zum Vorschein.

Der Concierge ist der einzige Hotelangestellte, der Sophie sehen kann. Er wirkt von seinem Wissen über die merkwürdigen Vorfälle geplagt und weiß mehr, als er erzählt.

General Preysing ist einer der Geister bzw. lebenden Erinnerungen. Er ist im Hotel gestorben und ist nun in ihm gefangen. Er bewundert Sophies Mut und versucht, ihr zu helfen.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Nein, der Roman ist ein Einzelband.

Wie liest sich das Buch?

Trotz der Horrorelemente liest sich der Roman nicht wie ein Horrorroman. Das ist wichtig zu wissen für die jungen Leser, die sich schnell fürchten. Die Atmosphäre des Romans ist teilweise besorgniserregend, beklemmend, rätselhaft mit gelegentlichen Spannungssteigerungen, wenn die Helden in Gefahr geraten, aber sie ist nicht furchterregend oder albtraumhaft. Jugendliche Leser können den Roman daher meiner Meinung nach lesen, ohne anschließend unter Albträumen zu leiden.

Die Spannung zieht sich durch das Rätsel, die Geheimnisse, die aufgedeckt werden müssen, durch den gesamten Roman. Neben actionreichen Momenten und Gefahren gibt es jedoch auch ruhige Szenen, als Sophie und Max sich langsam näher kommen. Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Geschichte, die nie langweilig wird.

Was hat mir besonders gut an „Spiegel des Bösen“ gefallen?

Ich mag den Genremix von Björn Springorum. Seine Romane sind nie nur Fantasy, nie nur Horror oder historischer Roman. Er erzählt Geschichten für Jugendliche, mit jugendlichen Helden, die man jedoch auch als Erwachsener super lesen kann. Bei seinem Romanen habe ich nie das Gefühl, eigentlich schon zu alt für die Geschichte zu sein. Mit den jugendlichen Helden, ihren Gefühlen und Problemen kann man sich als Leser – gleich welchen Alters oder Geschlechts – identifizieren, auch wenn man sich selbst z.B. nie in einem verhexten Hotel befunden hat. Das finde ich wirklich angenehm zu lesen.

Das Setting, die Beschreibung des Grandhotels, das beinahe wie ein zusätzlicher Charakter agierte, fand ich ebenfalls schön beschrieben. Die Atmosphäre, das Unwohlsein durch kleine Details, die nicht ganz richtig waren, die Momente des kleinen Schreckens wurden gut eingefangen. Das Schöne an Björn Springorums Art zu schreiben ist: Er muss nicht laut werden oder die große Dramatikkeule herausholen, um Spannung zu erzeugen oder aus den Lesern bestimmte Emotionen herauszukitzeln. Ich kann es nur wiederholen: Das ist angenehm zu lesen.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich habe keine Kritikpunkte. 🙂

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt hat mir „Spiegel des Bösen“ wirklich gut gefallen. Ich habe mich sehr gefreut, wieder einen Roman des Autors lesen zu dürfen, und weiß jetzt schon, dass ich mir sein nächstes Buch auf jeden Fall wieder durchlesen werde.

Wem würde ich „Spiegel des Bösen“ empfehlen?

Für jugendliche Leser ab 13 Jahren, die Romane mit einer Mischung aus Fantasy, finsteren Geheimnissen, Spannung und Liebe mögen, ist dieser Roman auf jeden Fall das richtige. Doch auch erwachsene Leser, die gerne Jugendbücher oder All Age-Romane lesen, die nicht zu teeniemäßig geschrieben sind, werden an Björn Springorums neuestem Werk Gefallen finden.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenBjörn Springorum schreibt gerne Geschichten, die Phantastik, düstere Momente und Historisches verbinden. Das beweist er nicht nur mit „Spiegel des Bösen“, sondern auch schon mit seinem Vorgängerroman „Der Ruf des Henkers“, in dem der Pfarrersohn Richard Winters im England des 19. Jahrhundert zum Lehrling des berüchtigten Henkers William Calcraft wird und feststellt, dass hinter dem rauen Schale des als grausam geltenden Mannes nicht nur ein Herz schlägt, sondern dass der Mann auch einen Grund hat für sein Tun. Wer mehr über den Roman erfahren will, der mag sich gerne meine Rezension zu „Der Ruf des Henkers“ durchlesen.

Den Roman „Das Amulett der Ewigkeit“, den er zusammen mit Susanne Glanzner geschrieben hat, kenne ich leider noch nicht. Aber laut Klappentext bietet er ebenfalls eine abenteuerliche Geschichte in England zur selben Epoche. Eine Mischung aus Abenteuer, Liebe und Magie verspricht auch sein Roman „Herbstbringer“ über die 15-jährige Waise Emily.

Die Website von Björn Springorum:

Björn Springorum wurde 1982 in Calw geboren und lebt und schreibt heute in Stuttgart. Mehr über seine Romane, Neuigkeiten und aktuelle Termine erfahrt ihr auf Björn Springorums Facebook-Seite.

Das Buch:

Buchcover zu "Spiegel des Bösen" mit einem gebrochenen, bedrohlich wirkenden Spiegel384 Seiten

gebunden

Februar 2017

Thienemann-Esslinger Verlag

Preis: 14,99 € (D)

ISBN: 978-3-522-20230-5

 

Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar!

4 Gedanken zu „Björn Springorum „Spiegel des Bösen““

  1. Ui, das klingt richtig toll 🙂
    Jetzt freue ich mich noch mehr darüber, dass ich auch dieses Büchlein mitgenommen habe. Anfangs war ich abgeneigt, da ich den Autor nicht kannte und mich das Genre nicht wirklich angesprochen hat.
    Aber beim Bloggerempfang wirkte er unglaublich sympathisch und sein Buch ging ja weg wie sonst was, daher musste ich zuschlagen.

    1. Ja, ich mag seinen Schreibstil mit dem Genremix total. Ich bin ja sonst auch kein Fan von Horror, aber bei „Spiegel des Bösen“ fand ich das auch nicht zu stark ausgeprägt, es war eine gute Mischung.
      Ja, sympathisch ist Björn Springorum wirklich. Ich war letztes Jahr schon beim Bloggerempfang mit ihm dabei und habe mich richtig gefreut, als es hieß, dass er dieser Jahr wieder dabei ist, weil ich neugierig war, was er dieses Mal zu erzählen hatte. 🙂
      Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Spaß beim Lesen, liebe Nicci!

  2. Hallo Nicole,
    eine tolle Rezension. 🙂 Ich lese dieses Buch gerade und bin bisher genau so begeistert wie du. Der Genremix ist wirklich sehr gut gelungen und es lässt sich sehr gut lesen.
    „Der Ruf des Henkers“ hat mir ebenfalls sehr gut gefallen und „Herbstbringer“ liegt noch auf dem SuB. 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Nicole

    1. Hallo Nicole,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Es freut mich, dass dir das Buch ebenfalls gut gefällt.
      Danke, dir auch ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße
      Nicole

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