Julia Adrian „Die dreizehnte Fee: Erwachen“

Inhaltsangabe zu „Die dreizehnte Fee: Erwachen“:

Buchcover mit Märchenspiegel und SchriftErwachseneHexenFeenSie ist die dreizehnte Fee, die stärkste und mächtigste der dreizehn Hexen, die böse Königin. Doch als sie nach tausendjährigem Dornröschen-Schlaf erwacht, erkennt sie, dass ihre Feenschwestern sie verraten haben. Soll dieser erbärmliche Wicht von einem Prinzen, der sie geküsst und damit erlöst hat, wirklich ihre wahre Liebe sein?

Nach ihrer Gefangenschaft in den Zaubern ihrer Hexenschwestern und ihrer Magie beraubt sinnt die Königin auf Rache. Als sie dem Hexenjäger begegnet, der geschworen hat, alle Hexen zu töten, schließt sie sich ihm an. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Oder sieht er sie als praktische Waffe, der er sich jederzeit wieder entledigen kann?

Als sie ihren Hexenschwestern begegnen, scheint alles möglich …

Meine Meinung zu „Die dreizehnte Fee: Erwachen“:

Märchen neu erzählt? Der Klappentext von „Die dreizehnte Fee: Erwachen“ von Julia Adrian erinnerte mich ein bisschen an die TV-Serie „Once upon a time“. Das Cover gefiel mir ebenfalls und zudem schwärmten auch noch alle von dem Roman. Die Entscheidung, das E-Book zu kaufen, zumal bei diesem günstigen Preis, fiel mir also nicht schwer.

Ich muss jedoch gestehen, dass ich nach dem Lesen von „Die dreizehnte Fee 1“ nicht recht weiß, ob das Fantasy-Märchen mir gefällt oder nicht. Mir gefällt die Idee sehr: Was wäre, wenn die bekannten Märchen nicht wirklich so passiert wären, wie wir sie kennen? Was wäre, wenn die weiblichen Hauptfiguren in Wirklichkeit Hexenschwestern wären? Was wenn die böse Königin, die dreizehnte Fee und Dornröschen ein und dieselbe Person wären?

Doch ich hatte den Eindruck, die Autorin wollte zu viel auf einmal. Wir hetzen mit der Hauptfigur, der dreizehnten Fee, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, durch ihr zweites Leben. Denn genau das ist es, was ihr geschenkt wurde: eine zweite Chance, ein neues Leben. Nur dass sie sich nicht die Zeit nimmt, durchzuatmen und alles zu durchdenken. Stattdessen hetzen wir von Märchen zu Märchen: Die sieben Zwerge, Hänsel und Gretel, Schneewittchen und mehr folgen Schlag auf Schlag. Ich habe das Gefühl, wir bekommen ein reiches Büffet angeboten, doch bevor wir mehr als den ersten Bissen kosten können, werden wir bereits zum nächsten Gericht gezehrt, das wir unbedingt probieren sollen. Egal wie gut die Gerichte schmecken mögen, das Vorgehen sorgt dafür, dass ich „Die dreizehnte Fee 1“ nicht wirklich genießen konnte. Ich hätte mir gewünscht, dass Julia Adrian der Geschichte mehr Zeit gegeben hätte, sich zu entfalten und in die Tiefe zu gehen.

Ein weiteres Aspekt, der – glaube ich – bewusst flach gehalten wurde, sind die Figuren selbst. Sie sind Typen, was charakteristisch für Märchen ist: die böse Königin, der Hexenjäger, die Giftmischerin, das Rattenbiest, die Kinderfresserin, die Brunnenhexe, die Eishexe, das Orakel, etc. Man merkt schon an den Namen, dass hier keine individuellen Charaktere im Vordergrund stehen, sondern Schablonen und Typen. Erst nach und nach erfahren wir, wer hinter den Typen steckt, und es sind bekannte Namen aus verschiedenen Märchen und alten Geschichten: Lilith, Eva, Gretel, etc.

Leider sorgt jedoch die Entscheidung, Typen zu zeigen, dafür, dass ich mit den Figuren nicht warm werde. Ich kann mich mit Helden genauso gut identifizieren wie mit Anti-Helden, doch die Figuren müssen für mich ein klares Profil haben. Bei der dreizehnten Fee weiß man nicht, woran man ist. In Rückblenden erfahren wir, dass die Feen ihre Gefühle seit frühster Kindheit unterdrücken und beherrschen. Nach ihrem Erwachen ist die dreizehnte Fee menschlich – und zeigt die emotionale Reife eines Teenagers, als sie sich prompt dem Hexenjäger an den Hals wirft, mit ihm schläft und sofort von Liebe spricht. Trotz ihres Alters und ihrer Lebenserfahrung kommt sie nicht als tiefer Charakter rüber, sondern verwirrt mit ihrem widersprüchlichen Verhalten.

Leider ist der Hexenjäger auch nicht besser. Auch bei ihm weiß man als Leser nicht, woran man ist. Wenn er alle Hexen tötet, die dreizehnte Fee als Hexe sieht, obwohl sie ihre Magie verloren hat, warum schläft er dann mit ihr und tötet sie nicht sofort?

Insgesamt kann mich „Die dreizehnte Fee: Erwachen“ daher leider nicht überzeugen, obwohl ich die Ideen, die hinter dem Fantasy-Märchen stecken großartig finde. Doch tolle Ideen allein reichen mir nicht aus.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenJulia Adrian setzt ihre Märchen-Reihe „Die dreizehnte Fee“ fort. Nach „Erwachen“ erscheinen die Folgebände „Entzaubert“ im Oktober 2015 und „Entschlafen“ im Oktober 2016.

 

Die Website von Julia Adrian:

Mehr zur Autorin und ihren Romanen erfahrt ihr auf Julia Adrians Website http://www.jadrian.de/.

Das Buch:

Buchcover mit Märchenspiegel und Schrift135 Seiten

E-Book

April 2015

Neobooks Self-Publishing

Preis: 1,49 € (D)

ISBN: 978-3-7380-2320-6

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