Jennifer L. Armentrout „Obsidian. Schattendunkel“

Inhaltsangabe:

Buchcover mit 2 jungen Menschen vor neblig-leuchtende, HintergrundUm den Tod ihres Vaters endlich zu überwinden, zieht die 17-jährige Katy Swartz mit ihrer Mutter ins kleine Örtchen Ketterman in West Virginia, direkt neben das Haus der Zwillinge Daemon und Dee Black. Während Dee bestrebt ist, Freundschaft mit Katy zu schließen, scheint Daemon alles zu tun, um das zu verhindern. Doch warum hasst Daemon sie so sehr?

Als sie über den Sommer jedoch gezwungenermaßen Zeit miteinander verbringen und immer mehr merkwürdige Dinge vorfallen, begreift Katy langsam, dass die beiden Geschwister ein unglaubliches Geheimnis vor ihr verbergen.

Meine Meinung zu „Obsidian. Schattendunkel“:

Nachdem ich inzwischen so viel Gutes von Jennifer L. Armentrout gehört habe, wurde es an der Zeit, dass ich mal mein erstes Buch von ihr lese. Und ich habe es nicht bereut.

Worum geht es im Roman?

„Obsidian“ erzählt die Geschichte von Katy, einer jungen Bloggerin, die in Kürze ihr letztes Jahr an der Highschool in ihrem neuen Wohnort beginnen soll. Doch einige merkwürdige Ereignisse geschehen und jemand scheint es auf sie abgesehen zu haben. Katy erkennt, dass dies an ihren Nachbarn, den Zwillingen Daemon und Dee, liegt, die sich als Außerirdische vom Planeten Lux entpuppen.

Die Lux sind Lichtwesen, die das Licht manipulieren, menschliche Gestalt annehmen und noch einige Dinge mehr tun können. Kommt ein Mensch mit der Magie der Lux in Kontakt, so umgibt diesen eine Zeitlang ein magischer Schein, den die Lux und die Arum, Schattenwesen, sehen können. Das Verteidigungsministerium weiß von den Lux, dennoch leben diese in Angst, Angst vor ihren Todfeinden, den Arum, die sich nach der Zerstörung des Planeten Lux ebenfalls auf die Erde geflüchtet haben.

Die Hauptfiguren:

Protagonistin ist die 17-jährige Katy Swartz. Sie liest leidenschaftlich gern und betreibt einen Buchblog. Seit dem Tod ihres Vaters vor drei Jahren musste sie überwiegend alleine zurechtkommen, da ihre Mutter zu viel arbeitet. Eigentlich ist sie eine eher zurückhaltende Person, doch durch Daemons Provokationen wird sie mutiger und selbstbewusster. Sie lässt sich so schnell nichts gefallen.

Daemon Black ist in Katys Jahrgang und verhält sich ihr gegenüber ziemlich abweisend. Gegenüber seiner Zwillingsschwester Dee ist er sehr beschützend. Als Lux, ein Lichtwesen aus dem All, hat er nicht nur magische Kräfte, sondern ist auch ungewöhnlich stark. Durch sein attraktives Äußeres ist er bei den Mädchen an der Schule sehr beliebt.

Dee ist Daemons Zwillingsschwester und wünscht sich einen Hauch Normalität. Sie ist nett und besitzt eine lebendige Persönlichkeit, womit sie das Gegenteil ihres Bruders ist. Sie freundet sich schnell mit Katy an und arbeitet mit Tricks, um zu bekommen, was sie will.

Ash, Adam und Andrew Thompson sind Drillinge. Die drei lehnen Katy ab. Besonders Ash, Daemons Exfreundin, kann Katy nicht ausstehen.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Obsidian. Schattendunkel“ ist der 1. Band der „Obsidian“-Reihe (im Englischen: „Lux“-Reihe).

Wie liest sich das Buch?

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Katy geschrieben, sodass wir Leser schnell einen guten Bezug zu ihr haben und uns gut in sie hineinversetzen können. Da ich die jugendliche Erzählerin als erfrischend normal und vernünftig empfand, konnte ich mich trotz des Altersunterschieds zu ihr gut mit ihr identifizieren.

Die Fragen, was mit den Geschwistern nicht stimmt, welches Geheimnis sie umgibt und wer sie und Katy verfolgt, sorgt beim Lesen für reichlich Spannung. Auch das Knistern zwischen Katy und Daemon sorgen dafür, dass die Lektüre nie langweilig wird.

Am Ende gab es noch zwei Bonuskapitel aus Daemons Sicht, die jedoch bereits gelesene Szenen noch mal aus seiner Sicht zeigten und so den Eindruck, den ich beim Lesen bereits von ihm gewonnen hatte, noch ein bisschen vertiefen konnten.

Was hat mir besonders gut an „Obsidian“ gefallen?

Zunächst mochte ich Katy. Sie ist ein liebenswerter Charakter und eine tolle Abwechslung zu der in der Jugendliteratur doch häufig vorkommenden Art von Mädchen, die den Badboy anschmachten und sich von ihm alles gefallen lassen, in der Hoffnung, dass dieser sich in sie verliebt. Katy ist anders. Sie findet Daemon zwar attraktiv, aber aufgrund seines Benehmens will sie nichts mit ihm zu tun haben und gibt ihm auch ordentlich Kontra. Das hat mir richtig gut gefallen.

Daemon mochte ich auch, da schnell klar wird, dass er gute Gründe für sein Verhalten hat und an sich kein schlechter Kerl ist.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist, dass die Autorin die ausgetretenen Fantasypfade versucht hat zu vermeiden. Klar, es gab schon Momente, wo ich „Twilight“ kurz vor Augen hatte, aber mit den Lux und den Arum hat sie zwei verschiedene magische Rassen erschaffen, die ich faszinierend finde. Und man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Das sind Aliens! In einem Contemporary Fantasy-Roman!

Der Plot war auch spannend, vor allem das Rätsel, welches Geheimnis die Geschwister verbergen, und der Kampf gegen die Arum.

Was hat mir nicht gefallen?

Die „Twilight“-Momente. Seufz. 🙁

Damit meine ich die Szenen, wo sich Jennifer L. Armentrout doch auf ausgetretene Pfade des phantastischen Jugendbuchs begeben hat und die menschliche Heldin vom überaus attraktiven und übernatürlichen Love-Interest gerettet werden musste. Sie waren zwar nicht so häufig da, aber wenn die Heldin in Ohnmacht fällt, wünsche ich mir schon, die Autorin hätte der Figur lieber eine Kopfverletzung beim Kampf oder auf der Flucht verpasst, um dasselbe Ziel – die Bewusstlosigkeit – zu erreichen. Schwache Mädchen sind etwas, was mich in der aktuellen Jugendliteratur zunehmend nervt. Zum Glück waren diese Momente aber selten.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt hat mir der Roman dennoch überraschend gut gefallen. Meine anfängliche Skepsis ist dank der tollen neuen Ideen, den sympathischen Helden und der gelungenen Umsetzung der Story mit einer plausiblen Entwicklung der Liebesgeschichte schnell verflogen. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen.

Wem würde ich „Obsidian. Schattendunkel“ empfehlen?

Der Auftakt zur „Obsidian“-Reihe gefällt mit Sicherheit nicht nur „Twilight“-Fans und Fans von phantastischen Liebesgeschichten, sondern auch Lesern, die sich auch mal neue Ideen und sympathische Heldinnen in der Jugend- und All Age-Fantasy wünschen. Wer wissen will, was Lichtmagie ist, der sollte den Roman lesen. 🙂

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenJennifer L. Armentrouts „Obsidian“-Reihe umfasst fünf Romane aus Katys Sicht:

  1. „Obsidian. Schattendunkel“
  2. „Onyx. Schattenschimmer“
  3. „Opal. Schattenglanz“
  4. „Origin. Schattenfunke“
  5. „Opposition. Schattenblitz“

Dazu gibt es jedoch auch Geschichten, die das Ganze auch aus Daemons Sicht erzählen. „Obsidian. Schattendunkel“ enthält bereits zwei Bonus-Kapitel. Wer mehr lesen möchte, dem sei „Oblivion. Lichtflüstern“ zu empfehlen, der die Ereignisse des ersten Bandes aus seiner Sicht schildert.

Jugendliche Protagonisten, Liebesgeschichte, neue Ideen und eine Heldin, die sich nicht so einfach unterbuttern lässt – da denke ich auch an Gwen Frost aus der „Mythos Academy“-Reihe von Jennifer Estep, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Dazu noch ein Schuss Magie, spannende Kämpfe, Götter und Co. und es entsteht eine überaus packende Contemporary Fantasy-Reihe. Los geht die Geschichte mit Gypsys, Spartaner und Co. im 1. Band „Frostkuss“.

Die Website von Jennifer L. Armentrout:

Mehr über die amerikanische Autorin und ihre Romane erfahrt ihr auf Jennifer L. Armentrouts englischsprachiger Website: https://jenniferlarmentrout.com/

Das Buch:

Buchcover mit 2 jungen Menschen vor neblig-leuchtende, Hintergrund432 Seiten

Paperback

April 2016

Carlsen Verlag

Preis: 12,99 € (D)

ISBN: 978-3-551-31519-9

Originaltitel: „Obsidian. A Lux Novel“

Deutsche Übersetzung: Anja Malich

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