Derek Landy „Demon Road – Hölle und Highway“

Inhaltsangabe:

Attraktive rothäutige Dämonin vor Auto auf LandstraßeDämonenModerne Weltdunkle FantasyDie 16-jährige Amber Lamont wusste schon immer, dass sie nicht das beste Verhältnis zu ihren Eltern hat. Immerhin sind Betty und Bill Lamont elegant, attraktiv, gepflegt … und gleichgültig und das nicht nur ihr gegenüber. Doch als sie eines Tages von zwei jungen Männern verfolgt und angegriffen wird, muss sie erkennen, dass auch sie anders ist.

Als sie sich unerwartet in einen rothäutigen Dämon mit Hörnern verwandelt, erfährt Amber das Geheimnis ihrer Eltern: Sie sind Dämonen und wollen sie fressen!

Von einem Moment auf den nächsten befindet sich Amber auf der Flucht und bereist mit dem geheimnisvollen Milo Sebastian und dem geschwätzigen jungen Iren Glen die Demon Road, ein Straßennetzwerk, das quer durch die USA zu schrecklichen Orten und Monstern führt.

Meine Meinung zu „Demon Road – Hölle und Highway“:

Auf dieses Buch habe ich mich schon länger gefreut. Ich mag Derek Landys „Skulduggery Pleasant“-Reihe und der Klappentext zu „Demon Road – Hölle und Highway“ klang einfach cool.

Worum geht es im Roman?

Vermutlich kennt jeder die Geschichte vom hässlichen Entlein, das sich in einen wunderschönen Schwan verwandelt, nur dass sich Amber, ein übergewichtiges Mädchen, das als hässlich verspottet wird, in einen großen, schlanken und schönen Dämon verwandelt, als sie 16 Jahre ist.

Leider hat Ambers Dämonennatur auch eine Schattenseite. Nicht nur, dass ihre Eltern sie fressen wollen, auch ihr Charakter verändert sich, wenn sie sich verwandelt. Sie wird selbstbewusster, gerne mal zu selbstbewusst, und auch aggressiver und stärker.

Kurz nach ihrer Entdeckung befindet sich Amber auf der Flucht und landet unerwartet auf einem Roadtrip durch die USA. Zusammen mit ihren beiden Begleitern Milo und Glen sucht sie einen Weg, sich von ihren Eltern und einem dämonischen Pakt zu befreien, doch die Demon Road, ein Straßennetzwerk, das unheimliche Orte und Monster verbindet, führt sie auf eine gefährliche Reise und zu allerhand höllischen Begegnungen.

Die Hauptfiguren:

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 16-jährige Amber Lamont, die aufgrund eines dämonischen Paktes mit dem Leuchtenden Dämon, den ihre Eltern Betty und Bill und deren Freunde geschlossen haben, als Dämon geboren wurde. Kurz nach ihrem 16. Geburtstag beginnt sich das eher unscheinbare, einzelgängerische Mädchen zu verwandeln, als ihre Dämonenseite erwacht. Plötzlich steht sie vor Problemen, mit denen sonst kein Teenager konfrontiert wird, was sie zu einer ungewöhnlichen und interessanten Figur macht.

Ambers Tante Imelda hilft ihr bei ihrer Flucht und engagiert dafür den mysteriösen Milo Sebastian, der sie mit seinem schwarzen 1973er Dodge Charger durch die USA fährt und sich mit der Demon Road und Monstern ungewöhnlich gut auskennt.

Auf ihrer Fahrt lesen sie den obdachlosen jungen Iren Glen auf. Wahrlich nicht der Hellste drückt er seine Gefühle gerne mal mit Geplapper oder Gejammer aus, wodurch er das genaue Gegenteil zum schweigsamen und cleveren Milo ist. Glen mag Amber, besonders in ihrer dämonischen Gestalt findet er sie sehr attraktiv. Doch auch er hat ein düsteres Geheimnis, das er natürlich nicht lange für sich behalten kann.

Der Leuchtende Dämon ist der Dämon, mit dem Ambers Eltern und deren vier Freunde Alastair, Imelda, Grant und Kirsty einen Pakt geschlossen haben, der ihnen Macht, höllische Schönheit, Stärke und ein langes Leben verleiht. Doch natürlich handelt der Leuchtende Dämon nicht aus Nächstenliebe, bei dem gerissenen Höllengezücht hat alles einen Preis – und einen Haken.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

„Demon Road – Hölle und Highway“ ist der 1. Band der „Demon Road“-Trilogie.

Wie liest sich das Buch?

Ich fühlte mich teilweise wie auf einem wilden Roadtrip zu den düstersten Orten der USA. Der zeitgenössische Dark Fantasy-Roman bietet wenig heitere Momente, dafür düstere Schrecken und eine Faszination für Massenmörder und Monster.

Auch wenn dem Buch ein roter Faden zugrunde liegt, führt Derek Landy seine Leser doch immer wieder auch auf Umwege und man weiß nie so recht, was als Nächstes kommt. Spannend und actionreich!

Was hat mir besonders gut an „Hölle und Highway – Demon Road 1“ gefallen?

Ich finde die Idee, über ein Mädchen zu schreiben, das seine dämonische Seite entdeckt, super. Auch die Veränderung, die Amber durch ihre Entdeckung durchläuft, war spannend beschrieben. Als Mensch profitiert sie immer mehr von dem Selbstbewusstsein ihres inneren Dämons. Doch auch die Schattenseiten ihrer Natur und ihrer Veränderung waren gut beschrieben.

Die Vorstellung, dass es eine Demon Road gibt, ähnlich die berühmte Route 66, nur dass sie die schrecklichsten Orte der USA verbindet und einen Roadtrip der ganz anderen Art ermöglicht, ist beängstigend und faszinierend zugleich. Ich konnte mir sofort vorstellen, dass es das Netzwerk aus düsteren Straßen und so etwas wie das Highway-Gespenst mit dem Monsterauto wirklich gibt. Auch die vorgestellten Monster – ob Mensch oder Kreatur – üben eine dunkle Faszination aus.

Was hat mir nicht gefallen?

Mir fehlte eine Identifikationsfigur in „Demon Road – Hölle und Highway“. Die große Stärke des Romans – seine ungewöhnliche Figuren und Situationen – ist leider auch seine größte Schwäche. Obwohl die Handlung spannend ist, es um Leben und Tod geht und es tolle Kampfsituationen gibt, konnte ich mich leider mit keiner Hauptfigur richtig identifizieren.

Amber ist zu anders und mit ihrer Bereitschaft, alles zu tun, um die Pläne ihrer Eltern zu torpedieren, sowie ihrer dunklen, aggressiven und blutrünstigen Seite ist sie eine Anti-Heldin, die mich zwar fasziniert hat, aber nur selten meine Sympathien erlangen konnte. Milo hingegen ist so schweigsam und geheimnisvoll, dass ich am Ende des 1. Bandes der „Demon Road“-Reihe nur wenig mehr über seinen Charakter weiß als zu Beginn. Wir erfahren zwar etwas über seine Vergangenheit und sein Geheimnis, doch er ist und bleibt schwer einschätzbar. Und Glen, sorry, er ist ein Waschlappen. Geschwätzig, dumm, etwas naiv und viel zu vertrauensselig ist er leider kein Charakter, mit dem man sich als Leser identifizieren möchte.

Leider hat die fehlende Identifikation dazu geführt, dass ich nicht so mitfiebern konnte, wie ich es gerne getan hätte. Auch das Wow-Gefühl beim Lesen vermisste ich dadurch. Das ist echt schade, denn ansonsten hatte das Buch alles, um mir wirklich gut zu gefallen.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Obwohl ich mich nicht mit den Figuren identifizieren konnte, haben mir die Ideen des Romans und die spannende Handlung doch gut gefallen, sodass ich gespannt bin auf die Fortsetzung. Von mir gibt es 4 Bücher für „Demon Road – Hölle und Highway“.

Wem würde ich „Hölle und Highway – Demon Road 1“ empfehlen?

Der Loewe Verlag empfiehlt den Dark Fantasy-Roman ab 14 Jahren, aber er lässt sich auch für erwachsene Fantasy- und Horrorfans gut lesen. Da die Identifikation mit der jugendlichen Anti-Heldin nicht stark ausgeprägt ist, eignet sich das Buch für jugendliche und erwachsene Leser aller Altersklassen, die gerne Dark Fantasy oder spannende Contemporary Fantasy lesen und von ein paar leichten Horror-Elementen nicht abgeschreckt sind. Ich fand die Szenen nicht schlimm, doch wer nicht mit abgetrennten Gliedmaßen umgehen kann, sollte diesen Fantasyroman lieber nicht lesen.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen„Hölle und Highway“ ist der Auftakt zur „Demon Road“-Trilogie. Der 2. Band soll ab September 2017 auf Deutsch erscheinen. Die Dark Fantasy-Reihe von Derek Landy umfasst folgende Bände:

  1. „Hölle und Higway“
  2. „Desolation“
  3. „American Monsters“

Derek Landy ist nicht nur der Autor von „Demon Road“, sondern auch von „Skulduggery Pleasant“. Der Skelettdetektiv und Magier Skulduggery und sein unerschrockener Lehrling Stephanie alias Walküre Unruh nehmen es in der gleichnamigen, in Irland angesiedelten Contemporary Fantasy-Reihe mit reiner Schar böser Magier auf und versuchen mit ungewöhnlichen Methoden die Welt zu retten, wofür sie nur in den seltensten Fällen Dankbarkeit erhalten. Etwas humorvoller als die „Demon Road“-Reihe, aber auch mit einigen düsteren Fantasyelementen hat mich die Reihe ab dem 1. Band „Der Gentleman mit der Feuerhand“ überzeugt.

Mehr Dämonen? Bitte sehr! Auch in Robert Corvus‘ „Schwertfeuer-Saga“ spielt diese Spezies eine ganz entscheidende Rolle. Denn die Feuerdämonen sind eng mit der Söldnerlegion Der Klingenrausch verbunden und dämonische Priester sorgen nicht nur für Unterstützung in der Schlacht, sondern auch im Reich des Todes. Wie das aussieht erzählt Robert Corvus uns in seinem spannenden Dark Fantasy-Roman „Rotes Gold“.

Die Website von Derek Landy:

Mehr zur „Demon Road“-Reihe, zum Autor und seinen Romanen erfahrt ihr auf Derek Landys englischsprachigem Blog http://dereklandy.blogspot.de/  oder auf der deutschen Website zur Reihe www.demonroad.de.

Das Buch:

Attraktive rothäutige Dämonin vor Auto auf Landstraße480 Seiten

gebunden

September 2016

Loewe Verlag

Preis: 19,95 € (D)

ISBN: 978-3-7855-8508-5

Originaltitel: „Demon Road“

Deutsche Übersetzung: Ursula Höfker

 

Vielen Dank an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar!

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