Jennifer Estep „Spinnentanz – Elemental Assassin 2“

Inhaltsangabe:

Buchcover mit dem Gesicht einer jungen Frau und der SpinnenruneMagie & Verbrechenstarke Heldinnenfür ErwachseneZwei Monate sind seit der Ermordung von Gins Mentor und Ziehvater Fletcher Lane vergangen. Doch sein Erbe wiegt schwer. Nicht nur dass er ihr sein Barbecue-Restaurant, das Pork Pit, sowie sein Haus hinterlassen hat, er hat ihr auch eine Akte vermacht: eine Akte über sie selbst und die Ermordung ihrer Familie.

Doch obwohl Gin wie von Fletcher gewünscht als Auftragsmörderin die Spinne in den Ruhestand getreten ist, ist ihr Leben nicht völlig gewaltfrei geworden. Als ihr Restaurant eines Tages von einem Halbriesen mit Feuerkräften und seinem Kumpel überfallen wird, handelt sie ohne Nachzudenken und setzt die beiden Angreifer außer Gefecht. Erst danach erfährt sie, dass es sich bei dem Feuerelementar ausgerechnet um Jake, den Sohn des Anwalts Jonah McAllister handelt, der als rechte Hand von Mab Monroe einer der mächtigsten und gefürchtetsten Männer der Stadt ist.

Als kurz darauf ein Auftragsmörder eine junge Studentin in ihrem Restaurant ins Visier nimmt, die ausgerechnet die Enkelin von Fletchers bestem Jugendfreund ist, findet Gin, dass es höchste Zeit ist, die Steinsilber-Messer hervorzuholen und die Spinne aus dem Ruhestand zurückzuholen …

Meine Meinung zu „Spinnentanz – Elemental Assassin 2“:

Ich bin mit gemischten Gefühlen an die Lektüre rangegangen. Einerseits liebe ich Jennifer Esteps „Mythos Academy“- und ihre „Black Blade“-Reihe. Aber andererseits war ich vom 1. Band der Reihe enttäuscht. Aber ich hatte bereits „Spinnentanz“ gekauft, also beschloss ich, der Reihe noch eine Chance zu geben.

Worum geht es im Roman?

In „Spinnentanz“ muss sich Gin mit zwei neuen Gegnern herumschlagen. Da ist zum einen Jake, der Feuerelementar, der das Pork Pit überfallen hat und nun Rache dafür will, dass sie ihn besiegt hat, und zudem verhindern will, dass sie vor Gericht gegen ihn aussagt. Dadurch gerät sie auch ins Visier von Jonah McAllister – und überraschend auch ins Visier von Mab Monroe, der heimlichen Herrscherin der Stadt.

Doch die Gefahr für sie selbst gerät ins Hintertreffen, als sie Violet trifft, die Studentin und Enkelin von Fletchers Jugendfreund Warren Fox, der Ärger mit dem Zwerg Tobias Dawson hat, der unbedingt sein Land aufkaufen will, um dort Bergbau betreiben zu können, gegen den Willen von Warren und notfalls auch über dessen Leiche. So gerät Gins neue Mission zu einem Kampf wir gegen die und die Tatsache, dass Warren auch Detective Donovan Caine kennt, sorgt noch einmal für eine ganz andere Art von Spannung.

Die Hauptfiguren:

Gin Blanco, früher als die Auftragsmörderin die Spinne unterwegs, ist nun die Besitzerin des Pork. Neben ihrer Arbeit im Grillrestaurant setzt sie ihr Langzeitstudium fort. Doch trotz ihrer Arbeit und der Akte über sie und ihre Familie, die Fletcher ihr hinterlassen hat, ist sie nicht völlig ausgelastet und so sind der Überfall und das Attentat eine willkommene Abwechslung für sie.

Gin verfügt über Elementarmagie, nämlich über Steinmagie und im geringeren Maße auch über Eismagie, auf die sie sich aber ungern verlässt. Sie vertraut eher auf ihre Steinsilber-Messer und ihre eigenen Fähigkeiten im Kampf. Doch neben der Gewalt gibt es in ihrem Leben auch sanftere Seiten, so begeistert sich Gin mit großer Leidenschaft fürs Kochen, für Literatur – und für Detective Donovan Caine.

Der Detective ist der wohl einzige rechtschaffene Polizist in ganz Ashland, doch angesichts der Korruption unter seinen Kollegen und der Tatsache, dass Gin seinen früheren Partner umgebracht hat, kämpft er gegen die sexuelle Anziehung zwischen ihm und ihr. Moralisch hält er nichts von ihr und fürchtet, dass sie ihn ebenfalls korrumpiert.

Finnegan Lane, Gins Ziehbruder, die Zwerginnen Sophia und Jo-Jo Deveraux sind natürlich auch wieder mit von der Partie und unterstützen Gin mit all ihren Fähigkeiten bei ihrer neuesten Mission.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, der Roman ist der 2. Band der Urban Fantasy-Reihe „Elemental Assassin“ von Jennifer Estep.

Wie liest sich das Buch?

Es ist spannend, keine Frage. Es dauert nicht lange und Gin Blanco steht wieder im Mittelpunkt von allerlei Problemen. Durch die Kämpfe, die Magie, die Ermittlungen und das Wiedersehen mit Detective Donovan Caine wird die Story nicht langweilig. Da das Ganze wieder aus der Sicht von Gin erzählt wird, fungiert sie als Identifikationsfigur für die Leserinnen.

Auch wenn ich in diesem Band nicht mehr ständig das Gefühl hatte, dass die Geschichte zu viele Ähnlichkeiten und Parallelen mit den anderen Reihen der Autorin hat, hat mir irgendetwas gefehlt. Ich spürte beim Lesen, dass es sich beim Roman um eins der älteren Bücher der amerikanischen Bestsellerautorin handelt.

Was hat mir besonders gut an „Spinnentanz“ gefallen?

Ich mag wieder die Elementar-Magie, das Konzept, das dahinter steckt, und dass sie in diesem Band wieder eine größere Rolle spielt.

Das Setting mit der magischen Stadt, in der Menschen, Riesen, Zwerge und Vampire nebeneinander leben, hat mir ebenfalls gut gefallen und ergibt eine interessante Mischung mit viel Konfliktpotential.

Was hat mir nicht gefallen?

Sorry, ich weiß nicht, woran es genau liegt, aber ich werde mit Gin einfach nicht warm. Weder kann ich mich mit ihr als Heldin identifizieren – und das hat nichts damit zu tun, dass sie als ehemalige Auftragsmörderin manchmal drastische (und tödliche) Lösungen für Probleme vorschlägt – noch mag ich sie besonders. Ich merke es immer wieder, dass ich immer dann, wenn es um Gins Leidenschaft für Detective Donovan Caine geht, dass ich am liebsten das Buch zuklappen würde – okay, schwierig beim E-Book.

Es sind eher Triebe als Gefühle, die die beiden verbinden und der Sex hat mit Romantik und Erotik in meinen Augen nichts gemeinsam. Diese Passagen habe ich irgendwann immer schneller gelesen/überflogen, weil sie mir symptomatisch dafür erscheinen, was mich an Gin stört. Sie scheint zu keinen gesunden, tieferen Gefühlen in der Lage zu sein – mag sein, dass das an der Ermordung ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester und den daraus lange Zeit resultierenden Schuldgefühlen inklusive Selbsthass lag. Aber Gin ist einfach keine Figur, bei der ich mir vorstellen könnte, mit ihr befreundet zu sein. Im echten Leben würde ich ihr aus dem Weg gehen – eine denkbar ungünstige Voraussetzung, wenn der ganze Roman aus Gins Ich-Perspektive erzählt wird.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt muss ich sagen, dass der Roman zwar gut geschrieben und spannend ist, aber nicht an Jennifer Esteps späteren Reihen heranreicht. Auch lag mir die Hauptfigur gar nicht, sodass ich auch im 2. Band mit der „Elemental Assassin“-Reihe nicht warm werden konnte und die weiteren Bände nicht mehr lesen werde. Schade, aber auch wenn ich die „Mythos Academy“-Reihe und die „Black Blade“-Trilogie liebe, ist das für mich leider ein Fehlkauf gewesen.

Wem würde ich „Spinnentanz“ empfehlen?

Die „Elemental Assassin“-Reihe richtet sich an erwachsene Leserinnen, die Urban Fantasy, Magie und Erotik mögen. Für jugendliche Fans von „Mythos Academy“ und „Black Blade“ ist sie nur bedingt zu empfehlen (ab 16+).

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenLeider sind es auch für den Nachfolger von „Spinnenkuss“ wieder nur 3 Bücher geworden, auch wenn ich verstehe, wenn andere Leser 4 oder 5 Sterne vergeben. Aber trotz Spannung und interessanter Magie ist die Reihe leider nicht meins. 🙁

Die „Elemental Assassin“-Reihe umfasst bislang folgende Bände, die deutsche Übersetzung hinkt somit etwas hinterher:

  1. „Spinnenkuss“
  2. „Spinnentanz“
  3. „Spinnenjagd“
  4. „Spinnenfieber“
  5. „Spinnenbeute“
  6. „Spinnenfeuer“
  7. „Widow’s Web“
  8. „Deadly Sting“
  9. „Heart of Venom“
  10. „The Spider“
  11. „Poison Promise“
  12. „Black Widow“
  13. „Spider’s Trap“
  14. „Bitter Bite“
  15. „Unraveled“

Da mir die „Mythos Academy„– und die „Black Blade“-Reihe besser gefallen haben, würde ich Jennifer Estep-Fans empfehlen, die Abenteuer des Gypsy Gwen Frost und ihrer Krieger-Magier-Mitschüler auf der Mythos Academy zu lesen und auch die „Black Blade“-Romane und ihre Heldin Lila Merriweather, eine Diebin und Leibwächterin, haben mich überzeugt.

Weitere Buchtipps aus magischen Städten erhaltet ihr in meiner Rubrik Urban Fantasy.

Die Website von Jennifer Estep:

Mehr über die New York Times-Bestseller-Autorin und ihre Romane erfahrt ihr auf Jennifer Esteps englischsprachiger Website: http://www.jenniferestep.com/

Das Buch:

Buchcover mit dem Gesicht einer jungen Frau und der Spinnenrune448 Seiten

Taschenbuch

April 2014

Piper Verlag

Preis: 12,99 € (D)

ISBN: 978-3-492-26944-5

Originaltitel: „Web of Lies“

Deutsche Übersetzung: Vanessa Lamatsch

2 Gedanken zu „Jennifer Estep „Spinnentanz – Elemental Assassin 2““

  1. Liebe Nicole,
    ich lese derzeit den zweiten Teil der „Black Blade“-Reihe und mag die Bücher total gerne. Diese Reihe, die du hier rezensiert hast, schreckt mich allerdings allein schon von der Länge ab. Sooo viele Bücher. Wahnsinn. Mit Protagonisten, die Ecken und Kanten haben, spielt Jennifer Estep ja sehr gerne, insofern kann ich verstehen, dass man mit Gin nicht so schnell warm werden kann. Ich hatte erst auch Schwierigkeiten mit der Hauptprota in Black Blade, bis es mich voll erwischt hatte.
    Herzliche Grüße, Liane

    1. Liebe Liane,

      eine lange Fantasyreihe stört mich nicht, sofern ich wirklich von den Figuren und der Welt gefesselt bin. Leider trifft es bei „Elemental Assassin“ bei den Figuren nicht zu. Mich stört es auch nicht, wenn es düstere Helden sind oder sie einige Macken haben. Aber Gin … ich weiß nicht. :-/
      Aber schön, dass dir „Black Blade“ so gut gefällt. 🙂

      Liebe Grüße
      Nicole

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