Sandra Florean „Die Seelenspringerin – Abgründe“

Inhaltsangabe:

Buchcover zu "Die Seelenspringerin" mit junger blonder Frau vor dunkelrotem HintergrundDass es Monster wie Vampire und Gestaltwandler wirklich gibt, das weiß Tess ganz genau. Seit Jahren springt sie immer wieder in sie hinein. Ungewollt. Zwei Minuten lang sieht sie und fühlt sie dann, was der Wirtskörper fühlt – und nie scheint es etwas Gutes zu sein. Mord, Perversionen, Fressorgien.

Doch als ihr neuester Seelensprung ihr wieder ein Monster und sein gequältes Opfer zeigt, meldet sie das Verbrechen wieder der Polizei von Newtown – und anders als seine Kollegen glaubt der neue Officer Jim Thompson ihr. Gemeinsam versuchen sie den Schuldigen zu schnappen, doch dabei lernt sie in der Vampirdisco des lokalen Anführers Octavian den attraktiven jungen Vampir Ryan kennen, der sofort von ihr angetan ist. Doch kann sie ihm vertrauen?

Meine Meinung zu „Abgründe – Die Seelenspringerin 1“:

Die Fähigkeit des Seelenspringens hörte sich faszinierend an, daher war ich auch sehr interessiert, als ich entdeckte, dass es auf Lovelybooks eine Leserunde zum Buch gibt. Ich hatte das Glück, dass ich ein E-Book des Romans gewonnen habe und mitlesen durfte.

Worum geht es im Roman?

Ich weiß nicht mehr, was ich nach dem Lesen des Klappentextes von „Die Seelenspringerin – Abgründe“ erwartet habe, aber jedenfalls nicht die ungewöhnliche Mischung aus Fantasy, Krimi und Erotik, die dieses Buch von der Masse anderer Fantasyromane abhebt.

Die Hauptfigur Tess kann mit ihrer Seele in andere Personen – Vampire oder Gestaltwandler – springen, jedoch sind die Sprünge immer unkontrolliert und ihre Wirte Unbekannte, die sich überall befinden können. Da sie auf diese Weise zumeist Zeugin von Verbrechen wird (sie springt in die Täter), dreht sich ein großer Teil des Buchs darum aufzuklären, was geschehen ist: Wo hat das Verbrechen stattgefunden? Wer ist das Opfer? Wer der Täter? Dabei steht ihr der Officer Jim Thompson zur Seite, doch Tess schnüffelt auch alleine herum.

Der Fantasyaspekt ist allgegenwärtig: Nicht nur Tess‘ Gabe ist übernatürlich, auch der Romancast besteht überwiegend aus Vampiren und Gestaltwandlern.

Mit den beiden Aspekten eng verflochten ist der erotische Aspekt, der für mich zunächst etwas überraschend kam. Denn Tess nutzt die Dienste eines Gigolos, um sich nach ihren außerkörperlichen Erfahrungen wieder zu erden. Doch nicht nur von ihm fühlt sie sich angezogen, weitere Männer buhlen um ihre Gunst.

Die Hauptfiguren:

Teresa Billington, Tess genannt, ist Mitte zwanzig, alleinstehend, blond. Dank ihrer Gabe des Seelenspringens, die sie verstörend findet und am liebsten mit Medikamenten unterdrücken würde, fällt es ihr schwer, an ihrem Single-Status etwas zu ändern und einen netten Freund zu finden. Doch insgeheim haben es ihr die Monster auch mehr angetan, besonders die Vampire.

Ihr Leben ist ein Balanceakt zwischen Misstrauen und Risikofreude. Aus diesem Grund besitzt sie nicht nur ein Haus etwas außerhalb der Stadt, von dem aus sie ihre selbstständige Tätigkeit als Bäckerin und Konditorin ausübt und das sie von ihren wohlhabenden Großeltern geerbt hat, sondern auch ein Apartment in Newtown, das sie für ihre Treffen mit Fremden nutzt.

Rafael ist ein Vampir und ein Gigolo. Er mag Tess.

Ryan gehört zu den Vampiren und Callboys des Vampiranführers Octavian und arbeitet im Club Darkness, wo er Tess kennen lernt. Er ist noch ein recht junger Vampir.

Octavian, der Anführer der Vampire von Newtown, hingegen ist schon recht alt und mächtig. Er besitzt die Fähigkeit, andere zu manipulieren, sodass sich niemand an sein Gesicht erinnern kann.

Jim Thompson ist ein junger Polizist, der gerade erst nach Newtown versetzt worden ist. Aus persönlichen Gründen hat er eine Spezialausbildung gemacht und weiß daher besser über Vampire und Gestaltwandler Bescheid als andere.

Gabbi ist eine Freundin von Tess, die jedoch in erster Linie Spaß und aufregenden Sex haben will. Von Tess‘ persönlichen Problemen hat sie keine Ahnung, auch nicht von den Gefahren durch Monster.

Gail ist eine Gestaltwandlerin und gehört zu den Werlöwen.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja, „Abgründe“ ist der erste Band der Reihe „Die Seelenspringerin“.

Wie liest sich das Buch?

Es passiert viel im Buch und durch die Verbrechen, die aufgeklärt werden wollen, sowie weitere Rätsel bleibt die Lektüre spannend. Obwohl ich an einer Leserunde teilgenommen habe und daher den Roman nur abschnittsweise lesen konnte, hatte ich ihn zügig durchgelesen und war immer schon neugierig auf den nächsten Abschnitt.

„Die Seelenspringerin – Abgründe“ ist so aufgebaut, dass man als Leser nicht weiß, wem man trauen kann und wem nicht. Das sorgt für Spannung, aber auch dafür, dass die Charaktere im 1. Band der Reihe noch nicht sehr in die Tiefe gehen.

Tess ist die Erzählfigur und der Charakter, der noch am ehesten beleuchtet wird, auch wenn ich persönlich mich mit ihr nicht identifizieren konnte. Aber das machte nichts. Denn die Handlung und die Fälle stehen in „Die Seelenspringerin – Abgründe“ im Vordergrund sowie das Miträtseln, während manche Charaktere gezwungenermaßen blass bleiben und vermutlich schon mal für die späteren Bände vorgestellt werden.

Was hat mir besonders gut an „Abgründe – Die Seelenspringerin 1“ gefallen?

Der Krimiaspekt hat mir am meisten gefallen. Beim Rätseln, wer denn nun der Täter ist und wie die Seelensprünge möglicherweise miteinander zusammenhängen und ob man den verschiedenen Charakteren trauen kann oder eher nicht, da war ich voll dabei. Das hat mir beim Lesen am meisten Spaß gebracht.

Ansonsten fand ich es auch interessant, dass die Fantasywelt von Sandra Florean recht düster ist. Sowohl Tess‘ Gabe als auch die Verbrechen, die die Monster begehen, sind recht heftig. Die Vampire und Gestaltwandler, die vorkommen, haben alle eine attraktive, aber auch eine dunkle Seite. Hier gibt es keine Glitzervampire, sondern die Gefahr des Blutrauschs bei Vampiren oder der Fressorgien bei Gestaltwandlern, denen Menschen zum Opfer fallen können, ist sehr real.

Weiterhin faszinierend und der Hauptgrund, warum ich die Geschichte lesen wollte, ist Tess‘ Fähigkeit, in andere hineinzuspringen. Ich war neugierig, wie das funktioniert, und die Umsetzung hat mir gut gefallen, zumal es hier auch eine interessante Entwicklung gab, auf die ich aber aus Spoilergründen nicht eingehen will. Ihre Gabe ist schon was Besonderes, das ich anderswo so noch nicht gelesen habe.

Was hat mir nicht gefallen?

Es klingt schon ein bisschen durch, dass ich den Krimipart und die Fantasywelt mochte. Die Erotik hätte es für mich nicht gebraucht, auch wenn ich verstehen kann, warum die Szenen für Tess und ihren Charakter so wichtig sind.

Damit zusammen hängt die Liebesgeschichte – oder ist es eher eine Lustgeschichte? -, die ich nicht nachempfinden konnte. Aber vermutlich liegt es einfach daran, dass Tess ein ganz anderer Charakter ist als ich. Ihre Faszination für die dunkle Seite, ihre Risikofreude, obwohl sie sonst immer so misstrauisch und auf Abstand bedacht ist/war, hat mich häufig verwundert. Ich konnte die Vampire, zu denen sie sich hingezogen fühlte, einfach nicht sexy finden. Sorry.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Obwohl ich ein paar Punkte wie die Erotik nicht so mochte, hat mir das Buch insgesamt gut gefallen. Tess‘ Gabe und die interessanten Verbrechen, die es aufzulösen galt, machten die Lektüre zu einem kurzweiligen Vergnügen.

Wem würde ich „Die Seelenspringerin – Abgründe“ empfehlen?

Dies ist kein Jugendbuch oder All Age-Roman! Durch den Erotik-Aspekt und die düstere Welt würde ich das Buch ab 18 Jahren empfehlen. Wer eine bunte Abwechslung aus Fantasy und Krimi mit erotischen Szenen für Erwachsene mag, der ist hier jedoch richtig.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

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Sandra Florean setzt ihre erotische Fantasyreihe „Die Seelenspringerin“ fort. Band 2 ist bereits angekündigt und die Autorin hat bereits verraten, dass sie aktuell am 3. Band der Reihe arbeitet.

In chronologischer Reihenfolge:

  1. „Abgründe“
  2. „Machtspiele“

Mit weiteren Buchtipps aus dem Genre der erotischen Fantasy kann ich leider nicht dienen, aber wer Fantasykrimis mag, dem kann ich die Reihe „Die Flüsse von London“ von Ben Aaronovitch empfehlen. In der heutigen Zeit angesiedelt, vermischt sie moderne Technik, Polizisten und Zauberei. Wenn ihr einen Polizisten mal einen Geist befragen sehen wollt, dann lest Band 1 „Die Flüsse von London“. 🙂

Die Website von Sandra Florean:

Mehr über die norddeutsche Autorin und ihre Romane erfahrt ihr auf Sandra Floreans Website http://sandraflorean-autorin.blogspot.de/.

Das Buch:

Buchcover zu "Die Seelenspringerin" mit junger blonder Frau vor dunkelrotem Hintergrund264 Seiten

Taschenbuch

September 2016

Drachenmond Verlag

Preis: 12,90 € (D)

ISBN: 978-3-95991-123-8

 

Vielen Dank an Sandra Florean und den Drachenmond Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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