Dominique Stalder „Der Wanderer: Band 1: Die Schwarzen Klippen“

Inhaltsangabe:

Buchcover: Monster, Mann mit Feuerhand und verängstigtes Mädchen in der DunkelheitEin einsamer Wanderer ohne Gedächtnis durchstreift eine düstere Welt. Nachdem er bei der Schamanin Drakatia Zuflucht gefunden hatte und diese ihn und die Magd Myrael bei einem Ritual betrogen hat, hat er das Liebste auf der Welt verloren.

Jetzt muss er es sich zurückholen. Auf der Suche nach einem Weg, seine Myrael aus der Unterwelt zu befreien, hat der Wanderer die Grauberge überquert. Dabei wird er immer von Dämonen gejagt, die ihm der Fluch der toten Drakatia auf den Hals gehetzt hat. Doch auf der anderen Seite des Gebirges ist die Welt nicht besser und als er eines Nachts ein junges Mädchen namens Maela vor ein paar verrohten Söldnern rettet, ahnt er nicht, dass seine Tat weitreichende Konsequenzen haben wird. Denn der Anführer der schwarzen Reiter ist nicht fern und er weiß von den Geschehnissen in der Hütte der Schamanin …

Meine Meinung zu „Der Wanderer: Die Schwarzen Klippen“:

Die Reise des Wanderers geht weiter. Leider konnte ich nicht direkt anfangen zu lesen, als ich das signierte Exemplar vom Autor zugeschickt bekommen habe, dennoch war ich gespannt, wie es mit Haric weitergehen würde.

Worum geht es im Roman?

„Der Wanderer“ ist eine Dark Fantasy-Reihe. Dementsprechend düster sind die Abenteuer, die der Protagonist erlebt, und die Welt, in der die Ereignisse spielen. Der Wanderer selbst ist keine helle Gestalt, seine Vergangenheit liegt im Dunkeln, da er seine Erinnerungen verloren hat.

Dennoch steht anders als im Prolog nicht mehr die Suche nach seiner Identität im Vordergrund, sondern das Handeln des Wanderers richtet sich jetzt auf sein neues Ziel aus: seine geliebte Myrael zu retten. Auf der Suche nach einem Weg sie zu retten durchstreift er die Welt, die von immerwährenden Wolken, Machtkämpfen und der Unterdrückung Schwächerer geprägt ist.

In „Die Schwarzen Klippen“ erleben wir ihn auf seiner ersten Station, im Dorf Uriatha nahe der erwähnten schwarzen Klippen, wo eine spontane Rettungsmission ihn in einen Konflikt der Dorfbewohner mit den Söldnern zieht.

Die Hauptfiguren:

Im Mittelpunkt der Reihe steht der Wanderer ohne Erinnerung. Hat er im Prolog noch den Namen Haric getragen, so hat er diesen nun abgelegt, da er ihm von der Schamanin gegeben worden war. Nun hat er den Namen Tulan angenommen – die Frage ist, wie lange.

Tulan wird von seiner Liebe zu Myrael, ihrem Wunsch, sie zu retten, Stimmen, die zu ihm sprechen, und seinen dämonischen Verfolgern getrieben. Doch nicht nur seine Seele, sondern auch sein Körper sind durch die Ereignisse gezeichnet. Seine Feuermagie hat er inzwischen gelernt zu beherrschen und setzt sie und sein Schwert gegen dämonische und menschliche Gegner ein.

Maela ist ein junges Mädchen, noch ein Kind, das sich durch eine naive Anhänglichkeit gegenüber dem Wanderer auszeichnet, nachdem ihre Adoptiveltern und die Dorfbewohner sie nicht immer gut behandeln. Sie erinnert den Wanderer mit ihren goldenen Augen an Myrael.

General Tarak ist der Name des Anführers der schwarzen Reiter, einer Söldnergruppe, die sich selbst die Roten Schwingen nennen.

Herzog Kastanir von Carin herrscht über das Gebiet, in dem sich das Dorf Uriatha befindet. Doch er ist machthungrig und hat nur die Eroberung der Krone im Sinn, das Schicksal der Menschen kümmert ihn wenig.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, das Buch gehört zur Reihe „Der Wanderer“. Es zählt zwar als Band 1, doch man sollte wissen, dass es davor noch den Prologband „Die Schamanin“ gibt. Zum besseren Verständnis würde ich empfehlen, mit dem Prolog anzufangen.

Wie liest sich das Buch?

Es ist düster und nichts für schwache Nerven. Hier scherzen derbe Söldner über die Vergewaltigung von Minderjährigen, ein Menschenleben ist nichts wert und Mord und Totschlag sowie ein Leben in Angst und Schrecken sind an der Tagesordnung. Ihr wünscht euch strahlende Helden und einen Sieg der Guten? Dann lest am besten ein anderes Buch, denn in „Der Wanderer: Die Schwarzen Klippen“ werdet ihr das nicht finden.

Dennoch liest sich das Buch trotz der schweren Themen recht zügig. Man merkt, dass der Autor vom Prolog zu Band 1 eine Entwicklung durchgemacht und viel gelernt hat. Die Identifikation mit dem Wanderer fällt inzwischen um einiges leichter, denn der Charakter hat durch seine Erfahrungen und den Verlust, den er erleiden musste, eine emotionale Tiefe bekommen und versucht, die vergangenen Fehler nicht zu wiederholen.

Was hat mir besonders gut am Roman gefallen?

Ich möchte hier als Erstes mal die Ausstattung von „Die Schwarzen Klippen“ hervorheben. Man merkt, dass sich der Verlag und der Autor große Mühe gemacht haben, auch ein optisch schönes Buch zu erschaffen. Band 1 ist nicht nur mit einer Karte, sondern auch wieder mit zahlreichen Illustrationen in Schwarz-Weiß ausgestattet, die die Atmosphäre des Romans gut einfangen und vom Autor selbst gezeichnet wurden. So ergibt sich ein sehr stimmiges Bild und wir Leser können sehen, was sich der Autor zum Beispiel bei dem Wappen der Söldner vorgestellt hat.

Tulan hat mir auch gut gefallen. Während mir die Figur im Prolog noch interessant, aber zu wenig Identifikationsfigur war, hat sich das jetzt zum Glück geändert und man kann ihm als Leser gut auf seinen Abenteuern folgen und mit ihm mitfiebern. Ich finde, der Wanderer hat hier eine gute Entwicklung durchgemacht. Interessant fand ich, dass er jetzt einen anderen Namen trägt, und ich frage mich, ob das Bild, das wir Leser von ihm gewinnen, sich erneut ändern wird, wenn er den Namen Tulan ablegt und einen neuen Namen annimmt – was in meinen Augen nur eine Frage der Zeit ist und voraussichtlich im nächsten Band passieren wird. Außerdem hat er jetzt erste Flashbacks von seinem früheren Leben, die vielversprechend sind.

Die Atmosphäre der Welt wurde ebenfalls gut eingefangen, sie passt zu einem Dark Fantasy-Roman, auch wenn ich mir hier manchmal noch einen kleinen Tick mehr gewünscht hätte.

Durch seine Aufgabe und seinen Fluch ist die Handlung spannend, denn der Wanderer muss sich in Gefahr begeben, wenn er etwas erreichen will, und durch sein Handeln kommen dazu noch unerwartete Konsequenzen und Gegner hinzu, sodass sein Leben – und das Lesen – nie langweilig wird.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich fand das Ende spannend, aber etwas unbefriedigend. Hier geschieht etwas – und ich sage nicht was -, das einfach nicht erklärt wird. Klar, manche Geheimnisse sollen erst im Lauf der Reihe aufgeklärt werden. Doch wenn man als Leser noch nicht einmal erfährt, WAS genau geschehen ist, wenn man schon das WIE oder das WARUM nicht mitgeliefert bekommt, dann ist das erst mal eins: unbefriedigend, weil man auf die Aufklärung warten muss.

Auch gab es ein paar kleine Unstimmigkeiten und Logikfehler, über die ich gestolpert bin, die andere Leser vermutlich aber überlesen.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt hat mir „Der Wanderer 1“ gut gefallen. „Die Schwarzen Klippen“ ist ein spannender Dark Fantasy-Roman mit einer interessanten Hauptfigur, die nicht dem typischen Helden entspricht. Kleinere Schwächen sind noch vorhanden, doch sie schmälern nicht den guten Gesamteindruck, sodass ich 4 Bücher für den Roman gegeben habe.

Wem würde ich den Roman empfehlen?

„Der Wanderer: Die Schwarzen Klippen“ richtet sich eher an männliche Fantasyleser oder weibliche Leserinnen, die sich an düsteren Dark Fantasy-Romanen mit derben Momenten nicht stören. Wer Happy Ends braucht, ist hier fehl am Platz. Stattdessen bietet der Roman eine finstere Welt, einen dunklen Helden, viele Kämpfe und Magie.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenWir stehen noch am Anfang der Reise des Wanderers. Wer also Gefallen an der Dark Fantasy-Reihe „Der Wanderer“ von Dominique Stalder gefunden hat, der darf sich schon auf die nächsten Romane freuen.

Bisher sind folgende Bände erschienen:

  1. „Die Schamanin – Prolog“
  2. „Die Schwarzen Klippen – Band 1“

Wer mehr von Dominique Stalder lesen möchte, der kann das auf dem Wattpad-Profil des Autors tun. Hier bietet er weitere Geschichten zur kostenlosen Lektüre an: https://www.wattpad.com/user/Domsta.

Weitere Dark Fantasy-Romane, die euch gefallen könnten, sind zum Beispiel „Rotes Gold“ von Robert Corvus oder die „Cal Leandros“-Reihe von Rob Thurman, die zu meinen absoluten Lieblingsbüchern aus diesem Genre gehört. Mensch oder Monster? Diese Frage stellt sich der gleichnamige Titelheld beinahe täglich, ist er doch halb Mensch und halb der Nachfahre des gefährlichsten und intelligentesten Raubtieres, das die Welt je gesehen hat. Und nicht jeden Tag ist klar, welche Seite dieses Mal die Oberhand erringt. Spannend, düster und voller Sarkasmus beginnt das Abenteuer in „Nachtgeister“.

Die Website von Dominque Stalder:

Mehr über den Fantasyautor, seine aktuellen Projekte und Veröffentlichungen erfahrt ihr auf seiner Website http://www.dominique-stalder.de/.

Das Buch:

Buchcover: Monster, Mann mit Feuerhand und verängstigtes Mädchen in der Dunkelheit340 Seiten

Paperback

November 2016

SadWolf Verlag

Preis: 14,99 € (D)

ISBN: 978-3-946446-17-0

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