Mechthild Gläser „Die Buchspringer“

Inhaltsangabe:

Buchcover zu "Die Buchspringer" mit fliegenden Büchern, auf denen Buchfiguren stehenJung & AltModerne WeltMagie & VerbrechenAls das Leben der fünfzehnjährigen Amy und ihrer Mutter Alexis Lennox unerwartet von einem Moment zum nächsten Kopf steht, flüchten die beiden aus Bochum in Alexis‘ alte Heimat Schottland. Auf der kleinen Insel Stormsay lernt Amy nicht nur endlich ihre Großmutter kennen, sondern sie erfährt von ihrem Familiengeheimnis: Die Familien Lennox und Macalister sind Buchspringer!

Amy ist begeistert von ihren neuen Fähigkeiten. Zusammen mit den beiden Macalisters Betsy und Will reist sie in die Welt der Bücher und lernt verschiedene Buchcharaktere kennen. Doch plötzlich geschieht etwas, womit niemand gerechnet hätte. Jemand stiehlt wichtige Ideen aus den Geschichten. Plötzlich kann Alice nicht mehr ins Wunderland reisen!

Amy muss sich beeilen, wenn sie die Geschichten retten und den Dieb aufhalten will.

Meine Meinung zu „Die Buchspringer“:

Worum geht es im Roman?

Die Idee, dass Lesen magisch ist und man in Bücher reisen kann, ist nicht neu. Mechthild Gläser hat die Idee aber auf wunderbare Weise umgesetzt. In „Die Buchspringer“ können die Mitglieder der Familien Lennox und Macalister in die Buchwelten reisen, indem sie im Steinkreis Porta Litterae in einem Buch lesen. Doch nur Personen zwischen 5 und 25 Jahren können Buchspringer sein.

Die Buchwelten selbst sind untereinander verbunden und die Buchspringer und die Buchcharaktere können von einer Geschichte zur nächsten wandern, die Ereignisse beobachten oder in der sogenannten Zeile, wenn ihre Figuren gerade Pause haben und nicht in der Handlung vorkommen – zwischen den Zeilen, sozusagen -, die Buchfiguren treffen und mit ihnen ein Schwätzchen halten.

Doch die heile Buchwelt wird empfindlich gestört, als jemand anfängt, Ideen zu stehlen, entscheidende Ideen, ohne die die Geschichten nicht mehr funktionieren. Die Figuren selbst sind ratlos. Wer ist der Täter? Was bezweckt er? Und was passiert, wenn die Ideen nicht mehr wiederbeschafft werden können? Denn in jedem gedruckten Buch weltweit schlagen sich die Änderungen durch.

Die Hauptfiguren:

Hauptfigur und Ich-Erzählerin des Romans ist die 15-jährige Amy Lennox. Sie war bislang noch nie auf Stormsay, der Heimat ihrer Familie, da ihre Mutter als schwangerer Teenager von zuhause ausgerissen ist. Erst auf Stormsay erfährt sie von den Geheimnissen ihrer Familie und nach dem ersten Schockmoment ist sie begeistert.

Ihre Neugier und ihre Liebe zu Büchern machen Amy zu einer sehr sympathischen Figur. Auch wenn sie die Regeln der Buchspringer noch nicht alle kennt, so ist sie doch mit Leidenschaft bei der Sache und will die Figuren und die Geschichten beschützen.

Auf der Insel freundet sie sich mit dem 17-jährigen William Macalister an, der ebenfalls ein Buchspringer ist, sich um einen „Sherlock Holmes“-Roman kümmert und ein guter Freund des Detektivs ist. Gemeinsam versuchen sie dem Dieb und dem Rätsel um die gestohlenen Ideen auf die Spur zu kommen

Dabei unterstützt sie auch die Buchfigur Werther aus Goethes „Die Leiden des jungen Werther“.

Alexis ist die Mutter von Amy. Sie wollte eigentlich nicht zur Insel zurückkehren oder dass Amy Buchspringerin wird, da sie ihrer Tochter ein paar wichtige Dinge aus ihrer Vergangenheit verheimlicht hat. Aber sie liebt Amy vom ganzen Herzen.

Daneben gibt es noch Amys Großmutter Mairead Lennox, Wills Cousine Betsy, ebenfalls eine Buchspringerin, und die Mitarbeiter der Geheimen Bibliothek der beiden Familien Glenn, Clyde und Desmond.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Nein, es handelt sich um einen Einzelband.

Wie liest sich das Buch?

Da das Buch aus der Ich-Perspektive von Amy geschrieben ist, kann man sich als Leser nicht nur wunderbar mit ihr identifizieren, sondern wir dürfen gemeinsam mit ihr die Geheimnisse der Buchspringer kennen lernen. Die phantastischen Elemente sind dabei kombiniert mit einer Krimihandlung, da Amy und ihre Freunde herausfinden müssen, wer der Dieb ist, der die Ideen stiehlt. Staunen wechselt sich ab mit Spannung und auch eine Liebesgeschichte ist mit dabei, sodass eine schöne und abwechslungsreiche Geschichte entsteht, die sich innerhalb weniger Stunden zügig lesen lässt.

Was hat mir besonders gut an „Die Buchspringer“ gefallen?

Ich liebe Geschichten, in denen die Magie in den Büchern oder im Lesen selbst steckt. Das finde ich unheimlich faszinierend und obwohl ich aus diesem Bereich schon etliche tolle Fantasyromane gelesen habe, hat es Mechthild Gläser geschafft, eine völlig neue Geschichte zu erzählen.

Die Idee mit den Buchspringern, ihrer Aufgabe, wie die Buchwelten ineinander übergehen und sich die Figuren untereinander besuchen können, finde ich toll. Auch dass der Bösewicht jemand ist, der Ideen stiehlt, und was dann mit den Figuren und den Geschichten passiert, finde ich sehr gelungen.

Die Krimihandlung ist ebenfalls gut durchdacht, ich bin erst recht spät auf die Lösung gekommen – und das als erfahrene Krimileserin. 😀

Was hat mir nicht gefallen?

*grübelt eine Weile* Es fällt mir nichts ein. 🙂

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Sehr gut. So gut, dass ich mich ärgere, dass ich sie nicht früher gelesen habe. Warum lag ein so tolles Buch auf meinem SUB???

Wem würde ich „Die Buchspringer“ empfehlen?

Ihr liebt die „Tinten“-Trilogie von Cornelia Funke, Kai Meyers „Die Seiten der Welt“ und andere Bücher über die Magie von Büchern? Dann solltet ihr euch „Die Buchspringer“ auch unbedingt anschaffen und lesen.

Der Loewe Verlag empfiehlt den Roman für Leser ab 12 Jahren.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenMechthild Gläser hat neben „Die Buchspringer“ auch die beiden Romane „Stadt aus Trug und Schatten“ und „Nacht aus Rauch und Nebel“, die zur „Eisenheim“-Dilogie gehören, veröffentlicht. Auch bei diesen beiden Büchern handelt es sich um romantische Fantasyromane für Jugendliche, der erste Band wurde mit dem SERAPH-Phantastikpreis ausgezeichnet. Leider habe ich die Bücher noch nicht gelesen, sodass ich nicht viel mehr über sie sagen kann, als dass ein Mädchen ein nächtliches Doppelleben in Eisenheim in einer Schattenwelt führt.

Verbrechen aufklären und in die Welt der Buchfiguren reisen muss auch die Anti-Muse Malou aus Lisa Rosenbeckers Roman „Malou. Diebin von Geschichten“. Dabei ist es eigentlich ihre Aufgabe als Anti-Muse den Autoren mithilfe eines Kusses die Ideen zu rauben, die zum Scheitern verurteilt sind. Doch dabei stolpert sie direkt in einen Tatort und gerät ins Visier des mürrischen Detektivs Lansbury. Eine tolle Idee und ebenfalls sehr spannend umgesetzt.

Eine Buchreihe über magische Bücher und Buchmagie, die ich ebenfalls großartig finde, ist die Trilogie „Die Seiten der Welt“ von Kai Meyer. Heldin Furia ist eine Bibliomantin, die mithilfe ihres Seelenbuchs Magie ausüben und zwischen die Seiten der Welt reisen kann. Doch auch hier droht Gefahr, denn die Ideen verschlingen magisch erschaffene Phantasie-Eilande, die Refugien, und auch unter den Bibliomanten und den Exlibri, den Buchcharakteren, die aus ihren Büchern gefallen sind, herrscht Konflikt.

Die Website von Mechthild Gläser:

Mehr über die Autorin und ihre Romane erfahrt ihr auf Mechthild Gläsers Facebook Fanpage.

Das Buch:

Buchcover zu "Die Buchspringer" mit fliegenden Büchern, auf denen Buchfiguren stehen384 Seiten

gebunden

Februar 2015

Loewe Verlag

Preis: 17,95 € (D)

ISBN: 978-3-7855-7497-3

 

Vielen Dank an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar!

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