Silvia Krautz „Das Amulett der Elben“

Inhaltsangabe:

Mädchen auf gelb-orangem WaldwegAls Nalika acht Jahre alt war, ermordeten Elben ihre Eltern und der strenge Magier Rimar bot ihr daraufhin Unterschlupf in Burg Graufels und wurde ihr Lehrer und Beschützer. Sieben Jahre später hat er sie alles gelehrt, was sie wissen muss, um Rache an den Elben zu nehmen.

Doch als Nalika, der ältere Zauberschüler Darren und Rimar zum Wald der Elben reisen und versuchen den Schutzbann zu durchbrechen, geschieht etwas Unerwartetes. Nalika stürzt durch ein überraschendes Loch in der Barriere, das sich direkt hinter ihr wieder schließt, und steht kurz darauf der Königin der Elben, dem Hüter und ihren Leuten allein gegenüber. Aber Nalika ist getrieben von Hass und erkennt zu spät, dass Rimar seine eigenen Gründe hat, die Elben zu bekämpfen …

Meine Meinung zu „Das Amulett der Elben“:

Silvia Krautz hatte ich in einer Facebook-Gruppe kennen gelernt und als sie mir von ihrem Fantasyroman erzählte, der zur Abwechslung ganz ohne Liebesgeschichte auskommt, wurde ich neugierig.

Worum geht es im Roman?

Die Geschichte spielt in einer mittelalterlichen High Fantasy-Welt, in der Magie recht selten ist. Ein paar menschliche Magier wie Rimar besitzen sie und dazu gibt es die Elben, die hier das Stille Volk genannt werden, weil sie zurückgezogen hinter einem magischen Schutzschild in ihrem Wald leben und es eher Gerüchte über sie gibt als einen Austausch zwischen den Menschen und den Elfen.

Zentrale Motive der Geschichte sind Rache, Machtgier, Sühne, Verrat und Magie. Wie der Titel schon verrät, spielt das Amulett der Elben eine zentrale Rolle. Es speist nicht nur den Schutzschild, sondern ist auch ein magisches Artefakt von großer Macht, das sich in der Obhut eines Hüters befindet.

Es ist eine ungewöhnliche Coming-of-age-Geschichte, in der Nalika erkennen muss, dass Rache nicht glücklich macht und dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen muss, statt nur die Pläne ihres Meisters auszuführen.

Die Hauptfiguren:

Nalika ist 15 Jahre alt und trotz ihrer jungen Jahre bereits eine mächtige Magierin. Seit der Ermordung ihrer Eltern treibt sie nur noch der Wunsch nach Rache an. Gegenüber anderen Menschen oder Tieren ist sie gleichgültig. Sie benutzt anfänglich sogar Vögel als Zielübungen für ihre Blitzmagie. Wie ihr Lehrmeister kann sie sich ebenfalls in einen Falken verwandeln.

Rimar ist Nalikas Meister und ein ehrgeiziger Magier. Als Lehrer ist er streng. Ihn treibt der Wunsch an, es den Elben heimzuzahlen, dass sie ihn aus ihrem Wald verbannt haben, und das Amulett des Hüters in seinen Besitz zu bringen. Dafür würde er buchstäblich alles tun. Er ist geschickt darin, Kampfzauber und Illusionen zu weben, falsche Erinnerungen zu erstellen und Menschen seinem Willen zu unterwerfen.

Darren ist ein paar Jahre älter als Nalika und ebenfalls Rimars Schüler. Er konnte Nalika von Anfang an nicht ausstehen und ist eifersüchtig auf sie, weil ihr Meister sie für die Aufgabe vorgesehen hat, an der er selbst gescheitert ist.

Lithanis ist die Königin der Elben. Sie ist blond, blauäugig, trägt einen schmalen silbernen Reif und ein knöchellanges weißes Gewand.

Eolas ist der Hüter des Amuletts und der mächtigste Magier der Elben. Sein Sohn trägt den Namen Cayes und dessen Freund den Namen Anmariel.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Nein, nicht dass mir bekannt wäre. „Das Amulett der Elben“ ist ein Einzelband.

Wie liest sich das Buch?

Die Geschichte macht es dem Leser besonders zu Anfang nicht leicht. Sie wird hauptsächlich aus der Perspektive von Nalika erzählt, doch einzelne Passagen sind auch aus Rimars oder Darrens Sicht geschrieben. Da jedoch keiner der drei anfänglich sehr sympathisch ist, macht das die Identifikation mit den Hauptfiguren schwer bis unmöglich.

Dementsprechend blieb auch das ganze Buch über bei mir eine Distanz, obwohl sich Nalika mit der Zeit und durch die Begegnung mit den Elben und einer anhänglichen Krähe verändert. Ich wurde leider nicht warm mit ihr, sorry.

Dennoch ist die Geschichte größtenteils spannend geschrieben und bietet eine Mischung aus packenden Kampfszenen mit Magie und ruhigeren Momenten.

Was hat mir besonders gut an „Das Amulett der Elben“ gefallen?

Die Entwicklung von Nalika ist schön beschrieben. Wir Leser können praktisch live dabei sein, wie sie sich von einem verletzten, rachsüchtigen, egozentrischen Mädchen in eine junge Frau verwandelt, die ihr Leben und ihre Ziele hinterfragt und beginnt, eigene Entscheidungen zu treffen und eigene Werte zu definieren, die ihr wichtig sind.

Ich mochte die Krähe, die Nalika Schwarzflügel nennt und die eine entscheidende Rolle bei ihrem Wandel spielt. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass sie ein bisschen zu intelligent ist für ein Tier und eine eigene Persönlichkeit hatte. Das gefiel mir gut.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich hatte es ja schon erwähnt: Ich wurde mit den Figuren nicht warm. Es ist zwar plausibel, warum Nalika am Anfang so ist und handelt, schließlich wurde sie von Rimar so erzogen. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie ein paar schreckliche Entscheidungen trifft, durch die ich zu ihr auch später auf Distanz blieb.

Der erste Auftritt der Elben: blond, blauäugig, ganz in Weiß gekleidet (Königin Lithanis). Ich muss gestehen, ich bin beim Anblick der Klischee-Elben doch etwas zusammengezuckt. Später wurde es besser, weniger stereotyp, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn auf die Szene verzichtet worden wäre. Besonders auf die weiße Kleidung. Unpraktischer geht es im Wald nicht.

Die Handlung war überwiegend spannend, nur am Ende gab es nach der Lösung des großen Konflikts für mich einen Spannungsabfall. Das Ende war mir einfach einen kleinen Tick zu lang. Sicher, ein paar Fäden mussten noch aufgelöst werden, aber das geschah fast reibungslos, sodass man ahnte, dass da jetzt keine großen Probleme mehr zu erwarten sind.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Trotz meiner kleinen Kritikpunkte ist „Das Amulett der Elben“ ein gelungener Debütroman. Silvia Krautz hat eine interessante Fantasygeschichte für jugendliche Fantasyfans geschaffen, die nur leider nicht ganz meins war, da mir der Bezug zur Protagonistin gefehlt hat. Vielleicht war ich auch einfach zu alt für das Buch, denn ich bin mir sicher, dass jüngere Leser Freude an Nalikas Abenteuer gehabt hätten.

Wem würde ich „Das Amulett der Elben“ empfehlen?

Dementsprechend würde ich den Roman jugendlichen Fantasylesern empfehlen, die Spaß an Magie, Kämpfen, Abenteuern und Elben haben und die gerne auch mal eine interessante Geschichte lesen, die ohne Lovestory auskommt.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden SternenBei „Das Amulett der Elben“ handelt es sich um Silvia Krautz‘ Debütroman. Bislang ist kein weiterer Roman von ihr erschienen, sodass ich euch leider keine weiteren Buchtipps von ihr geben kann.

Ein weiteres Fantasy-Jugendbuch mit einer jungen Heldin mit dunklen Seiten bietet Marie Lu mit ihrem Reihenauftakt „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“. Die 16-jährige Adelina gehört zu den magisch Begabten, den sogenannten Malfetto. Aufgrund ihrer Gabe gefürchtet und gejagt, schließt sie sich der Gemeinschaft der Dolche um den verstoßenen Prinz Enzo an, der ihr beibringt, ihre dunkle Gabe zu meistern.

Die Website von Silvia Krautz:

Mehr über die Autorin und ihre Projekte erfahrt ihr auf Silvia Krautz‘ Facebook-Seite.

Das Buch:

Mädchen auf gelb-orangem Waldweg224 Seiten

Taschenbuch

Juni 2015

In Farbe und Bunt Verlag

Preis: 13,80 € (D)

ISBN: 978-3-941864-58-0

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