Derek Landy „Sabotage im Sanktuarium – Skulduggery Plesant 4“

Inhaltsangabe zu „Sabotage im Sanktuarium“:

Buchcover mit Skelett im Anzug vor fremder Weltdunkle FantasyModerne Weltstarke HeldinnenNach dem mühsam errungenen Sieg über die Gesichtslosen und deren Zurückdrängung in ihre eigene Welt, hätte alles gut sein können. So ist jedenfalls die Meinung der anderen Zauberer des irischen Sanktuariums. Nur Stephanie alias Walküre Unruh kann sich nicht damit abfinden, dass ihr Mentor und Freund, der mutige Skelett-Detektiv und Zauberer Skulduggery Pleasant, bei der Schließung des Portals von den dunklen Göttern in deren Welt mitgerissen wurde und dort von ihnen gefoltert wird.

Um ihn zu befreien, beschreitet Walküre Pfade, die sie immer häufiger auf Abwege führen. So erlernt sie nicht nur beim Totenbeschwörer Solomon Kranz deren dunkle Künste, sondern trifft sich auch mit dem Vampir Caelan, obwohl sie weiß, dass Skulduggery strikt dagegen wäre.

Doch ihre Bemühungen, Skulduggery zu befreien und ihren alten Mentor zurückzubekommen, stehen unter keinem guten Stern: Der Club der Rächer unter der Leitung des rachsüchtigen Clement Skarabäus schart zwielichtige Gestalten wie Billy-Ray Sanguin, den Vampir Dusk, Springer-Jack und den Möchtegern-Killer Vaurien Scapegrace um sich. Sie alle haben noch eine Rechnung mit Walküre, Skulduggery und ihren Freunden offen und ausgerechnet jetzt leidet der Skelett-Detektiv unter den Nachwirkungen seiner Gefangenschaft in der Wirklichkeit der Gesichtslosen …

Meine Meinung zu „Sabotage im Sanktuarium – Skulduggery Pleasant 4“:

Ich muss gestehen, die Reihe macht süchtig. „Sabotage im Sanktuarium“ ist nun bereits der 4. Band um den Skelett-Detektiv und Zauberer Skulduggery Pleasant und seine Schülerin Walküre und ich weiß jetzt schon, dass ich die Reihe mir auf jeden Fall komplett kaufen und schnellstmöglich lesen werde. Die Mischung aus skurrilen Figuren, absurden Situationen, Magie, dunkler Fantasy mit fiesen Göttern, Zauberern und paranormalen Ermittlern sucht Ihresgleichen.

Worum geht es in „Sabotage im Sanktuarium“?

Das Sanktuarium ist der Sitz der irischen Zauberer und nicht nur ihr Versammlungsort, der Verwahrungsort für Waffen und Geheimnisse, sondern auch ein Gefängnis. Für die Öffentlichkeit ist es als altes Wachsfiguren-Museum getarnt.

Dass das Sanktuarium vielen bösen Zauberern – und auch guten – aufgrund seiner Politik ein Dorn im Auge ist, ist klar. Auch der Club der Rächer schwört Rache gegen das Sanktuarium und seinen Großmagier Thurid Guild. Zusätzlich kommen auch Walküre und ihre Freunde mit dem Sanktuarium in Konflikt, da Guild und seine oberste Ermittlerin Davina Marr alles daran setzen, um das erneute Öffnen des Portals in die Wirklichkeit der Gesichtslosen – und damit Skulduggerys Befreiung – zu verhindern. Konflikt mit dem Sanktuarium gibt es reichlich und auch einige Überraschungen, aber ich will hier nicht zu viel verraten.

Die Hauptfiguren:

Neben Walküre, der inzwischen 15-jährigen Zauberschülerin, und ihren Freunden, dem selbstbewussten Teleporter Fletcher Renn, der mutigen Kämpferin Tanith Low, der geheimnisvollen Informationsmaklerin China Sorrow und dem vernarbten Schneider Grässlich, ist zum Glück auch Skulduggery Plesant wieder dabei.

Wie, das ist jetzt ein Spoiler? Mal ehrlich, wenn die Reihe „Skulduggery Pleasant“ heißt, wird Derek Landy seine Hauptfigur ja wohl kaum auf Nimmerwiedersehen in einer anderen Wirklichkeit verschwinden lassen. Come on!

Der Weg bis zum Wiedersehen ist zwar steinig und Skulduggery ist nach einem knappen Jahr Gefangenschaft  nicht mehr ganz der Alte, aber er kommt mit einer neuen Fähigkeit – und seinem alten, schon verloren geglaubten Schädel, hihi – zurück: Er kann nun fliegen!

Ich muss gestehen, Skulduggerys Abwesenheit tat der Serie ganz gut und sorgt auch für eine neue Dynamik zwischen den Figuren. So hat Walküre neuerdings Geheimnisse vor Skulduggery und trifft vermehrt eigene Entscheidungen für sich selbst und die Gruppe. Die Teenager-Rebellion, die ich im letzten Band noch vermisst habe, ist nun endlich da – wenn auch etwas schwächer, als ich sie mir erhofft hatte. Zudem spielt auch Fletcher Renn eine größere Rolle (für Walküre) als noch im letzten Band.

Ich muss gestehen, das Wiedersehen mit einigen Bösewichten wie Billy-Ray Sanguin und Vaurien Scapegrace macht von Mal zu Mal immer mehr Spaß, denn es gibt auch in diesem Band wieder spannende neue Entwicklungen und wir dürfen gespannt sein, womit uns die Figuren im nächsten Band überraschen.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

„Sabotage im Sanktuarium“ ist der Nachfolge-Band zu „Die Diablerie bittet zum Sterben“ und bereits der 4. von bislang 9 Bänden der „Skulduggery Pleasant“-Reihe. Da die Bände aufeinander aufbauen und es wiederkehrende Figuren gibt, deren Vorgeschichte mit den Freunden man als Leser kennen sollte, um die Geschichte zu verstehen, empfehle ich unbedingt, die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen.

Wie liest sich das Buch?

„Sabotage im Sanktuarium – Skulduggery Plesant 4“ liest sich spannend und gefällt mir besser als sein Vorgänger „Die Diablerie bittet zum Sterben“. Er geht weg von der Bedrohung durch die Gesichtslosen, was gut so ist, denn nach 3 Bänden war da kaum noch eine plausible Steigerung möglich, und bringt mit neuen und alten Freunden frischen Wind in die Handlung. Auch der schräge, teils schwarze Humor zwischen Skulduggery und Walküre ist wieder da, was mich sehr gefreut hat.

Insgesamt wird das Buch – wie auch die Reihe – immer düsterer. Wir sind ganz klar in der Dark Fantasy angekommen.

Was hat mir besonders gut an „Sabotage im Sanktuarium – Skulduggery Pleasant 4“ gefallen?

Ganz klar das Absurde und Skurrile. Ich liebe die Hauptfiguren, weil sie so herrlich schräg sind.

Außerdem mochte ich erstaunlicherweise auch den Club der Rächer, obwohl sie zu Beginn ja im Vergleich zur Diablerie, einigen anderen Bösewichtern und den dunklen Göttern ja vergleichsweise harmlos erscheinen. Doch das täuscht! Am Ende entpuppen sie sich als die in meinen Augen bislang gefährlichsten Gegner der Freunde.

Was hat mir nicht an „Sabotage im Sanktuarium – Skulduggery Pleasant 4“ gefallen?

Der Cliffhanger am Ende, seufz! Der war jetzt echt fies. Klar, als Leser von Derek Landy sind wir schon einige gemeine Cliffhanger gewöhnt, die natürlich nicht sofort im nächsten Band aufgelöst werden, aber dieser hier war der Oberhammer. Erst die überraschende Wende im Fall des Sanktuariums und dann noch die Enthüllung über die neue Gegnerin von Skulduggery und Walküre,  Darquise, von denen die Seher prophezeien, dass sie die Welt zerstören wird. Ich hätte am liebsten sofort weitergelesen, obwohl es schon verdammt spät war, als ich das Buch beendet hatte.

Was mir auch nicht ganz gefallen hat, war, dass die Helden dieses Mal ganz schön einstecken mussten. War im 3. Band schon Mr. Bliss gestorben, so werden die Helden in „Sabotage im Sanktuarium“ einer nach dem anderen Opfer von Folter und Verletzungen. Die Menge war mir ein bisschen zu viel. 🙁

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt fand ich den 4. Band wieder um einiges spannender als noch den 3. Band. Die Figuren und die Handlung wartet mit ein paar überraschenden Wendungen auf und bringt die Reihe in einer neue Richtung, so dass es wieder Spaß macht zu rätseln, was als Nächstes passiert (man merkt, ich bin kein Fan von den Gesichtslosen als drohendes Verhängnis für die Welt und die Menschheit). Auch die Bösewichte haben dieses Mal wieder richtig Spaß gemacht, so dass ich mich schon auf ein Wiedersehen mit Helden und Gegnern gleichermaßen freue.

Wem würde ich „Sabotage im Sanktuarium“ empfehlen?

Es hat mich etwas überrascht, dass der Loewe Verlag auch beim 4. Band immer noch eine Altersempfehlung ab 12 Jahren ausspricht. Angesichts der Gewalt- und Folterszenen sowie der Dark Fantasy hätte ich es wohl spätestens jetzt auf 14 Jahre angehoben. Insgesamt kann ich „Sabotage im Sanktuarium – Skulduggery Plesant 4“ allen jugendlichen und erwachsenen Fans von Dark Fantasy und absurd-schräger Fantasy wie Terry Pratchett und Co. empfehlen.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenUnd es geht weiter! Ich habe es selten, dass ich eine Reihe so am Stück lese – aber andererseits sind ja auch bereits 9 Bände der Contemporary Fantasy-Reihe „Skulduggery Pleasant“ von Derek Landy erschienen. Da habe ich einiges aufzuholen. 😀

Wer ein Fan des Skelett-Detektivs und seiner Freunde werden will, sollte ihre Abenteuer in folgender Reihenfolge lesen:

  1. „Der Gentleman mit der Feuerhand“
  2. „Das Groteskerium kehrt zurück“
  3. „Die Diablerie bittet zum Sterben“
  4. „Sabotage im Sanktuarium“
  5. „Rebellion der Restanten“
  6. „Passage der Totenbeschwörer“
  7. „Duell der Dimensionen“
  8. „Die Rückkehr der Toten Männer“
  9. „Das Sterben des Lichts“

Und wer danach immer noch nicht genug von Derek Landys skurrilen Figuren hat, kann dann noch den Einzelband „Tanith Low – Die ruchlosen Sieben“ genießen.

Die Website von Derek Landy:

Mehr zur „Skulduggery Pleasant“-Reihe, zum Autor und seinen Romanen erfahrt ihr auf Derek Landys englischsprachigem Blog http://dereklandy.blogspot.de/  oder auf der deutschen Website zur Reihe http://www.skulduggery-pleasant.de/.

Das Buch:

Buchcover mit Skelett im Anzug vor fremder Welt384 Seiten

Taschenbuch

Juni 2012

Loewe Verlag

Preis: 9,95 € (D)

ISBN: 978-3-7855-7533-8

Originaltitel: „Skulduggery Pleasant – Dark Days“

Deutsche Übersetzung: Ursula Höfker

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