Brian Staveley „Der verlorene Thron“

Inhaltsangabe zu „Der verlorene Thron“:

Bläuliches Buchcover mit 3 Schwertern auf einem ThronKriegerKönigespannendAls Kaiser Sanlitun hui‘ Malkeenian, der Herrscher des mächtigen Reiches Annur, durch Verrat ermordet wird, ist der Schock groß. Wie hatte das passieren können? Warum hatte die Aedolianische Garde, die Leibwache des Kaisers, den Mord nicht verhindert? Wie tief und weit reicht die Verschwörung gegen das Reich und die kaiserliche Familie?

Als die drei Kinder des Kaisers die Nachricht von der Ermordung ihres Vaters erreicht, wird ihnen langsam klar, dass auch sie in Gefahr schweben. Adare, die älteste Tochter, kämpft mit ihren 19 Jahren als frisch ernannte Ministerin für Finanzen nicht nur um Respekt in den patriarchalisch bestimmten Regierungskreisen, sondern auch um Gerechtigkeit für ihren Vater. Doch wem kann sie vertrauen, wenn es darum geht, den Mörder ihres Vaters zu verurteilen?

Unterdessen lebt Kaden, der 17-jährige Thronerbe, als Novize am Ende der Welt in dem Bergkloster der Schin-Mönche, wo er lernen soll, den Geisteszustand der Vaniate, der Leere, zu erreichen. Während er sich den harten Lektionen seines Lehrmeisters Tan unterwirft, ahnt er nichts von den verhängnisvollen Ereignissen in der Hauptstadt Annur. Doch das friedliche Leben hat ein abruptes Ende, als das Böse in den Bergen rund ums Kloster umgeht und die Bewohner bedroht.

Auch für Kadens und Adares Bruder Valyn kommt die Gefahr überraschend. Gerade noch hat er in einer Kneipe mit seiner Mitsoldatin und Freundin Ha Lin etwas getrunken, als diese einstürzt und ins Meer gerissen wird. Als weitere tragische Unglücksfälle ihm beinahe das Leben kosten, glaubt Valyn nicht länger an einen Zufall. Doch ihm bleibt keine Zeit, sich um seinen Bruder zu sorgen, denn seine Zeit der Ausbildung zum Kettral, einem Elitekämpfer, nähert sich dem Ende und bei der Abschlussprüfung sind schon viele Anwärter gestorben – die ideale Gelegenheit für einen weiteren Unfall …

Meine Meinung zu „Der verlorene Thron“:

Den Vergleich mit „Game of Thrones“ trägt ja heutzutage fast jeder zweite oder dritte Heroische oder High Fantasy-Roman. Auch bei „Der verlorene Thron“ von Brian Staveley prangt er direkt unter dem Klappentext. Er ist einerseits nicht ungerechtfertigt – und andererseits ist er völlig falsch.

Keine Frage, Parallelen zu der weltberühmten Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin, wie sie im Deutschen heißt, sind da. Der Thron; um den es in „Der verlorene Thron“ geht; ist der Unbehauene Thron der Malkeenians in Annur, den eine weitreichende Intrige ins Wanken bringt. Keiner der drei Erben und Helden des Romans ist in der Position, den Thron einzunehmen und zu behaupten, während politische Intrigen blühen und gedeihen und sie um ihr Leben kämpfen müssen.

Aber Brian Staveleys Reihe legt auch einen ganz anderen Schwerpunkt als George R.R. Martin. Ihm geht es weniger um ein politisches Schachspiel, um ein Wettstreit von verschiedenen Herrscherdynastien und Adelshäusern, als vielmehr um die drei Erben und ihre persönlichen Probleme und Kämpfe. Das wird auch ganz klar dadurch deutlich, dass Adare, die einzige der drei Geschwister, die sich in der Hauptstadt Annur mitten im politischen Geschehen befindet, am wenigsten Erzählraum bekommt. In erster Linie erzählt „Der verlorene Thron“ die Geschichte von Kaden, einem angehenden Ordensbruder, und Valyn, einem angehenden Krieger. Es geht um Kämpfe, Freundschaften, Feindschaften, Bedrohungen, Erkenntnisse und mehr, weniger um Intrigen oder Politik – wodurch sich der Roman klar in der Heroischen Fantasy ansiedelt. Zum Glück, denn dadurch wird der Roman spannend und die Unterschiede zu „Das Lied von Eis und Feuer“ werden betont. Brian Staveley hat seine eigene Welt, seine eigene Heldensaga, seine eigenen phantastischen Wesen erschaffen und der erste Band seiner Trilogie saugt den Leser mitten hinein in diese packende Welt.

Warum ich „Der verlorene Thron“ nur 4 Bücher gebe und nicht 5? Adare ging mir auf die Nerven. Angeblich wurde sie darauf geschult, sich keinerlei Gefühlsregungen anmerken zu lassen, ist am Hof, in den Regierungskreisen aufgewachsen – und hat dann einen Gefühlsausbruch nach dem anderen und lässt sich mühelos von anderen lenken, ohne nur im Ansatz zu erkennen, dass sie manipuliert wird. Sorry, aber sie kam mir mehr wie ein Klischee vor und weniger wie eine sympathische Heldin mit Tiefen. Zum Glück hat sie den kleinsten Erzählanteil im Roman und so wird man als Leser schnell wieder in Kadens und Valyns spannende Abenteuer gezogen. Der nächste Band steht schon auf meinem Wunschzettel.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenBrian Staveley überzeugt mit seinem Debütband und ersten Teil seiner High Fantasy-Trilogie. Der Nachfolger zu „Der verlorene Thron“ ist im November 2015 unter dem Titel „Thron in Flammen“ erschienen und der 3. Band „Thron der Götter“ für Juni 2016 angekündigt.

Klar, ich könnte hier jetzt als weitere Empfehlung die Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin nennen. Mache ich aber nicht. Ich will euch stattdessen die Reihe „Codex Alera“ von Jim Butcher ans Herz legen. Dort geht es auch um Helden, um eine Herrscherdynastie, den Kampf eines Volkes gegen ein anderes, um Ungeheuer und mehr. Aber es geht vor allem um Tavi, den überaus sympathischen Helden der Reihe, der als Einziger in einem Königreich der Magie und der Elementargeister ohne diese aufwächst und beweist, dass die wahre Stärke eines Helden nicht in seiner Magie oder seiner Kraft liegt, sondern in seinem Herzen und seinem Verstand. Wenn ihr euch mitreißen lassen wollt von einem tollen Helden, einer magischen Welt und tollen Abenteuern und Kämpfen, dann wünsche ich euch viel Spaß mit „Die Elementare von Calderon“.

Helden, Politik, ungewöhnliche Herrscher und ein Dieb – ich spreche von den „Legenden von Attolia“ von Megan Whalen Turner. Ebenfalls spannende Heroische Fantasy zieht die Reihe mit ihrem ungewöhnlichen Helden Gen in den Bann. Doch dieses Mal hat der junge Dieb den Mund ein bisschen zu voll genommen, denn sein offizieller Auftrag beschert ihm nicht nur Begleiter bei seiner Diebestour, sondern auch allerhand Schwierigkeiten. Ihr wollt mehr erfahren? Dann legt los mit „Der Dieb“!

Die Website von Brian Staveley:

Mehr über den amerikanischen Autoren und Lektoren Brian Staveley und seine Fantasyromane erfahrt ihr auf Brian Staveleys englischsprachiger Website.

Das Buch:

Bläuliches Buchcover mit 3 Schwertern auf einem Thron752 Seiten

Paperback

April 2015

Heyne Verlag

Preis: 14,99 € (D)

ISBN: 978-3-453-31661-4

Originaltitel: „The Emperor’s Blades – Chronicles of  the Unhewn Throne Book 1“

Deutsche Übersetzung: Michael Siefener

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