Lisa Maxwell „The Last Magician“

Inhaltsangabe:

Buchcover zu "The Last Magician" mit verschlungenem SchlangensiegelIn der heutigen Zeit sind die Mageus, die Magier mit angeborenen Fähigkeiten, fast ausgelöscht. Der Orden Order of Ortus Aurea will seit Jahrhunderten die wilde Magie unterdrücken und hat daher eine magische Grenze rund um Manhattan erschaffen. Kein Mageus, der Manhattan betritt, kann die Insel wieder verlassen, ohne seine Kräfte zu verlieren oder zu sterben.

Die jugendliche Diebin Esta wurde von ihrem Mentor Professor Lachlan seit frühester Kindheit dazu ausgebildet, magische Artefakte zu stehlen, um die Macht des Ordens zu untergraben. Mit ihrer Gabe, durch die Zeit reisen zu können, schlägt sie immer dann zu, wenn der Orden es nicht erwartet.

Doch als der Professor sie ins Jahr 1902 schickt, um den Magician zu stoppen, begegnet sie im damaligen Manhattan dem einflussreichen Mageus-Gang-Anführer Dolph Sanders und dem charismatischen Bühnenmagier Harte Darrigan, die beide eigene Pläne gegen den Orden verfolgen, und schon bald erscheint Esta ihre Aufgabe nicht mehr so einfach. Denn um sie zu erfüllen, muss sie sie verraten …

Meine Meinung zu „The Last Magician“:

Auf Goodreads ist mir dieses Buch in den letzten Monaten immer wieder begegnet und als meine Kollegin Laura Labas das Buch ganz begeistert als eines ihrer Jahreshighlights bezeichnete, wanderte es auch auf meine Wunschliste, wodurch ich es glücklicherweise zu Weihnachten von einer Freundin geschenkt bekam. 🙂

Worum geht es im Roman?

In „The Last Magician“ geht es um einen jahrhundertealten Konflikt zwischen den natürlichen Magiern und dem Orden, zwischen angeborener und „wilder“ Magie der Mageus und Ritualmagie des Ordens. Ritualmagie ist theoretisch von jedem erlernbar, beruht auf naturwissenschaftlichen Prinzipien, doch der Orden hütet seine Geheimnisse und es ist nicht so einfach, in den Orden aufgenommen zu werden und in seinen Rängen aufzusteigen.

Die Handlung spielt zu verschiedenen Zeitpunkten in Manhattan, im Jahr 1900, 1902, 1926 und heute. Dadurch dass die Protagonistin Esta dank eines magischen Steins, der ihre Kräfte verstärkt, durch die Zeit reisen kann, sind die Ereignisse miteinander verknüpft – sogar noch mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Neben dem Thema Zeitreisen geht auch um magische Experimente und Bühnenzauberei, also Illusionen, Taschenspielertricks, etc., in denen die zweite Hauptfigur Harte ein Meister ist. Nimmt man die Ritualmagie noch hinzu, gibt es im Roman insgesamt sogar drei verschiedene Arten von Magie bzw. Zauberei.

Esta, Dolph, Harte und ein paar weitere Figuren müssen unter der Herrschaft des Ordens ihre Kräfte verbergen bzw. in prekären Situationen leben und jeder der drei verfolgt sein eigenes Ziel und doch müssen sie irgendwie zusammenarbeiten, wenn sie gegen den Orden gewinnen wollen. Daraus ergibt sich sehr viel Spannung, denn nicht nur der Kampf gegen den Orden und die Durchführung ihres Plans sind riskant, auch kann keiner der drei den anderen und ihren weiteren Verbündeten vertrauen. Wer wird am Ende gewinnen? Oder wird der Orden sie schnappen, bevor sie ihr Ziel erreichen?

Die Hauptfiguren:

Die Jugendliche Esta Filosik ist eine Waise und eine Mageus mit der Gabe, die Zeit zu manipulieren (verlangsamen, anhalten). Mithilfe eines magischen Artefakts kann sie sogar durch die Zeit reisen und auch andere Personen mitnehmen. Sie wurde von früh auf in ihre Gabe und in der Kunst des Einbruchs und Diebstahls geschult, sodass sie auch ohne Magie eine geschickte Diebin ist. Ihre Freunde und die Anerkennung ihres Ziehvaters sind ihr am wichtigsten.

Harte Darrigan ist ca. 20 Jahre alt. Er ist ein Mageus, kommt aus schwierigen Familienverhältnissen und hat es aus eigener Kraft zu einem erfolgreichen und angesehenen Bühnenmagier geschafft, der versucht, seine kriminelle Gang-Vergangenheit zu verdrängen. Er liebt es, sich Tricks und Illusionen auszudenken und auf der Bühne zu stehen.

Dolph Saunders ist ein paar Jahre älter als Harte und mit Mitte zwanzig bereits ein gebrochener Mann. Er hat seine große Liebe verloren und kennt seitdem nur noch ein Ziel: mithilfe seiner Gang und seines früheren Freundes Harte die Macht des Ordens zu brechen.

Professor Lachlan ist ein alter Mann und in der Gegenwart Estas Vormund und Ziehvater. Er ist eine respekteinflößende Person und ebenfalls wie die anderen drei ein Mageus.

Nibsy Lorcan ist sechzehn Jahre alt und ein Mitglied von Dolphs Gang aus Mageus. Er besitzt eine besondere Gabe, die für den Erfolg von Dolphs Plänen wichtig ist.

Dolphs Leibwächterin Viola hat eine geheimnisvolle Vergangenheit und besitzt die Gabe über Leben und Tod. Sie ist eine äußerst geschickte Messerkämpferin und vertraut niemandem allzu schnell.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Darüber ist mir nichts bekannt. Für mich liest es sich wie ein in sich abgeschlossener Einzelband.

Wie liest sich das Buch?

Überraschend und spannend. Durch den Wechsel in der Erzählperspektive baut man als Leser schnell eine Beziehung zu Esta, Dolph und Harte auf und kann sich gut in sie, ihre Stärken und Schwäche sowie ihre Ziele und Wünsche hineinversetzen.

Ich wusste vorab nicht wirklich, wohin mich die Reise führen würde, und war die ganze Zeit gefesselt. Die Welt mit dem Orden und dem Brink, der magischen Grenze rund um Manhattan, war interessant und gut ausgearbeitet, auch die Einblicke in die früheren Jahre, besonders ins Jahr 1902, fand ich sehr gelungen.

Was hat mir besonders gut an „The Last Magician“ gefallen?

Der Aspekt der Zeitreise war gut und geschickt mit der Haupthandlung verwoben und hat mich am Ende echt noch mal überrascht. Auch fand ich gut, dass Esta nicht allmächtig war, sondern dass ihre Gabe der Zeitmanipulation ohne das magische Artefakt begrenzt darauf war, die Zeit zu verlangsamen oder kurzzeitig zu stoppen. Dadurch war Esta nicht von vornherein überlegen und musste auch auf andere Mittel setzen, um ihr Ziel zu erreichen.

Auch der Konflikt zwischen dem Orden und den Mageus sowie seine Geschichte und die magische Grenze (Brink) rund um Manhattan haben mich überrascht. Kombiniert mit den sympathischen Figuren und dem Konflikt der persönlichen Motivationen ergibt sich eine wirklich spannende Geschichte vor einem interessanten Setting.

Was hat mir nicht gefallen?

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es jedoch etwas verwirrend, weil die Altersangaben der Hauptfiguren teilweise etwas vage waren beziehungsweise sich teilweise auch etwas widersprachen, nicht nur bei Esta, sondern auch bei Harte, als hätte die Autorin es zwischenzeitlich vergessen oder das Alter geändert. Ich konnte nicht einschätzen, ob Esta fünfzehn Jahre alt war oder älter. Da sie zum Teil auch ihre Sexualität einsetzt, um ihre Pläne zu verfolgen, fand ich das jedoch ein wenig verstörend.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Insgesamt hat mir „The Last Magician“ sehr gut gefallen. Ich hatte vorab wenig Vorstellungen davon, welche Geschichte mich erwarten würde, und war positiv überrascht. Die Handlung war durchgehend spannend, das Thema Zeitreise gut umgesetzt und die Figuren bis auf die Inkongruenz in den Altersangaben gut ausgearbeitet. Mir hat das Buch super gefallen.

Wem würde ich „The Last Magician“ empfehlen?

Bei dem Fantasyroman handelt es sich um eine gelungene All Age-Geschichte, die für jugendliche Leser ab 14 Jahren genauso gut geeignet ist wie für erwachsene Leser.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenLisa Maxwell ist nicht nur die erfolgreiche Autorin von „The Last Magician“, sondern auch von Romanen wie „Unhooked“, eine Neverland-Geschichte, „Sweet Unrest“ und „Gathering Deep“, zwei Romanen, die in New Orleans angesiedelt sind.

Zum Thema Zeitreise habe ich schon einige Bücher gelesen, die ich sehr gelungen fand, unter anderem „Rubinrot“ und Co. von Kerstin Gier. Wer sich für Zeitreisen interessiert, dem kann ich auch meinen Zeitreisen-Artikel inklusive Buchtipps zum Thema empfehlen.

Falls ihr euch für Illusionen und geschickt in die Handlung verwobene Täuschungen und Bühnenmagie interessiert, dann kann ich euch auch „Caraval“ von Stephanie Garber wärmstens empfehlen. Das Buch hat mich 2017 sehr gefesselt.

Die Website von Lisa Maxwell:

Mehr über die Bestsellerautorin Lisa Maxwell erfahrt ihr auf ihrer englischsprachigen Homepage http://www.lisa-maxwell.com/.

Das Buch:

Buchcover zu "The Last Magician" mit verschlungenem Schlangensiegel512 Seiten

Taschenbuch

Juli 2017

Simon Pulse

Preis: ca. 8,99 € (D)

ISBN: 978-1-5344-0531-8

Deutsche Übersetzung: soll bei Droemer Knaur erscheinen

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