Holly Black „Der Prinz der Elfen“

Inhaltsangabe:

Buchcover zu "Der Prinz der Elfen" mit sich überschneidenden Motiven aus Waldläufer, Mädchen und WaldDie Geschwister Hazel und Ben leben in Fairfold in der Mitte des verhexten Carling-Forests, in dem nicht nur Elfen, Wasserhexen, Nixen, der Erlkönig und andere Wesen des kleinen Volkes leben, sondern seit Jahrzehnten auch ein gehörnter Elfenjunge in einem gläsernen Sarg schläft und als Attraktion für die Touristen und Einheimischen dient. Auch für Hazel und Ben ist er eine Quelle der Faszination, ihr Elfenprinz, dem sie ihre Geheimnisse anvertrauen.

Doch als eines Tages der Elfenjunge verschwunden ist und seltsame Geschehnisse die Stadtbewohner in Angst und Schrecken versetzen, kommen nicht nur ihre Geheimnisse und vergessene Erinnerungen langsam ans Licht, auch vergangene Taten und Pakte haben ihre Folgen und ganz Fairfold ist in Gefahr.

Meine Meinung zu „Der Prinz der Elfen“:

Ich habe bereits einige Romane von Holly Black gelesen, die mir gut gefallen haben. Daher hat mich auch der neue Roman „Der Prinz der Elfen“ sofort angesprochen und ich habe mich gefreut, dass ich das Buch im Rahmen der Challenge „18für2018“ endlich lesen konnte.

Worum geht es im Roman?

„Der Prinz der Elfen“ ist eine moderne Fantasygeschichte, in der verschiedene bekannte Wesen und Gesetze aus alten Sagen und Mythen mit der heutigen Welt kombiniert wurden und so neue Wendungen und Aspekte hatte. Der schlafende Prinz im gläsernen Sarg erinnert ein wenig an Schneewittchen, nur dass es sich dieses Mal um einen Jungen handelt und er zum Touristenmagnet wurde. Auch der Erlkönig, die Gefahren, die denjenigen drohen, das Elfenvolk in ihrer Welt unter dem Elfenhügel aufsuchen, sind nicht neu, genauso wenig wie die Elfenritter, die dem Elfenkönig dienen, die bindenden Versprechen und Geas (Verbote), die schreckliche Folgen haben, wenn man sie bricht.

Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Hazel und Ben. Familie bzw. Geschwister ist auch ein wichtiges Thema des Romans, denn Geschwisterliebe, Eifersucht, Geheimniskrämerei, Egoismus, Opfer und gegenseitige Akzeptanz sind wichtige Elemente, die sich durch die gesamte Geschichte wie ein roter Faden ziehen und nicht nur die Beziehung von Ben und Hazel, sondern auch ihrer Freunde Carter und seines Wechselbalg-Bruders Jack sowie der elfischen Geschwister Severin und Grania prägen.

Ich will nicht zu viel verraten, nur dass die Hauptfiguren herausfinden müssen, was und vor allem wer hinter den übernatürlichen Vorfällen und Angriffen steckt, wodurch ein spannendes phantastisches Märchen gesponnen wird.

Die Hauptfiguren:

Hazel ist etwa sechzehn Jahre alt. Bei den Jungs ist sie sehr beliebt und nicht sehr wählerisch, wen sie auf Partys küsst. Doch insgeheim ist sie schon seit Längerem in Jack, den besten Freund ihres Bruders, unglücklich verliebt. Sie sieht sich selbst als Ritter an, der die Menschen von Fairfold beschützt und Jagd auf Monster macht. Als sie elf Jahre alt war, hat sie eine Entscheidung getroffen, die sie mit dem kleinen Volk verbindet.

Ben ist ein Jahr älter als Hazel. Wie ihre Eltern ist er ein Künstler, ein Musiker, der von einer Elfenfrau gesegnet oder verflucht wurde. Seit einem schrecklichen Ereignis hat er seine Magie für die Musik aufgegeben. Er ist schon seit vielen Jahren in den schlafenden Prinzen verliebt.

Jack ist ein Wechselbalg. Er sieht seinem Ziehbruder Carter sehr ähnlich, doch er kann nicht verleugnen, dass in ihm auch eine nicht-menschliche Seite schlummert, die ihm magische Fähigkeiten verleiht und ihn immer wieder zum kleinen Volk zieht.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

„Der Prinz der Elfen“ ist meines Wissens ein Einzelband.

Wie liest sich das Buch?

Wer ein durchschnittliches phantastisches Jugendbuch erwartet, ist bei Holly Black fehl am Platz. Holly Black gehört zu den Autorinnen, die ihren ganz eigenen Stil haben und ungewöhnliche Geschichten schreiben. Das merkt man auch bei diesem Contemporary Fantasy-Roman wieder.

Von Beginn an herrscht eine besondere Atmosphäre, eine Mischung aus moderner Fantasy und alten Sagen: geheimnisvoll, spannend, teilweise düster. Die Geschichte wird überwiegend aus der Sicht von Hazel erzählt, aber es gibt auch Kapitel aus der Sicht von Ben und Jack, wodurch man die beiden besser versteht, denn aufgrund der Geheimniskrämerei der Hauptfiguren bekommen wir Leser früher als Hazel Einblick in die Gedanken, Gefühle und Geheimnisse der beiden Jungen.

Was hat mir besonders gut an „Der Prinz der Elfen“ gefallen?

Auch wenn sich Holly Black bekannter Elemente aus alten Sagen und Legenden bedient, kombiniert sie sie geschickt mit der modernen Welt und vermeidet jegliche Klischees. So ist Hazel eine starke, aber dennoch auch verletzliche Mädchenfigur, die aufgrund ihrer Geheimnisse eine spannende Protagonistin darstellt. Mir hat es Spaß gemacht, ihrer Geschichte zu folgen.

Auch Ben und Jack waren sympathische und gut ausgearbeitete Charaktere. Nicht nur Bens Homosexualität, sondern auch Jacks Leben als Wechselbalg unter Menschen bereichern die Geschichte. Erfreulich fand ich, dass Bens Sexualität wie selbstverständlich in die Handlung gepasst hat, aber aus ihr kein Problem gemacht wurde. Dafür ging die Autorin aber auf die Konflikte ein, die sich für Jack ergaben, der zwar als Mensch lebt, aber keiner ist und mit seiner Zugehörigkeit kämpft, besonders als er die Vorurteile und Ängste seiner Mitbewohner aus Fairfold erleben muss. Die Geschichte baut keinen Konflikt Menschen gegen phantastische Wesen auf, sondern der Konflikt besteht zwischen einzelnen Individuen mit widersprechenden Zielen, die eben zu verschiedenen Rassen gehören und unterschiedliche Lebensweisen haben.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich habe keine Kritikpunkte.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

„Der Prinz der Elfen“ kommt zwar nicht ganz an meine Lieblingsreihe von Holly Black („The Curse Workers“) heran, ist aber eine gelungene und spannende moderne Fantasygeschichte mit tollen Hauptfiguren und interessanten Fantasywesen, die an ein neues Märchen erinnert.

Wem würde ich „Der Prinz der Elfen“ empfehlen?

Da Hazel, Ben und Jack Jugendliche sind, wurde das Buch als Jugendbuch ab 14 Jahren eingeordnet. Für mich ist es allerdings ein toller All Age-Roman, den ich jedem empfehlen kann, der ein spannendes und ungewöhnliches Fantasyabenteuer ohne Klischees erleben möchte.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenHolly Black ist nicht nur die Autorin von „Der Prinz der Elfen“, sondern auch von zahlreichen phantastischen Kinderbüchern und Contemporary Fantasy– und Urban Fantasy-Romanen für Jugendliche und All Age-Fans. Das Thema Elfen kommt in mehreren Büchern ihrer Bücher vor, unter anderem auch in „Elfentochter“.

Sehr empfehlen kann ich die „The Curse Workers“-Trilogie von Holly Black, die Mafia-Familien mit Magie, die als Fluch gilt, verknüpft:

  1. „Weisser Fluch“
  2. „Roter Zauber“
  3. „Schwarzes Herz“

Zusammen mit Cassandra Clare ist Holly Black Autorin der „Magisterium“-Reihe, die inspiriert von der „Harry Potter“-Reihe wurde, aber um einiges düsterer ist. Zur Reihe gehören:

  1. „Der Weg ins Labyrinth“
  2. „Der kupferne Handschuh“
  3. „Der Schlüssel aus Bronze“
  4. „Die silberne Maske“

Bislang habe ich zwei Bände der Reihe gelesen, die mir gut gefielen.

Die Website von Holly Black:

Mehr zu Holly Black und ihren Romanen erfahrt ihr auf ihrer englischsprachigen Homepage: http://www.blackholly.com/.

Das Buch:

Buchcover zu "Der Prinz der Elfen" mit sich überschneidenden Motiven aus Waldläufer, Mädchen und Wald416 Seiten

gebunden

April 2017

cbt Verlag (Random House) 

Preis: 16,99 € (D)

ISBN: 978-3570-16409-9

Originaltitel:  „The Darkest Part of the Forest“

Deutsche Übersetzung: Anne Brauner

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