Royce Buckingham „Die Karte der Welt“

Inhaltsangabe zu „Die Karte der Welt“:

Buchcover von "Die Karte der Welt"JugendbuchMonsterMagische WeltDer siebzehnjährige Wexford Stoli, von allen Wex genannt, führt ein ziemlich ereignisloses Leben im kleinen Örtchen Zornfleck. Als Sohn eines Schweinezüchters hütet er ihr Vieh und verdient sich ein Zubrot mit seinen Zeichnungen der nahen Zornberge. Eines Tages werden seine Zeichnungen von zwei Hauptmännern der Palastwache des Herrschers entdeckt, die für ihre Mission in die Zornberge und zum magischen Schleier, der die nördliche Grenze des Königreiches Abrogan bildet, noch einen Kartografen benötigen.

Ehe Wex es sich versieht, befindet er sich mit dem feschen Hauptmann Lothario, seinem Stellvertreter Fretter, dem Zauberer Kraven, einer Schar Soldaten und den vier verurteilten Gaunern Pinch, Mungo, Arkh und Cyrilla auf einem gefährlichen Abenteuer. Als Wex durch Zufall mit seinem eigenen Blut auf einer alten Karte zeichnet und damit den Schleier zurückdrängt, ahnt er nicht, was er angerichtet hat. Die Expedition begibt sich aufgeregt auf die Erkundung des neu entdeckten Landes. Doch der Schleier wurde nicht ohne Grund geschaffen. Und während der ahnungslose Wex und seine Gefährten neue Freunde finden, erwachen alte Feinde, Monster und Gefahren aus ihrem jahrhundertelangen Schlaf …

Meine Meinung zu „Die Karte der Welt“:

„Die Karte der Welt“ ist der neueste Roman des Fantasyautors und All Age-Spezialisten Royce Buckingham. Dies muss man bei der Lektüre berücksichtigen.

Während mir viele Ideen von „Die Karte der Welt“ gut gefallen haben, so gibt es auch einige Punkte, die mich gestört haben. So hat es lange gedauert, bis ich mit der Hauptfigur Wex warm geworden bin. Wex zeichnet sich nicht nur durch Neugier, Kreativität, Arglosigkeit und Loyalität aus, sondern ist auch recht naiv. Dadurch macht er nicht nur vermeidbare Fehler und bringt sich in brenzlige Situationen, sondern gerät auch in den Bann zweier verführerischer Mädchen, der abenteuerlustigen Grafentochter Brynn und der exotischen Häuptlingstochter Adara, die ihm schnell den Kopf verdrehen. Sorry, aber beide Mädchen sind doch recht eigensinnig, flatterhaft und egoistisch, so dass die Liebesgeschichte eher jugendliche und weniger erwachsene Leser anspricht.

Ein großer Negativpunkt waren für mich die Figuren von „Die Karte der Welt“. Es gibt wenige Charaktere im Roman, die durchweg sympathisch sind und mit denen man sich als (erwachsener) Leser identifizieren kann. Auch wenn sich Hauptfigur Wex zum Glück noch positiv entwickelt, so sind mir die weiteren Figuren des Romans doch größtenteils unsympathisch geblieben: Die Soldaten sind eingebildet, besonders ihr Anführer, der Frauenheld Lothario, sein Stellvertreter Fretter besitzt wenig Führungsqualitäten und verliert im Ernstfall schnell den Kopf, die Adligen sind arrogant und überheblich und die Gauner sind nicht ohne Grund Gauner. Besonders Pinch, das gerissene Schlitzohr, das Wex‘ Freundschaft gewinnt, hat mir wenig gefallen. Am besten fand ich noch Arkh, den Halbmenschen, den alle für ein Monster halten, und die Zwergin Cyrilla.

Der Bösewicht Vill, der aus irgendeinem Grund keine Gefühle nach seinem Aufenthalt im Schleier empfindet und daher nur noch auf Eroberung aus ist, stellt zwar einen äußerst gefährlichen Gegner dar, aber auch er keine Figur, mit der man sich wirklich identifizieren kann. Auch verstehe ich nicht, warum von allen Gefangenen des Schleiers nur Vill plötzlich keine Gefühle mehr hat. Es erscheint mir nicht logisch und wird auch im Roman nicht wirklich erklärt.

Was ich hingegen gut fand, waren die Ideen und die Abenteuer, die Wex und seine Freunde erleben. Die Idee, dass Wex als Sohn eines Schweinezüchters zum Zeichnen Schweineblut nimmt und aus plötzlichem Mangel an Ressourcen auf sein eigenes Blut ausweicht und mit der Blutmagie nach und nach den Schleier über einzelnen Regionen der Zornberge entfernt, ist logisch und gut ausgearbeitet. Mir gefallen auch die Abenteuer, die Wex und die anderen erleben: das Aufeinandertreffen mit den kranken Verbannten, die Scharmützel mit den menschenfressenden Düsterlingen, die Begegnung mit den freundlichen Flussmenschen, den gefährlichen Kühen, dem Drachen und den mürrischen Zwergen. Am besten hat mir Wex‘ Begegnung mit dem Baumdrachen Verda, die leider nur zwei kurze Auftritte im Roman hat, gefallen.

Gut ist auch die Idee der verschiedenen Karten, die in unregelmäßigen Abständen in den Roman eingebunden sind, und veranschaulichen, welche Gegenden Wex vom Schleier befreit hat. So kann man sich die Landschaft beim Lesen besser vorstellen und die Reiseroute der Expedition nachvollziehen.

Fazit: „Die Karte der Welt“ überzeugt mit guten Ideen und spannenden Abenteuern und ist für jugendliche Fantasyfans zu empfehlen. Erwachsenen All Age-Fans würde ich von der Lektüre hingegen eher abraten.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenWer sich auf einen weiteren All Age-Roman von Royce Buckingham einlassen möchte, dem kann ich „Dämliche Dämonen“ empfehlen, der mir persönlich besser gefallen hat als „Die Karte der Welt“. Im Auftaktband seiner „Demonkeeper“-Reihe muss der junge Held Nathan auf ein Haus voller Dämonen und Monster aufpassen. Als eines Tages eines von ihnen entkommt, muss Nathan es mit der Hilfe der Dämonen wieder einfangen.

Um Kartografen, Magie und ein wildes Land geht es auch in Michael Stackpoles Fantasytrilogie „Saga der neuen Welt“. Los geht es in „Das verlorene Land“, in der sich eine Gruppe Helden auf eine aufregende und gefährliche Expedition ins Unbekannte begeben – und Überraschendes entdecken. Gut geschrieben, spannend und mit tollen Figuren!

Wer mehr spannende Fantasyromane für Jung und Alt entdecken möchte, dem empfehle ich auch meine Buchtipps aus dem Bereich All Age Fantasy.

Die Website von Royce Buckingham:

Mehr zum Autor und seinen Romanen erfahrt ihr auf Royce Buckinghams Website.

Das Buch:

Buchcover von "Die Karte der Welt"608 Seiten

Paperback

Juli 2013

Blanvalet Verlag

Preis: 15,00 € (D)

ISBN: 978-3-442-26884-9

Originaltitel: „Mapper“

Deutsche Übersetzung: Michael Pfingstl

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