Jennifer Estep „Spinnenkuss – Elemental Assassin 1“

Inhaltsangabe:

Frau mit orangefarbenem Symbol vor der Stirnstarke HeldinnenMagie & Verbrechenfür ErwachseneGin Blanco ist eine Auftragsmörderin und zwar eine verdammt gute. Unter dem Namen „die Spinne“ bekannt erledigt sie ihre Opfer mit Geduld, ihren Steinsilber-Messern – und hin und wieder mit etwas Hilfe von ihrer Stein- oder Eismagie.

Als sie über ihren Mittelsmann Fletcher Lane den Auftrag erhält, einen windigen Finanzchef umzulegen, zögert sie nicht lange. Doch der Auftrag ist eine Falle. Bevor Gin ihr Opfer töten kann, lauert ihr bereits ein anderer Auftragsmörder auf. Ihr Auftraggeber wollte auf Nummer Sicher gehen und keine Spuren hinterlassen – und das beinhaltet neben der Ermordung von Gin auch Fletcher und dessen Sohn Finn.

Gin schafft es nicht mehr, Fletcher, der ihr seit ihrer Jugend ein Ziehvater und ihr Mentor gewesen war, zu retten. Gemeinsam mit Finn, einem Banker und raffinierten IT-Genie, macht sie sich auf die Suche nach der Identität ihres Auftraggebers und Fletchers Mörder. Doch dabei kreuzt ihr Weg den des attraktiven Detective Donovan Caine, der Gin unbedingt schnappen will, seit sie seinen Partner vor ein paar Monaten erledigt hat …

Meine Meinung zu „Spinnenkuss – Elemental Assassin 1“:

Nachdem mich bereits die „Mythos Academy“-Reihe und die „Black Blad“-Trilogie in ihren Bann gezogen haben, war ich jetzt umso gespannter auf die „Elemental Assassin“-Reihe, die für Jennifer Estep der Durchbruch war.

Worum geht es im Roman?

Es geht um Auftragsmorde, eine taffe Heldin mit einer schweren Kindheit, Familie, Rache, Gerechtigkeit – und für mich nach Jennifer Esteps beiden anderen Jugendbuch- beziehungsweise All Age-Reihen etwas überraschend – auch um Sex. Das Ganze spielt natürlich wieder in einer von magischen Wesen wie Vampiren und Elementarmagiern bevölkerten Stadt.

Es gibt vier Hauptkräfte – Eis, Feuer, Stein und Luft – und dazu etwas schwächere Nebenkräfte wie zum Beispiel Elektrizität. Kombiniert werden die magischen Kräfte wieder mit einem magischen Metall, dem Steinsilber, das Magie in sich aufnehmen kann und aus dem nicht nur Waffen, sondern auch Schutzwesten gefertigt werden.

Die Hauptfiguren:

Im Mittelpunkt der Reihe steht die 30-jährige Ich-Erzähler Gin Blanco. Sie trägt den Assassinen-Namen „die Spinne“, weil sie sehr geduldig in ihrer Arbeit sein kann und dank eines wahnsinnigen Elementars, der sie gefoltert hat, die Spinnenrune als Narben in ihren Handflächen trägt.

Nach der Ermordung ihrer Familie durch diesen Feuerelementar und einem kurzen Leben auf der Straße, lernt sie Fletcher Lane kennen, den Besitzer des Barbecue-Restaurants Pork Pit. Doch neben seiner Tätigkeit als Koch war er früher selbst als Zinnsoldat, sprich als Attentäter, unterwegs. Er hat Gin alles beigebracht, sie als Dreizehnjährige aufgenommen und ihr ein Zuhause und einen neuen Namen gegeben.

Ihre Elemente sind Stein und Eis, wobei ihre Eismagie schwächer ist und sie sich auf beide Kräfte bei ihren Jobs nicht verlässt und sie nur widerwillig einsetzt, weil sie glaubt, dass ihr Steinmagie schuld am Tod ihrer jüngsten Schwester ist.

Gin zeichnet sich nicht nur durch Geduld, eine Leidenschaft fürs Kochen und für Literatur, sondern auch durch eine gewisse Sturheit aus. Sie lässt sich weder von ihrer Rache für Fletcher abbringen noch von ihrer Anziehung für Detective Caine, obwohl dieser sie genauso verabscheut, wie er sie begehrt.

Finnegan Lane, kurz Finn genannt, ist nicht so taff wie seine zwei Jahre jüngere Ziehschwester. Statt mit Attentätern schlägt er sich mit Zahlen, Geldern und Kunden rum und versteht es hervorragend, ihnen das Geld aus den Taschen zu ziehen, Damen zu becircen, Informationen zu beschaffen und gefälschte Ausweise anzufertigen. Trotz einiger illegaler Aktivitäten führt er dennoch ein überwiegend legales Leben in Wohlstand, den er gerne zur Schau stellt.

Detective Donovan Caine vermittelt den Eindruck, der letzte rechtschaffene Cop der Stadt zu sein. Unbestechlich, unerschütterlich an Gerechtigkeit glaubend und dafür kämpfend, ist er nicht nur für Gesetzlose ein gefährlicher Widersacher. Auch seinen korrupten Kollegen ist er zunehmend ein Dorn im Auge. Er begehrt Gin trotz des schlechten Bildes, das er von ihr hat, und hasst sich selbst dafür, dass er ihren Avancen in einem schwachen Moment erliegt.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Spinnenkuss“ ist der 1. Band der Urban Fantasy-Reihe „Elemental Assassin“.

Wie liest sich das Buch?

Man merkt, dass „Spinnenkuss“ eines von Jennifer Esteps älteren Büchern ist. Vom Stil unterscheidet es sich etwas von ihren späteren Reihen.

Dennoch sind die bekannten Estep-Elemente wieder da – und erstmals verstehe ich die Kritik, die am 1. Band der „Black Blade“-Reihe teilweise geäußert wurden. Ich fand es etwas irritierend, dass Jennifer Estep anscheinend regelmäßig bei sich selbst „klaut“. Es gab mir zu viele Parallelen von Gin und Lila (Familienverhältnisse, krimineller Beruf, väterlicher Freund, etc.), sodass ich mich mit dem Beginn des Buchs überraschend schwertat. Es hat mich geärgert, dass Jennifer Estep trotz ihres Erfolgs bei ihren vertrauten (und erfolgreichen) Elementen und Mustern geblieben ist, sodass es lange gedauert hat, bis ich mich auf Gin, ihre Geschichte und ihre Welt einlassen konnte. Erst ab etwa der Mitte des Buchs konnte ich es als eigenständiges Werk ansehen und anfangen mitzufiebern.

Was hat mir besonders gut am Roman gefallen?

Wenig überraschend hat mir wieder die Magie sehr gut gefallen. Die Autorin arbeitet jedes Mal andere magische Kräfte in ihrer Welt heraus, die gut durchdacht sind und etwas Neues bieten. So fand ich es toll, dass Gin sowohl über Eis- als auch über Steinmagie verfügt.

Was hat mir nicht gefallen?

Mich hat es zum Teil wirklich genervt, dass Jennifer Estep beim Schreiben in denselben Mustern verharrt. Das hat sie meiner Meinung nach als Autorin nicht nötig. Auch wenn sie mit den Elementen aus „Elemental Assassin“ – Magie, magische Waffen, eine mit Menschen und magischen Wesen bevölkerte Stadt, eine starke Heldin mit ermordeter Familie, ein überaus mächtiger Magier und Bösewicht – ihren Durchbruch hatte, würde ich mir wünschen, dass sie etwas Neues wagen würde. Denn so fehlte es mir hier in diesem Roman erstmals an Spannung und es lief wieder in vorhersehbaren Bahnen ab.

Ehrlich gesagt, den Sex hätte es meiner Meinung nicht gebraucht. Auch fand ich die Beschreibung eher derb-animalisch als erotisch. Und dass es dann ausgerechnet Sex mit ihrem Gegner sein muss … nun, mit Liebe hat das Ganze auf jeden Fall wenig zu tun.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Der Roman hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits weiß ich, dass „Spinnenkuss“ einer ihrer früheren Romane ist und dass die Muster eigentlich in der „Black Blade“-Reihe wieder auftauchen. Da ich „Spinnenkuss – Elemental Assassin 1“ jedoch danach gelesen habe, habe ich mich eher über diesen Roman geärgert und war teilweise genervt. Die Handlung ist wenig überraschend, die Figuren und Orte waren vom selben Schema, doch statt freudige Wiedererkennung verursachte mir die Lektüre dieses Mal häufig Genervtheit.

Nichtsdestotrotz ist es ein guter Roman, der flüssig geschrieben ist, packende Figuren und Spannung enthält, sodass ich mich mit der Bewertung dieses Mal sehr schwer getan habe.

Wem würde ich das Buch empfehlen?

Die „Elemental Assassin“-Reihe würde ich ganz klar als Urban-Fantasy-Roman für erwachsene Frauen sehen und Leserinnen empfehlen, die starke Ich-Erzählerinnen, Magie und Erotik mögen.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenIch habe lange überlegt, ob ich 3 oder 4 Bücher vergebe, am Ende sind es 3 geworden, einfach weil ich mich zu oft geärgert habe. Nichtsdestotrotz hätte der Roman sicher 4 Bücher verdient – wenn man denn die anderen Werke der amerikanischen Bestsellerautorin noch nicht kennt.

Die „Elemental Assassin“-Reihe umfasst bislang folgende Bände, die deutsche Übersetzung hinkt somit etwas hinterher:

  1. „Spinnenkuss“
  2. „Spinnentanz“
  3. „Spinnenjagd“
  4. „Spinnenfieber“
  5. „Spinnenbeute“
  6. „Spinnenfeuer“
  7. „Widow’s Web“
  8. „Deadly Sting“
  9. „Heart of Venom“
  10. „The Spider“
  11. „Poison Promise“
  12. „Black Widow“
  13. „Spider’s Trap“
  14. „Bitter Bite“
  15. „Unraveled“

Da mir die „Mythos Academy“– und die “Black Blade”-Reihe besser gefallen haben, würde ich Jennifer Estep-Fans empfehlen, die Abenteuer des Gypsy Gwen Frost und ihrer Krieger-Magier-Mitschüler auf der Mythos Academy zu lesen und auch die „Black Blade“-Romane und ihre Heldin Lila Merriweather, eine Diebin und Leibwächterin, haben mich überzeugt.

Weitere Buchtipps aus magischen Städten erhaltet ihr in meiner Rubrik Urban Fantasy.

Die Website von Jennifer Estep:

Mehr über die amerikanische Bestsellerautorin und ihre Romane erfahrt ihr auf Jennifer Esteps Website:

http://www.jenniferestep.com/

Das Buch:

Frau mit orangefarbenem Symbol vor der Stirn448 Seiten

Taschenbuch

Dezember 2013

Piper Verlag 

Preis: 12,99 € (D)

ISBN: 978-3-492-26940-7

Originaltitel: „Spider’s Bite“

Deutsche Übersetzung: Vanessa Lamatsch

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