Paige McKenzie, Alyssa Sheinmel „Sunshine Girl – Die Heimsuchung“

Inhaltsangabe:

Buchcover: Mädchen vor grünem ZimmerGeisterDämonenModerne WeltDie 16-jährige Sunshine und ihre Mutter ziehen von Austin (Texas) ins neblig-trübe Ridgemont in Washington State. Sunshine hat kein gutes Gefühl, denn ihr neues Haus kommt ihr gruselig vor. Nachts hört sie Schritte und eine Stimme, Gegenstände wechseln die Plätze, ohne dass sie oder ihre Mutter sie berührt haben, und es herrscht ein eisiger Windhauch im ersten Stock und zudem liegt ein schimmeliger Geruch in der Luft.

Spukt es etwa bei ihnen? Schon bald ist Sunshine davon überzeugt. Doch wer ist der Geist? Und warum verhält sich ihre Mutter so seltsam? Zusammen mit ihrem Klassenkamerad Nolan versucht Sunshine dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung zu „Sunshine Girl – Die Heimsuchung“:

Ich hatte das Buch bei einer Verlosungsaktion des Bloomoon Verlags auf Lovelybooks gewonnen. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich etwas skeptisch, ob es mir gefallen würde, denn es klang nach einem Mysteryroman.

Worum geht es im Roman?

Und nach wenigen Seiten war klar: Es ist tatsächlich ein Mysteryroman über Geistererscheinungen und andere übernatürliche Phänomene. Die düstere Atmosphäre und die nasse Kälte, die sich durch das Buch ziehen, sowie das leicht Gruselige sind Merkmale von Mystery-Geschichten.

Im Roman geht es in erster Linie um Sunshine, die Geister anders wahrnehmen kann als andere Menschen und mit den Erscheinungen und ihrer neuen Fähigkeit plötzlich klarkommen muss. Es geht am Rande auch um Freundschaft, Familie und erste Liebe, doch im Mittelpunkt steht die Mystery-Handlung und Sunshines Entdeckung, dass sie eine Luiseach, eine Art übernatürlicher Wächter für helle und dunkle Geister (= Dämonen) ist.

Die Hauptfiguren:

Die Ich-Erzählerin des Buchs ist Sunshine. Sie ist vor kurzem 16 Jahre alt geworden und zieht zu Anfang der Handlung mit ihrer Adoptivmutter nach Ridgemont in Washington State. Sunshine hat einen etwas antiquierten Geschmack, so kleidet sie sich mit Vorliebe in nicht ganz passende Secondhand-Klamotten und besitzt eine alte Kamera. Freundschaften schließen fällt ihr nicht so leicht, aber ihr reicht es, dass sie ihre beste Freundin Ashley hat.

Sunshines Adoptivmutter Katherine Marie Griffith ist Krankenschwester und hat gerade einen neuen Job im Ridgemont Hospital bekommen. Sie und Sunshine stehen sich sehr nahe.

Nolan Foster ist ein Schüler auf Sunshines neuer Schule. Er und Sunshine verstehen sich sofort gut. Auch er mag alte Dinge und glaubt dank seines Großvaters, der erst kürzlich verstorben ist, an Geister. Er unterstützt Sunshine bei ihren Nachforschungen, wo er nur kann, und sorgt für ein warmes Gefühl in ihr. Vom Typ her ist er der Streber mit der Nerd-Brille.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Die Heimsuchung“ ist der 1. Band der „Sunshine Girl“-Trilogie.

Wie liest sich das Buch?

Ich empfand das Buch nicht als besonders gruselig, obwohl die Hauptfigur das immer wieder betont. Die Geistererscheinungen sind überwiegend merkwürdig, aber nicht bedrohlich. Bizarrer ist das seltsame Verhalten von Sunshines Mutter.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Sunshine erzählt, was sie zu einer guten Identifikation für die Leser macht, denn auch Sunshine beginnt gerade erst die Welt des Übernatürlichen zu entdecken und kämpft damit, was sie nun glauben soll.

Zwischendurch gibt es noch ein paar kurze Abschnitte aus der Sicht von Sunshines Mentor, die ich jedoch nicht toll fand. Sie deuten vieles an, erklären aber recht wenig, obwohl er natürlich weiß, was vor sich geht. Und außerdem wirkt er dadurch, dass Sunshine keine Ahnung hat, dass es ihn gibt, für mich ein wenig wie ein Stalker.

Teilweise hatte ich das Gefühl, die Handlung zieht sich etwas. Einiges akzeptiert Sunshine recht schnell, für anderes braucht sie viel Zeit. Das mag einige Leser nerven.

Was hat mir besonders gut an „Sunshine Girl“ gefallen?

Puh, schwierig. Ich habe ja ein Problem mit Mysteryromanen – ja, ich als Fantasyfan kann mit Mystery wenig anfangen. Das überlagert den Gesamtleseeindruck des Buches natürlich.

Aber ich mochte Nolan. Er ist ein sympathischer und hilfsbereiter Charakter. Er ist kein strahlender, überaus attraktiver und beliebter Held, wie man ihn sonst gerne aus Jugendbüchern kennt. Ich hatte den Eindruck, er ist genauso ein Außenseiter wie Sunshine und hat ebenfalls wenig Freunde.

Ich mochte das Geister-Mädchen, dem Sunshine begegnet. Sie ist ein netter Geist, der jedoch nicht zur gruseligen Atmosphäre beiträgt.

Auch Sunshine mochte ich die meiste Zeit.

Was hat mir nicht gefallen?

Sorry, auch wenn eine Figur mehrfach betont, wie gruselig das alles ist, das macht eine Geschichte nicht gruselig. Ich habe leider ein bisschen die Spannung und das Gefühl der Bedrohung vermisst. Einiges in der Handlung zieht sich, nachdem Sunshine die ersten Geisterphänomene erlebt hat. Das Geistermädchen wirkt in keinster Weise bedrohlich, weder auf mich, noch auf Sunshine, als diese ihren anfänglichen Schreck überwunden hat.

Dafür wird die Gefahr, in der Sunshines Mutter schwebt, gefühlt im ganzen Roman klein gehalten und als bizarr abgetan. Das hat für mich auch viel von der Spannung genommen.

Und was sollte das Warten auf einen bestimmten Tag? Hier versuchen uns die Autorinnen glauben zu machen, dass Geisteraustreibungen von bösen Geistern nur zu ganz bestimmten Momenten möglich sind. Sorry, aber das kaufe ich ihnen nicht ab. Das ist für mich gewollte Dramatik, die ein bisschen unlogisch ist. Denn wenn das so wäre, würde kaum jemand Geisteraustreibungen vornehmen können, weil es gefühlt nie der richtige Zeitpunkt ist.

Dass ich die Abschnitte aus der Sicht ihres Mentors nicht toll fand, habe ich ja schon gesagt.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Ich muss leider sagen, dass ich mit „Sunshine Girl – Die Heimsuchung“ meine Probleme hatte. In erster Linie weil es sich um einen Mysteryroman handelt, auch wenn der Jugendroman objektiv betrachtet gar nicht schlecht ist und nur ein paar Schwächen hat. Aber ich konnte mit dem Roman leider nichts anfangen.

Ich habe versucht, jedoch nicht nur aufgrund meiner persönlichen Abneigung zu bewerten, sodass es am Ende dennoch 3 Bücher für den Roman wurden.

Wem würde ich „Sunshine Girl – Die Heimsuchung“ empfehlen?

Ihr mögt Mystery, jugendliche Hauptfiguren, die etwas anders sind, und es nicht zu gruselig? Dann ist das Buch etwas für euch. Empfohlen wird der Roman ab 14 Jahren und er eignet sich primär für jugendliche Leser/innen.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

„Die Heimsuchung“ ist der 1. Band der Mystery-Reihe für jugendliche Leser. Paige McKenzie und Alyssa Sheinmel setzen „Sunshine Girl“ fort. Im Februar 2017 erscheint der 2. Band „Das Erwachen“.

Wer Mystery mag, dem kann ich auch „Schlaf nicht ein“ von Michelle Harrison empfehlen. Hier ist die Hauptfigur ein Jugendlicher, der Probleme hat, nachdem er nach einem Unfall kurze Zeit klinisch tot war. Seitdem sieht er Geister und hat Angst einzuschlafen. Doch als Elliot sich seiner Angst stellt und anfängt in einem heimgesuchten Museumsdorf zu arbeiten, passiert etwas Unerwartetes.

Auch Maggie Stiefvaters „The Raven Cycle“-Reihe gehört zum Mystery-Genre und der 1. Band „Wen der Rabe ruft“ hat mir überraschend gut gefallen. Es geht um Wahrsager, Geister und die junge Blue, die den 4 Raven Boys um Anführer Gansey begegnet und sich deren übernatürlichen Suche anschließt. Doch auch hier ist natürlich nicht alles so, wie es zunächst scheint.

Mehr über „Sunshine Girl“ online:

Mehr über die Serie könnt ihr auf Paige McKenzies Youtube Channel https://www.youtube.com/user/hauntedsunshinegirl erfahren und euch einzelne Video-Episoden anschauen.

Alyssa Sheinmels Website lohnt auch einen Besuch. Mehr über die Jugendbuchautorin und ihre Werke sowie über die „Sunshine Girl“-Reihe erfahrt ihr auf http://www.alyssasheinmel.com/.

Das Buch:

Buchcover: Mädchen vor grünem Zimmer336 Seiten

gebunden

August 2016

Bloomoon Verlag 

Preis: 16,99 € (D)

ISBN: 978-3-8458-1403-2

Originaltitel: „The Haunting of Sunshine Girl“

Deutsche Übersetzung: Doris Hummel

 

Vielen Dank an den Bloomoon Verlag für das Rezensionsexemplar!

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