Richard Schwartz „Die Krone von Lytar – Die Lytar-Chronik 1“

Inhaltsangabe:

Fantasylandschaft mit schwebender KroneMagische WeltSchwerter & MagiespannendAls in einem abgelegenen kleinen Land vier Jugendliche ausgeschickt werden, um ein ausgebüxtes Pferd zu suchen, ahnt noch keiner, dass die Freunde in Kürze Geschichte schreiben werden …

In dem kleinen Dorf Lytara, das vor einigen Jahrhunderten nach dem Untergang des mächtigen Königreiches und der alten Stadt Lytar von den Überlebenden gegründet wurde, gibt es weder einen König noch einen Herrscher. Die Bewohner des Dorfes leben friedlich miteinander unter der Leitung des Bürgermeisters und des Rats. Nur die Geschichten der elfischen Sera Bardin zeugen noch von der einst großen Geschichte ihres Landes.

Doch als der ungestüme Bogenschütze Garret, der besonnene Holzfäller Tarlon, die sanftmütige Halbelfe Elyra und der ruhige Zwerg Argor bei ihrem Botengang statt des vermissten Pferds einen Drachen, seinen Reiter und eine Kompanie Soldaten finden, ist der Jahrhunderte währende Friede zu Ende. Ein mächtiger König und Eroberer aus einem fernen Land namens Belior hat seine Soldaten nach Lytar geschickt, um die verloren gegangene mächtige, magische Krone des Reichs zu finden. Und wenn seine Männer und Echsenkrieger das Geheimnis um die Krone mit Gewalt aus den friedlichen Dörflern herauspressen müssen.

Doch er hat nicht damit gerechnet, dass sich die Bewohner von Lytara wehren und auf ihr Erbe besinnen können. Und plötzlich müssen sich Garret, Tarlon, Elyra und Argor auf die gefährliche Suche nach den versteckten Reichsschätzen von Lytar machen.

Meine Meinung zu „Die Krone von Lytar“:

Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als es hieß, dass der Piper Verlag „Die Lytar-Chronik“ von Richard Schwartz in einer ungekürzten Fassung neu auflegt. Ich hatte mir die ersten beiden Bände der Reihe vor etwas über zehn Jahren gekauft, als sie noch unter Pseudonym Carl A. DeWitt und in einem anderen Verlag erschienen sind, und bin seitdem ein Fan des Autors.

Wer die Frühwerke des deutschen High Fantasy-Meisters kennen lernen möchte, der bekommt nun die Gelegenheit dazu und ich kann euch schon verraten: Es lohnt sich!

Worum geht es im Roman?

Das Buch ist wie eine Mischung aus Heldenreise und Schatzsuche, nur dass das Dorf Lytara nur wenige Tage von der alten Stadt Lytar entfernt ist und dass die Helden von ihren Ausflügen zum magisch verseuchten Wald, dem legendären Depot der antiken Kriegswaffen und anderen Orten, die noch aus den Zeiten des Reichs Lytar stammen, immer wieder nach Hause zurückkehren.

Doch während ihrer Abenteuer sind die vier immer wieder auf sich allein gestellt, müssen Herausforderungen meistern, sich tödlichen Gefahren stellen, unerwartete Hindernisse und Monstern vergangener Zeit stellen. Das verändert die Freunde, sie müssen innerhalb kürzester Zeit erwachsen werden, denn von ihrem Erfolg oder Scheitern hängt nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Freunde und ihres ganzes Dorfes ab.

Die Mischung aus spannenden Abenteuern, interessanten Rätseln und mitreißenden Kämpfen ist sehr gelungen und als Leser begibt man sich auf die Spuren eines untergegangenen Reiches und erlebt das Entstehen neuer Legenden und Helden.

Die Hauptfiguren:

Im Mittelpunkt des Romans stehen die vier jugendlichen Freunde. Als die Geschichte beginnt, sind sie erkennbar noch nicht erwachsen.

Besonders gut erkennt man das an Garret Grauvogel, der anscheinend nur Fischen im Kopf hat. Er ist der Sohn des Bogenmachers Garen, ein guter Bogenschütze, und stammt aus einer der sieben Gründerfamilien des Dorfes. Nicht dass dies viel zählen würde. Wenn ihr das Bild eines Helden sucht, dann ist es nicht das des langen, schlaksigen Burschen, der gerne mal Unfug im Kopf hat und unbesonnen drauflos prescht. Aber das ändert sich, als die feindlichen Soldaten und der Drachenreiter das Dorf angreifen. Plötzlich kann man als Leser erahnen, dass in dem Jungen auch ein Held steckt, der Verantwortung übernehmen kann.

Begleitet wird Garret von seinem Freund Tarlon, der aus einer Holzfäller-Familie, auch eine der Gründerfamilien, stammt und daher groß und kräftig ist und meisterhaft mit seiner Axt umgehen kann. Im Gegensatz zu seinem Freund ist er eher ruhig und besonnen. Er durchdenkt Dinge und man hat den Eindruck, dass er ein guter Anführer wäre – falls er das denn will. Doch er interessiert sich eigentlich mehr für eins: für Elyra.

Elyra ist eine Halbelfe, ein Findelkind, das von der Heilerin Sera Tylane großgezogen wird und bei ihr in die Lehre geht. Doch Elyras Berufung fürs Heilen und ihre Vorliebe für alte Bücher sind den Freunden unerwartet eine große Hilfe bei ihrer Suche nach den vergessenen Geheimnissen und vergrabenen Schätzen des alten Reiches. Auch ihr tiefer Glaube an die Göttin Mistral wird im Laufe des Buchs immer entscheidender.

Argor ist ein Zwerg und der Sohn des Ratmitglieds Ralik Hammerfaust. Er verabscheut Wasser, Höhen und Magie – denkbar schlechte Voraussetzungen für das Abenteuer, das die Freunde jetzt erwartet. Aber er ist zuverlässig und ein treuer Freund, auch wenn er manchmal etwas brummig ist. Wie jeder Zwerg hat er ein Talent für Steinarbeiten, ungewöhnlich hingegen ist seine Vorliebe für Gedichte.

Dann gibt es noch viele weitere Nebenfiguren aus dem Dorf und von außerhalb. Da wäre zum einen die elfische Sera Bardin, die einmal im Sommer zum Fest ins Dorf kommt und ihre Geschichten von früher erzählt. Bekannt wie ein bunter Hund ist Pulver, der experimentierfreudige Alchemist des Dorfes. Auch Tarlons Schwester Vanessa, die eine begabte Kämpferin ist, spielt im Laufe des Buchs noch eine wichtige Rolle.

Auf der Gegenseite stehen unter anderem der finstere Herrscher Belior, dessen Gier nach der Krone und der Vernichtung der Elfen den Krieg mit Lytara auslösen. Ihm zu Diensten ist der Graf und Drachenreiter Lindor, der mit seinem intelligenten Drachen in enger Beziehung steht. Darüber hinaus gibt es noch den Kriegsmeister der Kronoks, schrecklichen Reptilienkriegern, die Furcht und lähmenden Schrecken verbreiten. Puh, denen möchte ich lieber nicht begegnen.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Die Krone von Lytar“ ist der Auftakt der High Fantasy-Trilogie „Die Lytar-Chronik“ und ich kann es kaum erwarten, bis der zweite Band erscheint.

Wie liest sich das Buch?

Der Roman liest sich wie eine klassische Heldensage. Erzählt von einem namenlosen, alten Erzähler bildet die Rahmenhandlung jedoch mehr als einen willkommenen Anlass für einen weinseligen Geschichtenabend in einer Kneipe, denn immer wieder werden die beschriebenen Ereignisse geschickt mit der Rahmenhandlung verwoben, sodass man sich fragt, wie die Ereignisse vor 86 Jahren mit dem Hier und Jetzt zusammenhängen und ob eventuell doch noch einer der jugendlichen Helden von einst unter uns weilt.

Die Geschichte selbst ist spannend und kurzweilig erzählt, wobei man stets das Gefühl hat, dass hier Großes beginnt und man bei der Entstehung neuer Helden dabei sein darf. Ihr habt euch gefragt, wie die bekannten Helden und Abenteuer wie Magier, Priester, Krieger und vielleicht sogar Herrscher (?) von einfachen Teenagern zu den Menschen, Elfen, Zwergen (oder was auch immer) zu dem wurden, wie wir sie aus den Legenden kennen? Richard Schwartz erzählt es uns in „Die Lytar-Chronik“.

Was hat mir besonders gut gefallen?

Ich liebe Richard Schwartz‘ Schreibstil. Seine Bücher lösen bei mir immer dieses unbestimmbare „Wow“-Gefühl aus. Ich bin einfach sofort von seinen Geschichten, Figuren, Abenteuern und phantastischen Welten gefangen. Mir gefällt es, dass er es versteht „groß“ zu erzählen und es schafft, die feine Balance zwischen weltlichen, alltäglichen Helden und Begebenheiten und Taten aus Legenden zu halten. Mir geht es dann wie den Zuhörern in der Kneipe: Ich bin fasziniert, kann mich mit den Figuren identifizieren, lausche gebannt und möchte nicht, dass die Geschichte jemals endet.

Was hat mir nicht gefallen?

Gegenfrage: Wie kann einem irgendetwas an diesem Buch nicht gefallen? Für mich völlig unverständlich.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Großartig! Ich bin wieder völlig begeistert und möchte am liebsten sofort Band 2 verschlingen (ich muss gleich mal mein Exemplar der alten Auflage rauskramen, weil ich definitiv nicht bis Juni warten kann).

Die Lektüre war, wie gute alte Freunde wiedertreffen, die man leider aus den Augen verloren hatte. Doch die Vertrautheit war gleich wieder da, die Euphorie und das Glücksgefühl, wieder in die Welt von Lytar eintauchen zu können, inklusive.

Wem würde ich „Die Krone von Lytar – Die Lytar-Chronik 1“ empfehlen?

Allen Richard Schwartz-Fans und Lesern von klassischer High Fantasy sowie Sword & Sorcery. Ach, im Grunde einfach allen Fantasyfans, denn von interessanten Helden, mit denen man sich als Leser identifizieren kann und mitfiebert, über Magie, Götter, magische Waffen, Monster, Drachen, Elfen, Zwergen über Abenteuer, Kämpfe, Rätsel, spannend erzählten Geschichten bis hin zu Liebe und Freundschaft ist hier alles dabei.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenWer auch so begeistert von „Die Krone von Lytar“ ist, wird sich freuen, denn Band 2 „Das Erbe des Greifen“ erscheint bereits am 1. Juni 2016 in der überarbeiteten Neuauflage im Piper Verlag und auch auf den komplett neuen 3. Band „Das Blut der Könige“ müssen wir Fans nur bis zum 1. September 2016 warten.

Wer die Wartezeit bis dahin überbrücken möchte, dem empfehle ich, doch einfach zu einem Roman aus seiner Reihe „Das Geheimnis von Askir“ zu greifen. Im ähnlichen Stil geschrieben erleben wir hier ebenfalls faszinierende Helden wie den alten Wanderer und Krieger Havald, die lichte Elfen-Magierin Leandra, die geheimnisvolle Dunkelelfe Zokora, der Söldner Janos und weitere tolle Figuren, denen wir auf ihrer spannenden Reise in das legendäre Hochreich Askir begleiten dürfen, von dem sie sich Hilfe gegen einen bösen Nekromanten-Kaiser erhoffen, der ihre Heimat bedroht.

Da die Reihe „Die Götterkriege“ an „Das Geheimnis von Askir“ anschließt und man vieles nicht versteht, wenn man die Bände nicht chronologisch liest, empfehle ich die High Fantasy-Reihe mit „Das Erste Horn“ zu beginnen.

Wer phantastische Legenden-Romane liebt, der darf natürlich auch Patrick Rothfuss‘ „Die Königsmörder-Chronik“ und seinen außergewöhnlichen Helden Kvothe nicht verpassen. „Der Name des Windes“ trägt den Leser fort in eine überaus mitreißende phantastische Welt.

Die Website von Richard Schwartz:

Leider besitzt der Autor meines Wissens keine eigene Website. Aber ihr könnt mehr über ihn und seine Bücher auf Richard Schwartz‘ Facebook-Seite erfahren.

Das Buch:

Fantasylandschaft mit schwebender Krone560 Seiten

Taschenbuch

April 2016

Piper Verlag 

Preis: 12,99 € (D)

ISBN: 978-3-492-28051-8

 

Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar!

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