Stephen Blackmoore „Gehässige Geister“

Inhaltsangabe:

Buchcover mit Toten-Figurdunkle FantasyGeisterMagie & VerbrechenDas Leben läuft nicht rund für den Nekromanten Eric Carter. Seit vor 6 Monaten seine jüngere Schwester ermordet wurde, er nach Los Angeles zurückgekehrt ist und sich dann einem fiesen Geist stellen musste, den er für tot hielt, ist sein bester Freund Alex gestorben, dessen Verlobte und Erics Ex-Freundin Vivian gibt ihm die Schuld an seinem Tod und dann musste er auch noch herausfinden, dass die Todesgöttin Santa Muerte ihn hereingelegt hat. Nicht nur, dass er plötzlich mit ihr verheiratet ist und unerwartete Kräfte dazubekommen hat, sie ist auch noch diejenige, die seine Schwester ermordet hat.

Doch all Erics Versuche, sein Bündnis zu Santa Muerte zu lösen und einen Weg zu finden, sie zu töten, scheitern. Als dann plötzlich auch noch ein verrückter, messerschwingender Mann auftaucht, der ihn bei lebendigem Leib häuten und in seine Haut schlüpfen, seine Magie an sich reißen und seine Seele vernichten will, muss er jedoch erkennen, dass es immer noch schlimmer kommen kann. Doch wie soll er jemanden bekämpfen, der buchstäblich in jedermanns Haut schlüpfen kann? Und als er dann auch noch beginnt, den Geist von Alex zu sehen, was nicht möglich sein sollte, fängt er darüber hinaus auch noch an, an seinem eigenen Verstand zu zweifeln.

Meine Meinung zu „Gehässige Geister“:

Es ist selten, dass Bände einer Reihe in so kurzen Abständen veröffentlicht werden. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass vier Monate nach „Tote Dinge“ bereits die Fortsetzung erhältlich ist.

Worum geht es in „Gehässige Geister“?

Kurz gesagt: Ein Nekromant, unzählige Geister, ein paar Vampire, ein Irrer mit einem uralten, mächtigen Obsidianmesser, der in die Haut (und Gestalt) anderer schlüpfen kann, tot geglaubte Freunde, falsche Freunde, Intrigen, eine Todesgöttin, eine Ehe wider Willen, intrigante Geister, eine mächtige Hexe und Tote. Viele Tote. Eben ein Dark Fantasy-Roman.

Die Hauptfiguren:

Protagonist und Ich-Erzähler ist wieder der Nekromant Eric Carter. Er hat in seinem Leben schon viel durchgemacht und durch die Intrigen von Santa Muerte, durch die er unerwartet und gegen seinen Willen mit ihr verheiratet ist, wird sein Leben auch nicht gerade besser. Erics Gabe ist die Nekromantie. Er kann Geister sehen, mit ihnen kommunizieren und ins Reich der Geister wechseln, sowie einige kleine Zauber ausführen und ist durch magische Tätowierungen geschützt. Durch seine Ehe kann er all dies zwar immer noch, doch seine Kräfte haben um einiges zugelegt und ihm gelingen nun Dinge, die er früher nicht oder nur unter großen Anstrengungen bewältigen konnte. Außerdem haben sich seine Augen komplett schwarz verfärbt.

Eric ist kein klassischer Held – man fragt sich manchmal, ob er überhaupt einer ist, denn weglaufen fällt ihm leichter, als Probleme frontal anzugehen. Aber er sorgt sich dennoch um seine Freunde und macht ihnen zuliebe Dinge, die getan werden müssen, um sie zu beschützen. Dazu gehören auch Mord, Totschlag oder Seelen verschlingen. Nein, Eric ist eher ein Dark Fantasy-Held: mit viel Grau in seiner Seele.

Santa Muerte ist die Todesgöttin, mit der Eric verheiratet ist und deren wahre Absichten für ihn schwer zu durchschauen sind. Sie war einst die Göttin der Azteken, zusammen mit ihrem Ehemann regierte sie über Mictlan, bevor die Spanier kamen.

Eine interessante neue Figur ist die Bruja, was Hexe bedeutet, eine junge, zierliche Frau namens Gabriela, die man allerdings nicht unterschätzen sollte, was auch Eric erfahren muss. Sie leitet unter anderem ein Hotel für Vampire und andere Wesen.

Mit dabei sind auch wieder Erics bester Freund Alex (als Geist), die magisch begabte Kellnerin Tabitha und (in einem Kurzauftritt) Erics Ex Vivian, die wir bereits aus dem 1. Band kennen.

Gehört das Buch zu einer Reihe?

Ja. Dies ist der 2. Roman der Reihe um den Nekromanten Eric Carter und nach dem Ende dieses Bandes sollte es auch noch mindestens einen weiteren Band geben.

Wie liest sich das Buch?

Das Buch ist wie sein Vorgänger düster, actionreich, geheimnisvoll und dieses Mal empfand ich ihn auch als etwas verwirrend. Dadurch dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Eric erzählt wird, der selbst lange keine Ahnung hat, wer warum hinter ihm her ist und wem er noch trauen kann, darüber hinaus Stephen Blackmoore uns aber nicht an all den Erkenntnissen seiner Hauptfigur teilhaben zu lassen, fand ich diesen Band teilweise etwas ermüdend und anstrengend. Die aztekischen Namen, die dank Santa Muertes Vergangenheit als deren Todesgöttin noch dazu kamen, taten ihr Übriges. Trotz spannender Handlung und vielen magischen und weltlichen Kämpfen, Geistern, Dämonen, Vampiren und mehr hat sich dieser Roman nicht ganz so flüssig lesen lassen wie der 1. Band.

Was hat mir besonders gut gefallen?

Durch das Bündnis mit Santa Muerte hat Eric neue Kräfte, wodurch es für uns Leser spannend ist, sie gemeinsam mit ihm zu entdecken. Und seine weitere Veränderung, die ich aus Spoilergründen nicht nennen will, finde ich auch interessant.

Darüber hinaus finde ich die Bruja Gabriela klasse. Eine echte Bereicherung für die Reihe und eine tolle, starke Frauenfigur. Ich hoffe, sie bleibt uns im nächsten Band erhalten-

Was hat mir nicht gefallen?

Es ging mir ein bisschen auf den Keks, wie undurchsichtig die Handlung teilweise war. Die Erkenntnisse, auf die Eric kommt, waren für mich nicht immer nachvollziehbar – und ich wollte auch nicht immer verstehen, was Santa Muerte, der Haut-Dieb und Erics dritter Widersacher immer so wollten, da man sich als Leser nicht mit ihnen identifizieren kann oder will beziehungsweise nachvollziehen will, welche Absichten diese Figuren verfolgen. Dadurch habe ich beim Lesen leider gegen Ende Ermüdungserscheinungen bemerkt, irgendwann war ich nicht mehr ganz so bei der Sache wie zu Beginn. Das ist schade.

Wie hat mir das Buch insgesamt gefallen?

Zwar immer noch gut, aber dieser Teil war in meinen Augen nicht so stark wie der erste. Ich hoffe, im dritten Band ändert sich das wieder.

Wem würde ich „Gehässige Geister“ empfehlen?

Wer Contemporary Fantasy mit Geistern oder Dark Fantasy mag, ist hier richtig.

Bewertung und weiterführende Empfehlungen:

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen

Aufgeschlagenes Buch mit aufsteigenden Sternen„Gehässige Geister“ ist die Fortsetzung von „Tote Dinge“ und der 2. Band mit dem Nekromanten Eric Carter. Da der 3. Band der Reihe im Englischen erst fürs Frühjahr 2017 angekündigt ist, müssen sich die deutschen noch eine Weile bis zum Erscheinen des nächsten Bandes gedulden.

Stephen Blackmoore hat aber bereits zuvor den Roman „Stadt der Vergessenen“ veröffentlicht, in dem es um Zombies gehen soll und das man zum Überbrücken der Wartezeit nutzen kann. Wer Dark Fantasy mit Horrorelementen mag, für den sollte es genau das Richtige sein. Ich habe das Buch leider noch nicht gelesen.

Nekromanten-Romane sind selten, aber es gibt sie, als Helden oder als Widersacher. Als Widersacher spielen sie in Richard Schwartz’ „Askir“-Reihe eine Rolle. Doch Nekromanten können auch Helden sein, wie Gail Martin in ihrer Reihe um den Nekromanten Prinz Nartris Drayke beweist. Die Reihe ist bereits vor einigen Jahren erschienen und beginnt mit dem Band „Im Bann des Nekromanten“. Mir persönlich hat die Reihe sehr gut gefallen, auch wenn sie nicht so düster ist wie die Reihe von Stephen Blackmoore und zudem in einer Fantasy-Welt spielt.

Wer Stephen Blackmoore mag, dem kann ich auch die „Die dunklen Fälle des Harry Dresden“-Romane von Jim Butcher oder die „Ghost Hunters“ von Simon R. Green empfehlen. Mehr zu den Reihen erfahrt ihr in meinen Rezensionen.

Die Website von Stephen Blackmoore:

Mehr über den Autor und seine weiteren Werke erfahrt ihr auf Stephen Blackmoores englischsprachiger Website.

Das Buch:

Buchcover mit Toten-Figur287 Seiten

Taschenbuch

Mai 2016

Bastei Lübbe Verlag

Preis: 8,99 € (D)

ISBN: 978-3-404-20835-7

Originaltitel: „Broken Souls“

Deutsche Übersetzung: Thomas Schichtel

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