Isabell Schmitt-Egner „Fehjan – Verbundene Seelen“

Inhaltsangabe:

bräunliches Buchcover zu "Fehjan - Verbundene Seelen"Jaron wächst zusammen mit seinem kleinen Bruder und seiner Mutter in einem abgelegenen Dorf auf. Als dieses überfallen und niedergebrannt wird, gelingt es Jaron und Mitjah zu entkommen. Doch ihre Mutter Nana wurde gefangen genommen und verschleppt. Während die beiden den Sklavenhändlern folgen, hören sie zum ersten Mal von der Legende des Fehjan, einem Mann, der eine überaus mächtige Seele in sich trägt, die über das Gleichgewicht der Welt entscheidet. Doch während manche in ihm den Retter sehen, trachten andere danach, den Fehjan zu opfern – und einige halten Jaron aufgrund seines honigblonden Haares für den Fehjan …

Meine Meinung zu „Fehjan – Verbundene Seelen“:

Auf den Roman war ich schon länger gespannt, da die Autorin vor einer Weile in einer Facebook-Gruppe ein paar Infos zur Idee hinter dem Roman erzählt hatte und ich die Idee interessant fand.

Worum geht es im Roman?

„Fehjan – Verbundene Seelen“ beschäftigt sich im Grunde mit gängigen Fantasy-Klischees, also Themen, die gefühlt in jeder zweiten oder dritten Fantasygeschichte vorkommen, wie der Auserwählte, der Waisenjunge, die Prophezeiung. Das Besondere am Roman ist jedoch, dass die Autorin bewusst versucht hat, Klischees zu verwenden, um aufzuzeigen, dass man sie auch spannend und interessant umsetzen kann. Und damit hat sie Recht.

Wer kennt sie nicht, die unzähligen Auserwählten, die bestimmt sind, die Welt zu retten und den Bösen aufzuhalten, und so zu großen und berühmten Helden werden? Meistens fechten sie spektakuläre magische Duelle aus, vereinen ein Heer hinter sich und schlagen große Schlachten. Nicht so Jaron, die Hauptfigur des Buchs. Er ist niemand, der mit dem Ziel aufbricht, den Bösewicht zu stoppen. Denn eigentlich will er die ganze Zeit nur eines: seine verschleppte Mutter retten. Dass ihn Leute für den Fehjan halten, steht ihm bei diesem Ziel im Weg, weshalb er versucht, dem Ganzen zu entkommen.

Der Auserwählte selbst, der Fehjan, gilt als der Träger einer besonders mächtigen Seele und soll in der Lage sein, das Gleichgewicht in der Welt wiederherzustellen. Das ist die Fehjan-Prophezeiung, die jedoch von den Menschen unterschiedlich interpretiert wird.

Doch das Buch ist mit seinen Fantasyelementen nicht nur ein klassischer High Fantasy-Roman, sondern mit seiner Liebesgeschichte auch ein Jugendbuch oder All Age-Roman.

Die Hauptfiguren:

Jaron ist 22 Jahre alt, hat blaue Augen und honigblondes Haar. Dadurch entspricht er mit seinem Äußeren dem bekannten Bild des Fehjan, dem Träger der Fehjan-Seele. Er ist in einem abgelegenen Dorf aufgewachsen, wodurch er wenig über das Geschehen in der Welt weiß. Jaron ist ein Familienmensch, nur mit der Gründung einer eigenen Familie hat er es nicht so eilig. Er versucht seinen Bruder zu beschützen und würde alles für ihn tun.

Mitjah ist 10 Jahre alt und Jarons jüngerer Bruder. Er ist kindlich unschuldig und hat eine besondere Beziehung zu Tieren, die ihn lieben.

Samira ist eine Hygia, eine Seelenfresserin mit goldenen Augen und schwarzen Haaren. Hygias gelten als heilkundig und nachtaktiv, dazu sind sie Wasserwesen. Wie die anderen ihrer Art trachtet Samira danach, eine eigene Seele zu besitzen und Gefühle zu empfinden. Sie haben geistige Kräfte.

Millie ist der Name eines Narikon, ein bärengroßes Raubtier. Sie kann nicht sprechen, versteht aber mehr, als man denkt.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Nein, meines Wissens ist „Fehjan – Verbundene Seelen“ ein Einzelband.

Wie liest sich das Buch?

Anders als erwartet, aber spannend. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Jarons Sicht erzählt, der eine sympathische, bodenständige Figur ist, mit der man sich gut identifizieren kann.

Die Prophezeiung selbst und ihre finale Auflösung waren ebenfalls anders, als ich erwartet hatte. Die Autorin hat es geschafft, hier eine spannende, unterhaltsame Story mit überraschenden Wendungen zu erschaffen, die von Anfang bis Ende gut durchdacht ist, handwerklich und sprachlich überzeugt und sich wohltuend von anderen High Fantasy-Romanen mit einem etwas anderem Plot abhebt.

Was hat mir besonders gut an „Fehjan“ gefallen?

Ich mochte die Charaktere besonders Jaron, aber auch Mitjah. Auch Samira ist eine interessante Figur, die mir durch ihre Entwicklung sympathisch geworden ist. Auch ihre Rasse fand ich faszinierend. Mit dem Kuss, bei dem sie jemandem die Seele rauben können, erinnern sie im ersten Moment vielleicht an Dementoren, sie sind aber eine ganz eigenständige Kreation der Autorin, die ich so bislang noch nirgendwo anders gelesen habe. Und wer meine Rezensionen schon länger liest, der weiß, dass ich das immer besonders bewundere, wenn Autoren ihre eigenen Ideen entwickeln und umsetzen.

Apropos eigene Ideen: Auch die Prophezeiung selbst mit der Fehjan-Seele fand ich originell und gut umgesetzt. Ich hatte die Entwicklung so nicht erwartet und war bis zum Ende neugierig, worauf das nun alles hinausläuft.

Was hat mir nicht gefallen?

Hier habe ich eigentlich nichts zu meckern, es ist nur eine Geschmackssache. Die Liebesgeschichte ist nicht schlecht, aber für mich hätte das Buch sie nicht gebraucht, auch wenn Jarons Love Interest ebenfalls nicht gängigen Klischees entspricht und sich eine ungewöhnliche Beziehung entwickelt. Ich fand den Rest der Geschichte interessanter.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt hat mir „Fehjan – Verbundene Seelen“ gut gefallen. Es war eine unterhaltsame, originelle Umsetzung eines bekannten Themas, die mich überzeugt hat.

Wem würde ich „Fehjan“ empfehlen?

Wer gerne All Age-Fantasy liest und erfundene magische Welten, Prophezeiung, phantastische Wesen und einen Schuss Liebesgeschichten in seinen Büchern mag, der ist hier auf jeden Fall richtig.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenWenn euch „Fehjan“ gefallen hat, dann kann ich euch auch empfehlen, euch Isabell Schmitt-Egners weiteren Romane und insbesondere ihre Fantasytitel anzuschauen. Mir persönlich hat „Vampirromane sind zum Kotzen – Ein Vampirroman“ ebenfalls gut gefallen. Bereits der Titel ist genial. Im Buch geht es – wer hätte es geahnt – um zwei Vampire aus Berlin, Mike und Berchtolt, die schmalzige Vampirromane schreiben und davon langsam die Nase voll haben. Doch dann taucht Phoebe auf, die Vampirromane zum Kotzen findet, und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Erfundene Welten, phantastische Wesen, Magie, Prophezeiungen und vieles mehr – High Fantasy-Romane überraschen mit ihrer Bandbreite und ausgeklügelten Welten, weshalb sie für mich zu einem meiner Lieblingsgenres in der Fantasy gehören. Welche High Fantasy-Romane ich toll finde, verrate ich euch hier.

Die Website von Isabell Schmitt-Egner:

Thriller, Horror, Fantasy, Märchen – Isabell Schmitt-Egners schriftstellerische Bandbreite ist groß. Mehr über die Autorin und ihre verschiedenen Romane erfahrt ihr auf ihrer Facebook-Seite.

Das Buch:

bräunliches Buchcover zu "Fehjan - Verbundene Seelen"345 Seiten

E-Book

April 2017

Vertrieb über Amazon

Preis (Stand 30.5.17): 0,99 € (D)

ASIN: B071178MDH

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