Greg Walters „Die Geheimnisse der Alaburg – Die Farbseher-Saga 1“

Inhaltsangabe:

Fantasyhelden in einem Wald vor rötlichem LichtscheinDer 16-jährige Leik lebt als Ziehsohn des Wildhüters Gerald McDermit in den Wäldern des Arelltals, doch ihr beschauliches Leben endet eines Abends, als Leik auf seinem Rückweg vom Markttag im nahem Dorf Sefal in einen Schneesturm gerät und von einem dunklen Monster mit roten Augen angegriffen wird. Ihm gelingt es, das Monster, einen Vonynen, mit Magie zu töten, von der er nicht wusste, dass er sie besitzt.

Gerald und Leik fliehen vor der Rache der anderen Monster zur Alaburg und Leiks Leben nimmt eine Wende, als er an der Universität für Magie aufgenommen wird. Doch auch wenn er angesichts seines spannenden Unterrichts und neuer Freunde die Gefahren von draußen rasch vergisst, so wird er bald von ihnen eingeholt …

Meine Meinung zu „Die Geheimnisse der Alaburg“:

Nachdem mir das Buch so häufig auf Facebook in Buchgruppen begegnet ist und einige Bloggerinnen, denen ich folge, so begeistert waren, bin ich auch neugierig auf die Alaburg und ihre Bewohner geworden.

Worum geht es im Roman?

„Die Geheimnisse der Alaburg – Die Farbseher-Saga 1“ von Greg Walters ist ein typischer Jugendfantasyroman mit einem jugendlichen Helden und Auserwählten als Hauptfigur. Die Geschichte spielt in einer High Fantasy-Welt mit Elben, Zwergen, Orks und Monstern, Hauptschauplatz ist die Ȃlaburg, ein Ort, an dem die Friedenswächter des Kontinents Razuklan ausgebildet werden.

Ja, es ist im Prinzip die Geschichte eines Zauberlehrlings an einer Schule für Zauberei, nur dass die Geschichte nicht in unserer Welt, sondern in einer Fantasywelt spielt und das Ganze Universität statt Schule genannt wird.

Leik, der 16-jährige Held, ist ein typischer Auserwählter, der überraschend seine Begabung für Magie entdeckt, aus irgendeinem Grund von Monstern im Auftrag des Feindes gejagt wird und aufgrund seiner außergewöhnlichen Begabung für alle drei Farben der Magie (rot für die Menschen, gelb für die Elben, blau für die Zwerge) eine besondere Rolle spielt.

Ja, das Ganze erinnert stark an „Harry Potter“, besonders weil die Themen und Konstellationen ähnlich sind und es dann auch noch eine magische Sportart namens Sternball gibt, die im Turnier zu Semesterende zwischen den Häusern bzw. Verbindungen gespielt wird. Jeder Student wird zu Beginn seiner Laufbahn in der Alaburg durch eine magische Prüfung in eine der Verbindungen eingeteilt. Jede der Verbindungen hat dazu noch ihre eigenen Farben, nur dass es vier Verbindungen gibt und alle, die nicht in eine der vier reinpassen – entweder weil sie nicht hundertprozentig zur Rasse der Verbindung gehören, weil sie Mischlinge sind, oder es andere Probleme gibt – ins Weiße Haus, die Verbindung der sogenannte Bastarde, eingeteilt werden. Hier landet auch Leik.

Der Roman erzählt die Ereignisse eines Semesters, ab den Ereignissen, die zum Eintritt in die Universität führen bis zur Mission am Ende des ersten Semesters.

Die Hauptfiguren:

Leik ist 16 Jahre, ein Mensch und ein Findelkind und wurde von seinem Ziehvater Gerald großgezogen, in der Jagd und im Feilschen unterrichtet. Er ist ein Träumer und fasziniert von Magiern und alten Geschichten, weshalb es ihn begeistert, als er erfährt, dass es Magie und andere Rassen wirklich gibt. Er ist ein sogenannter Farbseher und der Einzige in der Alaburg, der alle drei Farben der Magie (blau, rot, gelb) sehen kann.

Gerald ist ebenfalls ein Mensch und angeblich ein Wildhüter – doch im Grunde ist der Begriff falsch, da er ein Jäger ist und die Felle der erlegten Tiere verkauft. Der Ziehvater von Leik ist ein früherer Magister von der Alaburg.

Morlȃ ist ein Zwerg, der Probleme mit seiner magischen Gabe hat und daher das erste Semester nun schon zum 3. Mal machen muss. Er ist wie Leik im Weißen Haus und wird schnell zu seinem besten Freund. Sein Ehrgeiz gilt dem Sternball, er will unbedingt eine Mannschaft aufstellen und gegen die anderen Verbindungen antreten.

Filixx ist der Sohn einer Zwergin und eines Elbs. Der Zwergelb liebt gutes Essen, kocht leidenschaftlich gerne und ist dementsprechend auch dick. Er ist sehr gut im Unterricht, was er jedoch versucht zu verbergen. Er gehört ebenfalls zum Weißen Haus und ist mit Morlȃ und Leik befreundet.

Ȗlyėr hat ein verkrüppeltes Bein, durch das er hinkt und von den anderen Orks ausgestoßen wurde. Er grenzt sich von den anderen Studenten ab, auch von denen aus dem Weißen Haus. Er hasst es zu verlieren und besitzt keine magische Begabung.

Magistra Tejal ist eine Elbin, Heilerin und die Rektorin der Universität. Sie ist eine sehr mächtige Magierin.

Magister Ultar Jehal ist ein sehr alter menschlicher Magier, der Leik von Beginn an ablehnt, und sein Lehrer für Magie.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja. „Die Geheimnisse der Alaburg“ ist der 1. Band der vierbändigen Reihe „Die Farbseher-Saga“.

Wie liest sich das Buch?

„Die Geheimnisse der Alaburg“ ist der Debütroman von Greg Walters und das spürt man beim Lesen auch. Ich hatte häufiger den Eindruck, dass die Geschichte noch nicht ganz rund oder wie aus einem Guss wirkt.

Das beginnt bei der Erzählperspektive, die zwischen der Schilderung aus der 3. Person und gelegentlich einem übergeordneten Erzähler schwankt. Das hat zur Folge, dass man mal einen guten Einblick in die Charaktere bekommt und dann durch einige distanzierende Formulierungen (z.B. „der Student“ statt „Leik“ oder „er“) die Nähe wieder aufgehoben wird. Ich konnte mich dadurch leider nicht mit Leik identifizieren.

Die Parallelen zu „Harry Potter“ blitzen immer wieder mal durch. Manchmal frage ich mich, ob sie sogar gewollt ist, denn Gerald wird als „Wildhüter“ bezeichnet (wie Hagrid), obwohl er den Job eines Jägers und Gärtners ausübt, bei der Vorstellung des Spiels Sternball wird gescherzt, ob das Spiel auf fliegenden Besen gespielt wird, etc.

Auch bin ich über einige Wiederholungen und Formulierungen gestolpert, die nicht ganz in eine eher mittelalterliche Welt zu passen schienen.

Was hat mir besonders gut an „Die Geheimnisse der Alaburg“ gefallen?

Die Handlung und das Leben auf der Alaburg sind spannend, es passiert viel. Jugendliche Leser werden sicher mit Leik mitfiebern.

Ich fand die Idee mit den verschiedenen magischen Farben, die die Begabten sehen und miteinander für ihre Magie verweben können, einerseits gut und andererseits auch wieder nicht. Warum musste das interessante Konzept der Farbbänder, die aufblitzen, wenn man sich konzentriert und eine andere „Sphäre“ betritt, mit Rassenmagie zusammengelegt werden? Das ist mir zu einfach gedacht und bildet nicht die verschiedenen magischen Begabungen (z.B. Heiler, Beschwörer, etc.) oder Temperamente der Magier ab.

Was hat mir nicht gefallen?

Die Parallelen zu Harry Potter haben mich gestört. Der Sinn der Einteilung in eine der Verbindungen durch eine Prüfung erschließt sich mir nicht. Das erinnert mich zu sehr an die Häuser von Hogwarts und den sprechenden Hut, nur dass die Prüfung für die Aufnahme in die vier Rassen-Verbindungen (Glaubensfest = Menschen, Ȓischnȃrr = Orks, Elbenlingen = Elben, Ølsgendur = Zwerge), in die die Studenten einer anderen Rasse nicht aufgenommen werden können, meines Erachtens vollkommen überflüssig ist. Mischlinge kommen ins Weiße Haus, dem Haus der Verbindungslosen. Die Farben der Magie sind auch rassebezogen, also welchen Zweck hat die Prüfung? Nur die Mischlinge zu erkennen und sie ins Weiße Haus auszusortieren?

Und warum ist Magie eine Voraussetzung für den Einlass in die Alaburg und die Zuordnung zu den Verbindungen, wenn die Orks keine Magie haben und die Studenten vorab durch Kämpfe auswählen? Warum bekommen sie Unterricht mit den anderen Rassen in magischen Fächern? Die einzige Fähigkeit der Orks in Bezug auf Magie ist ihre Resistenz dagegen.

Es gab weitere Dinge, die mir unlogisch erscheinen, z.B. Geralds Bezeichnung als Wildhüter, oder die erwähnt, aber dann nicht weiter verfolgt werden. Was ist zum Beispiel mit Leiks Strafstunden geworden, die er bei der Ankunft in Alaburg bekommen hat? Es wurde nie erwähnt, dass er sie abgeleistet hat. Und dann bekommt er als Strafe auch noch Gartendienst – im Winter, während draußen kurz vor der Ankunft noch ein Schneesturm tobt. Ah ja. Ich hatte den Eindruck, dass hier vieles einfach nicht bis in die letzte logische Konsequenz durchdacht wurde.

Die Bemerkung mit den fliegenden Besen – sorry, aber sie passte nicht in die High Fantasy-Welt, weil wir hier Ordensritter, verschiedene Rassen, etc. haben, aber das Konzept einer auf Besen fliegenden Hexe stammt aus unserer Welt und wurde in Leiks Welt nicht etabliert (z.B. durch Legenden, Märchen, etc).

Es gab weitere Szenen und Momente, die mir unlogisch, noch nicht genug ausgearbeitet oder schlichtweg zu plötzlich waren. So spricht Leik plötzlich in Bezug auf Drena, einem Mädchen aus Sefal, das er zweimal gesehen und lediglich einmal für ca. zwei Minuten gesprochen hat, bevor er monatelang in der Alaburg kaum an sie gedacht hat, von Liebe, als sie in Gefahr ist. Sorry, nee, das kaufe ich ihm nicht ab.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Ich wollte den Roman mögen, aber wie ihr an meinen Kritikpunkten gemerkt habt, gab es immer wieder Momente, in denen ich aus der Erzählung herausgerissen wurde oder mich gewundert habe. Dadurch konnte ich mich nicht mit den Figuren identifizieren, durch die Parallelen zur „Harry Potter“-Welt und einige unlogische Punkte fehlte mir etwas im Bereich Worldbuilding, wodurch ich den Eindruck hatte, dass hier Potential verschenkt wurde. Bekannte Themen aus dem Jugendbuch-Genre wie der Auserwählte sorgten zudem dafür, dass ich die Geschichte nicht wirklich überraschend oder innovativ fand, was ihr ebenfalls an Spannung nahm.

Daher muss ich leider sagen, dass der Roman gute Ansätze bietet, mich aber nicht überzeugen konnte, weshalb ich auch nur 3 Bücher vergeben kann.

Wem würde ich „Die Geheimnisse der Alaburg – Die Farbseher-Saga 1“ empfehlen?

Ich würde den Roman eher als Jugendbuch ab 12 Jahren denn als All Age Fantasy-Roman einordnen und ihn daher eher einer jüngeren Leserschaft empfehlen, die sich vermutlich weniger an den Schwächen des Buchs stören werden und so die Geschichte voller Abenteuer, Freundschaft und Magie eher genießen können.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenBei der „Farbseher-Saga“ von Greg Walters handelt es sich um eine vierteilige Reihe, von der die ersten beiden Bände schon erschienen sind und der 3. Band im März 2017 erscheint. In chronologischer Reihenfolge sind dies:

  1. „Die Geheimnisse der Alaburg“
  2. „Die Legenden der Alaburg“
  3. „Die Chroniken der Alaburg“

Parallelen zur „Harry Potter“-Reihe, die jedoch bewusst von den Autorinnen aufgegriffen und anders interpretiert und ausgelegt wurden, sodass eine eigenständige magische Welt entstand, bietet die „Magisterium“-Reihe von Cassandra Clare und Holly Black, von der inzwischen ebenfalls bereits mehrere Bände erschienen sind.

Hauptfigur ist der junge Callum Hunt, der partout nicht auf die Schule für Magie gehen will, im Schatten eines seiner Klassenkameraden steht, der als der strahlende Held von allen gesehen wird, und nicht immer liebenswert erscheint, aber dafür einen interessanten Charakter hat. Band 1 und 2 „Der Weg ins Labyrinth“ und „Der kupferne Handschuh“ haben mir gut gefallen. Auf Band 3, der bereits auf meinem SUB liegt, freue ich mich ebenfalls schon.

Zauberschüler gibt es in der Fantasy zuhauf. Ein paar Empfehlungen gibt es bei mir in der Rubrik Zauberlehrlinge.

Die Website von Greg Walters:

Mehr über den Fantasyautor Greg Walters und seine Romane erfahrt ihr auf seiner Website: https://www.gregwalters.de/

Das Buch:

Fantasyhelden in einem Wald vor rötlichem Lichtschein410 Seiten

Taschenbuch

September 2015

CreateSpace Independent Publishing

Preis: 12,99 € (D)

ISBN: 978-1517172657

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