Kai Meyer „Blutbuch – Die Seiten der Welt 3“

Inhaltsangabe:

Rotes Buchcover mit Schrift und filigranen SpinnenwebenJung & AltModerne WeltLieblingsbuchDie Herrschaft der Drei Häuser scheint nach dem Fall des Sanktuariums gebrochen, doch im Machtvakuum nach dem Sturz der langjährigen Bibliomanten-Regenten erhebt sich das Komitee des geordneten Übergangs. An seiner Spitze: Rachelle Himmel, die Gerechtigkeit für den Tod ihrer Geschwister will, und Cats Vater, ein skrupelloser Politiker.

Unterdessen ist der Widerstand in Sorge um Furia, die von den Ideen verschlungen wurde. Isis und ihr Freund Duncan suchen verzweifelt nach einem Weg, sie zu retten und mehr über die Ideen zu erfahren, die Refugium um Refugium vernichten. Doch ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit, bis Isis an ihrer Sucht nach dem Absolon-Buch zugrunde geht.

Unterdessen schlägt Furia unerwartet die Augen in den Nachtrefugien auf, dort, wo auch ihr Widersacher Siebenstern, Phaedra und ihre Armee aus Tintlingen gefangen sind …

Meine Meinung zu „Die Seiten der Welt – Blutbuch“:

Ich habe ein bisschen gezögert, bis ich mit „Blutbuch – Die Seiten der Welt 3“ angefangen habe, denn schließlich trennten mich nur 500 Seiten vom Ende meiner neuesten Lieblingsreihe und auch beim Lesen habe ich jede Seite ausgekostet.

Worum geht es im Roman?

Auch in „Blutbuch“, dem finalen Band der Trilogie „Die Seiten der Welt“ von Kai Meyer, dreht sich wieder alles um Bibliomantik (Buchmagie), die Welt der Bücher, phantastischer bibliomantischer Erfindungen, neuen Refugien und Ideen.

Die junge Bibliomantin Furia und ihre Freunde Cat, Finnian und Isis sehen sich verschiedenen Bedrohungen gegenüber: Da ist zum einen Cats Vater, der mithilfe ihrer Feindin Rachelle Himmel, die Macht ergreifen und den Widerstand auslöschen will. Auch die Gefahr durch Phaedra Herculanea und die Tintlinge ist noch nicht gebannt. Doch die größte Gefahr von allen sind die Ideen, die aus dem goldenen Abgrund zwischen den Seiten der Welt emporsteigen und auf ihren Weg die dort schwebenden Refugien verschlingen. Ich muss gestehen, ich finde die Idee, ausgerechnet so etwas Abstraktes wie Ideen zur Bedrohung zu machen, klasse. Wenn man bedenkt, wie viel Gutes und Schlechtes den Ursprung in einer einzelnen Idee hat.

Auch Furias Familiengeschichte spielt wieder eine entscheidende Rolle. Dieses Mal müssen sie und ihre Freunde den Geheimnissen ihres genialen Erfinder-Großvaters Cassius Faerfax auf die Spur kommen.

„Die Seiten der Welt – Blutbuch“ wird dabei wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die alle am Ende zusammengeführt werden, und die Idee vom Buch im Buch im Buch – langsam dreht sich da einem der Kopf, nicht wahr? – großartig umsetzen.

Die Hauptfiguren:

Die 16-jährige Bibliomantin Furia Salamandra Faerfax steht vor ihrer schwersten Aufgabe. Mithilfe ihres vorlauten Seelenbuchs, einem Schnabelbuch, und ihrer Magie muss sie versuchen, einen Weg aus den Nachtrefugien zu finden und das Fortschreiten der Vernichtung der Refugien durch die Ideen zu verhindern. Doch dieses Mal ist sie dabei auf sich allein gestellt.

Isis Nimmernis, die ehemalige Agentin der Akademie und eine Siebenstern-Exlibra, ist eine der mächtigsten Bibliomanten der Welt, doch ihre Kraft schwindet durch ihre Abhängigkeit vom Absolonbuch. Sie ist wild entschlossen, vor ihrem Untergang noch Furia zu finden, doch ihre Sucht untergräbt auch diesen Wunsch nach und nach.

Duncan Mound ist ebenfalls ein begabter Bibliomant und Isis‘ Freund. Aus Liebe zu ihr unterstützt er sie bei ihrer Suche und hofft, dass es ihm gelingt, Isis vor ihrer Sucht und sich selbst zu retten.

Cat und Finnian sind wie Patience und einige andere Exlibro Mitglieder des Widerstands. Doch die vergangenen Ereignisse haben Spuren bei Cat und Finnian hinterlassen. Als ausgerechnet Cats Vater die Macht hinter ihrer Feindin Rachelle Himmel, der 19-jährigen Bibliomantin und letztem Mitglied des Hauses Himmel, wird, muss sich Cat ihrer Vergangenheit und ihren Eltern stellen, ohne zu ahnen, welch einen Preis dies von ihr fordern wird.

Severin Rosenkreutz, heute von allen nur noch Siebenstern genannt, ist bereits über 200 Jahre alt und der Erschaffer der Bibliomantik. Obwohl er keine magischen Kräfte mehr hat, hat er doch eine klare Vorstellung, was zu tun ist, und in den Nachtrefugien, in die er verbannt wurde, auch jede Menge Zeit zum Grübeln.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

„Blutbuch“ ist der 3. und finale Band von Kai Meyers Trilogie „Die Seiten der Welt“.

Wie liest sich das Buch?

Auch bei „Die Seiten der Welt – Blutbuch“ war ich nach wenigen Seiten wieder „weg“. Ich finde, Kai Meyer gelingt es super, die Leser mit seiner Phantasie und seiner Erzählweise in den Bann zu ziehen. Ich war gespannt, mit welchen phantastischen Ideen „Blutbuch“ aufwarten würde und ob es Kai Meyer gelingen würde, das hohe Niveau der ersten beiden Bände zu halten, und ich wurde nicht enttäuscht.

„Blutbuch – Die Seiten der Welt 3“ ist wieder spannend geschrieben und entwickelt sich unvorhergesehen. Angesichts der Bedrohung von mehreren Seiten hatte ich mit einem großen Showdown und einer Schlacht am Ende gerechnet, doch wie bekämpft man Ideen? Furias Weg ist unorthodox, doch das gefällt mir.

Zwischendurch war ich von einer Entwicklung doch sehr überrascht (ich sage nur: Finnian), doch im Nachhinein war es auch logisch. Ohne sie wäre es nicht zu diesem Ende gekommen, der für mich einen schönen Abschluss der Reihe bildet.

Was hat mir besonders gut an „Blutbuch – Die Seiten der Welt 3“ gefallen?

Ich muss gestehen, die Idee, dass der Autor sich selbst ins Buch reinschreibt und dass anklingt, dass das Buch, das wir gerade lesen, und in dem es um Bücher geht, die sich wiederum um Bücher drehen, nur ein Buch ist und die Figuren das auf gewisse Weise erkennen, hat schon was. Das Buch im Buch im Buch … vermutlich könnte man das unendlich fortsetzen.

Wir erfahren jetzt endlich auch, was es mit den mysteriösen Spiegelbildern mit Buchstaben zu tun hat. Ich musste nach Rachelles Begegnung mit dem Autor, der stark an Kai Meyer erinnert (hihi), schon grübeln, ob Rachelle sich nicht anders verhalten hätte, wenn es diese Begegnung nicht gegeben hätte. Es kam mir wie ein kleiner Einblick in die Überlegungen eines Autors vor, der seiner Figur Wissen vermittelt und ihr einen Schubs in die richtige Richtung gibt.

Die Portalschiffe fand ich ebenfalls ziemlich cool und irgendwie lagen meine Sympathien sofort bei der angeschlagenen, gestrandeten Fleur de Marie. Die Portalschiffe sind wie der Lesesessel und die Leselampe Erfindung von Furias Großvater Cassius und dass der Verstorbene im 3. Band tatsächlich eine Rolle spielt, hat mich überrascht, war aber mit der Büchergruft gut umgesetzt.

Dass ich die Idee mit den Ideen gut finde, habe ich ja auch schon erwähnt. Ich hatte ja ein bisschen vermisst, dass der Begriff Leseratten noch keine Rolle gespielt hat – immerhin gibt es auch Bücher, die süchtig machen -, doch im 3. Band tauchen sie endlich auf. Juhu!

Was hat mir nicht gefallen?

Finnians Entwicklung war ein kleiner Wermutstropfen für mich. Dieses Mal standen er und Cat auch weniger im Vordergrund als im Band zuvor, dafür nahm Isis‘ Freund Duncan eine größere Rolle ein. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, als wären die Figuren – außer Furia und Isis – ein bisschen zu Nebenfiguren deklassiert worden. Ich hätte mir gewünscht, dass die Freunde eine größere Rolle gespielt hätten.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

„Die Seiten der Welt – Blutbuch“ hat mir wieder gut gefallen und ist ein gelungener Abschluss einer wirklich tollen Reihe, die mich sehr begeistern konnte. Kai Meyers Ideenreichtum kam auch dieses Mal wieder zum Zug und hat die Magie der Bibliomantik erneut zum Leben erweckt. Ein bisschen schade, dass die Reihe jetzt vorbei ist.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenFantasy, die im Hier und Jetzt spielt, übt für mich immer eine besondere Faszination aus. Schließlich könnte man an die Schauplätze des Romans reisen und der Magie unverhofft selbst begegnen. Auch bei Kai Meyers Contemporary Fantasy-Reihe „Die Seiten der Welt“ habe ich mir das gut vorstellen können.

Die Trilogie ist abgeschlossen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich die Romane nicht zum letzten Mal gelesen habe. Sie gehören mit der Bewertung 6 Bücher zu meinen Lieblingsbüchern und Favoriten auf Re-reads. 🙂

Die Trilogie umfasst folgende Bände:

  1. „Die Seiten der Welt“
  2. „Die Seiten der Welt – Nachtland“
  3. „Die Seiten der Welt – Blutbuch“

Kai Meyer gehört zu den Fantasyautoren, die ich immer wieder gerne lese und empfehle. Über die Jahre haben sich viele tolle Werke aus seiner Feder in meinen Bücherregalen angesammelt, die ich jedem Fantasyfan uneingeschränkt empfehlen kann: Reihen wie „Das Wolkenvolk“, „Die Wellenläufer“ oder „Die Sturmkönige“ und Einzelbände wie „Asche und Phönix“ und „Phantasmen“.

Wer Bücher über magische Bücher liebt, dem kann ich auch Cornelia Funkes „Tinten“-Trilogie oder Jim C. Hines „Die Buchmagier“-Reihe empfehlen. Buchcharaktere, die zum Leben erwachen, in die phantastische Welt des Romans reisen oder Artefakte aus einem beliebigen Buch herausholen und einsetzen – das ist in den beiden Reihen problemlos möglich.

Die Website von Kai Meyer:

Kai Meyer ist einer der bekanntesten und ideenreichsten deutschsprachigen Fantasyautoren. Zahlreiche Bücher und Bestseller aus seiner Feder sind bereits erschienen. Wer sich einen Überblick über seine Werke verschaffen und mehr über den Autor erfahren will, dem empfehle ich einen Besuch auf Kai Meyers Website http://www.kai-meyer.de/.

Ebenfalls einen Besuch wert ist auch die Website zur Buchreihe „Die Seiten der Welt“: www.seiten-der-welt.de.

Das Buch:

Rotes Buchcover mit Schrift und filigranen Spinnenweben528 Seiten

gebunden

März 2016

Fischer FJB Verlag 

Preis: 19,99 € (D)

ISBN: 978-3-8414-0226-4

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