Brandon Sanderson „Der Weg der Könige – Die Sturmlicht-Chroniken 1“

Inhaltsangabe zu „Der Weg der Könige – Die Sturmlicht-Chroniken 1“:

Mann auf einer hohen FelsspitzeMagische WeltKrieger & MagieLieblingsbuchIn der Welt von Roschar lenkten einst 10 Herolde die Wege der Menschen und beschützten sie vor den Bringern der Leere. Doch dann verließen die Herolde ihren Posten …

4500 Jahre später ist Roschar immer noch eine von Stürmen beherrschte Welt. Tödliche Großstürme brechen immer wieder über sie herein, doch die Stürme liefern auch Energie und laden die Fabriale und magische Edelsteine mit Sturmlicht auf. Als eines Tages der Attentäter Szeth König Gavilar Kholin mithilfe seiner Splitterklinge und Kräften, die seit der Zeit der Herolde niemand mehr gesehen hat, ermordet, stürzt dies das Königreich der Alethi, Alethkar, in einen Jahre andauernden Krieg mit den geheimnisvollen Parschendi. Niemand ahnt, warum der König getötet wurde, nicht einmal Szeth, der von seinen Meistern und Auftraggebern dazu gezwungen wurde.

Der junge Kaladin kämpft im Krieg – erst als Soldat und Anführer einer Einheit, nach dem Verrat durch seinen Herrn als Sklave und einfacher Brückenmann. Doch die Brückenmänner sind lediglich Köder und Kanonenfutter für die Hellaugen und Großprinzen um König Elhokar, der seit der Ermordung seines Vaters seine Angst vor Attentätern mit unbesonnenen Jagden auf gefährliche Großpanzer-Tiere, die Kluftteufel, und dem Wettstreit um wertvollen Edelsteinherzen betäuben will.

Seine Vetter Adolin und Renarin und sein Onkel Dalinar unterstützen ihren König dabei, so gut es geht. Doch immer häufiger leidet der einst berühmte Krieger und Splitterträger Dalinar unter Visionen. Sind sie Zeichen für einen beginnenden Wahnsinn oder echte Visionen, geschickt vom Allmächtigen?

Unterdessen wird die junge Hellauge Schallan Davar das Mündel von Prinzessin Jasnah Kholin, einer Gelehrten und Häretikerin, die den Grund für die Ermordung ihres Vaters und den Krieg mit den Parschendi herausfinden will. Doch Schallan hat noch einen geheimen Plan, außer ihre Stellung in der Welt zu verbessern: Sie will den mächtigen und magischen Seelengießer der Prinzessin stehlen …

Meine Meinung zu „Der Weg der Könige“:

Es gibt so viele tolle Romane und großartige Autoren dort draußen, dass ich immer zögere, wenn die Frage nach meinem Lieblingsautoren kommt. Wenn ich mich jedoch für einen einzigen entscheiden müsste, dann wäre das definitiv Brandon Sanderson. Ich LIEBE seine Bücher und seinen Ideenreichtum!

Darum war ich auch überglücklich, als das Rezensionsexemplar von „Der Weg der Könige – Die Sturmlicht-Chroniken 1“ vom Heyne Verlag kam. 900 Seiten purer Lesegenuss von meinem Lieblingsautor! Hach, herrlich!

Worum geht es in „Der Weg der Könige“?

Schwierig zu sagen, denn es gibt nicht nur einen Haupterzählstrang. Zudem ist Brandon Sanderson auch ein Weltenbauer, einer der Autoren, bei dem die Idee und das Erschaffen einer perfekten, magischen Welt mit einem einzigartigen Magiesystem im Vordergrund stehen. Daher ist „Der Weg der Könige“, der 1. Band der „Sturmlicht-Chroniken“ auch kein simpler Fantasy-Roman, sondern der Auftakt zu einem mitreißenden Fantasy-Epos.

Und was gibt es hier nicht wieder alles zu entdecken!

Es gibt verschiedene Völker wie die Alethi, die Parschendi, die Parscher, die Schin, die Aimianer und mehr.

Es gibt eine Geschichte und Religion, die vor Geheimnissen und faszinierenden Eigenheiten strotzt: die Herolde, die Strahlenden, die Feuerer und mehr.

Es gibt phantastische Wesen und einzigartige Tiere wie die gefährlichen Kluftteufel, die Chulle (Schalentiere) oder die Sprengsel, die vielleicht mysteriösesten Kreaturen von allen. Es sind Geister in vielen unterschiedlichen Arten, die zu verschiedenen Gelegenheiten sichtbar werden. Es gibt Feuersprengsel, Lebenssprengsel, Todessprengsel, Windsprengsel, Ruhmsprengsel und noch viele, viele mehr.

Und es gibt die Welt selbst: mit Landschaften wie die Zerbrochene Ebene oder dem Reinsee sowie mit den seltsamen, energiegeladenen Stürmen, über die man als Leser gerne noch mehr erfahren würde.

Wo das hinführt? Keine Ahnung. Fragt mich das am Ende der Reihe. Es ist aber auch nicht wichtig, denn „Der Weg der Könige – Die Sturmlicht-Chroniken 1“ ist einfach grandiose Unterhaltung.

Die Hauptfiguren:

In erster Linie sind das der 19-jährige Kaladin, die 17-jährige Schallan sowie der Großprinz Dalinar Kholin, die die meisten Erzählabschnitte bekommen haben, aber ich rechne auch mal weitere wichtige Figuren wie Szeth, Adolin und Syl dazu.

Für mich ist Kaladin jedoch die Hauptidentifikationsfigur, derjenige, der am meisten durchmacht und über dessen Gefühle und Geschichte wir in „Der Weg der Könige“ am meisten erfahren. Er ist der Sohn eines Chirurgen, verfügt selbst über medizinische Kenntnisse, wurde jedoch als Speerkämpfer und Anführer einer Einheit nach einem noch im Dunkeln liegenden Ereignis verraten und als Sklave verkauft und weiterverkauft, bis er wieder in der Armee landet. Dieses Mal als Brückenmann, dem Abschaum, der nur einen einzigen Sinn erfüllt: die Aufgabe erfüllen, leiden und sterben. Wie er sich trotz seines Sturzes aus der Depression und Lebensmüdigkeit zieht und seinen Trupp von Brücke 4 zu seiner neuen Einheit macht, ist einfach bewundernswert und liest sich großartig.

Und Kaladin umgeben Geheimnisse und Mysterien, eins von ihnen ist das Windsprengsel Syl, die anders als alle anderen Sprengsel ist, ein Geist, der immer mehr menschliche Züge – und immer häufiger auch menschliche Gestalt – annimmt, sogar einen Namen, Gefühle und Erinnerungen hat. Sie ist ein Rätsel, das mich überaus fasziniert. Ich freue mich schon darauf, mehr über sie zu erfahren.

Auch die junge Schallan ist eine überaus interessante Figur. Sie stammt aus wohlhabendem Haus, gehört zu den machthabenden Hellaugen, ist gebildet, eine Künstlerin – und verzweifelt, da ihr Vater ihre Familie in große Schwierigkeiten gebracht hat und dann gestorben ist. Einerseits möchte sie ihrer Familie helfen, auch wenn das bedeutet, etwas Unrechtes zu tun und zu stehlen, andererseits ist ihr der Respekt ihrer Gönnerin, Prinzessin Jasnah, einer angesehenen und überaus gebildeten Gelehrten, sehr wichtig. Sie ist widersprüchlich, einerseits schüchtern, andererseits schlagfertig, einerseits intrigant und andererseits wieder gläubig und die Vertreterin von moralischen Prinzipien. Bei ihr kann ich am wenigsten vorhersagen, wie es mit ihr weitergehen wird.

Jasnahs Familie ist insgesamt sehr interessant, doch man hat als Leser den Eindruck, als wäre Dalinar, ihr Onkel und Beschützer ihres Bruders, des Königs, der Einzige mit unerschütterlichen moralischen Prinzipien. Er gibt sich die Schuld an der Ermordung seines Bruders und steht loyal zu seinem Neffen, dem Reich und seiner Familie. Persönlicher Ruhm und Reichtum sind ihm weniger wichtig, wodurch er in den Reihen der Mächtigen hervorsticht. Hinzu kommen noch seine Visionen und fertig ist ein sehr spannender Charakter, der sich zudem auch noch immer mehr gegen die Zweifel seines eigenen Sohnes Adolin wehren muss.

Die Hauptfigur, über die man in „Der Weg der Könige“ am wenigsten erfährt, ist Szeth, der Mörder von König Gavilar. Er ist ein Attentäter, ein Diener, ein Sklave, weil er als der Unwahre von Schinovar durch einen Eid gezwungen ist, seinem Meister zu gehorchen. Er wird zum Mörder, da einer seiner Meister seine besonderen magischen Fähigkeiten erkannt hat und er dank seiner Splitterklinge ein beinahe unaufhaltsamer Krieger ist. Vom Wesen her jedoch ist er kein Mörder und ich bin schon gespannt, welche Rolle er im Folgenden noch spielen wird.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Der Weg der Könige“ ist der 1. Band der „Sturmlicht-Chroniken“, genauer gesagt davon auch nur der erste Teil, denn wegen seiner Länge musste der englische Original-Band bei der deutschen Übersetzung in 2 Teile geteilt werden. Übrig geblieben ist dennoch ein knapp 900 Seiten starker 1. Band, der süchtig macht.

Wie liest sich das Buch?

Das neue Fantasy-Epos von Brandon Sanderson liest sich wie Schokolade: Man genießt jede einzelne Seite, die mit immer neuen und leckeren Geschmacksrichtungen aufwarten. Schnell setzt der Suchtfaktor ein und mal will MEHR, man liest immer schneller und am Ende ist es immer noch nicht genug, da die Tafel bzw. der Roman viel zu schnell vorbei ist. Gut, wenn man klug war und sich schon vorher Nachschub besorgt hat. 😀

Was hat mir besonders gut an „Der Weg der Könige“ gefallen?

Darf ich „alles“ schreiben, ohne dass ihr mich steinigt? Denn genauso ist es: Ich liebe die Welt, ich identifiziere mich mit den Figuren, ich fiebere bei jedem einzelnen Abenteuer, jeder überraschenden Wendung mit, ich will sie auf ihrer Reise begleiten, mit ihnen zusammen die Geheimnisse von Roschar ergründen, mich vor den faszinierenden Gefahren fürchten, die sich Brandon Sanderson ausgedacht hat, ich will mich mit den Sprengseln anfreunden, selbst zum Splitterträger werden, die Geheimnisse über die Herolde aufdecken und noch vieles mehr. Und genau das unterscheidet einen durchschnittlichen Roman von einem großartigen und fesselnden Buch wie „Der Weg der Könige“.

Darüber hinaus begeistert der Roman mit Liebe zum Detail. Zahlreiche Karten, Skizzen und Illustrationen im Buch sowie ein kleiner Anhang mit Erläuterungen am Ende bringen den Lesern Brandon Sandersons neue Fantasywelt näher.

Was hat mir nicht an „Der Weg der Könige“ gefallen?

Es war zu kurz! Ganz im Ernst! 900 Seiten sind einfach nicht genug, nicht wenn sie von Brandon Sanderson stammen und besonders nicht, wenn man den Folgeband noch nicht hat. 🙁

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Wie immer, wenn ich ein neues Fantasybuch von Brandon Sanderson lese, möchte ich es am liebsten zu meinem Lieblingsbuch von ihm erklären. Dann kommt er mit dem nächsten Roman um die Ecke – und es geht einfach nicht. Denn SIE SIND ALLE TOLL, OHNE AUSNAHME. Nicht ohne Grund ist er mein Lieblingsautor.

Brandon Sanderson nimmt uns in „Der Weg der Könige – Die Sturmlicht-Chroniken 1“ mit auf eine mitreißende Entdeckungsreise mit unbekanntem Ziel durch eine phantastische Welt und gibt uns die Gelegenheit seine großartigen Kreationen und Sehenswürdigkeiten mit vor Staunen offenem Mund zu bewundern – um uns dann um die nächste Ecke die nächste, noch prächtigere zu präsentieren. Dafür gibt es bei mir natürlich die volle Punktzahl.

Wem würde ich „Der Weg der Könige – Die Sturmlicht-Chroniken 1“ empfehlen?

Alle die gut durchdachte, farbenprächtige und einfach magische Fantasy-Epen, großartige High Fantasy und die einzigartigen Werke meisterhaften Weltenbauer lieben, kommen bei Brandon Sandersons neuestem Werk voll auf ihre Kosten.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenJa, ich habe es getan. Normalerweise vergebe ich maximal 5 Bücher für meine Favoriten, doch Brandon Sanderson spielt in einer eigenen Liga, sodass ich einfach mal eben mein Bewertungssystem über den Haufen geworfen und 6 Bücher vergeben habe. 🙂

Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bände der „Sturmlicht-Chroniken“. Dies sind die Romane, die bereits aus der Serie erschienen sind:

  1. „Der Weg der Könige“
  2. „Der Pfad der Winde“
  3. „Die Worte des Lichts“
  4. „Die Stürme des Zorns“

Und es wird weitergehen. Wie Brandon Sanderson auf seiner Website verlauten lässt, schreibt er aktuell bereits am nächsten Band der Reihe. Juhu!

Was soll ich euch denn nun für die Wartezeit auf den neuen Band der „Sturmlicht-Chroniken“ empfehlen? Seinen Erstling „Elantris“? Seine erfolgreiche Reihe um „Die Kinder des Nebels“? Seine humorvolle All Age-Fantasy-Reihe „Alcatraz“? Seine Reihe um Helden, Rächer und Superschurken mit den Romanen „Steelheart“ und „Firefight“? Ach, wisst ihr was: Lest sie doch am besten alle. 🙂

Die Website von Brandon Sanderson:

Mehr über den Bestseller-Autoren, seine Fantasyromane und seine außergewöhnlichen Welten erfahrt ihr auf Brandon Sandersons Website http://brandonsanderson.com/.

Das Buch:

Mann auf einer hohen Felsspitze896 Seiten

Paperback

November 2015

Heyne Verlag 

Preis: 14,99 € (D)

ISBN: 978-3-453-31710-9

Originaltitel: „The Way of Kings – Book One of the Stormlight Archive (Part 1)“

Deutsche Übersetzung: Michael Siefener

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