John Connolly „Das Portal der Dämonen“

Inhaltsangabe zu „Das Portal der Dämonen“:

Buchcover John Connolly "Das Portal der Dämonen"Samuel Johnson ist kein normaler elfjähriger Junge. Darin sind sich alle einig. Er ist klug – vielleicht sogar zu klug für den Geschmack einiger seiner Lehrer, des örtlichen Pfarrers von Biddlecombe und anderer Erwachsener, den Samuel schon mal eine seiner berüchtigten Fragen über die Welt, die Religion, die Philosophie oder die Wissenschaft gestellt hat.

Als Samuel ein paar Abende vor Halloween zusammen mit seinem Dackel Boswell an der Tür von Mr und Mrs Abernathy, Crowley Avenue Nummer 666, klingelt, wo die Bewohner und ihre Freunde aus Langeweile gerade ein paar Dämonen beschwören, finden die ihn jedenfalls sehr lästig. Die Dämonen, die Besitz von den vier Hobby-Satanisten ergriffen haben, planen nämlich gerade die Invasion des Großen Verderbers und seiner höllischer Armee auf die Erde und Samuel droht mit seinem Wissen über das Höllenportal im Keller der Abernathy ihren Zeitplan durcheinander zu bringen.

Denn Samuel hat nicht vor, untätig dabei zuzuschauen, wie die Dämonen die Erde erobern und zerstören. Zusammen mit seinem Hund Boswell, seinen Freunden Tom und Maria und dem Dämon Nurd – der bis auf seinen Wunsch, Herrscher der Erde zu werden, eigentlich ganz in Ordnung ist für einen Dämon – versucht er, die Pläne des Großen Verderbers und seiner Handlanger zu vereiteln. Und sie sind dabei einfallsreicher, als die Dämonen gedacht hätten.

Meine Meinung zu „Das Portal der Dämonen“:

„Das Portal der Dämonen“ ist das erste Kinderbuch des Thrillerautors John Connolly. Ein bisschen merkt man das. Während dem erfahrenen Autor John Connolly die Figurengestaltung wunderbar lebendig gelingt, störten mich jedoch ein paar Eigenheiten an seinem Schreibstil, der manchmal nicht zu einem Kinderbuch für Kinder ab 10 Jahren passt.

Zuerst aber zum Positiven: Der elfjährige Held Samuel, sein Hund Boswell, der Dämon Nurd, ja sogar der böse Dämon Mrs Abernathy und die erwachsenen Bewohner von Biddlecombe sind wunderbar lebendig beschrieben und wecken schnell die Sympathien oder Antipathien der Leser. Besonders Samuel und Nurd, der für einen Dämon wirklich sehr sympathisch ist, auch wenn er ein paar negative Eigenheiten hat – wie seinen Wunsch, die Erde zu beherrschen, die man ihm allerdings kaum übel nimmt -, haben mir sehr gefallen.

Lustig wird es auch, als Nurd die ersten Male die Erde besucht und unangenehme Bekanntschaft mit einem Staubsauger, einem Lastwagen und einem Gully macht, oder als die Dämonen an Halloween auf die Menschen treffen.

Was mich allerdings gestört hat, war John Connollys Vorliebe, alles Magische in „Das Portal der Dämonen“ unbedingt wissenschaftlich erklären zu müssen. In unterhaltsamen kurzen Erläuterungen versucht er so, abstrakte Theorie und wissenschaftliche Entdeckungen wie den Urknall, die Arbeit von CERN und ihres Teilchenbeschleunigers, schwarze Löcher, Wurmlöcher oder die Quantentheorie zu erklären. Mal abgesehen davon, dass ein Zehnjähriger dies noch nicht verstehen kann, zielen John Connollys Erläuterungen auch weniger darauf, die Konzepte verständlich zu erklären, als zu unterhalten, was ihm mal gut gelingt und mal weniger gut.

Ich persönlich finde, man hätte die Geschichte auch gut ohne die Erläuterungen und eine wissenschaftliche Erklärung für Höllenportale erzählen können. Und je mehr man in die Geschichte von Samuel und Nurd eintaucht, desto mehr reißen einen diese kurzen Einschübe wieder aus dem normalen Erzählfluss. Sorry, aber es gibt einige andere Kinder- und Jugendbuchautoren, die besser darin sind, Wissen in ihre Geschichten zu integrieren, unterhaltsam zu verpacken und für junge Leser verständlich zu erklären.

Daher gibt es von mir ein Buch Abzug für ein an sich unterhaltsames Kinderbuch, das von mir sonst 4 Bücher bekommen hätte.

Bewertung:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

 

 

Weiterführende Empfehlungen:

„Das Portal der Dämonen“ ist das erste Kinderbuch des Thrillerautors John Connolly. Der zweite Band der Reihe „Hell’s Bells“ ist auf Englisch bereits erschienen, deutsche Fans von Samuel, Boswell und Nurd dürfen also auf eine baldige Fortsetzung hoffen.

Eine tolle Kinder- und Jugendbuch-Reihe mit Portalen in andere Welten, fiesen Dämonen und jungen Helden ist die Elfen-Reihe von Herbie Brennan. In „Das Elfenportal“ erfährt der vierzehnjährige Henry, dass es nicht nur Elfen gibt, sondern auch Dämonen. Und ein Elf, der Kronprinz Pyrgus, braucht dringend Henrys Hilfe, als ihn böse Elfen und ihre dämonische Verbündeten umbringen und das Elfenreich erobern wollen. Spannend, skurril, lustig und voller toller Figuren!

Weitere spannende Fantasyromane für Kinder und meine Empfehlungen findet ihr in meiner Rubrik Fantasy für Kinder ab 10 Jahren.

Die Website von John Connolly:

Mehr über den Autor, seine Romane und Thriller erfahrt ihr auf John Connollys englischsprachiger Website.

Das Buch:

Buchcover John Connolly "Das Portal der Dämonen"320 Seiten

Taschenbuch

Januar 2013

cbj Verlag

Preis: 7,99 € (D)

ISBN: 978-3-570-22371-0

Originaltitel: „The Gates“

 

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