Romina Russell „Zodiac“

Inhaltsangabe:

Buchcover mit Planeten und SternzeichenJugendbuchMagie & TechnikParallelweltDie 16-jährige Rhoma Grace wächst in der Galaxie Zodiac auf, die nach den 12 Sternzeichen unterteilt ist, wobei jedes Sternzeichen oder Haus für ein Planetensystem steht. Jedes Haus hat bestimmte Eigenschaften, die ihm beim Überleben helfen: die Schützen sind neugierig, die Waagen gerecht, Krebse stehen mit ihrer Fürsorge für ihre Familien ein. Alles Leben wird bestimmt von den Sternen und ihrer Deutung.

Als Rho eines Tages jedoch mit ihrer Gabe einen dunklen Schatten sieht, der einen der Monde des Planeten Krebs verdunkelt, nimmt keiner ihr dunkles Omen ernst. Doch kurz darauf wird der Mond tatsächlich zerstört und eine verhängnisvolle Kettenreaktion zerstört einen Großteil ihres Hauses und seiner Bewohner.

Bevor Rho sich von dem Schock erholen kann, ereilt sie auch schon der nächste: Sie wird zur nächsten Wächterin – Beschützerin und Sterndeuterin – von Krebs bestimmt. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei, denn aus der Dunkelheit erhebt sich das dreizehnte Zeichen, das Zeichen von Ophiuchus, dem Schlangenträger Ochus, der ganz Zodiac zerstören will. Zusammen mit ihrem Beschützer, dem jungen Leitstern Mathias Thais, und ihrem neuen Freund, der Waage Hysan, begibt sich Rho auf die Reise zu den anderen Häusern, um sie vor dem drohenden Untergang zu warnen …

Meine Meinung zu „Zodiac“:

Die Idee von den Sternzeichen und ihren Bewohnern klang interessant und auch die Vorstellung, dass die Sternendeutung von großer Bedeutung für das tägliche Leben ist und die Menschen tatsächlich vor großen Katastrophen beschützen kann, fand ich faszinierend, sodass ich nicht lange gezögert und bei Romina Russells Roman zugegriffen habe.

Worum geht es in „Zodiac“?

Das sollte eine leichte Frage sein, ist es aber nicht. Es fängt schon mal damit an, dass „Zodiac“ kein reiner Fantasyroman ist. Piper nennt ihn „futuristische Fantasy“, man könnte auch sagen, dass es eine Mischung aus Fantasy, Science Fiction und romantischem Jugendbuch ist.

Die Sternendeutung basiert auf einer Mischung aus Magie und Technik und die Menschen sind mithilfe von Kommunikatoren, Hologrammen, Psy-Netzwerken und Raumschiffen miteinander verbunden. Doch all die Technik hilft nicht viel, als Rho die einzige ist, die die Gefahr durch das 13. Haus, seine dunkle Materie und Psy-Angriffe erkennt. Letzten Endes muss sie sich auf eine Odyssee durch die Galaxie begeben, um sie zu retten.

Die Hauptfiguren:

Für mich sind die Figuren das große Manko in diesem Buch. Die Hauptfigur und Ich-Erzählerin, die 16-jährige Rho, ist zu Anfang noch eine einfache, missverstandene Schülerin. Doch meine Sympathie mit ihr verfliegt, als die Autorin sie zur Wächterin von Krebs macht, die dann (fast) alleine dasteht, eigenmächtig die Entscheidung trifft, nur mit dem 22-jährigen Mathias, einem Elitesoldaten und gut ausgebildeten Sternendeuter, und dem geheimnisvollen 17-jährigen Abgesandten von Waage, Hysan, von Planetensystem zu Planetensystem zu reisen, wobei sie rasch zwischen beiden jungen Männern hin und her gerissen ist.

Hysan macht schnell klar, dass er sich für sie interessiert, doch Rhos Herz hängt noch an Mathias, ihrem großen Schwarm der letzten Jahre, der sie jedoch zunächst wie seine kleine Schwester behandelt. Hinzu kommt, dass Mathias Rho lange nicht glaubt und ihr nicht vertraut. Die beginnende Dreiecksgeschichte und die Isolation der Hauptfiguren von den anderen zerstören meiner Meinung an leider eine tolle Idee und eine faszinierende Welt und reduzieren sie und die Haupthandlung zu einer bloßen Kulisse für eine Teenager-Liebes-Tragödie.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Zodiac“ ist der 1. Band der Reihe.

Wie liest sich das Buch?

Der Anfang, in dem der Fantasy-Anteil und die Sterndeutungen noch den Hauptteil ausmachen, hat mir sehr gut gefallen. Doch dann beraubt sich Romina Russell eines großen Vorteils: der Sternendeuterei. Nach etwa hundert Seiten nimmt der Science Fiction-Anteil mit Raumschiffen, Tarntechniken, dunkler Materie, Psy-Angriffen, etc. einen immer größeren Raum ein und auch die Isolation der Figuren beginnt – und ich ertappe mich immer häufiger dabei, das Buch wegzulegen und erst einmal eine Pause zu machen.

Für mich fühlt es sich so an, als will die Autorin zu viel auf einmal: viel von der Welt zeigen, ein Liebesdreieck entwickeln, Rho zur mächtigen und gleichzeitig eigentlich machtlosen isolierten Heldin, die einsame Stimme der Warnung (erinnert mich ehrlich gesagt stark an die antike Seherin Cassandra, deren Visionen man ebenfalls nie glaubte) aufbauen. Doch dabei bleibt die Spannung für mich auf der Strecke. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Was hat mir besonders gut gefallen?

Die Ausgangsidee für die Zukunftswelt – oder ist es eigentlich eine Parallelwelt? – fand ich super. Verschiedene Planetensysteme, die auf unseren zwölf bekannten Sternzeichen beruhen, denen ebenfalls besondere Charaktereigenschaften und Stärken zugeordnet sind. Die Welten selbst sind sehr unterschiedlich und werden interessant beschrieben.

Am meisten hat mir jedoch die Sternendeuterei gefallen, die mir eindeutig viel zu kurz kam.

Was hat mir nicht an „Zodiac“ gefallen?

Ich habe es schon angedeutet: Ich mochte die Figuren nicht, wobei ich mich insbesondere mit Rho nicht identifizieren konnte und Mathias zu widersprüchlich fand, um ihn zu verstehen. Die Dreiecksgeschichte ging mir irgendwann nur noch auf die Nerven. Die Mischung aus Fantasy und Science Fiction fand ich eigentlich noch ganz gelungen, ich hätte mir nur gewünscht, der Roman wäre nicht als reiner Fantasy-Titel angepriesen worden.

Dass Romina Russell ihre Hauptfigur ihrer einzigen Waffe, die Sterndeuterei, beraubt, macht Rho leider zu einem ganz gewöhnlichen Teenager, dem man zwar einen Titel, aber keine Macht gegeben hat. Ihre Machtlosigkeit treibt Rho dann noch durch ihre Reise von Planetensystem zu Planetensystem noch weiter voran, denn selbst Hysan, der noch einigen Einfluss in der Galaxie hat, und Mathias, als Elitesoldat, können sie nicht wirklich wirkungsvoll gegen das System und das allgemeine Misstrauen untereinander unterstützen. Die Handlung erinnerte mich daher teilweise an einen Kampf gegen Windmühlen.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Der Roman ist vielversprechend gestartet, hat dann leider nach dem ersten Viertel stark nachgelassen und mich bis zum Ende nicht mehr überzeugen können.

Wem würde ich „Zodiac“ empfehlen?

Die Leser von „Zodiac“ sollten Interesse an den Sternzeichen haben und sowohl gerne Science Fiction und romantische Fantasy lesen. Der Roman ist für mich mit seinem Fokus auf Young Adult-Leser nicht wirklich etwas für Fans von klassischer High Fantasy.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen„Zodiac“ ist der erste Band der gleichnamigen Fantasy meets Science Fiction-Reihe von Romina Russell. Band 2 „Zodiac – Weg der Sterne“ erscheint bereits im April 2016.

Normalerweise empfehle ich an dieser Stelle immer ähnliche Titel, die Lesern des Romans gefallen könnten. Nur bin ich in diesem Fall etwas ratlos, da Thema und Genre-Mix bei Romina Russell doch schon sehr speziell sind. Wer die Mischung von Magie und Technik spannend findet und gegen einen Schuss Lovestory nichts einzuwenden hat, Gestaltwandler einfach nur faszinierend findet, dem kann ich allerdings die „Stadt der Finsternis“-Reihe von Ilona Andrews empfehlen. Das Abenteuer beginnt in „Die Nacht der Magie“. Viel Spaß!

Die Website von Romina Russell:

Autorin Romina Russell hat eine schicke englischsprachige Website, die man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte, denn die Sternzeichen und Galaxie-Bilder auf http://zodiacbooks.com/ sind wirklich sehenswert.

Das Buch:

Buchcover mit Planeten und Sternzeichen448 Seiten

Paperback

November 2015

ivi (Piper Verlag) 

Preis: 16,99 € (D)

ISBN: 978-3-492-70381-9

Originaltitel: „Zodiac“

Deutsche Übersetzung: Michaela Link

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