Tolle Jennifer Estep-Lesung aus „Black Blade“ – Frankfurter Buchmesse 2015

Lesung von Autorin Jennifer Estep
Jennifer Estep (Mitte) mit Moderator Christian Handel (rechts) und Schauspielerin Paula Hans (links)

Am vergangenen Wochenende war ich nach ein paar Jahren Pause zum ersten Mal wieder auf der Frankfurter Buchmesse und wie jedes Mal gab es ein, zwei Events, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe: Dieses Mal war es die Lesung von Jennifer Estep am Messesonntag im Azubistro.

Aber die amerikanische Bestseller-Autorin der „Mythos Academy“-Reihe und der „Elemental Assassin“-Serie kam nicht allein, um den Auftakt zu ihrer neuen Urban Fantasy-Trilogie „Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“, erschienen vor wenigen Tagen im Piper Verlag, vorzustellen.  Mit dabei waren auch der Moderator Christian Handel und die Schauspielerin Paula Hans, die das Lesen eines Textauszugs auf Deutsch übernahm.

Ich hatte ja bereits am Buchmesse-Donnerstag die Livestream-Lesung von Lovelybooks mit Jennifer Estep verfolgt – und mich sehr geärgert, dass ich erstens nicht selbst mit dabei sein konnte und zweitens auch noch die ersten zehn Minuten verpasst hatte. Daher hat es mich sehr gefreut, dass ich am Sonntag dann doch noch die Chance hatte, Jennifer Estep live zu erleben.

Die Lesung:

Ich fand es sehr spannend, die Autorin selbst aus der englischen Original-Version von „Black Blade“, die unter dem Titel „Cold Burn of Magie“ erschienen ist, lesen zu hören. Denn Autoren lesen ihre Werke anders, als es Hörbuchsprecher oder Schauspieler tun, denn für Autoren sind bestimmte Stellen wichtiger als andere und manche Figuren mehr ans Herz gewachsen als andere.

Das hat man auch bei Jennifer Estep gemerkt. Zwar war die auf Englisch gelesene Passage direkt vom Anfang des Romans nur sehr kurz, aber ich bekam gleich Lust weiterzulesen (ich hatte den Roman kurz vor der Lesung bereits angefangen) und zu versuchen, Hauptfigur Lila mit den Augen von Jennifer Estep zu sehen.

Im Anschluss daran hat Paula Hans einen etwas längeren Abschnitt auf Deutsch gelesen, was ebenfalls sehr grandios war und Hörbuch- oder Kopfkino-Feeling erzeugte. Besonders Lilas rebellisch-frechen Charakter hat Paula Hans beim Lesen wunderbar eingefangen und rübergebracht.

Das Interview:

Da ich erst vor kurzem durch die Neuauflage der „Mythos Academy“ als Taschenbuch zum Jennifer Estep-Fan wurde, wusste ich über die Person oder die Autorin Jennifer Estep leider bis zur gestrigen Lesung recht wenig.

Für eine Bestseller-Autorin ist die Amerikanerin sehr sympathisch und bodenständig geblieben. Nicht nur, dass sie gerne auf Tweets ihrer deutschen Fans reagiert und nett antwortet, man merkt ihr an, dass ihr das Feedback ihrer Leser wichtig ist und sie sich gerne Zeit für ihre Fans nimmt. Ich fand es jedenfalls erstaunlich, dass sie während der gesamten Buchmesse, also von Mittwoch bis Sonntag, da war und sich Zeit für ihre deutschen Fans genommen hat.

Auch im Gespräch mit Moderator Christian Handel kam Jennifer Estep sehr sympathisch herüber. So verriet sie uns, dass auch sie es schwer hatte, einen Verlag zu finden. In sieben Jahren schrieb sie sieben Romane, von High Fantasy über Krimi, probierte verschiedene Genres aus und verbesserte sich als Autorin ständig – und kassierte zum Dank hunderte Absagen.

Bis sie schließlich die Urban Fantasy für sich entdecke und feststellte, dass dieses Genre genau ihr Ding ist und sie dort ihren Durchbruch hatte. Inzwischen schreibt sie als hauptberufliche Autorin über 40 Stunden die Woche und veröffentlicht mehrere Bücher pro Jahr.  Und das auch wenn es mal beim Schreiben hakt und sie sich durchbeißen muss. Bei ihrer Arbeit helfen ihr nicht nur die Schreiberfahrung und Durchhaltevermögen, sondern auch das Zeitmanagment und den Umgang mit Deadlines, die sie durch ihre frühere Arbeit als Journalistin erlernt hat – und die Tatsache, dass sie mit dem Schreiben ihre Rechnungen bezahlt.

Jennifer Estep mag starke Heldinnen, mit denen sich ihre Leserinnen identifizieren können, und sie mag Happy End’s – oder besser gesagt Happy for Now’s -, denn die Realität ist schon deprimierend genug und als Leserin würde sie sich selbst betrogen fühlen, würde die Hauptfigur am Ende sterben oder kein für den Moment befriedigendes, glückliches Ende finden.

Estep-Buch-GoodiesIm Interiew mit Christian Handel und auf Leserfragen hin erfuhren wir auch einige Dinge, die mich überrascht haben. So ist Jennifer Estep eine Bauchschreiberin, keine Plotterin, die im Vornherein jede Szene des Buches plant. Stattdessen macht sie sich vorab intensiv Gedanken über ihre Figuren und mögliche Konflike mit den Antagonisten, denn die Charakterentwicklung ist der Aspekt, der ihr beim Schreiben am meisten Spaß bringt, weil sie ja aus der Ich-Perspektive schreibt, auch wenn sie die Entwicklungen von Welten ebenfalls mag. Erstaunlicherweise liest sie nie das Genre, das sie gerade schreibt, um nicht unterbewusst etwas davon mit ihren eigenen Geschichten zu vermischen, und sie würde sehr gerne mal einen Spionagethriller schreiben, weil sie ein James Bond- und Spionagethriller-Fan ist.

Ich hatte das Glück, dass ich Jennifer Estep ebenfalls bei der Lesung etwas fragen konnte. So wollte ich von ihr wissen, ob sie ein Lieblings-Fantasy-Buch oder einen Lieblingsautoren hätte.  Ja, es ist „Beauty“ von Robin McKinley, eine Neuerzählung von „Die Schöne und das Biest“, ihr Lieblingsmärchen – das hat mich doch sehr überrascht, weil Jennifer Estep selbst ja sehr moderne Geschichten und zeitgenössische Urban Fantasy schreibt. Außerdem habe ich sie gefragt, ob sie bereits an einer neuen Reihe oder Roman schreibt. Aktuell hat sie zwar bereits Ideen, aber es steht noch nicht fest, was sie als Nächstes schreiben wird. Schade.

Für alle „Mythos Academy“-Fans verriet sie, dass es möglicherweise irgendwann einen weiteren Band der Reihe geben könnte, denn eine Idee dafür hat sie bereits. Momentan hat sie jedoch noch andere Schreibprojekte, auch wenn sie Band 2 und Band 3 der „Black Blade“-Reihe bereits geschrieben hat. Wir dürfen also die Daumen drücken und uns auf weitere spannende Abenteuer von Lila und ihren Freunden freuen.

Die Signierstunde:

Im Anschluss an die Lesung nahm sich Jennifer Estep die Zeit, um ihre Bücher zu signieren und Fotos mit ihren Fans zu machen. Was klasse war, denn der Andrang bei ihrer offiziellen Signierstunde am Nachmittag war enorm – und bei der Lesung musste ich nur wenige Minuten warten, bis ich stolz meine persönliche Widmung ergattert hatte. Insgesamt war es eine sehr gelungene Lesung von Jennifer Estep. 🙂

Ich hoffe, Sie kommen bald wieder nach Deutschland, Frau Estep. 🙂

Jennifer-Estep-Autogramm

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