Jennifer Estep „Black Blade – Das eisige Feuer der Magie“

Inhaltsangabe:

weißes Buchcover mit Mädchen und grünen BlätterrankenModerne WeltSchwerter & Magiestarke HeldinnenFür die 17-jährige Diebin Lila Merriweather gibt es seit der Ermordung ihrer Mutter vor 4 Jahren nur eine Person, die ihr wichtig ist: sie selbst. An guten Tagen zählt sie vielleicht noch den guten Freund ihrer Mutter Mo Kaminsky hinzu, der sich seitdem um sie kümmert und ihr Diebesaufträge vermittelt und sie unterstützt, damit sie ein ganz normales Leben außerhalb von Waisenhäusern und Pflegefamilien führen kann.

Nur nicht auffallen ist Lilas oberstes Ziel, denn in Cloudburst Falls, dem angeblich magischsten Ort in Amerika gibt es nicht nur zahlreiche Magier, Pixies und Monster, sondern auch magisch begabte Mafia-Familien wie die Draconis und die Sinclairs. Und einige von ihrer Mitgliedern wären nur zu sehr an ihr interessiert, wenn sie wüssten, wer ihre Mutter war, und über welche besonderen Fähigkeiten Lila verfügt.

Doch als ein attraktiver Junge und seine beiden Freunde eines Tages direkt vor ihren Augen in Mos Pfandleihe Razzle Dazzle von Attentätern überfallen werden, bricht Lila ihr oberstes Gebot. Aus irgendeinem Grund kann sie den traurigen Jungen mit den grünen Augen nicht sterben lassen. Doch als sie erfährt, dass sie ausgerechnet Devon Sinclair, den Sohn von Claudia Sinclair, der mächtigsten Frau der Stadt, das Leben gerettet hat, steht ihr Leben von einem Tag auf den anderen Kopf. Denn Claudia Sinclair hat ganz eigene Pläne mit ihr …

Meine Meinung zu „Black Blade – Das eisige Feuer der Magie“:

Ursprünglich habe ich den Auftakt der „Black Blade“-Trilogie von Jennifer Estep bereits während der Frankfurter Buchmesse 2015 gelesen, aber leider ist im Buchmesse-Trubel die Rezension leider liegen geblieben. Jetzt, ein Dreivierteljahr später, habe ich das Buch erneut verschlungen und bin noch genauso begeistert wie nach der ersten Lektüre.

Worum geht es im Roman?

„Das eisige Feuer der Magie – Black Blade 1“ ist ein Urban Fantasy-Roman und spielt in dem magischen Ort Cloudburst Falls, irgendwo in Amerika. Hier leben Magier und Monster nebeneinander, von den Touristen, die dank der Geschäftstüchtigkeit der Mafia-Familien der Stadt – die Draconis, die Sinclairs, die Itos, etc. – herbeiströmen, begeistert beobachtet. Cloudburst Falls erinnert an einen magischen Mittelaltermarkt, Dolche, Schwerter und Wesen wie Pixies gehören zum täglichen Geschehen der Stadt.

Doch unter der schönen Fassade herrschen Abgründe, denn die Mafia-Familien befinden sich untereinander im Krieg, die schwarzen Klingen – Black Blades – dienen nicht nur der Zierde, sondern können Magiern nicht nur das Leben, sondern auch die Kräfte rauben.

Hier lebt Lila, die mit den Familien am liebsten nichts zu tun hätte, nachdem Victor Draconi ihre Mutter ermordet hat, nachdem diese Devon Sinclair vor einem Attentäter gerettet hat. Doch Jahre später trifft sie den Jungen, der mit Schuld ist am Tod ihrer Mutter, und rettet ihm das Leben und plötzlich hat sie mehr mit den magischen Verbrecherfamilien zu tun, als ihr lieb ist.

Die Hauptfiguren:

Lila Merriweather beziehungsweise Lila Sterling, wie sie eigentlich heißt, ist ein sehr misstrauischer und zurückhaltender Mensch. Seit der Ermordung ihrer Mutter durch Victor Draconi traut die 17-jährige Ich-Erzählerin niemandem mehr. Sie ist eine sehr gute Kämpferin und beherrscht den Schwertkampf, da ihre Mutter sie zu einer Leibwächterin, wie sie selbst eine war, heranziehen wollte. Doch stattdessen ist Lila eine Diebin und Einbrecherin geworden und schert sich nur noch um sich selbst und hin und wieder auch um Mo.

Als Lila Devon begegnet, fühlt sie sich gleich zu ihm hingezogen, doch sie kann sich die Anziehung nicht erklären. Denn noch immer gibt sie ihm, den Sinclairs und den Draconis die Schuld am Tod ihrer Mutter. Und wie soll sie jemanden aus den Familien vertrauen, wenn sie magische Fähigkeiten wie die (Seelen)Sicht und die Übertragungsmagie besitzt, die ihr manche Familien nur zu gern rauben würden?

Devon Sinclair ist 19 Jahre alt und der Sohn von Claudia Sinclair, dem Oberhaupt der Sinclair-Familie. Als Wächter und stellvertretendes Oberhaupt der Familie wurde er in letzter Zeit immer wieder Ziel von Attentätern. Er leidet darunter, dass Freunde und Leibwächter für ihn sterben, denn obwohl er ein guter Kämpfer ist, gilt er aufgrund seiner angeblichen Magielosigkeit als leichtes Ziel. Er ist ein guter Mensch, der sich um seine Familie und alle, die dazugehören, kümmert.

Devons bester Freund ist Felix Morales. Er ist ein gut aussehender Charmeur, der mit allen Mädchen flirtet, insgeheim aber längst sein Herz an ein Mädchen verloren hat. Mit seinem Heil-Talent ist er ein wertvolles Mitglied der Sinclair-Familie.

Mo Kaminsky ist ein Pfandleiher, Hehler und schlitzohriger Geschäftsmann mit einer Vorliebe für Hawaii-Hemden. Er war bereits mit Lilas Mutter Serena befreundet und fühlt sich für Lila verantwortlich, auch wenn er ihre Geschäftsbeziehung, genau wie Lila, gerne mal vorschiebt. Er vermittelt Lila Diebesaufträge und sorgt dafür, dass Lila unbelästigt vom Staat leben kann.

Dann gibt es noch Claudia Sinclair, Devons Mutter, Grant, den „Goldjungen“ und Makler der Sinclair-Familie, den Pixie Oscar und auch Deah Draconi, Blake Draconi, ihr Vater Victor Draconi und Poppy Ito haben einen kurzen Auftritt.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Das eisige Feuer der Magie“ ist der 1. Band der „Black Blade“-Trilogie.

Wie liest sich das Buch?

Ich war gleich auf der ersten Seite gefangen. Wir erleben Lila bei einer Diebestour inklusive Verfolgungsjagd und die Actionszene treibt den Puls in die Höhe, bevor wir anschließend etwas mehr über Lila und Cloudburst Falls erfahren und kurz darauf die nächste Action-Szene folgt. Neben der Spannung herrschte beim Lesen bei mir auch eine große Faszination vor, denn Jennifer Estep versteht es meisterhaft, interessante Städte voller Magie, fesselnde magische Fähigkeiten und tolle Charaktere zu erschaffen, die einen in den Bann ziehen.

Hin und wieder wird Kritik geäußert, weil Jennifer Estep immer wieder ähnliche Muster in ihren Reihen verwendet, sprich ihr Erfolgsrezept wiederholt, doch bei „Black Blade“ hat mich das nicht ganz so gestört wie bei der „Elemental Assassin“-Reihe. „Das eisige Feuer der Magie“ ist toll geschrieben und hat eine interessante Hauptfigur und Ich-Erzählerin, die sofort mit ihrer rauen Schale und ihrem weichen Kern mein Herz erobern konnte. Diese Reihe macht süchtig!

Was hat mir besonders gut am Roman gefallen?

Wie schon erwähnt, gefällt mir der Schauplatz der Handlung richtig gut. In Cloudburst Falls gibt es Magier, Menschen, Pixies und Monster wie Baumtrolle und das Lochness Monster. Im Umgang mit den Monstern gibt es Regeln, die man befolgen sollte, wenn man einträchtig mit ihnen zusammenleben möchte – das finde ich klasse.

Die Mafia-Familien sind eine Mischung aus Magier und Kämpfer, was ich sehr packend finde. Die Idee der magischen Mafia-Familien kannte ich schon aus Holly Blacks „The Curse Workers“-Trilogie, aber hier ist sie gut umgesetzt und dadurch dass die Mitglieder der Sinclair-Familie alle sehr menschlich sind und nicht nur Stereotypen von magischen Verbrechern, ist man als Leser sofort mit ihnen dabei und stellt sich schnell nicht mehr die Frage: Haben die Sinclairs Dreck am Stecken?

Wie bei jeder Reihe von Jennifer Estep liebe ich es, was sie aus der Magie gemacht hat. Hier gibt es magische Talente wie Heilmagie, Stärke, Geschwindigkeit oder Sicht und dazu seltene Fähigkeiten wie Eis- oder Feuermagie, Lilas Übertragungstalent oder zum Beispiel ein Zwangstalent. Ich bin schon gespannt, mit welchen magischen Fähigkeiten sie uns noch überraschen wird.

Auch die Black Blades, die schwarzen Klingen, die der Reihe ihren Namen geben, finde ich interessant beschrieben, auch wenn sie im 1. Band noch keine große Rolle spielen.

Mit den Figuren und insbesondere Lila und Devon kann man sich gut identifizieren und ich bin schon gespannt auf das Finale und wie es mit den beiden weitergeht. Band 2 hatte ich ja schon gelesen.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich finde es schade, dass die Black Blades, die sogenannten Schwarzen Klingen, die der Reihe ja ihren Namen geben, noch kaum eine Rolle spielen. Denn obwohl Lila eine besitzt, kommt sie kaum zum Einsatz.

Ich finde es schade, dass bei Jennifer Estep die Heldinnen irgendwie immer ermordete Eltern haben müssen. Es wäre schön, wenn sie mal von ihrem Muster abweichen und abwechslungsreichere Hauptfiguren wählen würde. So habe ich manchmal ein Déjà vu-Gefühl und den Eindruck, dass es sich die Bestseller-Autorin etwas zu einfach macht, indem sie immer dasselbe Erfolgsrezept verwendet.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Der erste Band der „Black Blade“-Reihe hat mir gut gefallen. Auch wenn ich ein paar kleine Kritikpunkte an „Black Blade – Das eisige Feuer der Magie“ habe, so liest sich der Roman insgesamt sehr flüssig und mitreißend. Ich freue mich daher schon auf Band 3 der Reihe und werde in Kürze auch Band 2 noch einmal re-readen.

Wem würde ich „Das eisige Feuer der Magie“ empfehlen?

Die „Black Blade“-Reihe ist eine sehr gelungene Urban Fantasy-Reihe, die ich besonders Mädchen und jungen Frauen, die eine Mischung aus actionreicher und romantischer Fantasy mögen, ans Herz legen möchte.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenJennifer Esteps „Black Blade“-Reihe besteht aus 3 Bänden: „Das eisige Feuer der Magie“, „Das dunkle Herz der Magie“ und „Die helle Flamme der Magie“. Der 3. Band ist im Oktober 2016 erschienen, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse.

Wer die phantastischen Welten von Jennifer Estep kennen lernen möchte, dem kann ich auch die „Mythos Academy“-Reihe sehr empfehlen. Wie auch „Black Blade“ spielt die Reihe in einem magischen Hier und Jetzt. Hauptfigur ist wieder eine anfängliche Außenseiter-Heldin und Ich-Erzählerin, nämlich die 17-jährige Gwen Frost, die gar nicht erfreut darüber ist, dass sie seit dem Tod ihrer Mutter mit zahlreichen versnobbten Sprösslingen aus stinkreichen Familien auf eine Schule gehen muss. Nur dass ihre Mitschüler nicht nur reich sind, sondern alle auch noch über magische Fähigkeiten verfügen. Doch als Gypsy unter all den Amazonen, Walküren, Römer, Spartanern, etc. kommt Gwen sich zu gewöhnlich vor und an Mythen und Götter glaubt sie auch nicht. Bis sie in „Frostkuss“ feststellen muss, dass an den Mythen – und an ihr selbst – doch mehr dran ist, als sie bislang dachte.

Während sich die „Mythos Academy“-Reihe an ein All Age-Publikum richtet, ist Jennifer Esteps „Elemental Assassin“-Serie mehr für erwachsene Leserinnen geeignet, denn sie würzt die Geschichte der Auftragsmörderin Gin Blanco, genannt die Spinne, mit einem Schuss Erotik, packender Magie und einer starken Heldin. Die Reihe beginnt mit „Spinnenkuss“, hat mir bislang leider aber nicht so gut gefallen wie Jennifer Esteps anderen Buchreihen.

Mehr Buchtipps gefällig? Dann schaut doch mal in meiner Rubrik Urban Fantasy rein, dort gibt es weitere Empfehlungen aus diesem Genre.

Die Website von Jennifer Estep:

Mehr über die amerikanische Bestsellerautorin und ihre Romane erfahrt ihr auf Jennifer Esteps Website:  http://www.jenniferestep.com/

Das Buch:

weißes Buchcover mit Mädchen und grünen Blätterranken368 Seiten

Paperback

Oktober 2015

Piper Verlag

Preis: 14,99 € (D)

ISBN: 978-3-492-70328-4

Originaltitel: „Cold Burn of Magic“

Deutsche Übersetzung: Vanessa Lamatsch

2 Gedanken zu „Jennifer Estep „Black Blade – Das eisige Feuer der Magie““

  1. Liebe Nicole,
    eine schöne, ausführliche Rezension. Jeztt weiß ich deutlich mehr über die Autorin. Black Blade ist mein absoluter Liebling 2015. Andere Bücher kannte ich vorher nicht, daher haben mich gleiche Muster nicht gestört. Ich fand das Buch Granate!
    Gerade lese ich Teil 2. Bin gespannt, was du dazu sagst.
    Herzliche Grüße, Liane

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