George R. R. Martin (Hg.) „Das Spiel der Spiele – Wild Cards 1“

Inhaltsangabe zu „Das Spiel der Spiele – Wild Cards 1“:

Buchcover zu "Wild Cards" mit einem Mann mit Spielkarte in der Handmutige HeldenModerne WeltspannendSeit sich in den Vierziger Jahren das Wild Card-Virus ausgebreitet hat, hat sich die Menschheit verändert. Den meisten der Infizierten spielt das Schicksal die Pikdame zu und sie sterben. Jeder zehnte bekommt eine bessere Karte und wird zum Joker – einem körperlich mutierten Überlebenden. Und ganz wenige werden Asse, körperlich unverändert, aber doch mit besonderen übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet.

Als in den USA die Fernseh-Casting-Show American Hero der Superheld unter den Assen gekrönt werden soll, sehen viele der Asse, die alle ein eher normales Leben führen, ihre Chance gekommen, berühmt, reich und anerkannt zu den werden. Zu den Teilnehmern der Show gehören der Journalist Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, Drummer Boy, der Schlagzeuger in einer erfolgreichen Rockband, Ana, die Earth Witch, Jamal, ein Stuntman, und einige mehr, die in den Teams Herz, Pik, Kreuz und Karo gegeneinander um den Titel antreten.

Während in den USA die Show ein großer Erfolg wird, leiden in Ägypten die Joker unter einem Diktator, der mit einer Armee aus Fanatikern Jagd auf sie macht und versucht mit seinen eigenen Assen die Herrschaft über die Region zu erlangen. Als die Kandidaten von American Hero von der Tragödie im Nahen Osten erfahren, beginnen sie zu begreifen, dass wahrer Heldentum etwas anderes ist, als vor dem Fernsehpublikum gegeneinander anzutreten. Unter der Leitung des deutschen Asses Lohengrin, der eine unzerstörbare Rüstung heraufbeschwören kann, und des ehemaligen Asses John Fortune, der den Geist der Lebenden Löwengöttin Sachmet in sich trägt, reisen einige der Kandidaten in die Krisenregion. Und dort müssen sie sich ihrer schwersten Prüfung stellen.

Meine Meinung zu „Das Spiel der Spiele – Wild Cards 1“:

„Wild Cards“ ist der Auftakt zu einer neuen spannenden Contemporary Fantasy-Reihe um neue Superhelden und ein tolles Gemeinschaftsprojekt von mehreren bekannten Fantasy-Autoren unter der Leitung von George R. R. Martin, dem Autoren der weltweit erfolgreichen „Game of Thrones“-Reihe, die in Deutschland unter dem Titel „Das Lied von Eis und Feuer“ veröffentlicht wurde. Neben Martin, dem Herausgeber, haben Daniel Abraham, Melinda M. Snodgrass, Carrie Vaughn, Michael Cassutt, Caroline Spector, John Jos Miller, Ian Gregillis und S. L. Farrell Kapitel zu  „Das Spiel der Spiele – Wild Cards 1“ beigesteuert. Dass der Roman dennoch ein gut strukturierter, stimmiger Contemporary Fantasy-Roman ist, macht die besondere Leistung dieser Autorengemeinschaft aus.

Neben der spannenden Story überzeugen aber vor allem die Figuren. Die Autoren bieten eine wahre Bandbreite an unterschiedlichsten Assen und Jokern auf, sowohl was ihre Fähigkeiten als auch ihre Charaktere betrifft. Mir gefielen unter anderem Dragon Girl, ein junges Mädchen, das ihre Kuscheltiere in echte Monster verwandeln kann, Lohengrin, der sich mit seiner Geisterrüstung und seinem Schwert für einen modernen Ritter hält, Curveball, das sympathische und sportliche Mädchen von nebenan, das alles, was sie wirft, in ein unaufhaltsames Geschoss verwandeln kann, und Earth Witch, die „Löcher graben kann“. Andere Figuren sind auf den ersten Blick nicht ganz so sympathisch, zum Beispiel der leicht arrogante Journalist und Wespenschwarm-Mann Jonathan Hive oder Drummer Boy „D.B.“, der Star einer berühmten Band aus Jokern, die mit ihren Fähigkeiten Musik machen, doch im Laufe der Geschichte wachsen sie über sich selbst hinaus und werden auch den Lesern sympathisch.

Neben seinem ausgeprägten Fantasy-Aspekt befasst sich „Das Spiel der Spiele – Wild Cards 1“ aber auch mit wichtigen sozialen und politischen Fragen. Was macht einen wahren Helden aus? Besondere Kräfte? Eine Castingshow im Fernsehen? Oder dass er für Schwächere einsteht? Eine zentrale Rolle nimmt dabei auch die Situation im Nahen Osten ein und auch die Frage der Religion – Fanatismus, Lebende Götter, die an die alten ägyptischen Götter erinnern, Christentum, moderne Kreuzritter, etc. – spielt eine Rolle.

Insgesamt ist „Das Spiel der Spiele – Wild Cards 1“ ein gelungener und überaus spannender Fantasyroman, den ich bereits zweimal in zwei Monaten gelesen habe. Er bietet einfach für jeden Leser etwas.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenSuperhelden, Comic-Helden-Verfilmungen, Superschurken – Helden mit außergewöhnlichen Fähigkeiten in unserer heutigen Welt sind in. Neben George R. R. Martins „Das Spiel der Spiele – Wild Cards 1“ hat mich aus diesem Genre auch „Steelheart“ von Brandon Sanderson überzeugt. Egal ob Held oder Schurke, eines scheint festzustehen, besondere Kräfte machen die Figuren noch nicht zu Helden, es sind ihre Taten, die zählen. Zwei außergewöhnliche Fantasy-Romane, die ich sehr empfehlen kann.

Wer weiter in George R. R. Martins Fantasywelten eintauchen möchte, der sollte sich seine High Fantasy-Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“, auf dem die erfolgreiche TV-Serie „Game of Thrones“ beruht, nicht entgehen lassen. In der Reihe kämpfen Familien und Herrscherhäuser gegeneinander um die Macht. Es gibt Verrat, Intrigen, Mord, Hass, Kämpfe und vieles mehr. Es sind Helden, die einem ans Herz wachsen, aus einer Reihe, die die Leser nicht mehr loslässt. Wer es noch nicht getan hat, einfach lesen! Los geht es in „Die Herren von Winterfell“.

Die Website von George R. R. Martin:

Mehr zum Herausgeber, dem Schöpfer der „Game of Thrones“-Reihe und Bestseller-Autor George R. R. Martin erfahrt ihr auf seiner englischsprachigen Website.

Das Buch:

Buchcover zu "Wild Cards" mit einem Mann mit Spielkarte in der Hand544 Seiten

Paperback

August 2014

Penhaligon Verlag

Preis: 15,00 € (D)

ISBN: 978-3-7645-3127-0

Originaltitel: „Wild Cards – Insight Straight“

Deutsche Übersetzung: Simon Weinert

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