Cassandra Clare & Holly Black „Der kupferne Handschuh – Magisterium 2“

Inhaltsangabe:

Buchcover zu "Magisterium - Der kupferne Handschuh"ZauberlehrlingeJung & AltModerne WeltCallum Hunt hat es geschafft: Er ist durch die Erste Pforte gegangen und hat das erste Schuljahr im Magisterium, dem unterirdischen Labyrinth, in dem er in der Magie der Elemente unterrichtet wird, geschafft. Nun kann ihm keiner mehr seine Magie nehmen.

Doch der knapp 13-jährige muss sich nach den Enthüllungen von Master Joseph fragen, ob das nicht eventuell besser gewesen wäre. Der ehemalige Lehrer von Constantine Madden, dem Feind des Todes, hat behauptet, dass er, Call, Constantine sei, dass seine eigene Seele durch die Seele des gefürchteten und verhassten Chaosmagiers ersetzt worden ist, als er noch ein Baby war. Kann das war sein? Ist er tatsächlich böse?

Während Call alles in Frage stellt, was er über sich weiß, beginnt auch schon das Kupferjahr, das zweite Schuljahr an der Zauberschule. Doch Master Joseph zieht auch dieses Mal im Hintergrund die Fäden und plötzlich befinden sich nicht nur Call, sein Chaoswolf Mordo und seine Freunde Aaron und Tamara in großer Gefahr, sondern auch Calls Vater Alistair.

Meine Meinung zu „Der kupferne Handschuh – Magisterium 2“:

Wer von uns aus der „Harry Potter“-Generation träumt nicht davon, dass eines Tages ein Zauberer auftaucht und die magischen Worte spricht: „Du bist ein Zauberer, Harry/XYZ“? Nur dass der Junge Call diese Worte nie hören wollte, nie auf die Schule für Magier gehen wollte und dass die Worte in seinem Fall wohl eher gelautet hätten: „Glückwunsch, du bist Voldemort, der meistgehasste Magier aller Zeiten!“.

Worum geht es im Roman?

Die Ähnlichkeiten und Parallelen, aber auch die Unterschiede zur „Harry Potter“-Reihe sind erkennbar und gewollt. Doch die beiden amerikanischen Bestsellerautorinnen Cassandra Clare und Holly Black schaffen es, dass ihre Schule für Zauberei, das Magisterium, in keinster Weise an Hogwarts erinnert. Sie haben ihre eigene Welt erschaffen und in dieser ist Callum Hunt, von allen nur Call genannt, kein strahlender Held, der gegen das Böse kämpfen muss. Denn nach den Enthüllungen am Ende des ersten Bandes muss sich Call in „Der kupferne Handschuh“ fragen, wer er eigentlich ist.

Ist er wirklich Constantine Madden, ein Makar (= Chaosmagier)? Kann es wirklich sein, dass er böse und ein Kriegstreiber ist? Und das, obwohl er sich nicht daran erinnert, Constantine Madden zu sein?

Die Frage nach seiner Identität und sein Geheimnis stehen im Zentrum des 2. Bandes der „Magisterium“-Reihe. Dazu kommt das Rätsel um den kupfernen Handschuh, auch Alkahest genannt, den die Gegenseite unbedingt in ihre Hände bekommen und gegen ihren Makar einsetzen will. Während Calls Beziehungen zu seinen Freunden und seinem Vater aufgrund seines Geheimnisses angespannt sind, braucht er sie mehr denn je, wenn er verhindern will, dass Master Josephs finstere Pläne gelingen.

Die Hauptfiguren:

Callum Hunt, Call genannt, ist während seines zweiten Schuljahres im Magisterium 13 Jahre alt. Seine Mutter starb beim Eismassaker durch Constantine Madden, sein Vater schwor daraufhin der Magie ab und hasst seitdem das Magisterium. Keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium an der unterirdischen Schule für Magie. Zumal Call auch wegen seiner schroffen und manchmal hitzigen Art nicht unbedingt der beliebteste Junge an der Schule ist.

Befreundet ist Call mit den beiden anderen Schülern aus seiner Lehrlingsgruppe, die von Master Rufus, dem früheren Lehrer seiner Eltern und Constantine Maddens, geleitet wird. Aaron Stewart stammt aus einfachen, armen Verhältnissen. Er ist ein sehr netter und gutmütiger Junge und ist nicht nur Calls bester Freund, sondern auch ein Makar, ein Magier, der das Chaos beherrschen kann, und die große Hoffnung des Magisteriums und des Präsidiums gegen den Feind des Todes.

Tamara Rajavi stammt aus einer sehr vermögenden und angesehenen Magier-Familie. Ihre Eltern sitzen im Präsidium und lenken damit die Geschicke der Magiergemeinschaft. Sie ist mit Call und Aaron gleichermaßen befreundet, gerät aber mit Call hin und wieder aneinander. Sie ist eigensinnig und weiß, was sie will.

Jasper deWinter ist Calls verhasster Mitschüler am Magisterium. Er nimmt es Call immer noch übel, dass Master Rufus Call als Lehrling gewählt hat und nicht ihn, und macht ihm das Leben schwer, wo es nur geht.

Constantine Madden ist der Feind des Todes, mit dem die Magier im Krieg liegen. Er ist seit Jahren verschwunden, was aber kaum jemand weiß, da sein früherer Lehrer Master Joseph seine Rolle spielt. Master Joseph will unbedingt die Rückkehr seines Meisters in die Wege leiten und in seinen finsteren Plänen spielt Call die zentrale Rolle.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Der kupferne Handschuh“ ist der 2. Band der All Age-Fantasyreihe „Magisterium“ von Holly Black und Cassandra Clare.

Wie liest sich das Buch?

Es gibt ja manche, die die Parallelen zur „Harry Potter“-Reihe stören. Mich nicht, ich bin Fan von beiden Reihen, für mich haben sie auch bis auf gewisse Elemente – 3 beste Freunde, davon 2 Jungen und 1 Mädchen, der eine Junge gilt als auserwählter Held, der gegen den bösen Magier antreten soll und alle gehen auf eine geheime Schule für Zauberlehrlinge – nicht viel miteinander gemeinsam. Das Magisterium und Hogwarts unterscheiden sich grundlegend, auch der Unterricht ist ganz anders. Call ist nicht Harry, man könnte ihn stattdessen eine Mischung aus Ron und Voldemort nennen. Er steht immer im Schatten seines besten Freundes Aaron und statt zum Helden soll er dazu ausersehen sein, sich wieder in Constantine Madden, den schlimmsten Magier aller Zeiten, zu verwandeln.

Durch die andere Ausgangslage ist die Geschichte um einiges düsterer als die „Harry Potter“-Reihe. Die Elementarier, die zum Teil in der Schule leben, gelten als bösartige magische Wesen und auch die Chaosbesessenen, die zombieähnlich sind, sofern es sich um Menschen und nicht um chaosbesessene Tiere wie Mordo handelt, sind richtig gruselig. Magie hat in „Der kupferne Handschuh“ häufig den Beigeschmack einer düsteren Gefahr und nur selten den Zauber des Staunens.

Die Gemeinsamkeiten der beiden Reihen geraten dadurch schnell in Vergessenheit und nur in kurzen Momenten kommen sie blitzartig wieder zum Vorschein. Die Handlung ist spannend und für die Leser nicht vorhersehbar. Ich dachte lange Zeit, ich hätte sie durchschaut und wüsste, was passieren müsste, aber dann kam alles anders. Und so flog ich regelrecht durch das Buch, da ich unbedingt wissen wollte, wie es nun mit Call weitergeht.

Was hat mir besonders gut an „Der kupferne Handschuh – Magisterium 2“ gefallen?

Ich mag die Charaktere. Besonders Call finde ich in seiner Vielschichtigkeit sehr interessant. Wie jeder Jugendliche stellt er sich die Frage, wer er eigentlich ist, doch die angebotene Antwort ist keine, die ihm gefällt. Doch ist sie die einzige? Ist es Calls Schicksal böse zu werden? Der Roman zieht einen Großteil seiner Spannung und seiner Faszination für mich aus dieser simplen Frage.

Die Magie selbst kommt im 2. Band der „Magisterium“-Reihe etwas kurz, doch wenn sie da ist, finde ich sie wieder sehr interessant, faszinierend und teilweise düster. Chaosmagie, die Elementare, die Chaosbesessenen, der Unterricht in den einzelnen Elementen und die Kunstfertigkeit der Lehrer sind beeindruckend.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich habe mich gewundert, als ich an zwei, drei Stellen über Logikfehler gestolpert bin. Das hätte den beiden Autorinnen meiner Meinung nach nicht passieren dürfen.

So behauptet Master Joseph, dass er und Alistair, Calls Vater sich nie begegnet sind, doch er war bereits Constantines Lehrer am Magisterium und Alistair war mit Constantine in derselben Lehrlingsgruppe und dort mit ihm befreundet. Selbst wenn Constantine als Makar Einzelunterricht erhielt, so groß ist das Magisterium nicht, dass sich Master Joseph und Alistair dort in fünf Jahren nie begegnet sind.

Auch das Alter von Tamaras Eltern kam mir komisch vor. Angeblich haben sie an der Schule beobachtet, wie Calls Mutter dort ihr Messer geschmiedet hat. Das erforderte aber schon magische Erfahrung, als muss Calls Mutter mindestens im 2. oder 3. Schuljahr gewesen sein. Da es insgesamt nur 5 Schuljahre gibt, heißt das, dass Tamaras Eltern maximal 2-3 Jahre älter gewesen sind als Calls Eltern. Da die Schüler in einer Lehrlingsgruppe etwa gleich alt sind und sie mit 12 Jahren im Magisterium beginnen, beenden sie mit 16-17 Jahren die Schule. Als Constantine und Alistair 20/21 gewesen sind, geschah das Eismassaker, Call war zu diesem Zeitpunkt ein Baby, Tamara wird im Buch als geringfügig älter als Call eingeführt. Sie hat eine Schwester, die 2 Jahre älter ist, und hatte früher noch eine ältere Schwester, die zur Verschlungenen wurde. Wann haben Tamaras Eltern dann bittesehr geheiratet und ihr erstes Kind bekommen? Bei meiner Rechnung komme ich auf ca. 17-18 Jahre. Irgendwie passt da was nicht ganz zusammen in den Zeitangaben.

Ich muss gestehen, das hat mich geärgert. Ich hatte das Gefühl, als wären Calls Eltern künstlich jung gemacht worden, um an Harrys Eltern zu erinnern, doch die Folgen der Entscheidung scheinen mir nicht bis zum Ende durchdacht zu sein. Und die künstlichen Parallelen hat die Reihe meiner Meinung nach nicht nötig. Ich empfinde „Magisterium“ als eigenständige Reihe, der konstante Bezug zur „Vorlage“ muss nicht sein und wirkt zum Teil nicht harmonisch.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Bis auf die Logikfehler hat mir „Der kupferne Handschuh – Magisterium 2“ gut gefallen. Ich habe es inzwischen sogar schon 3x gelesen (immer bevor ich die Rezi zu „Der kupferne Handschuh“ schreiben konnte, kamen mir ein halbes Dutzend anderer Bücher dazwischen und ich habe wieder von vorne angefangen), vielleicht fallen mir diese Punkte da inzwischen mehr auf als anderen Lesern. Ich muss gestehen, dass mir durch den reduzierten Einsatz von Magie der 2. Band nicht ganz so gut gefallen hat wie der 1 Teil. Auch wenn ich die Frage nach Calls Identität höchst spannend finde, so hätte ich mir etwas mehr Zauberei gewünscht.

Wem würde ich „Der kupferne Handschuh – Magisterium 2“ empfehlen?

Allen, die All Age Fantasy mögen, die ein bisschen düster und anders ist, und natürlich allen, die Band 1 mochten sowie Cassandra Clare- und Holly Black-Fans und denjenigen, die es werden wollen.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen„Der kupferne Handschuh“ hat mich nicht ganz so überzeugen können wie der 1. Band „Der Weg ins Labyrinth“. Dennoch lohnt sich die „Magisterium“-Reihe allemal und ich werde mit Sicherheit alle 5 geplanten Bände (für jedes Schuljahr einer) lesen.

Die folgenden Bände von „Magisterium“ sind bereits erschienen oder erscheinen in Kürze:

  1. „Der Weg ins Labyrinth“
  2. „Der kupferne Handschuh
  3. „Der Schlüssel aus Bronze“

Wer bis zum Erscheinen von „Der Schlüssel aus Bronze“ die Zeit mit weiterer spannender Fantasy-Unterhaltung vertreiben will, dem kann ich auch die „Chroniken der Unterwelt“-Reihe von Cassandra Clare empfehlen. Die Urban Fantasy-Reihe für Jugendliche und Erwachsene erzählt die Geschichte der Schattenjäger und der jungen Heldin Clary, die sich Dämonen und dem bösen Schattenjäger Valentin stellen muss. Ihre überraschende Begegnung mit dem Übernatürlichen hat Clary im ersten Band „City of Bones“.

Holly Black ist unter anderem die Autorin der „Spiderwick-Geheimnisse“. Entdeckt habe ich sie allerdings durch eine andere Reihe, nämlich ihre Trilogie „Weißer Fluch“, „Roter Zauber“ und „Schwarzes Herz“, in der sie ein düsteres Schicksal für alle Magier zeichnet. Die sogenannten Fluchmagier müssen zum Schutz der Nicht-Magier Handschuhe tragen und leben in Mafia-ähnlichen Familien. Wie es ist, als normaler Mensch unter Fluchmagiern aufzuwachsen, erzählt Hauptfigur Cassel. Spannende Contemporary Fantasy, die mich echt begeistert hat!

Die Websites von Holly Black und Cassandra Clare:

Mehr über die Kinder- und Jugendbuch-Autorin Holly Black erfahrt ihr auf ihrer Website: http://blackholly.com/

Die Bestseller-Autorin Cassandra Clare wurde mit ihrer „Chroniken der Unterwelt“-Reihe weltberühmt. Mehr über sie, ihre Romane, etc. erfahrt ihr auf ihrer englischsprachigen Homepage:  http://www.cassandraclare.com/

Das Buch:

Buchcover zu "Magisterium - Der kupferne Handschuh"304 Seiten

gebunden

Oktober 2015

One (Bastei Lübbe Verlag) 

Preis: 14,99 € (D)

ISBN: 978-3-8466-0017-7

Originaltitel: „Magisterium – The Copper Gauntlet“

Deutsche Übersetzung: Anne Brauner

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