Jennifer Estep „Black Blade – Die helle Flamme der Magie“

Inhaltsangabe:

weiß-blaues Buchcover mit Mädchengesichtstarke HeldinnenModerne WeltSchwerter & MagieCloudburst Falls, der wohl magischste Ort Amerikas, voller Magie und Monster, während im Hintergrund die verfeindeten mafia-ähnlichen Familien die Fäden ziehen. Hier lebt die 17-jährige Lila. Sie arbeitet seit einigen Monaten als Leibwächterin für Devon Sinclair, den Wächter der Sinclair-Familie und seit kurzem darüber hinaus auch ihr Freund.

Doch Lilas Erzfeind, der Mörder ihrer Mutter, Victor Draconi steht kurz vor der Umsetzung seiner teuflischen Pläne. Nicht länger bereit, die Macht in Cloudburst Falls zu teilen, holt der mörderische Anführer der Draconi-Familie zum Schlag gegen die anderen Familien und insbesondere die Sinclairs aus. Lila, Devon und ihre Freunde Felix und Deah versuchen alles, um seine Pläne zu durchkreuzen. Gelingt es ihnen, sich gegen die Übermacht der Draconis zu behaupten?

Meine Meinung zu „Black Blade – Die helle Flamme der Magie“:

Eins der Bücher, auf die ich diesen Herbst sehnsüchtig gewartet habe. Und nun hatte ich endlich Zeit, es zu lesen. 😀

Worum geht es im Roman?

Jennifer Estep hat ein Händchen für spannend erzählte Urban Fantasy mit starken Heldinnen. Ihr Name ist Programm und auch der 3. Band der „Black Blade“-Reihe stellt hier keine Ausnahme dar.

Die Geschichte ist wieder im erfundenen Touristenort Cloudburst Falls angesiedelt, in dem ungewöhnlich viele Monster wie Baumtrolle, Kupferquetschen, Steinhörnchen und das tentakelige Lochness-Brücken-Monster leben. Das Setting bietet eine Mischung aus Moderne und Antike. So sind die Familien mit Schwertern ausgestattet und die Hauptverkehrsader der Stadt erinnert an einen übergroßen Mittelaltermarkt mit Casinos. Dazu passt, dass die gefährlichsten Waffen im Roman die sogenannten Schwarzen Klingen sind, die Magie und Blut in sich aufnehmen können.

Neben den magischen Waffen gibt es in den Familien auch zahlreiche magische Talente wie zum Beispiel Sicht, Stärke oder Schnelligkeit. Weniger verbreitet sind Spezialtalente wie Imitations-, Übertragungs- oder Zwangsmagie.

Natürlich darf in dem Setting auch ein spannendes zwischenmenschliches Gefüge nicht fehlen. Die verfeindeten Familien erinnern mich ein bisschen an „Romeo und Julia“, dazu passt auch das Liebespaar Felix und Deah. Hinzu kommen noch Liebe, Rache, Freundschaft, Hass, Machtsucht und Gier und fertig ist das explosive Gemisch für „Die helle Flamme der Magie“.

Die Hauptfiguren:

Erzählt wird die Geschichte wieder aus der Ich-Perspektive der 17-jährigen Lila Sterling, die jedoch seit der Ermordung ihrer Mutter Serena vor vier Jahren den Namen Lila Merriweather trägt. Die vergangenen Jahre hat sie dank der Unterstützung ihres väterlichen Freundes Mo Kaminsky als Diebin überlebt, seit einigen Monaten steht sie in den Diensten von Claudia Sinclair, einer alten Freundin ihrer Mutter, und beschützt deren Sohn Devon, mit dem sie inzwischen zusammen ist. Lila hat ein Talent für Sicht und Seelensicht, ist eine gute Schwertkämpferin und hat die seltene Gabe der Übertragungsmagie (Transferenzmagie).

Devon Sinclairs‘ herausstechendste Eigenschaft ist seine Loyalität. Als Wächter der Sinclair-Familie fühlt er sich für alle verantwortlich und kümmert sich um ihr Wohl. Er ist ein guter Kämpfer, wenn auch nicht so gut wie Lila, die er liebt.

Devons bester Freund Felix Morales ist ausgerechnet mit Deah Draconi, der Tochter ihres Erzfeindes Victor Draconi, zusammen. Er ist ein lebenslustiger junger Mann und besitzt ein Talent zum Heilen, während Deah dank ihres Imitationstalents eine gute Kämpferin ist. Anders als ihr Vater oder ihr Bruder Blake ist sie nicht machthungrig oder grausam. Doch ihr Vater erpresst sie mit dem Wohl ihrer Mutter, damit sie ihn unterstützt.

Victor Draconi hasst die anderen Familien und am meisten die Sinclairs und Lilas Familie, die Sterlings. Seine eigenen Kinder und seine Ehe sind für ihn nur Mittel zum Zweck. Das Einzige, was ihn interessiert, ist, der unangefochtene Machthaber über Cloudburst Falls zu werden und so viele magische Kräfte anzusammeln wie nur möglich. Darüber geht er buchstäblich über Leichen und ermordet Monster und Menschen gleichermaßen ohne Reue.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Die helle Flamme der Magie“ ist der 3. und letzte Band der „Black Blade“-Trilogie.

Wie liest sich das Buch?

Bereits wenn man das Buch aufklappt und die erste Seite liest, fühlt sich alles wieder vertraut an. Jennifer Estep schreibt Wohlfühl-Bücher nach ähnlichem Muster, sodass man als Leser weiß, was einen erwartet, und das macht sie gut. Ich bin jedes Mal sofort wieder in ihrer Welt drin.

Mit Lila hat die amerikanische Autorin eine sympathische Erzählfigur ausgewählt, die es auch in „Die helle Flamme der Magie“ den Lesern wieder leicht macht, sich mit ihr zu identifizieren und mit ihr mitzufiebern.

Wie die beiden Vorgänger ist das Buch spannend geschrieben und bietet eine gute Abwechslung zwischen alltäglichen Szenen fürs Herz, dramatischen Kampfszenen, etwas Todesgefahr und faszinierende Magie. Hin und wieder blitzt auch ein Augenzwinkern der Autorin durch, etwa wenn sie Lila und Deah Shirts vom Pork Pit, einem Schauplatz aus ihrer „Elemental Assassin“-Reihe, tragen lässt oder wenn in Lilas Zimmer ein „Karma Girl“-Papierkorb steht – so lautet nämlich der Titel ihres neuen Romans, der im Frühjahr 2017 auf Deutsch erscheinen wird. Auch die Tatsache, dass Lila in allen 3 Büchern in eine ähnliche Situation gerät, wird mit einem launigen Kommentar versehen – das Muster ist hier mit voller Absicht gewählt.

Was hat mir besonders gut am Roman gefallen?

Die Monster!! Klingt vielleicht komisch, aber ich fand es toll, dass das Lochness-Monster dieses Mal endlich eine größere Rolle bekommen hat, dass es ein Wiedersehen mit den Baumtrollen gab und dass in diesem Band auch die lange schon immer wieder erwähnten Kupferquetschen endlich mal vorkamen. Die Monster machen für mich einen großen Teil des Reizes vom Handlungsort Cloudburst Falls aus und es war an der Zeit, dass sie etwas mehr in den Vordergrund treten.

Dass ich Lila und ihre Freunde mag, muss ich, glaube ich, nicht gesondert hervorheben. Für mich sind sie einer der Hauptgründe (neben der Welt und der Magie), warum ich die Reihe lese: Ich muss unbedingt wissen, wie es mit ihnen weitergeht.

Ich mochte auch das Ende, ohne hier verraten zu wollen, weshalb. Für mich war es ein runder Abschluss der Trilogie.

Auch die Verweise auf ihre anderen Romane, als kleiner augenzwinkender Gruß für die Fans ihrer anderen Werke, fand ich toll.

Was hat mir nicht gefallen?

Große Überraschungen fehlen in diesem Roman, der Ablauf steuert seit Beginn der Reihe auf den Showdown am Ende zu. Das könnte man kritisieren oder langweilig finden, hat mich jedoch hier weniger gestört.

Etwas genervt war ich jedoch, als Lila und die Sinclairs den perfekten Anlass für Victor Draconis Angriff nicht erkannt haben. Come on! So blind kann man doch gar nicht sein, immerhin seid ihr für die Sicherheit der Familie verantwortlich und solltet Angriffe voraussehen!

Ich hasse es, wenn Figuren um der Dramatik willen – also um die folgende Handlung spannender machen – dämlich(er) dargestellt werden. Ich finde, das schadet nicht nur den Figuren und ihrer Sympathie beim Leser, sondern auch der Geschichte an sich. Und dass Victor Draconi sich nicht an die Regeln der Familien halten würde, wenn er diese nicht respektiert, hätte auch klar sein müssen.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Abgesehen von den beiden kleinen Kritikpunkten, die den Gesamteindruck vom Roman jedoch nicht trüben konnten, war ich wieder begeistert. „Die helle Flamme der Magie“ ist fesselnd erzählt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil mir die Figuren so ans Herz gewachsen sind. Der Abschied von ihnen und der gelungenen magischen Urban Fantasy-Welt fällt etwas wehmütig aus. Aber ich freue mich schon auf den nächsten Roman aus ihrer Feder.

Wem würde ich das Buch empfehlen?

Wer gerne Urban Fantasy liest und starke Heldinnen, Magie, Action, den Kampf Gut gegen Böse und eine Geschichte voller Freundschaft, Liebe und komplexer Familienbande mag, der ist hier goldrichtig. Eher für Leserinnen gedacht als für Leser ist „Black Blade – Die helle Flamme der Magie“ ein tolles Buch für alle Fans von actionreicher und romantischer Fantasy.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenDie „Black Blade“-Reihe umfasst leider nur 3 Bände. Somit ist die Trilogie nun abgeschlossen und enthält die folgenden Bände:

  1. „Das eisige Feuer der Magie“
  2. „Das dunkle Herz der Magie“
  3. „Die helle Flamme der Magie“

Wer sich auf Lesenachschub von Jennifer Estep genauso freut wie ich, den möchte ich auf „Karma Girl“, den 1. Band ihrer neuen Reihe „Bigtime“ hinweisen, der im April 2017 erscheinen wird. Ich bin schon gespannt, der Klappentext klingt jedenfalls vielversprechend.

Wer die phantastischen Welten von Jennifer Estep kennen lernen möchte, dem kann ich auch die „Mythos Academy“-Reihe sehr empfehlen. Wie auch „Black Blade“ spielt die Reihe in einem magischen Hier und Jetzt. Hauptfigur ist wieder eine anfängliche Außenseiter-Heldin und Ich-Erzählerin, nämlich die 17-jährige Gwen Frost, die gar nicht erfreut darüber ist, dass sie seit dem Tod ihrer Mutter mit zahlreichen versnobbten Sprösslingen aus stinkreichen Familien auf eine Schule gehen muss. Nur dass ihre Mitschüler nicht nur reich sind, sondern alle auch noch über magische Fähigkeiten verfügen. Doch als Gypsy unter all den Amazonen, Walküren, Römer, Spartanern, etc. kommt Gwen sich zu gewöhnlich vor und an Mythen und Götter glaubt sie auch nicht. Bis sie in „Frostkuss“ feststellen muss, dass an den Mythen – und an ihr selbst – doch mehr dran ist, als sie bislang dachte.

Mehr Buchtipps gefällig? Dann schaut doch mal in meiner Rubrik Urban Fantasy rein, dort gibt es weitere Empfehlungen aus diesem Genre.

Die Website von Jennifer Estep:

Mehr über die amerikanische Bestsellerautorin und ihre Romane erfahrt ihr auf Jennifer Esteps Website. http://www.jenniferestep.com/

Das Buch:

weiß-blaues Buchcover mit Mädchengesicht336 Seiten

Paperback

Oktober 2016

Piper Verlag

Preis: 14,99 € (D)

ISBN: 978-3-492-70357-4

Originaltitel: „Bright Blaze of Magic“

Deutsche Übersetzung: Vanessa Lamatsch

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